Federer gegen Haas Duell unter Freunden

Eine gute Freundschaft besteht aus Geben und Nehmen. Zwischen Tommy Haas und Roger Federer läuft das anders. Der Deutsche wartet seit 2002 auf einen Sieg gegen Federer

Roger Federer und Tommy Haas: Meistens gewinnt Haas die Übungsmatches der beiden

Roger Federer und Tommy Haas: Meistens gewinnt Haas die Übungsmatches der beiden

Roger Federer liebt die Abwechslung. Nicht nur auf dem Tennisplatz, wo er mit seinem variablen Spiel seit beinahe einem Jahrzehnt die Konkurrenz dominiert – nein, das gilt ganz generell. "Ich mag eine gute Mischung", sagt der wohl beste Tennisspieler aller Zeiten. Und weil Federer inzwischen zum 21. Mal hintereinander im Halbfinale eines GrandSlam-Turniers steht, ist er ganz glücklich, dass es in Wimbledon diesmal recht abwechslungsreich gestaltet ist. "Zuletzt hieß es immer: Die Jungen gegen mich – und das ist auch ganz cool hin und wieder", sagt der Schweizer, "aber ich mag es auch, gegen die Typen zu spielen, die schon da waren, als ich hochkam. Die sehe ich immer wieder gern."

Mit Thomas Haas (31 Jahre) und Andy Roddick (26), der am Mittwochabend in fünf Sätzen den Generationskollegen Lleyton Hewitt niedergerungen hatte, hat der 27-Jährige nun gleich zwei alte Klassenkameraden aus der Jahrtausendwende in der Runde der letzten vier an seiner Seite. Von den Vertretern der nachfolgenden Semester ist lediglich der 22 Jahre alte Andy Murray übrig geblieben. Der Weltranglistenerste Rafael Nadal (23) musste seine Teilnahme wegen körperlicher Gebrechen absagen, der Weltranglistenvierte Novak Djokovic (22) war nach eigenen Angaben an seiner Nervosität im Viertelfinale gegen Haas gescheitert. Und an dem von Haas initiierten Serve-and-Volley-Spiel, das den Serben zur Weißglut trieb. Der Grund dafür ist Haas zufolge rein biologisch: "Wenn man älter wird, freut man sich über kurze Punkte."

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Auf das Duell mit dem Deutschen am heutigen Freitag (14 Uhr, live im DSF) freut sich Federer aber nicht nur, weil er den stabilen Aufbau der Alterspyramide bei den All England Championships im Auge hat. Mit Haas fühlt sich der Schweizer nicht nur aus Generationsgründen verbunden. "Wir sind sehr gute Freunde", erzählt er, deshalb sei es schön, Haas wieder zurück auf dem Platz zu sehen.

"Tommy hatte eine harte Zeit mit den ganzen Verletzungen, aber er hat sein Spiel wieder zusammengekriegt." Federer und Haas kennen sich schon sehr lange, "und wir sind immer gut miteinander ausgekommen", sagt der Schweizer. In der letzten Zeit hat sich der Kontakt der beiden aber noch intensiviert. Ein Grund ist Haas’ Partnerin Sara Foster, die mit Federers Frau Mirka befreundet ist. Diese Frauenfreundschaft hat offenbar auf die Männer abgefärbt. "In den vergangenen Jahren trainieren wir noch viel mehr zusammen", sagt Federer. Meistens gewinnt Haas die kurzen Übungsmatches, vermutlich weil er wie alle Trainingsgegner Federers dann besonders motiviert ist. In einem Turnierspiel wartet der Deutsche dagegen seit 2002 auf einen Sieg gegen seinen Freund.

Dabei hätte Haas diese unglückliche Serie um eine Linienbreite beinahe vor ein paar Wochen in Paris beendet. Von jenem denkwürdigen Ball schwelgen die beiden alten Kämpen vor der Revanche wie von seit Jahren verblassten Zeiten. Haas erinnert sich genau: Er führte im Achtelfinale 2:0 nach Sätzen, hatte im dritten Satz Breakball zum 5:4, "und dann kam diese tolle Inside-Out-Vorhand von Roger". Federer wird gar philosophisch und behauptet, der Glaube habe in Paris den Unterschied gemacht, worauf sein Kumpel Haas ein bisschen ungläubig schaut. "Gut, dass er daran geglaubt hat, denn dieser Ball war schrecklich, schrecklich eng. Wenn er den nicht gemacht hätte, hätte ich fürs Match serviert." So aber klatschte der Ball auf die Linie und das Match kippte, "weil ich mental für eine Sekunde nachgelassen habe. Und wenn du das gegen ihn machst", Haas schnippt mit den Fingern, "springt er auf dich rauf wie kein anderer Spieler."

