Theodor zu Guttenberg Meister des Ungefähren im Wirtschaftsministerium
Kaum im Amt wurde er zum Shootingstar am politischen Himmel: Minister Karl-Theodor zu Guttenberg. Doch jetzt kommen erste Zweifel auf. Folgen seinen Worten auch Taten?

© Sean Gallup/Getty Images
Der CSU-Politiker Karl-Theodor zu Guttenberg ist in Berlin gut angekommen: Nach kurzer Zeit im Amt gilt er als Shootingstar der Politik
Märchen erzählen kann er also. Es ist Anfang Juli, Donnerstagvormittag, und im Berliner Reichstagsgebäude fetzten sich gerade die Abgeordneten von Koalition und Opposition über die Folgen der Wirtschaftskrise. Es geht an diesem Tag darum, ob die Lage mittlerweile so schlimm ist, dass man den Banken zu den 500 Milliarden Euro, die sie ohnehin schon bekommen haben, noch mehr Staats-Milliarden hinterherwerfen soll, damit sie klammen Betrieben mehr Kredite geben können. Eine schwierige Entscheidung, was man daran sehen kann, dass selbst eingefleischte Wirtschaftspolitiker auf der Unionsbank zu noch mehr staatlicher Hilfe raten, während gleich nebenan Kollegen der SPD die Augenbrauen zweifelnd nach oben ziehen. Aber so ist das eben mit der Wirtschaftspolitik, besonders in der Krise: Nie weiß man ganz genau, was dem Wirtschaftswachstum wirklich helfen oder was ihm am Ende eher schaden wird.
Und was macht der Wirtschaftsminister? Er sitzt gleich nebenan am Brandenburger Tor in einem hellblauen Ohrensessel, schlägt die Hände schwungvoll über dem Kopf zusammen, reißt seine Knie nach oben und verzerrt den Mund zu einem finsteren Loch. "Oooooh", ruft er laut, stampft mit den Füßen auf den Boden und grinst das Publikum gleich darauf spitzbübisch an.
Wirtschaftspolitik kann manchmal so einfach sein
Hat’s funktioniert? Es hat. Mit staunenden Gesichtern hocken die Zuschauer aus mehreren Grundschulen in Berlin vor dem berühmten Onkel im Sessel, der ihnen gerade das Märchen vom "Hans im Glück" vorgelesen hat. Wie andere Politiker hat auch zu Guttenberg, der selbst zwei Töchter hat, die Einladung zum Märchenvortrag vor jungem Publikum gern angenommen. Später gibt es sogar noch Postkarten mit seinem Foto drauf. Echte Unterschrift! Wieder mal hat es Karl-Theodor zu Guttenberg geschafft: Das Publikum ist begeistert und zieht zufrieden nach Hause. Wirtschaftspolitik kann manchmal so einfach sein.
Seit dem 9. Februar ist zu Guttenberg jetzt Minister in der Bundesregierung. Er kam ins Amt, als die größte Wirtschaftskrise, die Deutschland seit Jahrzehnten erlebt hat, ihre dunkelsten Schatten gerade über dem Land ausbreitete. Opel vor der Pleite, Schiesser mittendrin und auch Karstadt-Quelle nicht weit davon entfernt. Kaum jemand hatte wirklich erwarten dürfen, dass es ausgerechnet ein 37-jähriger Außenpolitiker mit adeligem Hintergrund und pomadisiertem Haar in so einer ausweglosen Lage zu politischen Erfolgen bringen wird. Ohne jede Erfahrung, ohne feste Verankerung bei den Wirtschaftseliten im Land.
Und doch: Das alles ist erst knapp 150 Tage her, keiner der seit seinem Amtsantritt in Not geratenen Arbeitsplätze ist bisher sicher gerettet, die Krise wahrscheinlich in all ihrer Härte noch nicht einmal voll im Bewusstsein der Leute angekommen. Doch der CSU-Politiker Karl-Theodor zu Guttenberg steht – abgesehen von der Kanzlerin – seit Wochen ganz oben auf der Beliebtheitsskala der deutschen Politiker. Tendenz zunehmend. Die Leute mögen ihn, die Leute vertrauen ihm. Ein Shootingstar ist am politischen Himmel erst aufgetaucht, dann aufgestiegen und wird dort – wenn nicht noch etwas schiefgeht – wohl auch nach der Bundestagswahl im September bleiben. Wie, um alles in der Welt, macht er das?
