Tennis Roger Federer triumphiert in Wimbledon
Der erfolgreichste Tennisprofi aller Zeiten heißt Roger Federer. Der Schweizer gewann zum sechsten Mal in Wimbledon und holte damit mehr Grand-Slam-Titel als jeder andere
Vor 15.000 Zuschauern in London sicherte sich Federer den Titel im wohl dramatischsten Match der Wimbledon-Geschichte. In einem Fünf-Satz-Krimi setzte der US-Amerikaner Andy Roddick dem Jahrhundert-Talent aus der Schweiz mehr zu als erwartet. Am Ende gewann Federer jedoch nach 4 Stunden und 16 Minuten mit 5:7, 7:6 (8:6), 7:6 (7:5), 3:6 und 16:14.
Als erster Tennisprofi überhaupt hat Federer jetzt 15 Grand-Slam-Titel auf seinem Konto und überholte damit Pete Sampras aus den USA. "Roger hat es verdient. Er ist bereit, Opfer zu bringen und ist ein wirklich großer Champion", kommentierte Sampras den Triumph des Schweizers.
Vor seinem Weltrekord musste sich Federer aber mächtig anstrengen. Roddick setzte ihn vor allem mit seinen harten Aufschlägen unter Druck. Der Schweizer, der im Halbfinale den starken Thomas Haas besiegt hatte, tat unbeeindruckt – aber in ihm begann es zu brodeln. Die starke Gegenwehr hatte er so nicht erwartet. Zu lässig vergab er im ersten Satz beim Stand von 5:5 gleich vier Breakbälle und verlor danach sogar seinen Aufschlag.
Zwar konnte Federer die folgenden zwei Sätze jeweils im Tie-Break für sich entscheiden, aber Roddick gab nicht auf. Er glich zum 2:2 aus, musste sich dann aber nach dem längsten Satz der Turniergeschichte geschlagen geben. Roddick kann sich mit 496.500 Euro Preisgeld trösten. Federer erhält für seinen historischen Sieg 993.000 Euro.
Roddick zeigte sich bei der Siegerehrung als guter Verlierer. "Glückwunsch, Roger", sagte er. "Du hast es verdient, du bist ein großer Champion." Federer bedankte sich sichtlich gerührt. "Sei nicht zu traurig", sagte er in Richtung seines Finalgegners. "Ich weiß vom vorigen Jahr, wie schwer es ist. Es ist ein unglaublicher Moment in meiner Karriere."
Im letzten Jahr hatte Federer das Endspiel gegen Rafael Nadal verloren. Der spanische Titelverteidiger hatte seine Teilnahme an den diesjährigen All England Championships jedoch verletzt abgesagt. Zudem musste er Federer nach dessen Sieg auch den Vortritt in der Weltrangliste lassen, die jetzt wieder vom Schweizer angeführt wird.
- Datum 06.07.2009 - 14:59 Uhr
- Serie News
- Quelle ZEIT ONLINE, rf, dpa
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