Anti-Terrorkampf Wissenschaftler profilieren sich als Folterknechte
Psychologen haben nicht nur die Misshandlung von Gefangenen im Anti-Terrorkampf der USA überwacht. Sie haben auch neue Techniken entwickelt, die Persönlichkeit zu brechen

© Mark Wilson/Getty Images
Gefängnis in der kubanischen Bucht von Guantánamo: Ein Häftling steht in seiner Zellentür, als ein US-Soldat vorbeigeht
Wenn von "Psychologie und Folter" die Rede ist, wird man zuerst an therapeutische Aufgaben denken. Schließlich spielen Psychologen eine wichtige Rolle bei der Betreuung von Folteropfern, die unter den Folgen ihrer schlimmen Erfahrungen leiden. Der Versuch, sie zu lindern, erfordert profundes Wissen über die Auswirkungen, die solche "Verwüstungen der Seele" haben.
Die Psychologie trägt aber auch dazu bei, die Bedingungen besser zu verstehen, unter denen es zu Folter kommt; sie betreibt Ursachenforschung. So wäre Folter kaum denkbar ohne die Annahme, dass bestimmte Personen und Kulturgruppen minderwertig seien und man ihnen jene Rechte absprechen könne, die wir ansonsten für selbstverständlich halten.
Aus der Geschichte wie auch aus experimentellen Studien kennen wir die Neigung von Menschen, auf Basis beinah xbeliebiger Merkmale – sei es Hautfarbe, Religion, Herkunft, Geschlecht oder sexuelle Orientierung – andere auszugrenzen und ihnen das zu verwehren, was wir als elementares Menschenrecht für uns beanspruchen. Die Psychologie kann die Mechanismen solcher Kategorisierungen aufklären helfen. Die Voraussetzungen sowie die Auswirkungen von Folter gehören folglich in ihren Untersuchungsbereich.
Wenn von "Psychologie und Folter" die Rede ist, denkt jedoch kaum jemand daran, dass Psychologen auch zur Entwicklung und Verfeinerung von Foltertechniken beitragen und sich sogar an ihrem Einsatz beteiligen. In den letzten Jahren kamen mehr und mehr Details darüber ans Licht, wie sehr Vertreter des Fachs in solche Machenschaften verstrickt sind.
Mit der Etablierung demokratischer Rechtsstaaten und ihrer weit gehenden Kontrolle durch die Öffentlichkeit veränderte sich auch
das Gesicht der Folter. Um sie gleichsam unsichtbar zu machen, verlegten sich die Sicherheitsorgane auf Techniken, die man als Clean Torture, White Torture oder Psychological Torture bezeichnet. Auf Grundlage psychologischer Befunde entwickelte Methoden können den Willen eines Gefangenen ebenso effizient brechen wie "traditionelle" körperliche Misshandlungen. Jedoch hinterlassen sie keine äußerlich sichtbaren Spuren, was diese neuen Techniken insbesondere für Militärs und Geheimdienste so verlockend macht.
An den "innovativen Verhörmethoden", wie sie etwa in den Gefangenenlagern in Guantánamo, Bagram oder Abu Ghraib zum Einsatz kamen, haben Psychologen entscheidend mitgewirkt. In den Fokus der Weltöffentlichkeit geriet dies im Jahr 2007: Damals bekundete die größte psychologische Berufsvereinigung, die American Psychological Association (APA), dass Psychologen, die "innovative Verhörtechniken" entwickeln oder Sicherheitsleute darin ausbilden, "einen wertvollen Beitrag" leisten, um "Schaden von unserer Nation, anderen Nationen und unschuldigen Zivilisten abzuwenden".
Um die Tragweite einer solchen Legitimierung der weißen Folter zu verstehen, muss man die Hintergründe näher betrachten. Nach internationalen Rechtsnormen stellt Folter einen Angriff auf ein Rechtsgut dar, das absolut schützenswert ist. Das Folterverbot gestattet keine Ausnahmen – auch nicht im Fall eines politischen oder gesellschaftlichen Notstands. Es gegen andere Rechtsgüter abzuwägen, gilt grundsätzlich als nicht statthaft.
Diese strikte Gesetzeslage soll dem Machtanspruch des Staates und seinem Streben nach Kontrolle rechtliche Grenzen setzen. Allerdings gab es in der Vergangenheit viele Versuche, die Absolutheit des Folterverbots zu unterlaufen. Die Befürworter "innovativer Verhörmethoden" bezeichnen diese zwar selbst als "harsch" oder "verschärft", betonen aber, dass es sich nicht um Folter im eigentlichen Sinn handle.
