Josip Simunic im Interview "Halten Sie mich für so blöd?"
Josip Simunic ist keiner, der einfach so abhaut. Der neue Hoffenheim-Verteidiger hat sich seinen Wechsel gut überlegt. Im Herzen bleibt er jedoch ein Herthaner
Frage: Herr Simunic, Ihr Wechsel nach Hoffenheim hat viele überrascht. Wie kam es denn dazu?
Josip Simunic: Vielleicht war er für Außenstehende unerwartet. Ich wusste es aber schon seit ein paar Monaten. Den Wechsel habe ich mir reiflich überlegt, das ist keine in der Hektik gefällte Entscheidung, vielmehr ist sie gereift.
Frage: Sie wussten schon seit Monaten, dass Sie nach Hoffenheim gehen?
Simunic: Nein, nein. Mir wurde im Verlauf der vergangenen Saison immer klarer, dass ich eine neue Herausforderung brauche und deshalb wechseln werde. Wohin ich gehe, das hat sich erst später ergeben. Das hat gar nichts mit Hertha zu tun, sondern liegt einfach an meinem Wunsch nach Veränderung. Ich bin ein Mensch, der ab und zu etwas Neues will.
Frage: Der Öffentlichkeit wurde eine andere Geschichte präsentiert: Herthas Trainer Lucien Favre soll gesagt haben, dass er nicht glaube, Sie könnten Ihre Leistungen aus der vergangenen Saison abermals abrufen. Es heißt, Sie hätten davon erfahren und wollten deshalb wechseln.
Simunic: Das ist absoluter Quatsch. Glauben Sie wirklich, dass ich wegen eines einzigen Satzes eine Entscheidung von dieser Tragweite fällen würde? Halten Sie mich für so blöd? Der Trainer hat mich vor ein paar Tagen angerufen und mir erklärt, dass er das nie gesagt hat. Damit war die Sache für mich erledigt.
Frage: Sie hatten öffentlich über einen Transfer ins Ausland nachgedacht, am besten in die Premier League. Hoffenheim liegt aber nicht in England.
Simunic: Glauben Sie mir, ich hatte eine ganze Reihe von interessanten Angeboten. Das Konzept von Hoffenheim hat mich schlichtweg überzeugt. Vor allem von Trainer Ralf Rangnick bin ich begeistert. Mit ihm kann ich mich nochmals weiterentwickeln. Aber auch die Mannschaft ist faszinierend, ich habe sie in der vergangenen Spielzeit genau beobachtet: Die Hoffenheimer sind erfolgshungrig und wollen etwas bewegen. Ich möchte ein Teil davon sein. Mein Herz und meine Gefühle haben mir gesagt: Geh nach Hoffenheim!
Frage: Viele Fans von Hertha BSC werden enttäuscht sein, zumal sie auf der Mitgliederversammlung Ende Mai noch mit feuchten Augen versprochen hatten: "Irgendwann werden wir Deutscher Meister."
- Datum 05.07.2009 - 10:26 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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