WHO 150 Millionen Grippe-Impfdosen für Entwicklungsländer

Aufgrund des beginnenden Winters auf der Südhalbkugel hat die WHO die Menschen zur besonderer Vorsicht gemahnt. Wann der Impfstoff zur Verfügung steht ist noch unklar

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will 150 Millionen Impfdosen gegen die Schweinegrippe armen Ländern zur Verfügung stellen.

WHO-Direktorin Margaret Chan sagte bei einer internationalen Grippekonferenz im mexikanischen Cancún, es sei noch nicht bekannt, wann der Impfstoff gegen das Virus A/H1N1 entwickelt sei. Doch stehe die WHO mit zwei Unternehmen in entsprechenden Verhandlungen.

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"Sobald wir diesen Impfstoff bekommen, werden wir ihn in die Entwicklungsländer schicken", sagte Chan. Sie rechne damit, dass die ersten Spritzen im August dieses Jahres fertig sein könnten. Die Anwendung werde jedoch erst später möglich sein.

Die Bundesregierung sprach sich auf der Konferenz nachdrücklich für eine koordinierte Impfstrategie der Staatengemeinschaft aus. "Angesichts weltweit begrenzter Produktionskapazitäten müssen wir erreichen, dass pandemische Impfstoffe im Rahmen einer koordinierten globalen Strategie dort in ausreichender Menge eingesetzt werden können, wo sie benötigt werden", sagte Gesundheitsstaatssekretär Klaus Theo Schröder. Diese Forderung habe bei den Teilnehmern des Treffens breite Unterstützung gefunden.

Angesichts des beginnenden Winters auf der Südhalbkugel hatte die WHO vor allem die Menschen dort zu besonderer Vorsicht aufgefordert. Chan bezeichnete die Schweinegrippe als "moderat gefährlich". Doch die Weltgemeinschaft habe sie noch nicht im Griff. Vor allem im Süden seien Menschengruppen betroffen, die ursprünglich nicht als gefährdet gegolten hätten.

"Aus Gründen, die wir noch nicht verstehen, sind junge Menschen gestorben, die vollkommen gesund waren", sagte Chan bei der Konferenz. Es gäbe auch ungeklärte Fälle, in denen sich der Zustand der Infizierten äußerst schnell verschlechtert habe.

Die kanadische Gesundheitsministerin Leona Aglukkaq sagte, dass zu den besonders gefährdeten Gruppen auch die meist jungen schwangeren Frauen gehörten.

Vor Ministern und Gesundheitsexperten aus 43 Ländern warnte Chan vor einem panischen, aber auch vor einem zu arglosen Umgang mit der Krankheit. "Wichtig bleibt die Wachsamkeit", sagte sie.

Leser-Kommentare
    • Humort
    • 03.07.2009 um 12:24 Uhr

    "Experten warnen auch vor jeder Form von Panik."
    Jede normale Grippewelle fordert wesentlich mehr Opfer!

    Super, dass unsere Regierungen (ach das sind ja wir) plötzlich wieder so viel Geld zur Vorsorge und Bekämpfung übrig haben. Die, die das Geld dann bekommen können es ja auch gebrauchen und die Ärmeren Länder brauchen sonst ja eh nichts Anderes...

    Ich persönlich habe bedeutend weniger Angst vor der "Pandemie", als vor den Gegenmaßnahmen.

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