Drei Wochen nach dem Bildungsstreik hat Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) 20 Studentenvertreter sowie Rektoren- und Kultusministerkonferenz (KMK) zu einem Runden Tisch über die Probleme der Bologna-Studienreform geladen. Nach dem vierstündigen Treffen rief Schavan Hochschulen und Länder zur deutlichen Kurskorrektur bei der Einführung der neuen Bachelor- und Master-Studiengänge auf.

Durch eine umfassende Reform der Lehrpläne müsse die beklagte Stofffülle und Verschulung im Bachelor-Studium beseitigt, die Studienzeit-Vorgaben von Fach zu Fach flexibler gestaltet und der Zugang zum weiterführenden Master-Studium nicht künstlich beschränkt werden.

Die Studierenden müssten frei entscheiden können, ob sie nach dem Bachelor-Abschluss auch noch den Master machen wollen. Zugleich soll für die Akzeptanz des Bachelors auf dem Arbeitsmarkt verstärkt geworben und der Berufserfolg der Absolventen erforscht werden.

Während der Protestaktionen hatte die Ministerin einen Teil der studentischen Forderungen noch als "gestrig" bezeichnet. 

Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Margret Wintermantel, sagte: "Wir nehmen die studentische Kritik an der Verschulung des Bachelor-Studiums ernst." Wintermantel räumte ein, dass es bei der Einführung der vor zehn Jahren international verabredeten Bachelor-Studiengänge "Fehlentwicklungen" gegeben habe.

Die Studenten an den Hochschulen würden zu wenig gehört. Wintermantel werde Thementage vorschlagen, bei der die Studenten ihre Kritik einbringen könnten.

Sachsen-Anhalts Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz (parteilos) warnte vor "rigiden Anerkennungsprozeduren" beim Hochschulwechsel. Darüber werde auch in der KMK noch zu reden sein.