Eine Frage des "Ausgeliefertseins"
Ob etwas als Folter anzusehen ist oder nicht, lässt sich freilich nicht allein am Grad des verursachten körperlichen oder seelischen Schmerzes messen. Das bestimmende Merkmal ist vielmehr die Situation, in der sich der Gefolterte dem Willen des Folterers ausgeliefert fühlt. Bestimmte, oft in Kombination eingesetzte Techniken stellen ein äußerst effektives Mittel dar, um den Willen eines Menschen zu brechen. Hierzu zählen vor allem: räumliche und zeitliche Desorientierung, soziale Isolation, Reiz und
Schlafentzug, sensorischer Schmerz durch Lärm und grelles Licht, Erzwingen körperlicher Stresspositionen sowie sexuelle und kulturelle Erniedrigung.
An den ersten Untersuchungen zu den Folgen sensorischer Deprivation in den 1950er Jahren war einer der damals bedeutendsten Psychologen, der Kanadier Donald O. Hebb, entscheidend beteiligt. Hebb berichtete, dass sich "die Identität von Versuchspersonen aufzulösen begann", nachdem diese zwei bis drei Tage lang schalldichte Kopfhörer, eine Augenbinde und besondere, das Tastempfinden reduzierende Kleidung trugen. Wie viele andere Forscher suchte Hebb nach Mitteln und Wegen, die psychische Widerstandskraft und den Willen einer Person zu schwächen.
- Datum 15.07.2009 - 09:42 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Gehirn&Geist
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ich muß einen weiten bogen schlagen, um das grundthema des artikels mit der umstrukturierung unserer universitäten in zusammenhang zu bringen. aber ich glaube, die willfährige umkehrung eines arztes hängt, neben charakterlichen voraussetzungen, mit seiner bewußten persönlichkeit zusammen. hat sich diese aus mangel an gelegenheit nie geformt, dann werden ärzte wie soldaten, ja sogar ganze gesellschaften, zu werkzeugen immer zweifelhafter herren. sie geraten in situationen, und aufgrund fehlender grundsätzlicher überzeugungen stolpern sie in verbrechen hinein, die sie später von sich zu weisen versuchen, indem sie dann, wie gewöhnlich, angeben, nur befehle befolgt zu haben.
die gefahr der heranzüchtung einer ganzen generation solcher nie tief reflektiert habender sehe ich im frisch reformierten höheren bildungssystem der brd. lauter fleißige spezialisten im 4-jahres-takt, die darauf dressiert werden, etwas schnell "ordentlich" zu machen. keine indientrips, keine kommunen, keine studentenrevolte.
aber vielleicht ist das alles zu weit hergeholt.
einst wurde vom > Meister des Todes< gesprochen, gemeint waren die Foltermethoden der Nazis.
Ich hege den Verdacht, dass von diesen Praktiken viel uebernommen wurde.
In vielen alten Lehrbüchern der CIA wurden Praktiken der Nazis weiterentwickelt. Ich empfehle hierzu "die Schocktherapie" von Naomi Klein.
Die CIA hat doch bis in die 70er hoch fragwürdige psychologische Programme gehabt. Schon nach dem 2. Weltkrieg wurden teilweise deutsche Wissenschaftler verschont, um das Nazi-Wissen weiter zu entwickeln. Bis in die 60er gab es sogar noch Todesfälle bei den CIA-Versuchen, obwohl man anmerken muss, das die ganzen Versuche im Ausland (Kanada, UK) statt fanden. Mich würde es nicht wundern, wenn in den letzten Jahren ähnlich kritische Programme gelaufen sind...
In vielen alten Lehrbüchern der CIA wurden Praktiken der Nazis weiterentwickelt. Ich empfehle hierzu "die Schocktherapie" von Naomi Klein.
Die CIA hat doch bis in die 70er hoch fragwürdige psychologische Programme gehabt. Schon nach dem 2. Weltkrieg wurden teilweise deutsche Wissenschaftler verschont, um das Nazi-Wissen weiter zu entwickeln. Bis in die 60er gab es sogar noch Todesfälle bei den CIA-Versuchen, obwohl man anmerken muss, das die ganzen Versuche im Ausland (Kanada, UK) statt fanden. Mich würde es nicht wundern, wenn in den letzten Jahren ähnlich kritische Programme gelaufen sind...
