Politikersprache Parteien sprechen SlangSeite 2/2
Schon eine Untersuchung der Europawahlprogramme hatte ergeben, dass die Parteien den Wählern schwer verständliche Kost bieten. "Dabei ist es ja eigentlich ihre Aufgabe, politische Positionen klar und verständlich darzustellen", sagt Kercher. Offensichtlich seien die Programme eher dafür da, alle innerparteilichen Flügel und Gruppen zu integrieren. Viele Passagen erschienen als Ergebnis mühsamer Kompromisse. Immerhin sind in den Programmen die Einleitungen, die Schlussteile und das Parteiselbstverständnis einigermaßen verständlich beschrieben.
Auch die Länge mancher Programme lädt nicht zum Schmökern ein, wer will sich schon durch 219 Seiten bei den Grünen durchwühlen? Bisher bietet nur die SPD eine Kurzzusammenfassung an, die sich auf dem Niveau der BILD-Zeitung befindet – zumindest von der Verständlichkeit her. Denn das Boulevardblatt kommt im Schnitt auf satte 16,8 von 20 Verständlichkeitspunkten, die Kurzfassung der SPD erreicht gut 16 Punkte. Fast jeder kann sie also verstehen.
Die Analysen der Hohenheimer Wissenschaftler sagen allerdings nichts über den Informationsgehalt aus. Theoretisch ist es möglich, dass eine Partei auf 50 Seiten formal hochverständlich nur Belanglosigkeiten von sich gibt.
Gänzlich ignorant sind die Parteien jedoch nicht. Der Bundestag hat sich jüngst darauf geeinigt, dass sich die Fachausschüsse künftig Rat bei Sprachexperten einholen wollen. Die Begründung: Die Gesetzestexte seien oft nur schwer zu verstehen.
- Datum 06.07.2009 - 16:45 Uhr
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- Serie wahlen
- Quelle ZEIT ONLINE
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Da ich den Test vollständig bestanden habe, darf ich den Artikel ja kritisieren. Die Begriffe selbst konnte ich aus meiner Schulzeit herleiten, 9 Jahre Latein (Anhand dieser Beispiele verstehe ich den Akademiker allerdings nicht). 1* war Glück, aber der Zusammenhang hätte es auch gebracht, denke ich. Insofern beunruhigt mich mehr, dass diese Begriffe ein vorheriges gründliches Durchdenken des behandelten Themas suggerieren könnten.
Für das Verbot von Agroenergie kann ich die Linke zwar beglückwünschen, aber wie sie auf andere Weise preiswerte umweltfreundliche Energie zur Mobilität herstellen will, sollte sie auch sagen. Werde doch mal die Programme lesen.
Oder Zeit-online setzt sie mal ganz oder in Auszügen ins Netz. Z. B. als "Der Programmpunkt der Woche". Wörtlich und zum Kommentieren.
kann da nur zustimmen. Wenn Zeitungen ihren Lesern in den nächsten Wochen die Wahlprogramme der Parteien erklären/näherbringen und sich danach eine Diskussion entwickelt, dass wäre ein toller Schritt.
Und zum Artikel, diese Beispiele waren wirklich verständlich. Aber warum einfach wenns auch kompliziert geht!!! Ich hab den Eindruck, oder es ist meine Meinung, das die schlechten Parteien ihr schwaches Programm durch gehobene, gestochene Wortwahl und Wortverflechtungen für den Normalbürger unverständlich machen wollen und sich erhoffen das dann die liebe Hausfrau, die nichts verstanden hat, zum Schluss kommt das man Leute, die so toll daher Schwafeln können, doch wählen muss, weil sie eindeutig gewaltig intelligent sein müssen:-)
"Für das Verbot von Agroenergie kann ich die Linke zwar beglückwünschen, aber wie sie auf andere Weise preiswerte umweltfreundliche Energie zur Mobilität herstellen will, sollte sie auch sagen. Werde doch mal die Programme lesen."
Die sind nicht gegen Agroenergie, sondern gegen Agroenergie aus Nicht-EU-Ländern. Ich denke, es soll verhindert werden, dass Urwald für Palmöl gerodet wird oder in Afrika diese giftigen Ölnüsse die teils raren zur Landwirtschaft geeigneten Parzellen okkupiert, weil sich mit dem Nussöl in Europa gut Geld verdienen lässt. Wobei man bedenken sollte, dass es eigentlich egal ist, ob der Reis den Indien produziert exportiert wird, oder dieses Öl der giftigen Nüsse exportiert wird, beide Male verbleiben größere Teile der Bevölkerung hungernd.
