Yemen Airways Fluggesellschaft stellt Flüge ab Marseille ein

Drei Tage nach dem Flugzeugabsturz vor den Komoren hat Yemenia auf die anhaltenden Proteste reagiert. Die Fluggesellschaft bietet keine Flüge mehr ab Marseille an

Grund dafür seien die "schwerwiegenden Ereignisse und die gewaltsamen Aktionen der vergangenen Tage", teilte die jemenitische Fluggesellschaft mit. Aufgebrachte Komorer hatten seit dem Absturz am Flughafen von Marseille gegen die Fluggesellschaft protestiert. Sie werfen Yemenia den Einsatz "fliegender Särge" auf den Anschlussflügen außerhalb Europas vor.

Yemenia hatte in den vergangenen Tagen bereits mehrere Flüge streichen müssen, weil es zu gewaltsamen Demonstrationen gekommen war. "Yemenia - Mörder", riefen einige von ihnen. Viele Komorer kritisierten, dass die Sicherheitsvorkehrungen auf den Anschlussflügen extrem lasch seien. Zeugen berichteten von hin und her rutschenden Sitzen, Passagieren, die auf dem Boden säßen und nicht funktionierenden Sitzgurten.

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Viele in Frankreich lebende Komorer nutzen den Ferienbeginn zu einem Heimatbesuch. Die Flüge von Paris gehen über Marseille nach Sanaa. Dort müssen die Passagiere in ein anderes Flugzeug Richtung Moroni umsteigen. Die abgestürzte Maschine war auf einem dieser Anschlussflüge eingesetzt.

Das Flugzeug der Yemenia Air war in der Nacht zu Dienstag mit 153 Menschen an Bord – darunter 66 Franzosen und drei Kleinkinder – kurz vor der Landung auf der Inselgruppe der Komoren ins Meer gestürzt.

Bei dem Absturz des 19 Jahre alten Airbusses konnte eine Zwölfjährige leicht verletzt gerettet werden. Sie hatte sich stundenlang an ein Wrackstück im Indischen Ozean geklammert.

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy will die Angehörigen der Opfer in der kommenden Woche im Elyséepalast empfangen. Die französische Regierung sagte außerdem zu, einen Flug für die
Angehörigen der Opfer des Absturzes auf die Komoren zu organisieren.

Unterdessen wird vor den Komoren die Suche nach Opfern und Wrackteilen fortgesetzt. Ein amerikanisches und ein französisches Flugzeug sind im Einsatz. Frankreich hat zudem zwei Militärschiffe und Taucher entsandt.

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