Weltraum Als die Welt mondsüchtig war
Vor 40 Jahren landeten erstmals Menschen auf dem Mond und schrieben Geschichte. Noch heute fasziniert der Himmelskörper. Denn viele seiner Rätsel sind noch ungelöst

© Nasa
Am 20. Juli 1969 spaziert Edwin "Buzz" Aldrin auf dem Mond. Das Hissen der US-amerikanischen Flagge auf dem Himmelskörper entscheidet das Wettrennen im All. Eine halbe Milliarde Menschen verfolgen das Ereignis
Am 16. Juli 1969 herrscht in Florida Volksfeststimmung. Mehr als eine Million Menschen sind zum Cape Kennedy gekommen, um Geschichte mitzuerleben. Drei amerikanische Astronauten, Neil Armstrong, Edwin Aldrin und Michael Collins, reisen zum Mond. Erstmals sollen Menschen den Erdtrabanten betreten.
Weltweit verfolgen mehr als 600 Millionen Zuschauer, wie die Triebwerke zünden und Flammen aus dem Heck der zehn Meter dicken Mondrakete schießen. Ein paar Sekunden Stillstand, infernalischer Lärm und der 36 Stockwerke hohe Gigant beginnt nach oben zu steigen. Apollo 11 ist planmäßig um 9.32 Uhr Ortszeit gestartet.
Vier Tage später öffnet Neil Armstrong die Ausstiegsluke der knapp sechseinhalb Meter hohen Landefähre. Langsam klettert er die Leiter hinunter, um auf der letzten Stufe innezuhalten. Kurz bevor der 38-jährige Testpilot aus Ohio seinen Fuß in den Mondstaub setzt, sagt er: "Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit."
"Ich habe die ganze Nacht vor dem Fernseher gesessen", erzählt Johann-Dietrich Wörner, Chef der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln. Wie der damals 15-jährige Gymnasiast schlagen sich Millionen Zuschauer in Deutschland die Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1969 um die Ohren. Sie fiebern mit den Astronauten, als sich die Landefähre von der Weltraumkapsel löst und Michael Collins einsam zurückbleibt.
Kurz vor vier Uhr morgens hören sie Armstrongs berühmten Satz und sehen flackernde Schwarzweißbilder zweier Gestalten in glänzenden Raumanzügen, die im Mondstaub herumstapfen und wie Kängurus hüpfen. Von der Szene, als die Stange mit der Stars-and-Stripes-Flagge in den Mondboden gerammt wird, gibt es später sogar Farbfotos.
Das kosmische Wettrennen der Supermächte ist in diesem Moment entschieden. Doch eigentlich geht es um die Vorherrschaft auf der Erde. Wissenschaft und Technologie sind die Werkzeuge, um den Kalten Krieg zu gewinnen. So ist die Ankündigung von US-Präsident John F. Kennedy am 25. Mai 1961 kühn, bis Ende der Dekade einen Menschen 380.000 Kilometer weit zum Mond zu befördern und sicher zurückzubringen. Denn die Sowjetunion liegt im Weltraum vorn. Sie hat 1957 mit dem Sputnik den ersten Satelliten und mit Jurij Gagarin – nur eineinhalb Monate vor Kennedys Rede – den ersten Menschen ins All geschossen. Sowjetische Sonden erreichen als erste den Mond, umkreisen ihn und landen.
Doch das von Kennedy initiierte Apollo-Programm wird zur Erfolgsstory. Der gewaltigen Saturn-V-Rakete hat die Sowjetunion nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen. Eher als Nebenprodukt lassen sich mit immer stärkeren Raketen auch Satelliten und Menschen ins All befördern. Kurz vor Weihnachten 1968 kreist mit Apollo 8 erstmals eine bemannte Sonde um den Mond. Im Grunde geht es den USA und der Sowjetunion darum, ihre Macht zu demonstrieren. Denn mit Raketen lassen sich auch Nuklearwaffen um die Erde schicken.
