Hybridantrieb Piaggio baut den Prius-Roller

2010 soll er kommen: Als erster Hersteller bringt Piaggio einen Roller auf den Markt, der sowohl mit Benzin als auch mit Strom fährt. Geladen wird er an der Steckdose

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Elektrisch unterstützt. Der Piaggio MP3 Hybrid soll nach Werksangaben mit weniger als zwei Liter Benzin auf 100 Kilometer auskommen

Im Auto-Bereich gibt es das Antriebskonzept längst. Jetzt hat das Thema auch die Krafträder erreicht: Piaggio wird Anfang kommenden Jahres den ersten Roller mit Hybridantrieb auf den Markt bringen – und verspricht für ihn Verbrauchswerte unterhalb von zwei Litern Benzin je 100 Kilometer.

Das neue Modell erweitert die dreirädrige MP3-Baureihe des Herstellers, die als besonderes Kennzeichen zwei Vorderräder trägt. Der Elektromotor und die Lithium-Ionen-Batterie sind beim MP3-Hybrid unter dem Sitz eingebaut.

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Neben einem 15 PS starken Verbrennungsmotor mit 125 Kubikzentimeter Hubraum verfügt der Roller über einen 3,5 PS starken Elektromotor. Er kann den MP3 entweder gemeinsam mit dem Benzinmotor oder alleine antreiben. Rund 20 Kilometer Reichweite verspricht Piaggio für den rein elektrischen Betrieb.

Aber woher kommt der Strom? Gleich drei verschiedene Arten sind möglich. So arbeitet der Elektromotor beim Bremsen als Generator, der Bewegungsenergie zurückgewinnt und damit die Batterie lädt. Der Verbrennungsmotor kann zudem direkt als Energieerzeuger für die Batterie genutzt werden. Und dann lässt sich die Batterie einfach zu Hause an der Steckdose laden. Drei Stunden soll es dauern, bis der Akku komplett gefüllt ist, so der Hersteller.

Gerade im Stadtverkehr, wo Roller beliebt sind, lässt sich durch das Laden der Batterien beim Bremsen viel Energie gewinnen und so der Verbrauch senken. Bei 65 Prozent Hybrid- und 35 Prozent rein elektrischem Betrieb verspricht Piaggio einen Verbrauch, der unterhalb von zwei Litern Benzin pro 100 Kilometern liegt. Das ist weniger als die Hälfte dessen, was das konventionell angetriebene Schwestermodell verbraucht. Zwar muss der Akku an der Steckdose geladen werden. Allerdings ist Strom deutlich günstiger als Benzin, das schont den Geldbeutel.

Fahren lassen sich die Hybrid-Roller trotz der drei Räder wie ganz normale Motorroller. Eine elektronische Steuerung sorgt dafür, dass Elektro- und Verbrennungsmotor den Roller parallel antreiben können. Seine Stärken kann der Elektromotor vor allem im unteren Drehzahlbereich ausspielen: Da er über viel Drehmoment verfügt, sorgt er bei rasanten Ampelstarts für zusätzliche Beschleunigung.

Doch es gibt auch einen Nachteil: Der MP3 Hybrid ist alles andere als ein Leichtgewicht: Knapp 220 Kilogramm wiegt schon die konventionell angetriebene Variante, ohne Elektromotor und Hybrid-Batterie. Für einen Roller ist das enorm. Die ersten Tester bescheinigten dem Modell deshalb zwar gutes Fahrverhalten, aber ein Rennroller dürfte es eher nicht werden.

Weitere Hybrid-Varianten mit mehr Leistung will Piaggio zügig folgen lassen. Außerdem soll die Technik auch in die MP3-LT-Modelle integriert werden, die man auch nur mit einem Autoführerschein fahren darf. Das Modell ist aber nichts führ Sparfüchse: Zwar hat Piaggio den Preis noch nicht veröffentlicht. Spekuliert wird aber über eine Summe von rund 10.000 Euro.
 

 
Leser-Kommentare
  1. 1. .

    Wenn hier schon über ein Fahrzeug mit einem neuen Antriebsprinzip berichtet wird, könnte auch ruhig etwas zu den Emissionswerten stehen, vor allem bei einem solchen Stadtmobil. Nicht, dass das Ding schon ab Werk oder nach einigen Betriebsstunden Verschleiss mehr Abgase produziert als ein alter VW Golf I. Bei solchen Produkten unter sehr hohem Preisdruck ist die Gefahr ja immer gegeben, dass es mit der Dauerhaltbarkeit von nicht die Kundenzufriedenheit entscheidenden Eigenschaften gespart wird.

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    Hallo Mutter Oberin,

    wird hiermit nachgeliefert. Angaben zu den Abgaswerten gibt es von Piaggio nur in Sachen CO2-Ausstoß. Da verspricht man für den im Text skizzierten Betriebsmodus (2/3 Hybrid, 1/3 komplett elektrisch) einen Ausstoß von 40 Gramm je Kilometer. Allerdings ist davon auszugehen, dass Piaggio dabei das Kohlendioxid nicht einrechnet, das im Kraftwerk entsteht, wenn der Strom fürs elektrische Fahren erzeugt wird.