Dass sich Wissenschaftler als Folterknechte profilieren war schon immer so. Ob als Psychiater, als Psychologen, als Professoren oder als gemeine Ärzte, irgendwer liess sich irgendwo und irgendwann immer zum Büttel von irgendwem machen. Und der Eid des Hippokrates ist, je nach Umständen, dann auch nicht mehr, als eine Art Meineid.
In vielen alten Lehrbüchern der CIA wurden Praktiken der Nazis weiterentwickelt. Ich empfehle hierzu "die Schocktherapie" von Naomi Klein.
Die Psychologie ist vor allem eine Herrschaftswissenschaft, was auch nicht gerade neu ist. Die Manipulation von Verhalten ist doch das zentrale Aufgabenfeld von Psychologen und Psychiatern.
Mit dem abschließendem Vokabular der Gefahr für sich selbst oder andere werden die repressiven Maßnahmen auch in Deutschland legitimiert. Die Leute werden dann eingesperrt und unter Drogen gesetzt, um ihren Widerstand gegen gesellschaftliche Normen zu brechen.
Da ist der Sprung zum Folterknecht nicht weit. Wer unter amerikanischen Bedingungen etwa in einer Psychiatrie arbeitet (oder forscht) dürfte kaum ethische Bedenken haben sein Wissen zu verfeinern und auf "die Anderen" anzuwenden.
Tja, und wenn man sich dann auch noch auf Befehle berufen kann, dann sind Menschen sowieso zu allem fähig.
Die CIA hat doch bis in die 70er hoch fragwürdige psychologische Programme gehabt. Schon nach dem 2. Weltkrieg wurden teilweise deutsche Wissenschaftler verschont, um das Nazi-Wissen weiter zu entwickeln. Bis in die 60er gab es sogar noch Todesfälle bei den CIA-Versuchen, obwohl man anmerken muss, das die ganzen Versuche im Ausland (Kanada, UK) statt fanden. Mich würde es nicht wundern, wenn in den letzten Jahren ähnlich kritische Programme gelaufen sind...
Die Tatsache, dass ausgerechnet eine Berufsvereinigung von Psychotherapeuten, in diesem Falle die American Psychological Association die Anwendung von Folter in einigen Situationen für legitim hält, ist äußerst bedenklich, um es milde auszudrücken. Es ist mehr als nur traurig, dass offensichtlich nur wenige Mitglieder dieser Berufsvereinigung sich gegen diese Mehrheitsmeinung ausgesprochen haben. Was für ein Menschenbild haben die Mitglieder der APA? Man kann aufgrund des obigen Artikels wohl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auschließen, das es sich um ein an humanen Kritierien orientiertes Menschenbild handelt.
Es ist meine feste Überzeugung, dass jedem Mediziner, Psychologen und/oder Psychotherapeuten, der an Folterungen teilnimmt, gleichgültig ob aktiv oder als Beobachter die Approbation bzw. die Berufszulassung entzogen werden muss und zwar für den Rest des Lebens. Die Teilnahme an Folter ist mit dem Berufsbild eines Heilberufes absolut unvereinbar, wer sich nicht daran hält, muss halt die Folgen tragen.
Die Anwendung von Folter ist immer abzulehnen. Die Anwendung von Folter kann nie legitim sein. Diejenigen, die versucht haben, die Foltermethoden zu legitimieren UND diejenigen die sie angewendet haben, müssen dafür auch juristisch zur Verantwortung gezogen werden, und zwar auf jeder Hierarchieebene und in jeder Berufsgruppe, seien es Juristen, Mediziner, Psychologen, Mitglieder der Administration, Offiziere oder eben das Gefängnispersonal. Daran führt auf Dauer kein Weg vorbei.
Eine juristische Aufarbeitung (vulgo: Bestrafung) ist jedoch nur eine notwendige, aber keine wirklich hinreichende Bedingung. Vielmehr ist es darüber hinaus dringend geboten, die gesellschaftlichen, politischen und sozialen Umstände zu untersuchen, um zu klären, wie es in einem demokratischen Staat zu einem Klima kommen kann, in dem Folter befürwortet und ausgeführt wird.