- Datum 17.07.2009 - 18:47 Uhr
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Auf keinem Fall gab es Farbfernsehbilder von der ersten Mondlandung! Wieso der Autor denkt, dass die US Flage farbig übertragen wurde, lag an Fotos, die farbig aufgezeichnet wurden.
Prof. Dr. Eduard Heindl
Lieber Herr Prof. Heindl, wie unser Autor recherchiert hat, wurden auf dem Mond tatsächlich Filmaufnahmen in Farbe gemacht – aber wohl nicht live übertragen, wie Sie richtig anmerken. Unser Autor Herr Janositz geht der Sache aber weiter nach. Sollte er noch etwas Spannendes dazu herausfinden, lesen Sie es hier. Vielen Dank, wir haben die Passage geändert. Herzliche Grüße aus der ZEIT ONLINE Wissen Redaktion.
Lieber Herr Prof. Heindl, wie unser Autor recherchiert hat, wurden auf dem Mond tatsächlich Filmaufnahmen in Farbe gemacht – aber wohl nicht live übertragen, wie Sie richtig anmerken. Unser Autor Herr Janositz geht der Sache aber weiter nach. Sollte er noch etwas Spannendes dazu herausfinden, lesen Sie es hier. Vielen Dank, wir haben die Passage geändert. Herzliche Grüße aus der ZEIT ONLINE Wissen Redaktion.
"Wie der damals 15-jährige Gymnasiast schlagen sich Millionen Zuschauer in Deutschland die Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1969 um die Ohren. [...] Kurz vor vier Uhr morgens hören sie Armstrongs berühmten Satz."
Eine kleine, aber ganz interessante Randnotiz:
Zumindest die deutschen Zuschauer haben damals gar nicht gehört, das Armstrong seinen berühmten Satz von sich gab. Der deutsche Fernsehkommentator las zwar im Nachhinein die deutsche Übersetzung dieses Satzes aus dem Skript vor, das Originalzitat selbst war aus irgend einem Grund jedoch tatsächlich nicht zu hören.
Aber fragen Sie mal Jemanden, der die erste Mondlandung damals live erlebt habt, ob er sich daran erinnert wie Armstrong diesen Satz gesagt hat - die meisten Leute werden die Frage bejahen und damit ein schönes Beispiel dafür abgeben, wie uns unsere Erinnerung manchmal einen Streich spielt...
Lieber Herr Prof. Heindl, wie unser Autor recherchiert hat, wurden auf dem Mond tatsächlich Filmaufnahmen in Farbe gemacht – aber wohl nicht live übertragen, wie Sie richtig anmerken. Unser Autor Herr Janositz geht der Sache aber weiter nach. Sollte er noch etwas Spannendes dazu herausfinden, lesen Sie es hier. Vielen Dank, wir haben die Passage geändert. Herzliche Grüße aus der ZEIT ONLINE Wissen Redaktion.
das würde mich auch interessieren: Gerüchteweise waren diese ersten Farbaufnahmen nämlich ziemlich unbrauchbar. Das Filmmaterial war auf die spektrale Zusammensetzung des Sonnenlichts auf der Erde abgestimmt, und die Bilder vom Mond daher recht farbstichig.
das würde mich auch interessieren: Gerüchteweise waren diese ersten Farbaufnahmen nämlich ziemlich unbrauchbar. Das Filmmaterial war auf die spektrale Zusammensetzung des Sonnenlichts auf der Erde abgestimmt, und die Bilder vom Mond daher recht farbstichig.
Der erste ist sowohl weltberühmt als auch nicht von ihm. Man hat nichts dem Zufall überlassen, die Formulierung stammt aus der Feder von Norman Mailer.