Ansonsten ist auch EU-interne Agroenergie keine wahnsinnig tolle Idee, wenn man Sonnenenergie nutzen will. Der Wirkungsgrad liegt bis zur Wandlung in z. B. Öl im niederen einstelligen Bereich. Jede Uralt-Solarzelle ist da besser und verbraucht kein Wasser. Natürlich braucht's dann für die Mobilität aber ein Elektoauto, das noch nicht jeder hat. Evtl werden in ein zwei Jahre aber schon Umbausätze für die vielen, vielen Autos angeboten, die zurzeit noch mit der "zukunftsgerichteten" Umweltprämie angeschafft werden.
kann da nur zustimmen. Wenn Zeitungen ihren Lesern in den nächsten Wochen die Wahlprogramme der Parteien erklären/näherbringen und sich danach eine Diskussion entwickelt, dass wäre ein toller Schritt.
Und zum Artikel, diese Beispiele waren wirklich verständlich. Aber warum einfach wenns auch kompliziert geht!!! Ich hab den Eindruck, oder es ist meine Meinung, das die schlechten Parteien ihr schwaches Programm durch gehobene, gestochene Wortwahl und Wortverflechtungen für den Normalbürger unverständlich machen wollen und sich erhoffen das dann die liebe Hausfrau, die nichts verstanden hat, zum Schluss kommt das man Leute, die so toll daher Schwafeln können, doch wählen muss, weil sie eindeutig gewaltig intelligent sein müssen:-)
"Für das Verbot von Agroenergie kann ich die Linke zwar beglückwünschen, aber wie sie auf andere Weise preiswerte umweltfreundliche Energie zur Mobilität herstellen will, sollte sie auch sagen. Werde doch mal die Programme lesen."
Die sind nicht gegen Agroenergie, sondern gegen Agroenergie aus Nicht-EU-Ländern. Ich denke, es soll verhindert werden, dass Urwald für Palmöl gerodet wird oder in Afrika diese giftigen Ölnüsse die teils raren zur Landwirtschaft geeigneten Parzellen okkupiert, weil sich mit dem Nussöl in Europa gut Geld verdienen lässt. Wobei man bedenken sollte, dass es eigentlich egal ist, ob der Reis den Indien produziert exportiert wird, oder dieses Öl der giftigen Nüsse exportiert wird, beide Male verbleiben größere Teile der Bevölkerung hungernd.
Ansonsten ist auch EU-interne Agroenergie keine wahnsinnig tolle Idee, wenn man Sonnenenergie nutzen will. Der Wirkungsgrad liegt bis zur Wandlung in z. B. Öl im niederen einstelligen Bereich. Jede Uralt-Solarzelle ist da besser und verbraucht kein Wasser. Natürlich braucht's dann für die Mobilität aber ein Elektoauto, das noch nicht jeder hat. Evtl werden in ein zwei Jahre aber schon Umbausätze für die vielen, vielen Autos angeboten, die zurzeit noch mit der "zukunftsgerichteten" Umweltprämie angeschafft werden.
kann da nur zustimmen. Wenn Zeitungen ihren Lesern in den nächsten Wochen die Wahlprogramme der Parteien erklären/näherbringen und sich danach eine Diskussion entwickelt, dass wäre ein toller Schritt.
Und zum Artikel, diese Beispiele waren wirklich verständlich. Aber warum einfach wenns auch kompliziert geht!!! Ich hab den Eindruck, oder es ist meine Meinung, das die schlechten Parteien ihr schwaches Programm durch gehobene, gestochene Wortwahl und Wortverflechtungen für den Normalbürger unverständlich machen wollen und sich erhoffen das dann die liebe Hausfrau, die nichts verstanden hat, zum Schluss kommt das man Leute, die so toll daher Schwafeln können, doch wählen muss, weil sie eindeutig gewaltig intelligent sein müssen:-)
Die Programme sind eh nicht ernst gemeint, also wozu lesen? Müntefering hat sich ja schon nach der letzten Wahl beklagt, und will Parteien nicht an ihren Versprechungen gemessen sehen. Da hilft es dann auch nichts, wenn das Wahlprogramm auf Sendung-mit-der-Maus-Niveau 20 von 20 möglichen Punkten bekommt.
