Portugal Wirtschaftsminister muss gehen
Bei der Parlamentssitzung vor der Sommerpause kam es zum Eklat. Der Minister Manuel Pinho musste zurücktreten, nachdem er einen politischen Rivalen beleidigt hatte
In einer Debatte über die Lage der Nation hatte Pinho den Abgeordneten der Kommunistischen Partei, Bernardino Soares, die "Hörner" gezeigt. Mit über dem Kopf erhobenen Zeigefingern hatte er angedeutet, dass der Politiker von seiner Frau betrogen worden sei.
Dies sorgte für Empörung. Ministerpräsident José Sócrates von der Sozialistischen Partei forderte den Rücktritt des Ministers und nahm dessen Gesuch umgehend an.
Finanzminister Fernando Teixeira wird nun auch das Wirtschaftsressort übernehmen. "Das war nicht zu entschuldigen", sagte Sócrates, der bei den jüngsten Europawahlen eine schwere Niederlage erlitten hatte.
Seine Partei erhielt nur 26,6 Prozent der Stimmen. Rund 63 Prozent aller Wahlberechtigten gingen gar nicht erst zur Europawahl.
Der Skandal um Pinho, der den Zwischenfall inzwischen bereute, setzt die angeschlagenen Sozialisten-Regierung in Portugal vor den Parlamentswahlen Ende September zusätzlich unter Druck.
- Datum 03.07.2009 - 12:48 Uhr
- Serie News
- Quelle ZEIT ONLINE, sh, dpa
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