Es ist eine Aufgabe der Zivilgesellschaft, also auch eine Aufgabe der Menschenrechtsorganisationen in den USA, wenn eine Regierung sich aus falscher Rücksichtname zurückhält, dafür zu sorgen, daß diejenigen, die die Anwendung von Folter angeordnet haben und auch diejenigen, die "einfach nur Befehlen gehorcht haben" zur Verantwortung gezogen werden. Ich sehe natürlich, daß dieser Weg die Gesellschaft der USA sicher zunächst weiter spalten wird, ohne Zweifel, aber es darf - und zwar im Interesse der USA selber und zwar für die Zivilgesellschaft in den USA einerseits, aber auch im Interesse des weltpolitischen Gewichtes der USA nicht sein, daß die gesamten Komplexe "Guantanamo" und „Abu Graib“ und alles, was damit zusammenhängt, nicht gründlich und das heißt: juristisch, gesellschaftlich und politisch aufgearbeitet werden.
kvwupp
http://de.wikipedia.org/w...
Frdl. Gruß
Pf.
http://de.wikipedia.org/w...
Frdl. Gruß
Pf.
Beim Überfliegen der Pressemitteilungen der APA zum Thema Folter im Jahr 2007 bin ich ausschließlich auf folgende Pressemitteilung gestoßen:
http://www.apa.org/releases/councilres0807.html
Wie ich das sehe ist die Aussage dieser Pressemitteilung doch vollkommen konträr zur Behauptung im obigen Artikel?!
Wie ist das zu erklären?
auf der Seite http://www.apa.org/releas... nun auch gelesen und muß Diotallevisheir recht geben, in dem Artikel bzw. in der Resolution steht das genaue Gegenteil von dem was hier, in diesem Artikel, behauptet wird, sehr bedenklich....BITTE AUFKLÄREN!!!
In der Tat, sehr aufmerksam, Diotallevisheir!
Ich schließe mich dem an: in dem auf der APA-Website veröffentlichten Text distanziert sich doch die APA wiederholt und mehr als deutlich von derlei 'Verhörtechniken'. Interessiert mich daher ebenfalls, aus welcher Quelle der Verfasser R.M. seine Aussage über die vermeintlich positive Haltung der APA hat ...
... hab spontan auch nix finden können.
Entweder es wurde gelöscht oder wir haben nach den falschen Sachen gesucht. Insgesamt habe ich zumindest mehrere Statements gefunden, die "improved interrogations" ablehnen. Es gibt zwar Anweisung wie man wen am geschicktesten ausfragt und wie man auf eine verhörende Person eingeht usw. aber nix was mit psychischer Gewalt im Zusammenhang steht.
Wäre vielleicht gut wenn Rainer Mausfeld die Aussagen etwas detaillierter belegen würde. Bei einem Professor für Psychologie gehe ich mal davon aus, dass er einen Grund für seine Aussage hat. Denkbar wäre nämlich auch, dass Forscher den guten Namen der APA zu Unrecht für den Antiterrorkampf mißbraucht haben und so ein falscher Eindruck entstanden ist.
Die Resolutionen und Presseerklärungen der APA erwecken auf den ersten Blick den Eindruck, als habe die APA schon immer eine unzweideutige Haltung zur Beteiligung von Psychologen an der Durchführung folterähnlicher Verhörtechniken vertreten. Tatsächlich jedoch sah die APA, auch nachdem Einzelheiten über die Art der Verhörtechniken in Guantánamo bekannt geworden waren, keinen Anlaß, eine Beteiligung von Psychologen daran als unethisch zu deklarieren. Ein genauerer Blick auf die sorgfältig gewählten Formulierungen der APA-Verlautbarungen läßt die Schlupflöcher für eine solche Beteiligung leicht erkennen. Denn in der Definition von Folter folgten die APA-Resolutionen genau der von der Bush-Regierung vorgegebenen Sprachregelung und definierten Folter so extrem eng, dass die in Guantánamo (und in Baghram und Abu Ghraib) praktizierten Verhörtechniken nicht darunter fallen. Detailliertere Informationen sowie Links hierzu finden sich in
http://www.psychologie.un...
Nach der eindeutigen Stellungnahme der psychiatrischen Standesorganisation, die ihren Mitglieder jede Beteiligung an derartigen Verhören als unethisch untersagte, sah die APA offensichtlich eine Chance, ihren gesellschaftlichen Einflußbereich durch eine Vernetzung mit dem Pentagon zu erweitern und bot sich bei Verhören gleichsam als Ersatz für die Psychiater an.
