Terrorgefahr Behörden verschärfen die Überwachung

Die Hinweise sind diffus, aber Sicherheitsexperten des Bundes warnen vor einem Terroranschlag vor der Bundestagswahl. Und sie reagieren darauf

Für August Hanning, Staatssekretär im Bundesinnenministerium und für die Terrorabwehr zuständig, war es eine schwierige Aufgabe. Hochrangige deutsche Sicherheitsexperten trafen sich an diesem Donnerstag in Berlin, die Süddeutsche Zeitung hatte am Morgen getitelt: "Polizei fürchtet Terroranschlag vor der Wahl" und von einem "Krisentreffen" berichtet. Die Aufregung war also wieder einmal groß, auch wenn es solche Warnungen insbesondere im Zusammenhang mit dem Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan in den vergangenen Monaten schon mehrfach gegeben hatte. 

Nun sind aber Äußerungen Verantwortlicher zu diesem Thema immer heikel und eine Gratwanderung. Deshalb bemühte sich Hanning nach dem Treffen der Terrorfachleute von Polizei, Verfassungsschutz und dem Innenministerium erkennbar, jede Form von Panikmache zu vermeiden. Es gebe "keine konkreten Hinweise", dass in Deutschland Terroranschläge vorbereitet würden.

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Auf der anderen Seite nehmen die Sicherheitsbehörden die Gefahr durchaus ernst. Denn sie beobachten seit Jahresanfang vermehrte Aktivitäten von Islamisten in und gegen Deutschland. "Wir müssen die Drohungen ernst nehmen, wir müssen uns tatsächlich auf Anschläge einstellen", fügte daher Hanning hinzu.

Die Sicherheitsrunde verständigte sich daher auf ein Bündel konkreter Maßnahmen. So sollen die Überwachung der islamistischen Szene verstärkt, die Telefonobservation und der Objektschutz ausgeweitet und die Kontrollen an den Flughäfen intensiviert werden. Auch Reiseverbote gegen Terrorverdächtige sollen ausgesprochen werden. Bei einem weiteren Treffen in der kommenden Woche sollen die Maßnahmen mit den Innenstaatssekretären der Länder koordiniert werden.

Doch nicht nur mit der Anschlagsverhinderung beschäftigten sich die Experten, sondern auch mit Maßnahmen, die nach einem Anschlag eingeleitet werden müssten. "Wir sind voll reaktionsfähig", versicherte Hanning.

Die deutschen Sicherheitsbehörden sind nervös, denn natürlich wissen sie, dass die Bundestagswahl im September für Islamisten ein Symbol ist. Durch Anschläge im Vorfeld könnten sie versuchen, Deutschland zu drängen, die Bundeswehrsoldaten aus Afghanistan abzuziehen. Deutschland liege "im Zielspektrum" von islamistischen Terroristen, heißt es im Bundeskriminalamt (BKA). Die Zeit vor der Bundestagswahl gilt als besonders sensibel. Der Terrorismusexperte Georg Tamm spricht deshalb im Gespräch mit ZEIT ONLINE davon, Polizei und Verfassungsschutz seien bis Ende September "in erhöhter Alarmbereitschaft".

"Wir haben alle Madrid im Hinterkopf", sagte Staatssekretär Hanning. In der spanischen Hauptstadt hatten islamistische Terroristen im März 2004 drei Tage vor der Parlamentswahl bei einem verheerenden Anschlag auf mehrere Vorortzüge fast 200 Menschen getötet und dadurch versucht, den Ausgang der Wahlen zu beeinflussen. Die neue sozialistische Regierung zog ihre Soldaten dann tatsächlich aus dem Irak ab. 

Leser-Kommentare
  1. ... weil die BW in Afghanistan sein "muss" (laut Merkel), sollen wir uns hier vor Terroranschlägen fürchten. Terror ist es erst dann, wenn man Angst davor hat. Haben wir aber nicht. Denn sterben müssen wir sowieso irgendwann und unsere Regierung verschlechtert unsere Lebensbedingungen, zerschlägt Hand in Hand mit berüchtigten Wirtschaftsgrößen unsere soziale Marktwirtschaft seit Dekaten so drastisch, dass sich der Deutsche Mich'l bald wünschen wird, durch einen Terroranschlag aus diesem hilflosen und traurigen Dasein scheiden zu dürfen.