Das Gesetz der Wüste
Beginnen wir mit der Erforschung des Erfolgsrezeptes des Herrn zu Guttenberg bei einem Phänomen in der Politik, das man als Gesetz der Wüste bezeichnen kann. Es handelt von zwei Parteien, CDU und CSU, die mit dem Abtauchen des telegenen und beliebten Ordnungspolitikers Friedrich Merz vor Jahren bereits ihre wirtschaftspolitische Stimme verloren haben. Klar, die Kanzlerin und CDU-Vorsitzende selbst versteht etwas von der Marktwirtschaft. Weil die zwei Volksparteien aber liberale und soziale Positionen zu vereinen haben, darf sie die eine Seite der Medaille, die wirtschaftsliberale, nicht zu dominant werden lassen. Weshalb sich Angela Merkel ganz bewusst den Anstrich der schwäbischen Hausfrau gibt: Erziehung mit harten Leibesübungen im Winter gepaart mit Milchreis und warmem Pflaumenkompott.
Aber wer hält die ganzen Handwerker und Mittelständler unter den Unionssympathisanten bei der Stange? Wer verhindert, dass diese Leute im Herbst nicht alle FDP wählen? Gerade in einer solchen Krise, in der Banken und Konzerne gerettet werden und der Staat für Arbeitsmarktprogramme Milliardenbeträge herauswerfen muss. Da sehnen sich Anhänger im Unionslager nach einem, der ihnen die schier unglaublichen Vorgänge in der Ökonomie ordnungspolitisch korrekt erklären kann. Und vor allem nach einem, der diesem nimmermüden krisenbekämpfenden Finanzminister von der SPD etwas entgegenzusetzen hat. Man glaubte ja zu Weihnachten 2008 schon, dass Peer Steinbrück das Wirtschaftsministerium vom matten CSU-Minister Michael Glos längst mit übernommen habe und faktisch zum Super-Krisenminister der großen Koalition geworden sei. Wüste eben, wohin man sieht, in der Union.
Ein Medienprofi
Vier Monate später jagt Steinbrück nun nicht mehr allein von Podium zu Podium. Ob in Berlin, in der fränkischen Provinz oder wahlweise mal in Übersee: Kaum eine Woche vergeht, in der man nicht das Gesicht von Karl-Theodor zu Guttenberg sieht, live und auch am Fernsehschirm. Munter lachend, seine wohlgewachsenen Zähne zeigend oder ernst nachdenklich die "komplizierte Ausgangslage" in irgendeiner Sache beschreibend. Er ist ein Medienprofi. Er weiß ganz genau, was von ihm verlangt wird, zwischen Wirtschaftskrise und Bundestagswahl: die bunte Story einer ganz normalen modernen Familie mit Kindern – trotz uralten Adelsgeschlechtes. Der Schnappschuss eines AC/DC-Fans ohne jede spießig bürgerliche Verstaubtheit. Und natürlich diese wichtige Krisen-Botschaft des seriösen Spitzenpolitikers: "Ich kümmere mich."
Und es klappt: Mit erhobenem Kopf und durchgedrücktem Kreuz sieht man neuerdings die Unionspolitiker durchs Land ziehen. Mit diesem Wirtschaftsminister im Team ist man wieder wer. Es sprießt endlich wieder Grünes im Wüstensand. Pomade im Haar könnte in dieser Wahlsaison glatt zum Markenzeichen werden.
Nur für einen klitzekleinen Augenblick haben sie die Luft angehalten. Am 16. März, als zu Guttenberg nächtens am voll erleuchteten New Yorker Time Square die Arme wie einst Frank Sinatra ausbreitete. Sein Foto ging damals um die Welt, so voll Selbstbewusstsein strotzend, dass es dem darauf Abgebildeten heute fast ein bisschen leidtut. In der Berliner SPD-Zentrale haben sie es seinerzeit natürlich voll Schadenfreude ausgeschnitten. Ablage "Feindbeobachtung". Man weiß ja nie, wozu man so eine überhebliche Geste noch mal gebrauchen kann.
