Anti-Terrorkampf Wissenschaftler profilieren sich als FolterknechteSeite 3/3

Müssten diese Vorgänge unter Psychologen nicht für Empörung sorgen? Sollte man der APA nicht ihre eigenen ethischen Richtlinien in Erinnerung rufen? Tatsächlich verlangten nur wenige der rund 150.000 APA-Mitglieder, das wahre Ausmaß der Beteiligung von Psychologen an Menschenrechtsverletzungen aufzudecken. Nachdem bekannt wurde, wie sehr das Prinzip der "innovativen Verhörmethoden" auf der Expertise von Psychologen beruhte, geriet die APA dennoch zunehmend unter Druck.

Zwar stellte der Verband in einer Stellungnahme fest, dass er jede Art von Folter ablehne. Bei den angewandten Methoden handle es sich jedoch zum einen gar nicht um Folter. Zum anderen gebe es nicht nur eine ethische Verpflichtung, das Individuum zu schützen, sondern auch die, Schaden von der Nation abzuwenden. Im Konfliktfall gelte es, beides gegeneinander abwägen – etwa um sicherheitsrelevante Informationen zu beschaffen. (Die Argumentation klingt erschreckend vertraut: Auch NS-Ärzte hatten seinerzeit einen Konflikt geltend gemacht zwischen der Verpflichtung, dem Wohl des Einzelnen zu dienen, sowie der, den "Volkskörper" gesund zu erhalten.)

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Das APA-Präsidium setzte eine Kommission ein, die die Beteiligung von Psychologen an den in Guantánamo eingesetzten Verhörmethoden sowie deren ethische Bewertung untersuchen sollte. Zunächst blieb die Zusammensetzung des Gremiums geheim. Erst als ein Mitglied die von der APA verordnete Schweigepflicht brach, wurde bekannt, dass fünf der neun stimmberechtigten Mitglieder Militärpsychologen und ausgewiesene Experten für "innovative Verhörtechniken" waren. Einige hatten selbst in verantwortlichen Positionen im Irak, in Afghanistan und in Guantánamo Verhöre vorbereitet und wissenschaftlich begleitet. Zudem nahm das Pentagon sowie das APA-Präsidium Einfluss
auf die Arbeit und die Empfehlungen der Arbeitsgruppe.

Unter dem wachsenden öffentlichen Druck vollzog die APA im Oktober 2008 – rechtzeitig zum erwarteten politischen Machtwechsel in den USA – eine späte Kehrtwende. Sie kündigte eine "deutliche Änderung" (significant change) ihrer Haltung an: Psychologen dürften sich ab sofort nicht mehr an Menschenrechtsverletzungen von Gefangenen beteiligen. Doch wie sicher können wir sein, dass der Schutz und die Menschenwürde des Einzelnen nicht bei nächster Gelegenheit wieder dem vermeintlich übergeordneten Interesse des Staates zum Opfer fallen?

- Rainer Mausfeld ist Professor für Allgemeine Psychologie an der Christian-Albrechts-Universität Kiel.

Der Artikel ist in der aktuellen Ausgabe des Magazins Gehirn&Geist im Spektrum der Wissenschaft Verlag erschienen. Er kann dort als PDF heruntergeladen werden.

Anm. der Redaktion: Aufgrund eines technischen Fehlers fehlten zunächst die letzten drei Absätze des Artikels. Nun ist er hier in seiner Vollfassung zu lesen. Wir bitten um Entschuldigung.