    Also: Entweder ihr holt unsere Jungs aus Afghanistan, oder ihr verschohnt uns mit eurem Gewäsch über terrorgefahren, die allein zur Befriedigung eurer Überwachungsgier dienen soll.

    Die nächsten Wahlen kommen bestimmt. Und nicht nur dort seit ihr von uns, dem Volke, abhängig. Denn was glaubt ihr, von wem ihr die Milliarden, mit denen ihr eure Taschen vollstopft, bekommt?

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    irgendwie geht mir das ganze romantisch veranlagte Verschwörungsgetue auf den nerv! stammtischgequatsche!

    ...dem ist nichts hinzuzufügen!

    irgendwie geht mir das ganze romantisch veranlagte Verschwörungsgetue auf den nerv! stammtischgequatsche!

    ...dem ist nichts hinzuzufügen!

  2. Steigende Terrorbedrohung bedeutet ja nachlassende Kinderschändergefahr.
    Der reguläre Schichtwechsel bei den Vier Reitern der Infokalypse.

  3. In der Tat wer sich bisher auf die Einlassungen dieser Experten verlassen hat dem ist nicht mehr zu helfen.

    Karl Müller

  4. Also alle in Deutschland jetzt schön den Himmel nach bemannten fliegenden Teppichen abscannen damit sich das gleiche Lebensgefühl einstellt das auch ein durchschnittlicher Afghane täglich hat wenn er den Himmel nach Drohnen absucht.
    Übrigens, diese Anschläge fanden wegen der Teilnahme dieser beiden Länder statt weil die sich an der Befreiung des Iraks beteiligt hatten. Nur mal so.

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    • LJA
    • 02.07.2009 um 18:49 Uhr

    Al Queida & Co haben schon lange vor dem Einmarsch in den Irak rumgebombt. Man denke nur an die Attentate auf Botschaften in Afrika, an den Angriff auf die USS Cole und letztenendes den 11. September. Alles ganz ohne NATO Truppen in Afghanistan oder Irak. Man mache sich doch bitte nichts vor. Diese Leute wollen uns, unsere Kultur und Lebensart vernichten und dafür ihre eigene setzen.

    Der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr wird dafür nur instrumentalisiert und unsere naiven Gutmenschen fallen prompt drauf rein. Wenn wir jetzt dort abziehen, dann wird uns das möglicherweise vor direkten Angriffen bewahren - ungefähr genau so lange, wie die Appeasement Politik der 30er Jahre die Westalliierten vor den Angriffen Nazideutschlands bewahrt hat.

    • LJA
    • 02.07.2009 um 18:49 Uhr

    Al Queida & Co haben schon lange vor dem Einmarsch in den Irak rumgebombt. Man denke nur an die Attentate auf Botschaften in Afrika, an den Angriff auf die USS Cole und letztenendes den 11. September. Alles ganz ohne NATO Truppen in Afghanistan oder Irak. Man mache sich doch bitte nichts vor. Diese Leute wollen uns, unsere Kultur und Lebensart vernichten und dafür ihre eigene setzen.

    Der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr wird dafür nur instrumentalisiert und unsere naiven Gutmenschen fallen prompt drauf rein. Wenn wir jetzt dort abziehen, dann wird uns das möglicherweise vor direkten Angriffen bewahren - ungefähr genau so lange, wie die Appeasement Politik der 30er Jahre die Westalliierten vor den Angriffen Nazideutschlands bewahrt hat.

  5. Rot/Grün hat die Jungs nach Afghanistan geschickt. Schwarz wäre am liebsten auch im Irak dabei gewesen. Wen, um alles in der Welt, sollen die zu beeindruckenden Deutschen denn bitteschön nach einem Anschlag wählen?

    Unsere "Experten" ergehen sich wieder mal in wilde Kalkulationen ohne die Hälfte der Operanden zu beachten. Krise all überall.

    • LJA
    • 02.07.2009 um 18:49 Uhr

    Al Queida & Co haben schon lange vor dem Einmarsch in den Irak rumgebombt. Man denke nur an die Attentate auf Botschaften in Afrika, an den Angriff auf die USS Cole und letztenendes den 11. September. Alles ganz ohne NATO Truppen in Afghanistan oder Irak. Man mache sich doch bitte nichts vor. Diese Leute wollen uns, unsere Kultur und Lebensart vernichten und dafür ihre eigene setzen.