"Baron aus Bayern"
Genutzt hat es bis heute nicht. Ganz im Gegenteil. Alle Versuche der SPD, zu Guttenberg als abgehobenen Industrielobbyisten ohne soziales Gewissen zu entlarven, sind fehlgeschlagen. Nicht einmal als "Baron aus Bayern" konnte ihn der sozialdemokratische Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier schmähen. Zu Guttenberg hatte es auf dem Höhepunkt der Opel-Krise öffentlich abgelehnt, Konzernen allein deshalb mit Staatsbürgschaften unter die Arme zu greifen, weil die Bundestagswahl vor der Tür steht. Für ihn war selbst eine Opel-Insolvenz denkbar. Eine Insolvenz? Ausgerechnet bei einem deutschen Traditionsunternehmen wie Opel? Nie zuvor hatte es ein Politiker gewagt, einen solchen Gedanken auszusprechen. Prompt warf ihm Steinmeier Zynismus vor: Zehntausende Opel-Jobs seien dem Wirtschaftsminister offenbar schnuppe.
Was der SPD-Frontmann allerdings völlig unterschätzt hat: Der letzte staatliche Rettungsdeal – Holtzmann durch Gerhard Schröder – hat sich keineswegs positiv in das kollektive Gedächtnis der Deutschen eingebrannt. Hinter den Staatsgeldern für Jobs vermuten die Menschen seither vor allem eines: Geld für politische Mandate. Dem neuen jungen Wirtschaftsminister zu Guttenberg wurde das „Schwadronieren über Insolvenzen“ (Steinmeier) prompt als neue Ehrlichkeit einer jungen, unverbrauchten Politikergeneration zugute gehalten. Guttenbergs Umfragewerte sausten nach oben. Der "Baron aus Bayern" wurde für die SPD zum Rohrkrepierer. Noch so ein Phänomen der Politik, das seine Popularität erklären mag: Die Schwäche der anderen.
Erfahrungsgemäß kann man als Politiker von solchen Phänomenen nicht sehr lange leben. Früher oder später muss man Ideen entwickeln, Projekte anschieben und sie auch gegen Widerstände im eigenen Lager durchboxen. Jeder, der den Schritt ins Rampenlicht gemacht hat, weiß das. Forscht man im Hause Guttenberg, dann wird die Luft spätestens hier dünn. Eigene Gesetze durch Bundestag und Bundesrat bugsieren? Zugegeben, das kann auch ein Guttenberg nicht in vier Monaten.
Mitgetragen – irgendwie
Doch selbst im täglichen Kampf gegen die Wirtschaftskrise fällt denen, die genauer hinsehen, schon nach wenigen Wochen auf, dass seinen bedeutenden und geschliffenen Worten nicht unbedingt ebensolche Taten folgen müssen. Und das nicht nur beim dramatischen Opel-Deal der Regierung zu Pfingsten, den der Wirtschaftsminister "aus Überzeugung" miserabel fand. Den er dann aber am Ende doch mitgetragen hat – irgendwie.
Vorvorige Woche war erneut zu besichtigen, was zu Guttenbergs Widersacher ironisch sein "blendendes Spiel" nennen: Beinahe 6000 Jobs stehen in Bayern auf dem Spiel, wenn das insolvente Quelle-Versandhaus nicht zügig einen Staatskredit erhält. Der neue Herbst/Winter-Katalog muss gedruckt und ausgeliefert werden. Ohne die Staatsknete, das ahnt jeder, gehen bei Quelle in Fürth spätestens im Herbst die Lichter aus.
Und was macht der junge Minister in Berlin – CSU-Mitglied, von Seehofer selbst ins Amt geschickt? Er prüft und zweifelt und prüft. Ob Quelle überhaupt gerettet werden kann, ob genügend Sicherheiten da sind und und und ... Karl-Theodor zu Guttenberg präsentiert der Öffentlichkeit, wofür sie ihn seit Monaten liebt: einen Bundesminister, der vernünftig und sachlich an die Klärung offener Fragen herangeht und nicht im Wahl-Fieber Millionen Steuer-Euro zum Fenster hinauswirft. Schlichtweg "egal", sagt er dann auch noch, sei ihm, dass Quelle aus dem heimatlichen Fürth stammt und der vor Ort bangende Regierungschef und Parteifreund Horst Seehofer das ewige Prüfen seines Ministers in Berlin ein "Trauerspiel" nennt. Was für eine mutige Pose der Anständigkeit!