 
Leser-Kommentare
  1. ich muß einen weiten bogen schlagen, um das grundthema des artikels mit der umstrukturierung unserer universitäten in zusammenhang zu bringen. aber ich glaube, die willfährige umkehrung eines arztes hängt, neben charakterlichen voraussetzungen, mit seiner bewußten persönlichkeit zusammen. hat sich diese aus mangel an gelegenheit nie geformt, dann werden ärzte wie soldaten, ja sogar ganze gesellschaften, zu werkzeugen immer zweifelhafter herren. sie geraten in situationen, und aufgrund fehlender grundsätzlicher überzeugungen stolpern sie in verbrechen hinein, die sie später von sich zu weisen versuchen, indem sie dann, wie gewöhnlich, angeben, nur befehle befolgt zu haben.

    die gefahr der heranzüchtung einer ganzen generation solcher nie tief reflektiert habender sehe ich im frisch reformierten höheren bildungssystem der brd. lauter fleißige spezialisten im 4-jahres-takt, die darauf dressiert werden, etwas schnell "ordentlich" zu machen. keine indientrips, keine kommunen, keine studentenrevolte.

    aber vielleicht ist das alles zu weit hergeholt.

  2. einst wurde vom > Meister des Todes< gesprochen, gemeint waren die Foltermethoden der Nazis.
    Ich hege den Verdacht, dass von diesen Praktiken viel uebernommen wurde.

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    In vielen alten Lehrbüchern der CIA wurden Praktiken der Nazis weiterentwickelt. Ich empfehle hierzu "die Schocktherapie" von Naomi Klein.

    Die CIA hat doch bis in die 70er hoch fragwürdige psychologische Programme gehabt. Schon nach dem 2. Weltkrieg wurden teilweise deutsche Wissenschaftler verschont, um das Nazi-Wissen weiter zu entwickeln. Bis in die 60er gab es sogar noch Todesfälle bei den CIA-Versuchen, obwohl man anmerken muss, das die ganzen Versuche im Ausland (Kanada, UK) statt fanden. Mich würde es nicht wundern, wenn in den letzten Jahren ähnlich kritische Programme gelaufen sind...

    In vielen alten Lehrbüchern der CIA wurden Praktiken der Nazis weiterentwickelt. Ich empfehle hierzu "die Schocktherapie" von Naomi Klein.

    Die CIA hat doch bis in die 70er hoch fragwürdige psychologische Programme gehabt. Schon nach dem 2. Weltkrieg wurden teilweise deutsche Wissenschaftler verschont, um das Nazi-Wissen weiter zu entwickeln. Bis in die 60er gab es sogar noch Todesfälle bei den CIA-Versuchen, obwohl man anmerken muss, das die ganzen Versuche im Ausland (Kanada, UK) statt fanden. Mich würde es nicht wundern, wenn in den letzten Jahren ähnlich kritische Programme gelaufen sind...

  3. Dass sich Wissenschaftler als Folterknechte profilieren war schon immer so. Ob als Psychiater, als Psychologen, als Professoren oder als gemeine Ärzte, irgendwer liess sich irgendwo und irgendwann immer zum Büttel von irgendwem machen. Und der Eid des Hippokrates ist, je nach Umständen, dann auch nicht mehr, als eine Art Meineid.

  4. In vielen alten Lehrbüchern der CIA wurden Praktiken der Nazis weiterentwickelt. Ich empfehle hierzu "die Schocktherapie" von Naomi Klein.

    Antwort auf "Folterknechte"
    • Krizzz
    • 14.07.2009 um 19:35 Uhr

    Die Psychologie ist vor allem eine Herrschaftswissenschaft, was auch nicht gerade neu ist. Die Manipulation von Verhalten ist doch das zentrale Aufgabenfeld von Psychologen und Psychiatern.
    Mit dem abschließendem Vokabular der Gefahr für sich selbst oder andere werden die repressiven Maßnahmen auch in Deutschland legitimiert. Die Leute werden dann eingesperrt und unter Drogen gesetzt, um ihren Widerstand gegen gesellschaftliche Normen zu brechen.
    Da ist der Sprung zum Folterknecht nicht weit. Wer unter amerikanischen Bedingungen etwa in einer Psychiatrie arbeitet (oder forscht) dürfte kaum ethische Bedenken haben sein Wissen zu verfeinern und auf "die Anderen" anzuwenden.
    Tja, und wenn man sich dann auch noch auf Befehle berufen kann, dann sind Menschen sowieso zu allem fähig.

