Europapolitik CSU fordert Vetorecht des Parlaments
Seehofer setzt sich in der Partei durch: Bundestag und Bundesrat sollen die Regierung in EU-Fragen binden können, allerdings nicht zwingend bei jedem Thema mitreden
Mehrere Tage lang hatte die CSU heftig über den künftigen Einfluss des Parlaments auf die europäische Politik debattiert. Vor allem CSU-Europagruppenchef Markus Ferber hatte sich gegen Forderungen von Generalsekretär Alexander Dobrindt gewandt, dass die Bundesregierung als Konsequenz aus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Lissabon-Vertrag in Zukunft bei allen Entscheidungen auf EU-Ebene vorher ein Votum von Bundestag und gegebenenfalls Bundesrat einholen solle. Ferber fürchtete dadurch eine Lähmung Europas.
Eine Spitzenrunde der Partei einigte sich nun am Samstag auf einen Kompromiss, die weitgehend auf der Linie von Dobrindt und Parteichef Horst Seehofer liegt. Danach sollen Bundestag und Bundesrat zu jeder europäischen Entscheidung eine verbindliche Stellungnahme abgeben können. Wenn sie das tun, dann müsse sich die Bundesregierung auch danach richten, sagte Seehofer anschließend. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass das Parlament nicht zu jeder europäischen Entscheidung vorher gefragt werden muss.
"Wir wollen, dass die EU arbeitsfähig ist, aber sie muss auch demokratisch
legitimiert sein", sagte Seehofer. Er hatte ursprünglich so geklungen, als sollten Bundestag und Bundesrat vor jeder europäischen Entscheidung zwingend eingebunden werden. Das hatte Ferber als "Unfug" bezeichnet und sich damit den Zorn Seehofers und von Generalsekretär Dobrindt zugezogen. "Seehofer hat deutlich gemacht, dass ihm diese Art der Kommentierung nicht gefallen hat", sagte ein Teilnehmer.
Das Bundesverfassungsgericht soll nach dem Willen der CSU ein eigenes Kontrollrecht gegenüber Brüssel erhalten. Zudem soll der EU-
Reformvertrag von Lissabon ausdrücklich nur innerhalb der Grenzen gelten, die das Bundesverfassungsgericht gesetzt hat.
Seehofer widersprach Befürchtungen, weitgehende Mitspracherechte von Bundestag und Bundesrat würden Brüssel lähmen. In anderen Ländern gebe es derartige Regelungen, und die EU funktioniere trotzdem. "Wir können nicht sagen: Um Zeit zu sparen, verzichten wir auf Demokratie."
Seehofer las in der Sitzung aus dem CSU-Europawahlprogramm vor, in dem bereits größere Mitspracherechte für Bundestag und Bundesrat
gefordert wurden. Vor Journalisten nannte Seehofer den Streit "überflüssig".
Dobrindt sagte, der Parteivorsitzende habe sich durchgesetzt: "Es war eindeutig, dass sich alle hinter der Position von Horst Seehofer versammeln." Dobrindt hatte Ferber im Verlauf des Streits beschuldigt, unter der Brüsseler Käseglocke zu leben. Ferber selbst sagte: "Es ging nicht um Gewinner und Verlierer, sondern darum, eine gemeinsame Position festzulegen. Das ist uns heute gelungen."
Anlass des Streits war das Urteil des Bundesverfassungsgerichts von Ende Juni. Die Karlsruher Richter hatten auf die Klage unter anderem des CSU-Bundestagsabgeordneten Peter Gauweiler geurteilt, dass die Bundesregierung den deutschen Parlamenten bei der Übertragung von nationalen Zuständigkeiten an Europa eine Mitentscheiung einräumen müsse. Deshalb muss das Begleitgesetz zum Lissabon-Vertrag nun bis Mitte September geändert werden.
- Datum 14.07.2009 - 13:53 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE 11.7.2009
- Kommentare 5
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blog.freigeldpraktiker.de
Scheinbar wollen nur die Deutschen ihre Nationalität in der EU aufgeben?
Europa ist ein Europa der Staaten und die Völker wollen nicht Zwangsvereinigt werden, weil es Verschieden ist!
Vielleicht ist der Grund das Deutschland sein geheimes Besatzerrecht nicht abwerfen kann? Der Osten konnte es - auch wenn es sich nur im Kopf der sogenannten Staasräson befände!
Die Amis rauchen nicht - die Deutschen rauchen nicht - die Amis machen Krieg - die Deutschen machen Krieg - die Amis wollen die Weltherrschaft - die ... (der Papst) will dies auch. Dieses Vasallendenken macht krank!
Wir brauchen Europa aber wir brauchen keine sozialistischen Kommisare - gebt der Jugend bis 29 ihre Interrailfahrkarten kostenlos - mehr braucht es nicht!
Wir brauchen freie Staaten in Europa und keine vereinigte Staaten von Europa!
welches Parlament? Das bayerische etwa, dessen Mehrheitsfraktion schon immer nickt, bevor ihr Ministerpräsident, resp. Finanzminister, Landwirtschaftsminister usw. auch nur zum Reden ansetzt? Und eigentlich, der Stoiber und die Hohlmeier sind doch schon in Brüssel. Der Bundesrat? Wie wird denn überhaupt der gewählt?
