Pechstein im Interview "Ich wäre schön blöd zu dopen"
Claudia Pechstein erklärt, warum sie gegen ihre Dopingsperre kämpft und eine Notlüge gebraucht haben will. Die Berlinerin geht fest davon aus, bei den Winterspielen 2010 zu starten
© Stuart Franklin/Getty Images

Claudia Pechstein will trotz der Dopingsperre 2010 in Vancouver starten
Frage: Was würden Sie normalerweise an so einem schönen sonnigen Tag machen?
Claudia Pechstein: Ich würde auf dem Fahrrad sitzen und trainieren, aber das mache ich im Moment trotzdem. Es ist natürlich nicht einfach, mit solchen Vorwürfen zu trainieren. Aber da muss ich jetzt durch.
Frage: Wie geht es Ihnen jetzt?
Pechstein: Ich persönlich weiß, dass ich nichts Verbotenes getan habe, deshalb kann ich eigentlich ganz relaxed sein. Aber die Vorwürfe, die jetzt von allen Seiten kommen, sind hart.
Frage: Seit wann wissen Sie von den Vorwürfen?
Pechstein: Seit der Weltmeisterschaft in Hamar Anfang Februar. Ich hatte dort eine Blutkontrolle am Freitag, am Samstag wurde ich mehr oder weniger zufällig zur Dopingkontrolle gelost. Im Nachhinein wurde mir gesagt, dass die Werte am Freitag auffällig waren und dass bei mir deshalb am Samstag kontrolliert werden sollte.
Frage: Eine Zielkontrolle.
Pechstein: Mit Kontrollen muss ich jederzeit rechnen, dafür bin ich immer gewappnet. Am Samstagabend habe ich aber dann erfahren, dass ich nicht mehr starten darf.
Frage: Weil hohe Retikulozyten-Werte in Ihrem Blut festgestellt worden sind. Sie reisten dann mit einer vorgeschobenen Entschuldigung von der Weltmeisterschaft ab. Was hat Sie dazu veranlasst?
Pechstein: Das war der Vorschlag der Internationalen Eisschnelllauf-Union ISU. Die ISU hat erklärt, wenn wir dem nicht nachkämen, verhänge sie eine Schutzsperre. Und informiere automatisch die Öffentlichkeit. Nach langer Beratung mitten in der Nacht haben wir dann entschieden, dass es der bessere Weg sei, erst mal nicht an die Öffentlichkeit zu gehen.
Frage: Also haben Sie der Öffentlichkeit eine Notlüge aufgetischt?
Pechstein: Weil das die ISU so vorgeschlagen hat. Ich sollte wegen Krankheit absagen, das sei mehr oder weniger plausibel. Daraufhin haben wir entschieden, dass ich einen Infekt habe, was bei mir ja sehr oft der Fall ist. Heute weiß ich, dass dies ein Fehler war. Dafür möchte ich mich entschuldigen.
Frage: Hatten Sie vorher schon auffällige Blutwerte?
Pechstein: Nein. Dass ich kontrolliert werde, ist ja gang und gäbe. Aber auffällige Werte sind mir zuvor nie mitgeteilt worden. Ich hatte auch nie etwas von Retikulozyten gehört, geschweige denn das Wort aussprechen können. Mittlerweile kann ich es.
Frage: Ahnten Sie, dass dieser hohe Wert eine zweijährige Dopingsperre nach sich ziehen würde?
- Datum 03.09.2009 - 17:36 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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1. Nach der Wende hieß es, dass wer die Rekorde der DDR-Sportler verbessert ist zweifelsfrei gedopt.Wieviel Rekorde existieren noch?
2. Ermittler laufen immer dem Verbrechen hinterher. Wird sich woll nicht so schnell ändern.
3. Einfache Problemlösung: Der Kaberettist Volker Pispers hat einmal den Vorschlag gebracht, Dopingmittel freizugeben, mit der Maßgabe, die entsprechenden Mittelchen auf der Sportbekleidung zu veröffentlichen, so dass man beim Sieger sieht was hilft.