  5. Die CIA hat doch bis in die 70er hoch fragwürdige psychologische Programme gehabt. Schon nach dem 2. Weltkrieg wurden teilweise deutsche Wissenschaftler verschont, um das Nazi-Wissen weiter zu entwickeln. Bis in die 60er gab es sogar noch Todesfälle bei den CIA-Versuchen, obwohl man anmerken muss, das die ganzen Versuche im Ausland (Kanada, UK) statt fanden. Mich würde es nicht wundern, wenn in den letzten Jahren ähnlich kritische Programme gelaufen sind...

    Antwort auf "Folterknechte"
    • kvwupp
    • 14.07.2009 um 21:00 Uhr
    7. Folter

    Die Tatsache, dass ausgerechnet eine Berufsvereinigung von Psychotherapeuten, in diesem Falle die American Psychological Association die Anwendung von Folter in einigen Situationen für legitim hält, ist äußerst bedenklich, um es milde auszudrücken. Es ist mehr als nur traurig, dass offensichtlich nur wenige Mitglieder dieser Berufsvereinigung sich gegen diese Mehrheitsmeinung ausgesprochen haben. Was für ein Menschenbild haben die Mitglieder der APA? Man kann aufgrund des obigen Artikels wohl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auschließen, das es sich um ein an humanen Kritierien orientiertes Menschenbild handelt.

    Es ist meine feste Überzeugung, dass jedem Mediziner, Psychologen und/oder Psychotherapeuten, der an Folterungen teilnimmt, gleichgültig ob aktiv oder als Beobachter die Approbation bzw. die Berufszulassung entzogen werden muss und zwar für den Rest des Lebens. Die Teilnahme an Folter ist mit dem Berufsbild eines Heilberufes absolut unvereinbar, wer sich nicht daran hält, muss halt die Folgen tragen.

    Die Anwendung von Folter ist immer abzulehnen. Die Anwendung von Folter kann nie legitim sein. Diejenigen, die versucht haben, die Foltermethoden zu legitimieren UND diejenigen die sie angewendet haben, müssen dafür auch juristisch zur Verantwortung gezogen werden, und zwar auf jeder Hierarchieebene und in jeder Berufsgruppe, seien es Juristen, Mediziner, Psychologen, Mitglieder der Administration, Offiziere oder eben das Gefängnispersonal. Daran führt auf Dauer kein Weg vorbei.

    Eine juristische Aufarbeitung (vulgo: Bestrafung) ist jedoch nur eine notwendige, aber keine wirklich hinreichende Bedingung. Vielmehr ist es darüber hinaus dringend geboten, die gesellschaftlichen, politischen und sozialen Umstände zu untersuchen, um zu klären, wie es in einem demokratischen Staat zu einem Klima kommen kann, in dem Folter befürwortet und ausgeführt wird.

    Es ist eine Aufgabe der Zivilgesellschaft, also auch eine Aufgabe der Menschenrechtsorganisationen in den USA, wenn eine Regierung sich aus falscher Rücksichtname zurückhält, dafür zu sorgen, daß diejenigen, die die Anwendung von Folter angeordnet haben und auch diejenigen, die "einfach nur Befehlen gehorcht haben" zur Verantwortung gezogen werden. Ich sehe natürlich, daß dieser Weg die Gesellschaft der USA sicher zunächst weiter spalten wird, ohne Zweifel, aber es darf - und zwar im Interesse der USA selber und zwar für die Zivilgesellschaft in den USA einerseits, aber auch im Interesse des weltpolitischen Gewichtes der USA nicht sein, daß die gesamten Komplexe "Guantanamo" und „Abu Graib“ und alles, was damit zusammenhängt, nicht gründlich und das heißt: juristisch, gesellschaftlich und politisch aufgearbeitet werden.

    kvwupp

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  6. Beim Überfliegen der Pressemitteilungen der APA zum Thema Folter im Jahr 2007 bin ich ausschließlich auf folgende Pressemitteilung gestoßen:

    http://www.apa.org/releases/councilres0807.html

    Wie ich das sehe ist die Aussage dieser Pressemitteilung doch vollkommen konträr zur Behauptung im obigen Artikel?!
    Wie ist das zu erklären?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    auf der Seite http://www.apa.org/releas... nun auch gelesen und muß Diotallevisheir recht geben, in dem Artikel bzw. in der Resolution steht das genaue Gegenteil von dem was hier, in diesem Artikel, behauptet wird, sehr bedenklich....BITTE AUFKLÄREN!!!