Leser-Kommentare
  1. ... wie schnell sich Menschen alt fühlen müssen. Mit 27. Wie wird er sich wohl mit 40, 50, 60, 70, 80 fühlen /bezeichnen?

    Liegt dieser Wahn an der Branche
    oder an dem Jugendwahn unseres Zeitalters,

    oder tritt das Gefühl des Altwerdens/ -seins einfach nur immer dann ein, wenn man an einem Wendepunkt steht und einfach keine Idee oder Potential mehr für's dannach hat? Sprich unabhängig vom biologischen Alter ein. Egal ob mit 27 oder 65. Altwerden als Ausrede für Ideenlosigkeit.

    Von Steffi Graf habe ich (zumindest) nie gehört, sie fühlte sich alt.
    Und jetzt macht die Frau einfach etwas anderes: Familie & Fitnessstudio-Kette. Und dies macht sie scheinbar genau so gut wie Tennisspielen. Was sie anpackt, macht sie gut oder gar sehr gut.

    Vielleicht fehlt Boris B., Lothar Mathäus, und Konsorten dieses Potential.
    Ich hoffe, Federer endet nicht auch so!

    Grüße
    Messala
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    "Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist" (H. Ford)

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    Gibt es eigentlich noch irgendeinen positiven Kommentar hier bei zeit.de...wahrlich kein glohrreicher artikel, aber immer meckern. Achtung!!! Vorurteilskeule!!! Sind wir wirklich so deutsch???, 31 ist im Tennis richtig alt (er ist, glaube ich, der älteste Spieler des Turniers), ein Federer spielt auch schon eine gefühlte Ewigkeit, wo steht etwas über die Zukunft eines Federers und eines Tommy Haas, nirgends, es geht nur darum, dass 3 über 26-Jährige in den Semifinals stehen, ist nun wirklich selten im heutigen Tennis, nicht mehr und nicht weniger.

    [Betreff gelöscht, bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke. /Die Redaktion pt.]

    Gibt es eigentlich noch irgendeinen positiven Kommentar hier bei zeit.de...wahrlich kein glohrreicher artikel, aber immer meckern. Achtung!!! Vorurteilskeule!!! Sind wir wirklich so deutsch???, 31 ist im Tennis richtig alt (er ist, glaube ich, der älteste Spieler des Turniers), ein Federer spielt auch schon eine gefühlte Ewigkeit, wo steht etwas über die Zukunft eines Federers und eines Tommy Haas, nirgends, es geht nur darum, dass 3 über 26-Jährige in den Semifinals stehen, ist nun wirklich selten im heutigen Tennis, nicht mehr und nicht weniger.

    [Betreff gelöscht, bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke. /Die Redaktion pt.]

  2. 2. [...]

    Gibt es eigentlich noch irgendeinen positiven Kommentar hier bei zeit.de...wahrlich kein glohrreicher artikel, aber immer meckern. Achtung!!! Vorurteilskeule!!! Sind wir wirklich so deutsch???, 31 ist im Tennis richtig alt (er ist, glaube ich, der älteste Spieler des Turniers), ein Federer spielt auch schon eine gefühlte Ewigkeit, wo steht etwas über die Zukunft eines Federers und eines Tommy Haas, nirgends, es geht nur darum, dass 3 über 26-Jährige in den Semifinals stehen, ist nun wirklich selten im heutigen Tennis, nicht mehr und nicht weniger.

    [Betreff gelöscht, bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke. /Die Redaktion pt.]

  3. ... als ich den Artikel las, war ich nicht in bester Stimmung.

    Dem Untertitel nach, habe ich mir von dem Artikel versprochen, zu erfahren, wie es für die beidenso ist, sich bei einem solch wichtigen Spiel als Gegner gegenüber zu stehen?
    Für den einen Freund scheint es schon fast selbstverständlich im Finale zu stehen, für den anderen wäre es das erste Mal
    Dazu ist hier bedauerlicherweise doch recht wenig zu lesen. Enttäuschend.

    Stattdessen viel über Altersklassen und das gejammere ... "ich werder älter..."
    Was spielt es für eine Rolle, wie viele über 26-jährigen hierbei spielen?
    Mich interessiert verhältnismässig wenig.

    Grüße
    Messala
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    "Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist" (H. Ford)

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