Somalia "Die Mission Atalanta wird noch lange dauern"

Als ehemaliger Admiral kennt Lutz Feldt die Lage vor Somalia. Er spricht über die Anti-Piraten-Mission und darüber, wie den Menschen in Somalia geholfen werden kann

Kenianische Polizisten bringen einen mutmaßlichen somalischen Piraten ins Gefängnis. Der Mann wurde von der französischen Marine festgenommen

ZEIT ONLINE: An die Marine werden immer weitgehendere Forderungen beim Einsatz gegen die Piraterie herangetragen. Sie soll mehr Handelsschiffe beschützen, die Mutterboote der Seeräuber bekämpfen oder Piraten aktiv jagen. Was kann die Marine vor Somalia noch leisten?

Lutz Feldt: Die Marine steht jetzt bereits am Anschlag. Der Beitrag der deutschen Marine ist absolut angemessen, wenn man die geringe Größe der Flotte mit denen der anderen Staaten vergleicht, die sich weniger engagieren. Um das nun vergrößerte Mandatsgebiet, das bis zu den Seychellen reicht, zu überwachen, ist der Einsatz anderer Länder gefragt.

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Lutz Feldt war Inspekteur der Marine. Heute ist er Präsident des Deutschen Marine Instituts

Lutz Feldt war Inspekteur der Marine. Heute ist er Präsident des Deutschen Marine Instituts

ZEIT ONLINE: In Somalia herrscht seit 1991 Bürgerkrieg. Der Staat Somalia existiert eigentlich nicht mehr. Reicht da ein Einsatz auf dem Meer?

Feldt: Die Marine ist vor Somalia nur in der Lage, der Politik ein wenig Zeit zu verschaffen, damit Lösungen gefunden werden können. Es gibt nur sehr wenige Soldaten, die glauben, dass man die Probleme der Welt mit Militär lösen kann. Die Mission Atalanta wird noch lange dauern, so lange, bis man politische Lösungen findet.

ZEIT ONLINE: Momentan eskaliert die Gewalt in Somalia. Hunderttausende sind auf der Flucht nach Kenia. Die internationalen Kriegsschiffe eskortieren Schiffe des Welternährungsprogramms nach Mombasa. Reicht das an Hilfe?

Feldt: Das muss die Politik entscheiden. Ich frage mich schon, was es eigentlich bringt, die Nahrung für die Somalis sicher nach Mogadischu zu bringen und sich dann nicht mehr darum zu kümmern, was mit den Lebensmittellieferungen an Land passiert. Die vierte Resolution des Weltsicherheitsrats ermöglicht es der Staatengemeinschaft auch an Land vorzugehen – das ist aber von keiner der am internationalen Einsatz teilnehmenden Regierungen gewollt.

ZEIT ONLINE: Einfach Soldaten nach Somalia zu schicken, wäre auch keine Lösung, oder?

Leser-Kommentare
    • Chali
    • 15.07.2009 um 8:51 Uhr

    Das wird doch alles auf Pump finanziert!

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    "Aristoteles war kein Belgier. Die Hauptbotschaft des Buddhismus lautet nicht: 'Jeder kämpft für sich selbst'. Und die Londoner Untergrundbahn ist keine politische Bewegung."
    A Fish called Wanda

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