Um was geht es der CSU? "Ferbers Kritik schwächte Seehofers Verhandlungsposition im ewigen Tauziehen mit Merkel und der CDU" aus der SZ
Ach so um ein bisschen Merkel-Tretzen. Pobelismus zum Quadrat. Wahlkampf wie von der Tarantel gestochen.
Könnten Sie mir das bitte definieren?
Abgesehen davon, EU Kommission und Ministerrat haben keine demokratische Legitimation, denn sie werden nicht direkt gewählt. Auch das EU Parlament ist nicht demokratisch legitimiert. Schon allein aufgrund uneinheitlicher Wahlsysteme in den Mitgliedsstaaten und Ungleichbewertung von Stimmen. Zudem werden nur Listen gewählt und keine Personen.
Somit braucht es ein effektives Mitspracherecht durch Parlamente (Deutschland: Bundestag, Bundesrat, Länderparlamente) und allgemeines Referendum, bei wichtigen, ganz Europa betreffenden Entscheidungen.
Alles andere führt zu einer Oligarchie:
http://de.wikipedia.org/w...
welches Parlament? Das bayerische etwa, dessen Mehrheitsfraktion schon immer nickt, bevor ihr Ministerpräsident, resp. Finanzminister, Landwirtschaftsminister usw. auch nur zum Reden ansetzt? Und eigentlich, der Stoiber und die Hohlmeier sind doch schon in Brüssel. Der Bundesrat? Wie wird denn überhaupt der gewählt?
Um was geht es der CSU? "Ferbers Kritik schwächte Seehofers Verhandlungsposition im ewigen Tauziehen mit Merkel und der CDU" aus der SZ
Ach so um ein bisschen Merkel-Tretzen. Pobelismus zum Quadrat. Wahlkampf wie von der Tarantel gestochen.
Könnten Sie mir das bitte definieren?
Abgesehen davon, EU Kommission und Ministerrat haben keine demokratische Legitimation, denn sie werden nicht direkt gewählt. Auch das EU Parlament ist nicht demokratisch legitimiert. Schon allein aufgrund uneinheitlicher Wahlsysteme in den Mitgliedsstaaten und Ungleichbewertung von Stimmen. Zudem werden nur Listen gewählt und keine Personen.
Somit braucht es ein effektives Mitspracherecht durch Parlamente (Deutschland: Bundestag, Bundesrat, Länderparlamente) und allgemeines Referendum, bei wichtigen, ganz Europa betreffenden Entscheidungen.
Alles andere führt zu einer Oligarchie:
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ist der ehrlichste und glaubwürdigste Politker, den wir jemals hatten. Außer das mit dem Kind und mit dem Dingsda Ehefrau. Toller Typ
welches Parlament? Das bayerische etwa, dessen Mehrheitsfraktion schon immer nickt, bevor ihr Ministerpräsident, resp. Finanzminister, Landwirtschaftsminister usw. auch nur zum Reden ansetzt? Und eigentlich, der Stoiber und die Hohlmeier sind doch schon in Brüssel. Der Bundesrat? Wie wird denn überhaupt der gewählt?
Um was geht es der CSU? "Ferbers Kritik schwächte Seehofers Verhandlungsposition im ewigen Tauziehen mit Merkel und der CDU" aus der SZ
Ach so um ein bisschen Merkel-Tretzen. Pobelismus zum Quadrat. Wahlkampf wie von der Tarantel gestochen.
Könnten Sie mir das bitte definieren?
Abgesehen davon, EU Kommission und Ministerrat haben keine demokratische Legitimation, denn sie werden nicht direkt gewählt. Auch das EU Parlament ist nicht demokratisch legitimiert. Schon allein aufgrund uneinheitlicher Wahlsysteme in den Mitgliedsstaaten und Ungleichbewertung von Stimmen. Zudem werden nur Listen gewählt und keine Personen.
Somit braucht es ein effektives Mitspracherecht durch Parlamente (Deutschland: Bundestag, Bundesrat, Länderparlamente) und allgemeines Referendum, bei wichtigen, ganz Europa betreffenden Entscheidungen.
Alles andere führt zu einer Oligarchie:
http://de.wikipedia.org/w...
Dass nun ausgerechnet die Deutschen und die Bayern die europaeische Demokratie befoerdern wollen, ist ein kranker Witz. Wie waer's denn erst einmal mit etwas mehr Demokratie in Deutschland, auch z.B. bei der Europawahl?
Ich werde den Eindruck nicht los, dass es hier nur um nationalistische Ueberheblichkeit geht. Europa, das sind nicht wir, sondern die boesen anderen. Deutschland ist ja so supertoll, waehrend der Rest Europas noch auf den Baeumen sitzt.
Die Kommentare hier sind an Unkenntnis kaum zu ueberbieten und strotzen vor Selbstgerechtigkeit. Offenbar darf zur EU jeder Depp eine Meinung haben. EU-Skepsis ist doch wohl nicht mehr als die akzeptierte Form der Fremdenfeindlichkeit. Kaum ein Argument geht ueber duemmliche Stereotypen hinaus.
Ich jedenfalls schaeme mich fuer diese toerichte Debatte, mit der sich Deutschalnd in's Abseits manoevriert. Mein alter Verdacht, dass die Deutschen nur aus Verlegenheit in der EU mitmachen und ansonsten immer noch vom nationalistischen Virus befallen sind, erhaelt neue Nahrung. Kein Wunder, dass vor allem die Ostdeutschen und die Bayern dieses schmutzige Spiel spielen: Deren Zivilisationsferne ist ja notorisch.
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