Was aber hatte es auf sich mit diesem ominösen letzten Satz: Good luck, Mister Gurski? Zunächst nahm man an, dieser Mister Gurski sei ein russischer Kosmonaut, den Armstrong kannte, das stimmte aber nicht. Dann geriet der Satz für Jahrzehnte in Vergessenheit, bis sich bei einem Playboy-Interview mit Armstrong zeigte, dass nie jemand auf die Idee gekommen war, den Kapitän von Apollo 11 selbst zu befragen. Dem Playboy erzählte er folgende Geschichte:
Als A. ein Bub war, wohnte er in direkter Nachbarschaft zu einer Familie Gurski und als beim Spielen ein Football auf deren Grundstück fiel, direkt unter das Schlafzimmerfenster, wurde little Neal auserkoren, den Ball zurückzuholen. Dabei schnappte er folgenden Satz auf aus dem Schlafzimmer der Gurskis:
"You want a fu**ing blow job? You get a fu**ing blow job when the neighbors son is walking on the moon!"
Good luck, Mr. Gurski...
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Lassen wir Taten folgen:
Werden Sie Mitglied, wählen Sie die Piratenpartei.
Für Freiheit und Demokratie.
Denn etwas besseres als den Tod finden wir überall.
allem politischem Kalkül : Das Wettrennen zum Mond hatte als Triebfeder
auch eine Eigenschaft des Menschen, die uns schon immer vorangetrieben hat : Die Neugier.
das würde mich auch interessieren: Gerüchteweise waren diese ersten Farbaufnahmen nämlich ziemlich unbrauchbar. Das Filmmaterial war auf die spektrale Zusammensetzung des Sonnenlichts auf der Erde abgestimmt, und die Bilder vom Mond daher recht farbstichig.
Ich meine mal gelesen zu haben, dass die Bilder vom Mond mehr oder minder unbrauchbar waren und um was zeigen zu können, hat man die Bilder in irgendeiner Wüste nachfotografieren lassen.
Ich meine mal gelesen zu haben, dass die Bilder vom Mond mehr oder minder unbrauchbar waren und um was zeigen zu können, hat man die Bilder in irgendeiner Wüste nachfotografieren lassen.
Ich meine mal gelesen zu haben, dass die Bilder vom Mond mehr oder minder unbrauchbar waren und um was zeigen zu können, hat man die Bilder in irgendeiner Wüste nachfotografieren lassen.
Dem stimme ich gerne zu.
Allerdings bei den Deutschen, hm, da bin ich mir nicht so ganz sicher.
Es ist zwar richtig: Die Amerikaner wollen zum Mond, die Russen wollen zum Mond, die Chinesen wollen zum Mond, die Inder wollen zum Mond, die Japaner nicht zu vergessen.
Nur die Deutschen, die wollen immer noch nach Mallorca ;-).
Sie hatten, und das werfe ich ihnen vor, es nicht einmal hinbekommen, eine Gedenkfeier für das 50-jährige Jubiläum des ersten erfolgreichen Starts der ersten echten Weltraumrakete, der A4 (und späteren V2) zu veranstalten. Denn diese Rakete war ja "befleckt". Nun, einem Franzosen wäre das nicht passiert.
Stattdessen werden tiefschürfende Psychogramme über Wernher von Braun erstellt. Er hat einem totalitären Regime gedient. Hat Korolojow auch. Warum verlangt man von solchen Leuten immer, dass sie perfekte Heilige zu sein haben. (Und es tat gut, zu sehen, wie Jesco von Puttkamer sich in Panzers Sendung erst gar nicht auf diese Diskussion einließ.)
Und ist es nicht typisch, dass hier schon wieder mehr darüber diskutiert wird, ob die Aufnahmen echt und der Satz von Armstrong von ihm selbst oder von Norman Mailer war? (Ist insbesondere Letzteres nicht "so was von egal"? Kommt es nicht viel mehr darauf an, ob man sich mit den Sätzen (im Sinne von Aussagen) identifiziert? Und ob sie passen?)
Eine Reihe von Leuten haben viel Geld dafür ausgegeben, die Erfahrung eines Orbitaufenthaltes machen dürfen. (Zeigen Sie mir eine "Domina", die 20 Millionen $ für eine 14-tägige Dienstleistung verlangen darf.) Ein Deutscher Privatier war noch nicht darunter.
Aber vielleicht wird das ja noch.
Herzlichst Crest
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