    Was die Langzeithaltbarkeit und das Abgasverhalten nach einigen tausend Kilometern angeht, können wir leider nichts beitragen. Das Modell kommt ja erst im kommenden Jahr auf den deutschen Markt.

    Schöne Grüße

    Kai Kolwitz

    Hallo Mutter Oberin,

    wird hiermit nachgeliefert. Angaben zu den Abgaswerten gibt es von Piaggio nur in Sachen CO2-Ausstoß. Da verspricht man für den im Text skizzierten Betriebsmodus (2/3 Hybrid, 1/3 komplett elektrisch) einen Ausstoß von 40 Gramm je Kilometer. Allerdings ist davon auszugehen, dass Piaggio dabei das Kohlendioxid nicht einrechnet, das im Kraftwerk entsteht, wenn der Strom fürs elektrische Fahren erzeugt wird.

    Was die Langzeithaltbarkeit und das Abgasverhalten nach einigen tausend Kilometern angeht, können wir leider nichts beitragen. Das Modell kommt ja erst im kommenden Jahr auf den deutschen Markt.

    Schöne Grüße

    Kai Kolwitz

  2. Hallo Mutter Oberin,

    wird hiermit nachgeliefert. Angaben zu den Abgaswerten gibt es von Piaggio nur in Sachen CO2-Ausstoß. Da verspricht man für den im Text skizzierten Betriebsmodus (2/3 Hybrid, 1/3 komplett elektrisch) einen Ausstoß von 40 Gramm je Kilometer. Allerdings ist davon auszugehen, dass Piaggio dabei das Kohlendioxid nicht einrechnet, das im Kraftwerk entsteht, wenn der Strom fürs elektrische Fahren erzeugt wird.

    Was die Langzeithaltbarkeit und das Abgasverhalten nach einigen tausend Kilometern angeht, können wir leider nichts beitragen. Das Modell kommt ja erst im kommenden Jahr auf den deutschen Markt.

    Schöne Grüße

    Kai Kolwitz

    Antwort auf "."
  3. Die Elektrifizierung von Rollern halte ich für eine gute Idee, vor allem da sie ja zu einem grossen Teil hauptsächlich innerstädtisch bewegt werden. Die dreirädrigen Roller von Piaggio gefallen mir - rein optisch, bin nie damit gefahren - nicht so gut, aber es steht wohl zu erwarten, dass mit voranschreitender Technik auch andere Modelle davon profitieren können. Allerdings sind auch einige rein benzinbetriebene Roller schon recht nahe bei 2 L / 100 km Verbrauch, und zwar bei Kosten von deutlich weniger als 10.000 EUR. Nicht zuletzt deshalb bezweifele ich, dass das Gefährt - zumindest zu diesem Preis - viele Käufer finden wird.

  4. 4. .

    Das ist ja gerade das Problem. CO2 und Spritverbrauch sind der Maßstab - weil sich so praktisch Spartrieb und Moral verbinden lassen - und die wirklich problematischen Abgase interessieren gerade niemanden mehr, Die ewiggestrige Autoindustrie hat bei der Abgasreinigung in den letzten Jahren sehr viel getan, und nun findet man für die Mehrkosten bei den Kunden keine Akzeptanz mehr, weil ja nur noch der Klimawandel zählt. So wird in der Presse heute sogar schon irgendeine Zweitakt-Dreckschleuder aus den 60er Jahren ein sauberes Fahrzeug genannt, nur weil sie wenig verbraucht. Zynischer geht es kaum noch. Das ist auch sonst so: Gesundheitlich problematische Heiztechnik wird genauso gelobt, nur weil sie mit nachwachsenden Rohstoffen arbeitet. Simplifizierung allerorten.

    Wenn man es böse meinen würde, könnte man sagen, dass es eben eine neue negative Eigenschaft am Auto bräuchte, weil die Abgase so gut gereinigt werden, so wenige Unfälle passieren und moderne Benziner so leise sind, dass PKW-Fahren gar nicht mehr so amoralisch und damit öffentlich widerspruchsfrei steuerlich abschöpfbar ist.

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    Noch zur Klarstellung: Ich will damit nicht über das Abgasverhalten des Piaggio urteilen. Sicherlich ist das Elektromodul im Antrieb eine abgas- und lärmreduzierende Technik.

    Noch zur Klarstellung: Ich will damit nicht über das Abgasverhalten des Piaggio urteilen. Sicherlich ist das Elektromodul im Antrieb eine abgas- und lärmreduzierende Technik.

  5. Noch zur Klarstellung: Ich will damit nicht über das Abgasverhalten des Piaggio urteilen. Sicherlich ist das Elektromodul im Antrieb eine abgas- und lärmreduzierende Technik.

    Antwort auf "."

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