Und manche Gesetze bleiben unverständlich, selbst wenn man die Wörter alle versteht: Wie kann z.B. das Umgehen eines wirksamen Kopierschutz strafbar sein - als Informatiker denkt man, die Wirksamkeit eines Kopierschutz zeigt sich insbesondere dadurch, dass man ihn nicht umgehen kann, oder? Da hat sich bis heute nicht mal der Auftraggeber des Gesetzes vor Gericht getraut, um festzustellen, wie das denn nun wohl gemeint sein könnte...
Das nenne ich eine perfekte Formulierung.
Allgemeinverständlich, präzise, realistisch.
selbst wenn man die Wörter alle versteht.
Ihrer Feststellung kann ich nur zustimmen, ich glaube aber, dass dieser Umstand nicht auf Dummheit, sondern auf Vorsatz der jeweils Formulierenden beruht.
Die Hauptaufgabe der Sprache ist eben nicht die Verständigung, sondern den eigentlichen Sachverhalt oder die eigenen Absichten durch semantische Nebelbomben wirkungsvoll zu verschleiern.
Man mag diesen Zustand beklagen, ändern kann man ihn höchstwahrscheinlich nicht.
Das nenne ich eine perfekte Formulierung.
Allgemeinverständlich, präzise, realistisch.
selbst wenn man die Wörter alle versteht.
Ihrer Feststellung kann ich nur zustimmen, ich glaube aber, dass dieser Umstand nicht auf Dummheit, sondern auf Vorsatz der jeweils Formulierenden beruht.
Die Hauptaufgabe der Sprache ist eben nicht die Verständigung, sondern den eigentlichen Sachverhalt oder die eigenen Absichten durch semantische Nebelbomben wirkungsvoll zu verschleiern.
Man mag diesen Zustand beklagen, ändern kann man ihn höchstwahrscheinlich nicht.
Politiker mag von gr. "polis" kommen, also dem Stadtstaat. Demnach sind Politiker die Denker und Lenker der Bürgerschaft.
Vielleicht kommt der Name aber auch von der gr. Vorsilbe "poli", deutsch : viel. Also Menschen die Vieles sagen (und nix tun ?!).
Egal : Politiker und ihre Parteiprogramme zeichnen sich mit wenigen Ausnahmen dadurch aus, daß sie einer möglichst großen Anzahl von Menschen gefallen sollen. Daher wäre es für ebendiese beruflicher Selbstmord die Wahrheit zu sagen. Daher müssen Kompromisse her und eindeutige Positionen weg. Und Wahrheiten, die sich nicht verschweigen lassen werden durch Beschönigungen (Euphemismen), Wortverquickungen (Coinage), Entlehnungen (Borrowing) und Erfindungen (Creation) als heilsbringend an den Mann / die Frau gebracht.
Wann haben wir das letzte Mal in Deutschland eindeutige Worte von Politikern gehört ?
"Für das Verbot von Agroenergie kann ich die Linke zwar beglückwünschen, aber wie sie auf andere Weise preiswerte umweltfreundliche Energie zur Mobilität herstellen will, sollte sie auch sagen. Werde doch mal die Programme lesen."
Die sind nicht gegen Agroenergie, sondern gegen Agroenergie aus Nicht-EU-Ländern. Ich denke, es soll verhindert werden, dass Urwald für Palmöl gerodet wird oder in Afrika diese giftigen Ölnüsse die teils raren zur Landwirtschaft geeigneten Parzellen okkupiert, weil sich mit dem Nussöl in Europa gut Geld verdienen lässt. Wobei man bedenken sollte, dass es eigentlich egal ist, ob der Reis den Indien produziert exportiert wird, oder dieses Öl der giftigen Nüsse exportiert wird, beide Male verbleiben größere Teile der Bevölkerung hungernd.
Ansonsten ist auch EU-interne Agroenergie keine wahnsinnig tolle Idee, wenn man Sonnenenergie nutzen will. Der Wirkungsgrad liegt bis zur Wandlung in z. B. Öl im niederen einstelligen Bereich. Jede Uralt-Solarzelle ist da besser und verbraucht kein Wasser. Natürlich braucht's dann für die Mobilität aber ein Elektoauto, das noch nicht jeder hat. Evtl werden in ein zwei Jahre aber schon Umbausätze für die vielen, vielen Autos angeboten, die zurzeit noch mit der "zukunftsgerichteten" Umweltprämie angeschafft werden.
Hatte ich auch so verstanden und Nahrungsmittelflächen für Mittel zur Mobilität zu verbrauchen fand ich von Anfang an einfach dumm und unkreativ. Sogar in Umland wurde es favorisiert und trotzdem sollte man die Produkte aus der Region zu sich nehmen.