Der Bericht des US-Senats vom November 2008 bestätigt noch einmal die bedeutende Rolle, die Expertisen von Psychologen bei den juristischen Bemühungen der Bush-Regierung gespielt haben, folterähnliche Verhörtechniken als ‚harmlos’ und folglich als nicht unter das Folterverbot fallend anzusehen. Bei den Bemühungen, diesen Verhörtechniken eine ethische Legitimation zu geben, hat die APA zwischen 2005 und 2008 ohne Zweifel eine bedeutsame Rolle gespielt. Dieser Verantwortung hat sich die APA bis heute nicht gestellt und vermittelt auch weiterhin den Eindruck, dass sie die Diskussion um die Entwicklung und Durchführung von Techniken der ‚weißen Folter’ nicht unmittelbar betreffe und dass ihre Ablehnung derartiger Verfahren stets unzweideutig gewesen sei. Siehe hierzu
http://www.zmag.org/znet/...
auf der Seite http://www.apa.org/releas... nun auch gelesen und muß Diotallevisheir recht geben, in dem Artikel bzw. in der Resolution steht das genaue Gegenteil von dem was hier, in diesem Artikel, behauptet wird, sehr bedenklich....BITTE AUFKLÄREN!!!
In der Tat, sehr aufmerksam, Diotallevisheir!
Ich schließe mich dem an: in dem auf der APA-Website veröffentlichten Text distanziert sich doch die APA wiederholt und mehr als deutlich von derlei 'Verhörtechniken'. Interessiert mich daher ebenfalls, aus welcher Quelle der Verfasser R.M. seine Aussage über die vermeintlich positive Haltung der APA hat ...
... hab spontan auch nix finden können.
Entweder es wurde gelöscht oder wir haben nach den falschen Sachen gesucht. Insgesamt habe ich zumindest mehrere Statements gefunden, die "improved interrogations" ablehnen. Es gibt zwar Anweisung wie man wen am geschicktesten ausfragt und wie man auf eine verhörende Person eingeht usw. aber nix was mit psychischer Gewalt im Zusammenhang steht.
Wäre vielleicht gut wenn Rainer Mausfeld die Aussagen etwas detaillierter belegen würde. Bei einem Professor für Psychologie gehe ich mal davon aus, dass er einen Grund für seine Aussage hat. Denkbar wäre nämlich auch, dass Forscher den guten Namen der APA zu Unrecht für den Antiterrorkampf mißbraucht haben und so ein falscher Eindruck entstanden ist.
Die Resolutionen und Presseerklärungen der APA erwecken auf den ersten Blick den Eindruck, als habe die APA schon immer eine unzweideutige Haltung zur Beteiligung von Psychologen an der Durchführung folterähnlicher Verhörtechniken vertreten. Tatsächlich jedoch sah die APA, auch nachdem Einzelheiten über die Art der Verhörtechniken in Guantánamo bekannt geworden waren, keinen Anlaß, eine Beteiligung von Psychologen daran als unethisch zu deklarieren. Ein genauerer Blick auf die sorgfältig gewählten Formulierungen der APA-Verlautbarungen läßt die Schlupflöcher für eine solche Beteiligung leicht erkennen. Denn in der Definition von Folter folgten die APA-Resolutionen genau der von der Bush-Regierung vorgegebenen Sprachregelung und definierten Folter so extrem eng, dass die in Guantánamo (und in Baghram und Abu Ghraib) praktizierten Verhörtechniken nicht darunter fallen. Detailliertere Informationen sowie Links hierzu finden sich in
http://www.psychologie.un...
Nach der eindeutigen Stellungnahme der psychiatrischen Standesorganisation, die ihren Mitglieder jede Beteiligung an derartigen Verhören als unethisch untersagte, sah die APA offensichtlich eine Chance, ihren gesellschaftlichen Einflußbereich durch eine Vernetzung mit dem Pentagon zu erweitern und bot sich bei Verhören gleichsam als Ersatz für die Psychiater an.
Der Bericht des US-Senats vom November 2008 bestätigt noch einmal die bedeutende Rolle, die Expertisen von Psychologen bei den juristischen Bemühungen der Bush-Regierung gespielt haben, folterähnliche Verhörtechniken als ‚harmlos’ und folglich als nicht unter das Folterverbot fallend anzusehen. Bei den Bemühungen, diesen Verhörtechniken eine ethische Legitimation zu geben, hat die APA zwischen 2005 und 2008 ohne Zweifel eine bedeutsame Rolle gespielt. Dieser Verantwortung hat sich die APA bis heute nicht gestellt und vermittelt auch weiterhin den Eindruck, dass sie die Diskussion um die Entwicklung und Durchführung von Techniken der ‚weißen Folter’ nicht unmittelbar betreffe und dass ihre Ablehnung derartiger Verfahren stets unzweideutig gewesen sei. Siehe hierzu
http://www.zmag.org/znet/...
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