Sieben Tage später scheint die Sache dann klar: Seehofer lobt zu Guttenberg überschwänglich, mancher meint sogar, den Unterton einer Entschuldigung gehört zu haben. Eindeutig: zu Guttenberg geht als Gewinner aus dem Streit mit seinem Parteivorsitzenden hervor.
Allerdings: Den Staatskredit, den hat Quelle dann doch noch bekommen. Und zu Guttenberg? Der mahnt und zweifelt in Sachen Quelle immer noch.
Das tut er gern, das Mahnen. Wenn draußen im Land tausende Mittelständler vor verschlossenen Bankschaltern stehen, dann weist der Minister mit sorgenvoller Miene darauf hin, dass "wir uns darauf einstellen müssen, in Teilmärkten regional eine gewisse Knappheit an Krediten zu gewärtigen". Oder wenn sich die Union in aller Öffentlichkeit darüber streitet, ob man den Wählern versprechen darf, dass in der nächsten Legislaturperiode die Steuern gesenkt werden. Dann warnt der Wirtschaftsminister davor, "in Hochglanzmagazinen" Versprechungen zu machen. Alle Schritte seien "am Maßstab der Machbarkeit und der Vernunft auszurichten". Wer hätte das gedacht?
Meister des Ungefähren
Karl-Theodor zu Guttenberg wird so zum Meister des Ungefähren. Er sieht "den einen oder anderen positiv stimmenden Indikator", wenn man wissen will, ob die Krise nun bald zu Ende geht. Er weist auf den "deklaratorischen" Charakter der Rentengarantie der Regierung hin, wenn er gefragt wird, ob diese Staatsgarantie für Alte nicht zulasten der Jungen geht. Ob seine Zuhörer nun alt oder jung sind: Immer klingt der Minister auf diese Weise irgendwie überzeugend. Jeder darf sich Hoffnung darauf machen, dass die schlimme Krise bald vorbei und am Ende alle zufrieden sein werden.
Genau wie beim kleinen Hans. Auch der hat – immer mit einer überzeugenden Begründung auf den Lippen – erst seinen Goldklumpen gegen ein Pferd, dann gegen eine Kuh und später sogar gegen zwei Steine eingetauscht, bevor er nach langer Arbeit schließlich mit leeren Händen zu seiner Mutter nach Hause kam. Reich ist der Hans dadurch nicht geworden – aber er war glücklich.
- Datum 13.07.2009 - 08:26 Uhr
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Ich bin ja beileibe kein Anhänger der CSU, aber irgendwie riecht der Artikel nach persönlicher Antipathie und Wahlkampf. Schon alleine die Erwähnung des "pomadisierten Haares" von Gutenberg zeugt nicht unbedingt vom Willen zur unabhängigen politischen Analyse. Der Vorwurf der Tatenlosigkeit ist fast schon komisch, denn im Hinblick auf vernünftige Politik ist nach meiner Wählererfahrung in einem Wahljahr von keinem der Politiker etwas zu erwarten.
Abgesehen davon hat der Mann mit seinen Zweifeln im Hinblick auf Quelle recht. Hier wird ein Unternehmen mit Staatsgeld gerettet, dass die Existenz und den zunehmenden Erfolg des Internethandels in den vergangenen Jahren schlicht ignoriert hat. Man darf sehr wohl die Frage stellen, ob es in Zeiten von "Amazon" und Ebay noch zeitgemäss ist, teure Hochglanzprospekte mit einem vergleichsweise überschaubaren Angebot in die ganze Republik zu schicken. Mir tut es um die Leute bei Quelle leid, aber die Führung dort hat ganz offensichtlich die Zeichen der Zeit verschlafen. So wird der Staatszuschuss wohl verbrannt werden und in einigen Monaten stehen wir vor dem gleichen Problem. Aber dann ist ja zum Glück kein Wahlkampf mehr...
Entschuldigen Sie, aber das "pomadisierte Haar" hat nun wirklich kein besonderes Potential, als Wahlkampfthema missbraucht zu werden, ebenso wenig wie es der "Baron aus Bayern" war. Jedem Wähler, dessen Gehirn nicht auf Standby geschaltet ist, um nur dann genutzt zu werden, wenn man es gezielt anspricht, wird merken, dass solche Argumente nun wirklich nichts mit Guttenbergs Qualifikation zu tun haben.
