Iran Tränengas gegen Demonstranten in Teheran
Das Regime hatte gewarnt: Wer am Jahrestag der Studentenunruhen von 1999 eine Versammlung vorbereite, der werde "zerquetscht". Trotzdem demonstrierten heute Hunderte
In der iranischen Hauptstadt Teheran haben am Donnerstag trotz harscher Drohungen der Behörden wieder zahlreiche Menschen gegen das Regime demonstriert. Wie Augenzeugen berichteten, nahmen auf dem Enghelab-Platz in der Nähe der Universität mehrere Hundert junger Leute an einer Kundgebung zum Gedenken an die Studentenproteste vom 9. Juli 1999 teil. Sie riefen "Tod dem Diktator", die Polizei setzte Tränengas ein und löste die Versammlung auf.
Parallel dazu versammelte sich eine größere Menschenmenge auf der Vali-e-Asr Straße und skandierte "Lasst die politischen Gefangenen frei".
Die Berichterstattung aus Iran ist sehr eingeschränkt, viele Informationen stützen sich auf Augenzeugenberichte und auf Twitter. Auch das Versenden von SMS ist seit drei Tagen wieder abgeschaltet, um die Koordination der Opposition zu erschweren. Alle Universitäten wurden am Dienstag und Mittwoch offiziell geschlossen unter dem Vorwand, der Smog in Teheran sei zu heftig. Donnerstag und Freitag sind in Iran Wochenende.
Am Donnerstagvormittag waren in Teheran Flugblätter verteilt worden, die die Menschen zur Teilnahme an der Protestkundgebung aufforderten. Die Teheraner Stadtverwaltung hatte dagegen alle Gedenkveranstaltungen strikt untersagt. Falls jemand "unter dem Einfluss konterrevolutionärer Fernsehsender" solche Veranstaltungen vorbereite, werde er "unter den Füßen des wachsamen Volkes zerquetscht", erklärte der Gouverneur der iranischen Hauptstadt, Morteza Tamadon, nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Irna.
Unterdessen konnte der französische Botschafter in Teheran erstmals die als "Spionin" festgenommene französische Lektorin Clotilde Reiss im Gefängnis besuchen. "Die junge Frau ist bei guter Gesundheit, aber natürlich sehr besorgt", hieß es anschließend aus französischen diplomatischen Kreisen. Der Botschafter habe ihr Kleidung, Bücher und Briefe ihrer Familie übergeben.
Präsident Nicolas Sarkozy hatte Teheran zuvor aufgefordert, die junge Frau sofort freizulassen. Diese hat auf einer Protestdemonstration in Isfahan mit ihrem Handy einige Fotos gemacht. Sarkozy nannte die Spionagevorwürfe "reine Fantasie". Auch ein iranischer Mitarbeiter der britischen Botschaft sitzt nach wie vor hinter Gittern. Ein enger Mitarbeiter des Obersten Religionsführers Ali Chamenei erklärte, Frankreich und Großbritannien seien in punkto Einmischung in die inneren Angelegenheiten Irans "schlimmer als die Vereinigten Staaten".
- Datum 03.09.2009 - 10:03 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, 10.7.2009 - 17:27 Uhr
- Kommentare 6
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ist grö+er und stärker, als die Angst, jeglicher Systemstrukturen!!!!!!!!
Durchhalten, Bitte.
...sondern die generalstabsmäßige geheimdienstliche Erfassung iranischer Demonstranten im In- und Ausland und die zu erwartenden Repressalien
Beklemmender Bericht eines iranischen Bloggers dazu:
http://www.tagesschau.de/...
Dort liegt die eigentliche Gefahr! Ich glaube mittlerweile nicht mehr ans Überleben des iranische Widerstandes.
Der Rest der Welt muss unbedingt weiter hinschauen, wir dürfen dieses Thema nicht untergehen lassen! Zuviele Volksaufstände verlieren an Energie, wenn die Welt ihren Blick abwendet! Die neuen Medien bieten eine größere Chance als Unterstützer des Wandels, als bisher angenommen. Das Internet bietet Möglichkeiten sich zu engagieren und/oder seine Unterstützung zu bekunden, lasst uns diese wahrnehmen! Hier nur mal ein Vorschlag, der nicht viel Zeit in Anspruch nimmt, aber durchaus Potential hat: kann man ja auch auf x-beliebige networks und foren ausweiten. Denkt drüber nach!
hier gibt es noch eine weitere Internetadresse auf Deutsch:
www.amnesty.de/mitmachen
zurecht stehen die Mullahs von Teheran im Scheinwerfer westlicher Aufmerksamkeit. Nichts ist hinnehmbar, keine manipulierte Wahl, keine Willkür gegen Demonstrationen ... Nur .... derlei wünsche ich täglich über die Zustände in Saudiarabien, Kuweit zu lesen .... gegen diese in den Müll der Geschichte gehörenden StrukturDiktaturen, gegen diese sind die gesellschaftspolitischen Umstände dieser persischen "Schiitendemokratie" geradezu das Paradies .... wenn auch weit entfernt von unserem westlichen Anspruch an eine politische Wirklichkeit im 21. Jahrhundert. Eine moderne Gesellschaftsauffassung hat sich in Persien artikuliert und wurde erhört ! Und jetzt ?
"unserem westlichen Anspruch an eine politische Wirklichkeit im 21. Jahrhundert. "
Da steckt das Problem - statt irgendwelche Ansprüche zu stellen sollten man die Völker die andere Werte haben in Ruhe lassen.Eine rote Linie ist allerdings Folter,fehlende Rechtsstaatlichkeit usw. - Demokratie in aller Länder zB muss nicht sein - im Falle von China glaube ich dass dass kaum funktionieren würde ,das Land braucht halt eine straffe Führung .
"unserem westlichen Anspruch an eine politische Wirklichkeit im 21. Jahrhundert. "
Da steckt das Problem - statt irgendwelche Ansprüche zu stellen sollten man die Völker die andere Werte haben in Ruhe lassen.Eine rote Linie ist allerdings Folter,fehlende Rechtsstaatlichkeit usw. - Demokratie in aller Länder zB muss nicht sein - im Falle von China glaube ich dass dass kaum funktionieren würde ,das Land braucht halt eine straffe Führung .
"unserem westlichen Anspruch an eine politische Wirklichkeit im 21. Jahrhundert. "
Da steckt das Problem - statt irgendwelche Ansprüche zu stellen sollten man die Völker die andere Werte haben in Ruhe lassen.Eine rote Linie ist allerdings Folter,fehlende Rechtsstaatlichkeit usw. - Demokratie in aller Länder zB muss nicht sein - im Falle von China glaube ich dass dass kaum funktionieren würde ,das Land braucht halt eine straffe Führung .
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