    Der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr wird dafür nur instrumentalisiert und unsere naiven Gutmenschen fallen prompt drauf rein. Wenn wir jetzt dort abziehen, dann wird uns das möglicherweise vor direkten Angriffen bewahren - ungefähr genau so lange, wie die Appeasement Politik der 30er Jahre die Westalliierten vor den Angriffen Nazideutschlands bewahrt hat.

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    Ja, das hätt man sich denken können: Der Muselman an sich ist halt ein Bösewicht und der Afghane will den Deutschen töten um hier eine islamische Republik einzurichten. Da sind Terroranschläge sicherlich hilfreich, da wird der deutsche Christ sich sicher schnell überzeugen lassen.
    Oder ist das vielleicht doch eher eine etwas seltsame Form von Paranoia? Wenn "diese Leute" unsere Kultur vernichten wollen, indem sie hier Terroranschläge begehen, die Militarismus, Überwachungs- und Polizeistaat fördern, wäre ihnen das zwar in gewisser Weise gelungen. Aber die CDU wird das schon auch ohne Osama hinbekommen. Und ich halte es bei allem Pessimismus und wenig Sympathie für jegliche Art Monotheismus doch für eher unwahrscheinlich, dass die "konservativen" Parteien samt Anhängern wegen Terroranschlägen zum Islam konvertieren. Da werden es diese Leute schon etwas schwerer haben unsere Lebensart (mehr als die "Konservativen") zu vernichten und dafür ihre Lebensart zu setzen. Die Bärte sind einfach nicht attraktiv genug.
    Diese Befürchtung, die ja auch gern von der Springerpresse propagiert wird, scheint mir eher etwas gaga. Aber es wird schon genug geben, die's glauben und dann "richtig" wählen.

    bis dahin hatten die nur die USA auf dem Kieker.

    Ja, das hätt man sich denken können: Der Muselman an sich ist halt ein Bösewicht und der Afghane will den Deutschen töten um hier eine islamische Republik einzurichten. Da sind Terroranschläge sicherlich hilfreich, da wird der deutsche Christ sich sicher schnell überzeugen lassen.
    Oder ist das vielleicht doch eher eine etwas seltsame Form von Paranoia? Wenn "diese Leute" unsere Kultur vernichten wollen, indem sie hier Terroranschläge begehen, die Militarismus, Überwachungs- und Polizeistaat fördern, wäre ihnen das zwar in gewisser Weise gelungen. Aber die CDU wird das schon auch ohne Osama hinbekommen. Und ich halte es bei allem Pessimismus und wenig Sympathie für jegliche Art Monotheismus doch für eher unwahrscheinlich, dass die "konservativen" Parteien samt Anhängern wegen Terroranschlägen zum Islam konvertieren. Da werden es diese Leute schon etwas schwerer haben unsere Lebensart (mehr als die "Konservativen") zu vernichten und dafür ihre Lebensart zu setzen. Die Bärte sind einfach nicht attraktiv genug.
    Diese Befürchtung, die ja auch gern von der Springerpresse propagiert wird, scheint mir eher etwas gaga. Aber es wird schon genug geben, die's glauben und dann "richtig" wählen.

    bis dahin hatten die nur die USA auf dem Kieker.

    • TDU
    • 02.07.2009 um 19:09 Uhr

    Wollen wir hoffen, dass die Recht haben, die diese Warnungen für unbegründet halten.

    Wünschenswert wären allerdings klare Aussagen seitens der Verantwortlichen. Ansonsten droht ein Klima des "wer einmal lügt und auch verschweigen ist Lüge, dem glaubt man nicht". Also alles egal. So eine Einstellung wäre im Fall des Falles wirklich fatal. Denn dann haben Verschwörungstheoretiker, die "alles selbst Schuldner" und andere Gewinnler Konjunktur, die sich dann noch zusätzlich auf die "Fresse hauen" könnten zur Freude der eigentlichen Verursacher.