Der eigentliche Vorwurf des Artikels besteht auch nicht an Guttenbergs Zweifeln an der Quelle-Rettung, sondern darin, dass er dazu neigt, häufiger eine Position zu vertreten und dann eine andere mitzutragen. So passiert bei den Staatshilfen und Verhandlungen für Opel, bei denen er es sich nicht nehmen ließ, eine Entscheidung, für die er mitverantwortlich zeichnet, im Nachhinein zu kritisieren.
Der Vorwurf lautet also nicht: "Er zweifelt an den Staatshilfen für Quelle," sondern "er handelt opportunistisch." Schließlich schafft er für sich eine Win-Win-Situation, wenn er einerseits eine Entscheidung trägt, sie aber andererseits öffentlich diskreditiert. Egal, wie sich die Hilfen für Opel auswirken: Guttenberg wird positiv dastehen: entweder als derjenige, der die "wichtige Entscheidung gegen persönliche Überzeugungen mitgetragen hat", also jemand, der Sachentscheidungen über eigene Ambitionen stellen kann, oder als derjenige, der als einziger Beteiligter einen klaren Kopf bewahrt und die Entscheidung kritisiert hat.
Das Problem ist: im Nachhinein kann ich auch nicht mehr ablesen, ob seine ausgesprochenen Meinungen jeweils tatsächlich seine Meinungen waren, also, was ich von ihm langfristig zu erwarten habe.
Entschuldigen Sie, aber das "pomadisierte Haar" hat nun wirklich kein besonderes Potential, als Wahlkampfthema missbraucht zu werden, ebenso wenig wie es der "Baron aus Bayern" war. Jedem Wähler, dessen Gehirn nicht auf Standby geschaltet ist, um nur dann genutzt zu werden, wenn man es gezielt anspricht, wird merken, dass solche Argumente nun wirklich nichts mit Guttenbergs Qualifikation zu tun haben.
Der eigentliche Vorwurf des Artikels besteht auch nicht an Guttenbergs Zweifeln an der Quelle-Rettung, sondern darin, dass er dazu neigt, häufiger eine Position zu vertreten und dann eine andere mitzutragen. So passiert bei den Staatshilfen und Verhandlungen für Opel, bei denen er es sich nicht nehmen ließ, eine Entscheidung, für die er mitverantwortlich zeichnet, im Nachhinein zu kritisieren.
Der Vorwurf lautet also nicht: "Er zweifelt an den Staatshilfen für Quelle," sondern "er handelt opportunistisch." Schließlich schafft er für sich eine Win-Win-Situation, wenn er einerseits eine Entscheidung trägt, sie aber andererseits öffentlich diskreditiert. Egal, wie sich die Hilfen für Opel auswirken: Guttenberg wird positiv dastehen: entweder als derjenige, der die "wichtige Entscheidung gegen persönliche Überzeugungen mitgetragen hat", also jemand, der Sachentscheidungen über eigene Ambitionen stellen kann, oder als derjenige, der als einziger Beteiligter einen klaren Kopf bewahrt und die Entscheidung kritisiert hat.
Das Problem ist: im Nachhinein kann ich auch nicht mehr ablesen, ob seine ausgesprochenen Meinungen jeweils tatsächlich seine Meinungen waren, also, was ich von ihm langfristig zu erwarten habe.
Herr von Guttenberg hat es im Gegensatz zu seinem Vorgänger verstanden, sich sachkundig und engagiert einzumischen in das politische Tagesgeschäft und hat sich in Kürze eine große Popularität verschafft. Er wirkt jung und dynamisch und äußert sich pointiert.Sein Eintritt in das Bundeskabinett war eine gute Wahl unabhängig davon, wie man sonst politisch positioniert sein mag.
formuliert.
Der Vergleich zum Vorgänger beweist es.
Diesem Kommentar stimme ich zu. Mit Herrn zu Guttenberg hat die Politik endlich wieder einen Minister mit Persönlichkeit und Format, dem wir unsere Wirtschaft guten Gewissens anvertrauen können. Ich hoffe nur, dass nicht irgendein Parteibonze ihm Knüppel zwischen die Beine wirft!
formuliert.