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Jeder Sportler kann ab dem 21. Lebensjahr frei entscheiden zwischen Gesundheit, Geld und Ruhm. Junge Sportler müssen natürlich geschützt werden.
Und was vielleicht etwas blauaügig ist: Die Sponsoren werden verpflichtet, bei Schädigung oder Tod eine saftige Rente an den Sportler oder seine Hinterbliebenen zu zahlen, unabhängig ob gedopt oder nicht.
seit Jahrzehnten so beliebt ist, führt infolge des geringeren Sauerstoffdrucks ebenfalls zu erhöhten Retikulozytenzahlen. Wer es sich leisten kann (eben ein "Leistungssportler"), fährt seit eh und je vor dem Wettkampf mal eben 3 Monate in die Anden und kommt mit einer erhöhten Retikulozytenzahl wieder zurück. Wenn das also jetzt doping ist - gar nicht von der Hand zu weisen - dann kann man schon mal anfangen, alle Medaillenlisten seit 1932 noch mal neu zu überarbeiten. Ganz schlechte Karten haben natürlich dann Leute wie gewisse Peruaner und Tibeter, die einfach immer mit geringen Sauerstoffdrücken leben und deshalb unverbesserlich und ununterbrochen mit erhöhten Retikulozytenzahlen herumlaufen!
Gehe ich einmal von meinen Blutwerten aus, dann kann ich nur sagen:
Die Natur des menschen, sein Alter und seine Leistungsfähigkeit sind mit verantwortlich für die Zusammensetzung des Blutes.
Mit 18 jahren trieb ich aktiv Breitensport und habe noch mehr als heute zu mir genommen - an Nahrungs- und Genußmitteln - . (Außer Nikotin und Hasch!)
Heute soll ich Pillen schlucken, dass mein Cholesterinspiegel wieder absinkt.
Ich esse weniger, ernähre mich genauso wie früher, trinke auch nicht mehr so viel Alkohol wie damals.
Trotzdem ist mein Blutbild heute anders:
Es fehlt einfach das Obst und Gemüse aus dem eigenen Anbau und die sportliche Betätigung.
Nun ist die Kontrolle des Athleten-Blutes weitaus filigraner, weil auch filigraner gedopt wird.
Das gedopt wird, das ist so sicher wie das "Amen" in der Kirche.
Wer in "Kienbaum" trainiert, der dopt auch schon - schließlich ist "Kienbaum" ja für sein "Höhenklima" knapp über NN weltweit bekannt.
Ich weiß natürlich nicht, ob die Druckkammern noch funktionieren, aber wenn immer noch Schwergewichts-Weltmeister im Boxen dort trainieren, dann wird es schon so sein.
Warum geben wir eigentlich das Doping nicht frei?
Heutzutage ärgern wir uns - oder auch nicht - ,wenn eines unserer "Idole" vom Sockel gestürzt wird.
Warum sollen wir uns denn damit weiter ärgern:
Die Sportler sind alle alt genug und wer denkt, dass er ohne Medikation nix schafft, der soll sich doch die Seele aus dem Leib dopen.
Jeder ist für sich selbst verantwortlich und wer das Geld der eigenen Gesundheit vorzieht, dem ist so oder so nicht mehr zu helfen.
Was uns heute noch an "Sport" geboten wird, das ist doch nur noch ein industriell aufgezogener "Athleten- und High-Tech-Zirkus" in dem der Mensch nur noch das ausführende Organ ist und zum Nebendarsteller avanciert.
Der Sportler wird immer mehr zum Spielball der Werbeträger, der Ärzte, der Technik, der Kampfrichter und Funktionäre..
Der Sportler ist schon lange kein "Held" mehr, weil er sich durch den gesamten "Wasserkopf" im Sport schon hat versklaven lassen.
Da hatten es die Gladiatoren weitaus besser:
Die wurden nicht von Funktionären formell geköpft, sondern durch ihren Gegner oder durch die Entscheidung der Zuschauer.
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