    In der Tat, sehr aufmerksam, Diotallevisheir!

    Ich schließe mich dem an: in dem auf der APA-Website veröffentlichten Text distanziert sich doch die APA wiederholt und mehr als deutlich von derlei 'Verhörtechniken'. Interessiert mich daher ebenfalls, aus welcher Quelle der Verfasser R.M. seine Aussage über die vermeintlich positive Haltung der APA hat ...

    ... hab spontan auch nix finden können.

    Entweder es wurde gelöscht oder wir haben nach den falschen Sachen gesucht. Insgesamt habe ich zumindest mehrere Statements gefunden, die "improved interrogations" ablehnen. Es gibt zwar Anweisung wie man wen am geschicktesten ausfragt und wie man auf eine verhörende Person eingeht usw. aber nix was mit psychischer Gewalt im Zusammenhang steht.

    Wäre vielleicht gut wenn Rainer Mausfeld die Aussagen etwas detaillierter belegen würde. Bei einem Professor für Psychologie gehe ich mal davon aus, dass er einen Grund für seine Aussage hat. Denkbar wäre nämlich auch, dass Forscher den guten Namen der APA zu Unrecht für den Antiterrorkampf mißbraucht haben und so ein falscher Eindruck entstanden ist.

    Die Resolutionen und Presseerklärungen der APA erwecken auf den ersten Blick den Eindruck, als habe die APA schon immer eine unzweideutige Haltung zur Beteiligung von Psychologen an der Durchführung folterähnlicher Verhörtechniken vertreten. Tatsächlich jedoch sah die APA, auch nachdem Einzelheiten über die Art der Verhörtechniken in Guantánamo bekannt geworden waren, keinen Anlaß, eine Beteiligung von Psychologen daran als unethisch zu deklarieren. Ein genauerer Blick auf die sorgfältig gewählten Formulierungen der APA-Verlautbarungen läßt die Schlupflöcher für eine solche Beteiligung leicht erkennen. Denn in der Definition von Folter folgten die APA-Resolutionen genau der von der Bush-Regierung vorgegebenen Sprachregelung und definierten Folter so extrem eng, dass die in Guantánamo (und in Baghram und Abu Ghraib) praktizierten Verhörtechniken nicht darunter fallen. Detailliertere Informationen sowie Links hierzu finden sich in
    http://www.psychologie.un...

    Nach der eindeutigen Stellungnahme der psychiatrischen Standesorganisation, die ihren Mitglieder jede Beteiligung an derartigen Verhören als unethisch untersagte, sah die APA offensichtlich eine Chance, ihren gesellschaftlichen Einflußbereich durch eine Vernetzung mit dem Pentagon zu erweitern und bot sich bei Verhören gleichsam als Ersatz für die Psychiater an.

    Der Bericht des US-Senats vom November 2008 bestätigt noch einmal die bedeutende Rolle, die Expertisen von Psychologen bei den juristischen Bemühungen der Bush-Regierung gespielt haben, folterähnliche Verhörtechniken als ‚harmlos’ und folglich als nicht unter das Folterverbot fallend anzusehen. Bei den Bemühungen, diesen Verhörtechniken eine ethische Legitimation zu geben, hat die APA zwischen 2005 und 2008 ohne Zweifel eine bedeutsame Rolle gespielt. Dieser Verantwortung hat sich die APA bis heute nicht gestellt und vermittelt auch weiterhin den Eindruck, dass sie die Diskussion um die Entwicklung und Durchführung von Techniken der ‚weißen Folter’ nicht unmittelbar betreffe und dass ihre Ablehnung derartiger Verfahren stets unzweideutig gewesen sei. Siehe hierzu
    http://www.zmag.org/znet/...

    auf der Seite http://www.apa.org/releas... nun auch gelesen und muß Diotallevisheir recht geben, in dem Artikel bzw. in der Resolution steht das genaue Gegenteil von dem was hier, in diesem Artikel, behauptet wird, sehr bedenklich....BITTE AUFKLÄREN!!!