Der Vergleich zum Vorgänger beweist es.
Diesem Kommentar stimme ich zu. Mit Herrn zu Guttenberg hat die Politik endlich wieder einen Minister mit Persönlichkeit und Format, dem wir unsere Wirtschaft guten Gewissens anvertrauen können. Ich hoffe nur, dass nicht irgendein Parteibonze ihm Knüppel zwischen die Beine wirft!
Wenige Monate vor einer Wahl gibt es null Spielraum für politische Grundsatzprojekte. Insofern kann man das auch nicht von zu Guttenberg erwarten und wird ihm im Gegenzug bis zur Bundestagswahl kein sonderlich aussagekräftiges Zeugnis ausstellen können. Wenn man die Messlatte bei zu Guttenberg anlegen will, dass sollte man zuerst den Vergleich zum Vorgänger anstellen. Ich habe selbst von den schärfsten politischen Gegnern noch nicht gehört, das sie sich Michael Glos zurück wünschen.
Bei dem, was die politische Bühne in Deutschland sonst so an Personal bietet, ist man über das frische Lüftchen, das durch von zu Guttenberg in Berlin weht, doch fast dankbar. Natürlich ist auch er nicht der perfekte Politiker. Aber im Vergleich zu Sigmar Gabriel oder Olaf Scholz doch der eher zu akzeptierende Politikertyp.
Wir haben in Deutschland bekanntlich eine Parteiendemokratie - Kritiker sprechen gern von einer Parteiendiktatur. Spitzenämter und -positionen werden nicht von den Bürgern sondern von den Parteien vergeben. Üblicherweise nur an Leute, die sich um die Partei verdient gemacht haben. Quereinsteiger haben kaum eine Chance, denn sie haben sich nicht jahrzehntelang in der Parteiarbeit bewährt und verdient gemacht. Unter den Rahmenbedingungen freue ich mich über einen vergleichsweise jungen und unverbrauchten zu Guttenberg, der auch meine Generation etwas repräsentiert.
Der amtierende Wirtschaftsminister der CSU aus Franken wirft hin, weil er nicht mehr mag. Also braucht man einen neuen Wirtschaftsminister. Welche Qualifikationen sind notwendig? CSU, Franke u. Kompetenz.
Die beiden ersten Qualifikationen konnte von zu Guttenberg erfüllen. Leider war zu Guttenberg bis dato Außenpolitiker. Was soll es, erfindet man eben die Wirtschaftskompetenz. Herr Seehofer und Herr zu Guttenberg stellen sich vor die Presse und suggerieren diese Wirtschaftskompentenz habe zG in einem eigenen mittelständischen Unternehmen erworben. Die gutwollende Presse griff dies auf und machte ihn eins zwei zum Geschäftsführer eines Trockenbauunternehmens mit 37 Angestellten. Dies ging so lange gut, bis sich die Trockenbaufirma von Guttenberg distanzierte. Das NDR-Magazin Zapp und Panorama brachten dann Berichte, wie die Wirtschaftskompetenz zu Guttenbergs tatsächlich aussieht. Nämlich die Führung einer eigenen Vermögensverwaltung mit 3 Mitarbeitern, die zudem schon seit ca. 5 Jahren beendet ist.
Der einfache Bürger, denkt jetzt kommt eine flächendeckende Berichtigung in den Medien. Herr Jörges vom Stern z. B. hat einen Artikel über Guttenberg geschrieben eben mit dem Verweis auf diese Trockenbaufirma. Eine Berichtigung im Stern konnte ich nicht lesen. Daraufhin habe ich den Chefredakteur Kinkel per email angeschrieben und auf den Sachverhalt hingewiesen. Das Ergebnis war man hat sich bei mir bedankt und werde es künftig berücksichtigen. Einige Tage später sah ich dann Jörges (sehr beliebt bei vielen Zuschauern, wegen der klaren Aussprache) als Gast bei Maybritt Illner. Und da nahm er den ebenfalls anwesenden zu Guttenberg massiv gegen Schröder in Schutz. Dieser plane eine ähnliche Schmutzkampagne mit dem "Baron aus Bayern" sowie mit dem "Professor aus Heidelberg". Auf die mangelnde Wirtschaftskompetenz hat Herr Jörges nicht hingewiesen.