  6. Ja, das hätt man sich denken können: Der Muselman an sich ist halt ein Bösewicht und der Afghane will den Deutschen töten um hier eine islamische Republik einzurichten. Da sind Terroranschläge sicherlich hilfreich, da wird der deutsche Christ sich sicher schnell überzeugen lassen.
    Oder ist das vielleicht doch eher eine etwas seltsame Form von Paranoia? Wenn "diese Leute" unsere Kultur vernichten wollen, indem sie hier Terroranschläge begehen, die Militarismus, Überwachungs- und Polizeistaat fördern, wäre ihnen das zwar in gewisser Weise gelungen. Aber die CDU wird das schon auch ohne Osama hinbekommen. Und ich halte es bei allem Pessimismus und wenig Sympathie für jegliche Art Monotheismus doch für eher unwahrscheinlich, dass die "konservativen" Parteien samt Anhängern wegen Terroranschlägen zum Islam konvertieren. Da werden es diese Leute schon etwas schwerer haben unsere Lebensart (mehr als die "Konservativen") zu vernichten und dafür ihre Lebensart zu setzen. Die Bärte sind einfach nicht attraktiv genug.
    Diese Befürchtung, die ja auch gern von der Springerpresse propagiert wird, scheint mir eher etwas gaga. Aber es wird schon genug geben, die's glauben und dann "richtig" wählen.

    Antwort auf "Quatsch"
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    • LJA
    • 03.07.2009 um 2:25 Uhr

    Was haben die denn damit zu tun ? Sowohl bei Al Queida als auch bei den Taliban spielen Afghanen höchstens eine Nebenrolle als Kanonenfutter. Die Anführer vor Ort und noch mehr die Drahtzieher im Hintergrund kommen meistens woanders her.

    Aber da scheint immer noch ein Mißverständnis zu bestehen. Es geht "diesen Leuten" nicht darum uns zu bekehren. Auch die Verbreitung von Terror, war bei den Anschlägen in Europa und den USA nur ein Nebeneffekt. Es kam darauf an, möglichst viele Menschen zu töten, so wie das im Krieg nun einmal ist. Und auch ein Dschihad ist halt ein Krieg, im Verständnis der Islamisten. Dabei ist das, was wir bisher gesehen haben, nur ein Vorgeschmack dessen was wir erwarten können, wenn sich der radikale Islamismus erst einmal in ganz Zentralasien durchgesetzt hat.
    Man sei bitte nicht zu naiv. Hitler hat auch keine anderen Länder besetzen und Städte bombadieren lassen, um die dortigen Einwohner zu guten Deutschen zu machen. Es war ein reiner Vernichtungskrieg, ähnlich wie der, dem wir uns jetzt gegenüber sehen. Wenn der aktuelle Krieg für die meisten von uns hier in Europa bisher nur im Fernseher stattfindet, dann liegt das daran, das unser Gegner noch relativ schwach ist. (Die Besetzung des Sudetenlandes und die Eroberung Polens kannten die meisten Briten und Franzosen auch nur aus der Wochenschau) Aber dank der in Deutschland weit verbreiteten Blauäugigkeit wird sich das in absehbarer Zeit ändern.

    • LJA
    • 03.07.2009 um 2:25 Uhr

    Was haben die denn damit zu tun ? Sowohl bei Al Queida als auch bei den Taliban spielen Afghanen höchstens eine Nebenrolle als Kanonenfutter. Die Anführer vor Ort und noch mehr die Drahtzieher im Hintergrund kommen meistens woanders her.

    Aber da scheint immer noch ein Mißverständnis zu bestehen. Es geht "diesen Leuten" nicht darum uns zu bekehren. Auch die Verbreitung von Terror, war bei den Anschlägen in Europa und den USA nur ein Nebeneffekt. Es kam darauf an, möglichst viele Menschen zu töten, so wie das im Krieg nun einmal ist. Und auch ein Dschihad ist halt ein Krieg, im Verständnis der Islamisten. Dabei ist das, was wir bisher gesehen haben, nur ein Vorgeschmack dessen was wir erwarten können, wenn sich der radikale Islamismus erst einmal in ganz Zentralasien durchgesetzt hat.
    Man sei bitte nicht zu naiv. Hitler hat auch keine anderen Länder besetzen und Städte bombadieren lassen, um die dortigen Einwohner zu guten Deutschen zu machen. Es war ein reiner Vernichtungskrieg, ähnlich wie der, dem wir uns jetzt gegenüber sehen. Wenn der aktuelle Krieg für die meisten von uns hier in Europa bisher nur im Fernseher stattfindet, dann liegt das daran, das unser Gegner noch relativ schwach ist. (Die Besetzung des Sudetenlandes und die Eroberung Polens kannten die meisten Briten und Franzosen auch nur aus der Wochenschau) Aber dank der in Deutschland weit verbreiteten Blauäugigkeit wird sich das in absehbarer Zeit ändern.

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