    In der Tat, sehr aufmerksam, Diotallevisheir!

    Ich schließe mich dem an: in dem auf der APA-Website veröffentlichten Text distanziert sich doch die APA wiederholt und mehr als deutlich von derlei 'Verhörtechniken'. Interessiert mich daher ebenfalls, aus welcher Quelle der Verfasser R.M. seine Aussage über die vermeintlich positive Haltung der APA hat ...

    ... hab spontan auch nix finden können.

    Entweder es wurde gelöscht oder wir haben nach den falschen Sachen gesucht. Insgesamt habe ich zumindest mehrere Statements gefunden, die "improved interrogations" ablehnen. Es gibt zwar Anweisung wie man wen am geschicktesten ausfragt und wie man auf eine verhörende Person eingeht usw. aber nix was mit psychischer Gewalt im Zusammenhang steht.

    Wäre vielleicht gut wenn Rainer Mausfeld die Aussagen etwas detaillierter belegen würde. Bei einem Professor für Psychologie gehe ich mal davon aus, dass er einen Grund für seine Aussage hat. Denkbar wäre nämlich auch, dass Forscher den guten Namen der APA zu Unrecht für den Antiterrorkampf mißbraucht haben und so ein falscher Eindruck entstanden ist.

    Die Resolutionen und Presseerklärungen der APA erwecken auf den ersten Blick den Eindruck, als habe die APA schon immer eine unzweideutige Haltung zur Beteiligung von Psychologen an der Durchführung folterähnlicher Verhörtechniken vertreten. Tatsächlich jedoch sah die APA, auch nachdem Einzelheiten über die Art der Verhörtechniken in Guantánamo bekannt geworden waren, keinen Anlaß, eine Beteiligung von Psychologen daran als unethisch zu deklarieren. Ein genauerer Blick auf die sorgfältig gewählten Formulierungen der APA-Verlautbarungen läßt die Schlupflöcher für eine solche Beteiligung leicht erkennen. Denn in der Definition von Folter folgten die APA-Resolutionen genau der von der Bush-Regierung vorgegebenen Sprachregelung und definierten Folter so extrem eng, dass die in Guantánamo (und in Baghram und Abu Ghraib) praktizierten Verhörtechniken nicht darunter fallen. Detailliertere Informationen sowie Links hierzu finden sich in
    http://www.psychologie.un...

    Nach der eindeutigen Stellungnahme der psychiatrischen Standesorganisation, die ihren Mitglieder jede Beteiligung an derartigen Verhören als unethisch untersagte, sah die APA offensichtlich eine Chance, ihren gesellschaftlichen Einflußbereich durch eine Vernetzung mit dem Pentagon zu erweitern und bot sich bei Verhören gleichsam als Ersatz für die Psychiater an.

    Der Bericht des US-Senats vom November 2008 bestätigt noch einmal die bedeutende Rolle, die Expertisen von Psychologen bei den juristischen Bemühungen der Bush-Regierung gespielt haben, folterähnliche Verhörtechniken als ‚harmlos’ und folglich als nicht unter das Folterverbot fallend anzusehen. Bei den Bemühungen, diesen Verhörtechniken eine ethische Legitimation zu geben, hat die APA zwischen 2005 und 2008 ohne Zweifel eine bedeutsame Rolle gespielt. Dieser Verantwortung hat sich die APA bis heute nicht gestellt und vermittelt auch weiterhin den Eindruck, dass sie die Diskussion um die Entwicklung und Durchführung von Techniken der ‚weißen Folter’ nicht unmittelbar betreffe und dass ihre Ablehnung derartiger Verfahren stets unzweideutig gewesen sei. Siehe hierzu
    http://www.zmag.org/znet/...

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