Jörges ist nur ein Paradebeispiel - andere Journalisten haben sich nicht wirklich besser verhalten.
Und jetzt, nachdem man zu Guttenberg zu einem der beliebtesten Politiker, gleich nach der Kanzlerin (FdJ-Sekretärin und Irakkriegsbefürworterin) gemacht hat,kommt, wie so oft, alibimäßig ein kritischer Artikel, der aber keinen Schaden anrichtet. Wie es anders laufen kann, sah man bei Frau Ypsilanti. "Fratze der Macht" hat selbst die Zeit einen Artikel überschrieben.
Ich frage mich, welche Interessen vertritt die deutsche Medienlandschaft?
Demokratische, freie und objektive Berichterstattung ist dies wohl nicht!
Haben Sie vergessen, das es Zeitungen wie die TAZ, die FAZ etc. pp. gibt und Sendungen wie aus der anstalt, quer und einige mehr oder Kabarettisten, die dauernd in den Öffentlichen (also auch von den Steuergeldern von Liberalen bezahlt) laufen, wie Pispers, Schramm, etc. die ALLES was nur halbwegs nach konservativ oder liberal klingt unter den Tisch schimpfen?
Das sind auch unsere deutschen Medien?
Zu Guttenberg: Er wird nicht grundlos populär sein. Vielleicht teilt einfach der Großteil der Bevölkerung seine Einstellung gegen Wahlgeschenke. Wenn der Staat den Konkurrenten von kleineren Firmen oder Geschäften rettet bzw. stärkt, braucht keiner davon ausgehen, dass deren Mitarbeiter danach Staatsfans werden...
Ich glaube viel mehr erwartet keiner von Guttenberg. Das er kein Heilsbringer ist sondern eher ein unerfahrener Charismatiker, der die Volksseele (der meisten) erkannt hat.
Wenn ich ihn aber mit Hubertus Heil vergleiche, kann ich nur sagen, dass die Union großes Glück mit ihrem Nachwuchs hat...
______________________________________________________________________
"Zweifel ist keine angenehme Voraussetzung, aber Gewißheit ist eine absurde."
"Du bist anderer Meinung als ich und ich werde dein Recht dazu bis in den Tod verteidigen"
- Voltaire
Haben Sie vergessen, das es Zeitungen wie die TAZ, die FAZ etc. pp. gibt und Sendungen wie aus der anstalt, quer und einige mehr oder Kabarettisten, die dauernd in den Öffentlichen (also auch von den Steuergeldern von Liberalen bezahlt) laufen, wie Pispers, Schramm, etc. die ALLES was nur halbwegs nach konservativ oder liberal klingt unter den Tisch schimpfen?
Das sind auch unsere deutschen Medien?
Zu Guttenberg: Er wird nicht grundlos populär sein. Vielleicht teilt einfach der Großteil der Bevölkerung seine Einstellung gegen Wahlgeschenke. Wenn der Staat den Konkurrenten von kleineren Firmen oder Geschäften rettet bzw. stärkt, braucht keiner davon ausgehen, dass deren Mitarbeiter danach Staatsfans werden...
Ich glaube viel mehr erwartet keiner von Guttenberg. Das er kein Heilsbringer ist sondern eher ein unerfahrener Charismatiker, der die Volksseele (der meisten) erkannt hat.
Wenn ich ihn aber mit Hubertus Heil vergleiche, kann ich nur sagen, dass die Union großes Glück mit ihrem Nachwuchs hat...
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"Du bist anderer Meinung als ich und ich werde dein Recht dazu bis in den Tod verteidigen"
- Voltaire
hat ja wohl eindeutig mehr Substanz als Guttenberg! Gabriels Problem ist halt, dass er klar und direkt formuliert, im Gegensatz zu dem allseits beliebten wolkigen, was die ganzen -zugegebenermaßen erfolgreichen- Unionspolitiker, angefangen von der Kanzlerin bis Guttenberg, nicht tun.
Ausgerechnet Gabriel Substanz attestieren zu wollen, ist unfreiwillig beste Ironie. Den halten nicht nur die Wähler und sondern sogar die eigene Partei Gabriel für einen völlig substanzlosen Politiker, der sein Fähnchen immer in den Wind hängt.