Kindertage der Ökologie, hoffen wir auf bezahlbare und mit der Umwelt zu vereinbarende Antriebseinrichtungen und entsprechende Betriebsmittel.
Hatte ich auch so verstanden und Nahrungsmittelflächen für Mittel zur Mobilität zu verbrauchen fand ich von Anfang an einfach dumm und unkreativ. Sogar in Umland wurde es favorisiert und trotzdem sollte man die Produkte aus der Region zu sich nehmen.
Kindertage der Ökologie, hoffen wir auf bezahlbare und mit der Umwelt zu vereinbarende Antriebseinrichtungen und entsprechende Betriebsmittel.
Die werden doch nur von einer verschwindend geringen Minderheit gelesen.
Zumeist sind das dann noch genau die, die in der BILD-Redaktion wieder die Propagandakanonen laden gegen die Lieblingsfeinde des Axel Springer Verlages.
Das da ausgerechnet die Linke eine halbe Doktorarbeit und die Grünen ein Telefonbuch hinlegen, verwundert im Endeffekt weniger. Das Volk soll auf die Plakate gucken, da wird das Programm in Homöopatischen Dosen verpackt, auf Zucker geträufelt dem Konsumenten intraoptisch verabreicht, damit eventuelle mentale Gegenanzeigen erst nach dem Plebiszit erfolgen können.
... könnte ein Parteiprogramm auf 50 leicht verständlichen Seiten formulieren. Dass die Programme so sind, wie sie sind, finde ich bei all ihren sicherlich vorhandenen Unzulänglichkeiten daher eher beruhigend. Parteiprogramme entstehen nun mal unter Beteiligung von - im Sinne eines lesbaren Resultats - viel zu vielen Menschen. Gut so! Die Alternative wäre, dass sich 2-3 Partei-Alphatiere mit ein paar Profi-Textern in ein Hinterzimmer verziehen und das Resultat ihrer Arbeit dann ohne größere Diskussion 1:1 auf dem Parteitag durchpeitschen.
Ist das wirklich gut so? Nur weil ein Programm vielfach und von vielen diskutiert wird, muss es deshalb auch gleich unverständlich sein? Sicherlich, Schwarz-weiß-Denken bringt immer einfache Lösungen hervor und erst ausgiebige Diskussion und/oder ausgiebiges reflektieren vermittelt ein Bild, dass näher an der wirklichen Komplexität aller Dinge ist. Muss diese Lösung oder müssen - im Fall der Parteiprogramme - diese Lösungsansätze deshalb immer kompliziert dargeboten werden?
Einen Kenner der Materie zeichnet meines Erachtens unter anderem aus, dass er auch hochkomplizierte Sachverhalte verständlich darbieten kann, ohne sie unzulässig verkürzt darzustellen.
Der demokratische Prozess zur Findung der Parteiprogramme darf also nicht zur Ausrede werden, für ihre Unverständlichkeit, denn ansonsten wäre die Konsequenz daraus:
Demokratie ist unnötig kompliziert, "2-3 Alphatiere" würden uns dann viel effizienter führen. Das kann nicht in unserem Sinne sein.
Ist das wirklich gut so? Nur weil ein Programm vielfach und von vielen diskutiert wird, muss es deshalb auch gleich unverständlich sein? Sicherlich, Schwarz-weiß-Denken bringt immer einfache Lösungen hervor und erst ausgiebige Diskussion und/oder ausgiebiges reflektieren vermittelt ein Bild, dass näher an der wirklichen Komplexität aller Dinge ist. Muss diese Lösung oder müssen - im Fall der Parteiprogramme - diese Lösungsansätze deshalb immer kompliziert dargeboten werden?
Einen Kenner der Materie zeichnet meines Erachtens unter anderem aus, dass er auch hochkomplizierte Sachverhalte verständlich darbieten kann, ohne sie unzulässig verkürzt darzustellen.
Der demokratische Prozess zur Findung der Parteiprogramme darf also nicht zur Ausrede werden, für ihre Unverständlichkeit, denn ansonsten wäre die Konsequenz daraus:
Demokratie ist unnötig kompliziert, "2-3 Alphatiere" würden uns dann viel effizienter führen. Das kann nicht in unserem Sinne sein.
Ehrlich gesagt finde ich das Kurzprogramm der SPD extrem unverständlich. Es besteht eigentlich ncur aus Schlagwörtern und sagt überhaupt nix aus.
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