Hochschulen

Präsidentin der Hamburger Uni tritt ab

Nach Streit über den Reformkurs der Uni und ihren Führungsstil fehlte Auweter-Kurtz zuletzt auch der Rückhalt aus der Politik. Sie unterzeichnete einen Auflösungsvertrag

Räumt ihren Platz: Monika Auweter-Kurtz

Räumt ihren Platz: Monika Auweter-Kurtz

Monika Auweter-Kurtz unterschrieb eine Auflösungsvereinbarung für ihren bis Ende 2012 laufenden Vertrag, wie die Hamburger Wissenschaftsbehörde mitteilte. Die Amtszeit der umstrittenen Präsidentin endet am 8. Juli um 24 Uhr. Einen Tag später tagt der Akademische Senat, der dem Hochschulrat eine Abwahl der Präsidentin hätte nahelegen können. Über eine Nachfolge ist noch nicht entschieden. Als mögliche Kandidatin gilt die Vizepräsidentin Gabriele Löschper.

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Der Rücktritt der Präsidentin markiert das Ende monatelanger Querelen. Seit ihrer Berufung im November 2006 hatte die Expertin für Raketenantriebstechnik und Befürworterin von Studiengebühren in Hamburg einen schweren Stand. So wurde ihr eine zu große Nähe zur Rüstungsindustrie unterstellt, was ihr auch den Spitznamen "Raketen-Moni" einbrachte.

Zu Streit führte auch der von Auweter-Kurtz propagierte, milliardenteure Umzug der Universität aus der Stadt in das Hafengebiet. Das größte Problem war aber offenbar ihr autoritärer Führungsstil, der dazu führte, dass Auweter-Kurtz in den vergangenen Monaten wichtige universitäre Gruppen und Gremien ihre Unterstützung entzogen. So forderten unter anderem mehr als 120 der rund 550 an der Uni tätigen Professoren ihre Abwahl. "Eine Universität, deren Mitglieder demoralisiert und ihrer eigenen Institution entfremdet werden, verliert jede Attraktivität", erklärten sie in einem Schreiben.

Auch vier der sechs Dekane sahen keine Möglichkeit mehr, mit der Präsidentin zusammenzuarbeiten. Im Juni hatten sie in einem Brief an die Präsidentin und den Hochschulrat erklärt: "Es muss akzeptiert und respektiert werden, dass es andere Meinungen gibt als die des Präsidiums oder die der Präsidentin. Dekanate sind keine Befehlsempfänger, die in einem Klima des gegenseitigen Misstrauens zunehmend von ihrer gesetzlich zugeschriebenen Rolle entfremdet werden."

Auch der Druck aus der Politik wuchs. So forderte Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach (CDU) ein Zeichen aus der Universität, ob man mit Auweter-Kurtz weiter zusammenarbeiten wolle. Vergangene Woche machte sie öffentlich, dass der Senat der Präsidentin einen Auflösungsvertrag angeboten habe. Bürgermeister Ole von Beust soll nach Informationen des Hamburger Abendblatts vergangenen Mittwoch in einem Gespräch mit Gundelach und dem Vorsitzenden des Hochschulrats Albrecht Wagner eine zügige Entscheidung in der Personalie gefordert haben.

Das Präsidium der Universität sowie fünf der sechs Dekane erklärten anlässlich des Rücktritts, die Universität sei uneingeschränkt handlungsfähig. "Wir bekennen uns zum Reformprozess der Universität. Präsidium und Dekanate tragen den bereits begonnenen und gemeinsamen entwickelten Reformkurs geschlossen weiter und werden diesen entschieden fortsetzen", heißt es in dem Schreiben weiter.

Die Aufgaben der Präsidentin übernimmt übergangsweise Gabriele Löschper. Eine Findungskommission, benannt durch Senat und Hochschulrat, soll sich auf die Suche nach einem Kandidaten für das Amt begeben.

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Leser-Kommentare

  1. Raketen-Moni muss gehen! Die demokratischen Kräfte an der Hochschule haben sich durchgesetzt. Eine gute Nachricht.

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    von demokratie halten die meisten detr gegener von a-k herzlich wenig -- den meisten geht es um dumpfen linksradikalen blödsinn oder (und?) pfründensicherung.

    a-k mag eine menge verbockt haben -- ihr hauptproblem war, dass sie für veränderung stand. dass sie damit sowohl realitätsfernen linksspinnerten selbsternannten "studenten"-vertretern (mit einem rückhalt unter der studierendenschaft im einstelligen prozentbereich -- aber da kann man natürlich umso unsinngerere forderungen aufstellen) als auch denjenigen, die sich in schlendrian und mittelmass bequem eingerichtet haben in die bahn gerät, war zu erwarten.

    nur, dass diese gruppen jetzt obsiegt haben und die hamburger uni sich wieder zurücksinken lassen kann und weiter in anspruchloser selbstgenügsamkeit der veränderungsunfähigkeit und reaktionärer gesinnung (früher war alles besser -- her mit mehr geld und zurück in eine vergangenheit, die es nie gab) frönen.

    für gegenwärtige und künftige studierende ist die hamburger uni mit derartiger geisteshaltung schwerlich attraktiv (wobei natürlich jetzt schon zu fragen ist, warum jemand in hamburg studiert).

  2. von demokratie halten die meisten detr gegener von a-k herzlich wenig -- den meisten geht es um dumpfen linksradikalen blödsinn oder (und?) pfründensicherung.

    a-k mag eine menge verbockt haben -- ihr hauptproblem war, dass sie für veränderung stand. dass sie damit sowohl realitätsfernen linksspinnerten selbsternannten "studenten"-vertretern (mit einem rückhalt unter der studierendenschaft im einstelligen prozentbereich -- aber da kann man natürlich umso unsinngerere forderungen aufstellen) als auch denjenigen, die sich in schlendrian und mittelmass bequem eingerichtet haben in die bahn gerät, war zu erwarten.

    nur, dass diese gruppen jetzt obsiegt haben und die hamburger uni sich wieder zurücksinken lassen kann und weiter in anspruchloser selbstgenügsamkeit der veränderungsunfähigkeit und reaktionärer gesinnung (früher war alles besser -- her mit mehr geld und zurück in eine vergangenheit, die es nie gab) frönen.

    für gegenwärtige und künftige studierende ist die hamburger uni mit derartiger geisteshaltung schwerlich attraktiv (wobei natürlich jetzt schon zu fragen ist, warum jemand in hamburg studiert).

    Antwort auf "Abgeschossen"
  3. wie können sie es wagen, FRAU Auweter-Kurtz zu kritisisieren? Das tut mann nicht!!!

    [Anm.: Bitte versuchen Sie, sich konstruktiv und sachlich an dieser Debatte zu beteiligen. Danke. /Die Redaktion pt.]

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  • Von aku
  • Datum 4.7.2009 - 12:20 Uhr
  • Serie News
  • Quelle ZEIT ONLINE, mf, dpa
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  • Schlagworte Hochschule | Präsident | Hamburg
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