Für den Anfang könnten Sie mal den aktuellen Artikel über Gabriel hier in der Zeit lesen: «Wie keinem anderen sozialdemokratischen Spitzenpolitiker haftet ihm der Ruf des Unsteten an: hochbegabt, aber wenig vertrauenswürdig, einer, der von Thema zu Thema springt, der seine Positionen in Windeseile wechselt, wenn es nur seinem Fortkommen dient..»
http://www.zeit.de/online...
... entschuldigen Sie, aber das kann nicht Ihr Ernst sein ....
Dieser Mann hat von tuten und blasen keine Ahnung und schafft es mit an Gleitgeel grenzender Glitschigkeit, sich immer irgend ein kleines Themchen auszusuchen bei dem er sich sicher sein kann, irgendeine Bürgerschicht hinter sich zu haben. Nichts als ein Populist, durch und durch und das nicht nur im Wahljahr, sondern durchgehend ....
Was dieser Mann in seinen Amtsjahren nicht geschafft hat ist unfassbar ...
_________________
Aus so krummem Holz wie der Mensch geschnitzt, lässt sich nichts gerades zimmern. - i.kant-
dreimal schneller als er denkt.
Genau wie Clement.
Ausgerechnet Gabriel Substanz attestieren zu wollen, ist unfreiwillig beste Ironie. Den halten nicht nur die Wähler und sondern sogar die eigene Partei Gabriel für einen völlig substanzlosen Politiker, der sein Fähnchen immer in den Wind hängt.
Für den Anfang könnten Sie mal den aktuellen Artikel über Gabriel hier in der Zeit lesen: «Wie keinem anderen sozialdemokratischen Spitzenpolitiker haftet ihm der Ruf des Unsteten an: hochbegabt, aber wenig vertrauenswürdig, einer, der von Thema zu Thema springt, der seine Positionen in Windeseile wechselt, wenn es nur seinem Fortkommen dient..»
http://www.zeit.de/online...
... entschuldigen Sie, aber das kann nicht Ihr Ernst sein ....
Dieser Mann hat von tuten und blasen keine Ahnung und schafft es mit an Gleitgeel grenzender Glitschigkeit, sich immer irgend ein kleines Themchen auszusuchen bei dem er sich sicher sein kann, irgendeine Bürgerschicht hinter sich zu haben. Nichts als ein Populist, durch und durch und das nicht nur im Wahljahr, sondern durchgehend ....
Was dieser Mann in seinen Amtsjahren nicht geschafft hat ist unfassbar ...
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Aus so krummem Holz wie der Mensch geschnitzt, lässt sich nichts gerades zimmern. - i.kant-
dreimal schneller als er denkt.
Genau wie Clement.
Ausgerechnet Gabriel Substanz attestieren zu wollen, ist unfreiwillig beste Ironie. Den halten nicht nur die Wähler und sondern sogar die eigene Partei Gabriel für einen völlig substanzlosen Politiker, der sein Fähnchen immer in den Wind hängt.
Für den Anfang könnten Sie mal den aktuellen Artikel über Gabriel hier in der Zeit lesen: «Wie keinem anderen sozialdemokratischen Spitzenpolitiker haftet ihm der Ruf des Unsteten an: hochbegabt, aber wenig vertrauenswürdig, einer, der von Thema zu Thema springt, der seine Positionen in Windeseile wechselt, wenn es nur seinem Fortkommen dient..»
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... entschuldigen Sie, aber das kann nicht Ihr Ernst sein ....
Dieser Mann hat von tuten und blasen keine Ahnung und schafft es mit an Gleitgeel grenzender Glitschigkeit, sich immer irgend ein kleines Themchen auszusuchen bei dem er sich sicher sein kann, irgendeine Bürgerschicht hinter sich zu haben. Nichts als ein Populist, durch und durch und das nicht nur im Wahljahr, sondern durchgehend ....
Was dieser Mann in seinen Amtsjahren nicht geschafft hat ist unfassbar ...
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Aus so krummem Holz wie der Mensch geschnitzt, lässt sich nichts gerades zimmern. - i.kant-
die Medien haben ihn dazu gemacht, aus welchen Gründen auch immer.
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