Schweinegrippe H1N1-Erreger befällt die Lunge

Die Amerikanische Grippe verursacht stärkere Schäden in den Atemwegen als andere Influenza-Viren. Auf antivirale Medikamente reagiert der Erreger allerdings empfindlich.

Medizinisches Personal würde den Impfstoff zuerst bekommen. Danach könnten Risikogruppen, wie Schwangere oder Menschen mit Vorerkrankungen geimpft werden

Medizinisches Personal würde den Impfstoff zuerst bekommen. Danach könnten Risikogruppen, wie Schwangere oder Menschen mit Vorerkrankungen geimpft werden

Das neue sogenannte Schweinegrippe-Virus vom Typ H1N1 verursacht stärkere Lungenschäden als ein herkömmliches Grippevirus. Auf der anderen Seite reagiert es empfindlich auf Antigrippemittel wie Tamiflu. Dies ergaben Versuche mit H1N1-Erregern, die von japanischen und amerikanischen Forscher an Tieren getestet wurden.

Außerdem zeigte sich, dass die Amerikanische Grippe zwar Schweine befällt, diese aber keine oder nur milde Symptome haben. Das könnte erklären, warum das Virus lange unentdeckt blieb, schreiben die Forscher um Yoshihiro Kawaoka von der Universität von Wisconsin in Madison in der Online-Ausgabe des Magazins Nature.

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Zudem hat das neue Virus offenbar eine relativ große Ähnlichkeit mit dem Pandemie-Erreger von 1918 – der "Spanischen Grippe". Erkennbar war das an der Tatsache, dass das Immunsystem von Menschen, die vor 1920 geboren wurden, noch auf das Schweinegrippe-Virus reagierte. Wer nach 1920 auf die Welt gekommen war, dessen Abwehrstoffe (Antikörper) "erkannten" den Erreger nicht mehr.

H1N1 enthält eine Kombination von Erbmaterial verschiedener auf Schweine, Menschen oder Vögel spezialisierten Viren. Deshalb ist der Begriff "Schweinegrippe" irreführend – bisher infizierte der Erreger in erster Linie Menschen. Dass es ursprünglich einmal von Schweinen auf den Menschen übertragen wurden, konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

Um herauszufinden, ob eine Übertragung von Schwein zu Mensch theoretisch möglich ist, schleuste nun ein deutsches Forscherteam um Thomas Vahlenkamp vom Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems das Virus in Schweine ein.

Leser-Kommentare
  1. Kann mir einer erklären, warum spanische Grippe, Hongkong-Grippe oder amerikanische Grippe nicht diskriminierend sind, Mexiko-Grippe aber doch. Die Grippen wurden immer nach dem Entstehungsort benannt. Wo liegt das Problem.

  2. ein Beitrag der Pharmaindustrie. Wir lieben zu heilen

  3. Zu Zeiten von Spanien und Honkong dachte man einfach noch nicht so politisch korrekt. Heute, nach einem Bewusstseinsschub, ahnt man, dass sich ganz Lateinamerika ans Bein gepinkelt fühlen würde, sollte man die neue Grippe den Mexikanern anhängen. Wirtschaftlich benachteiligt, von den USA geknechtet und in neokolonialer Abhängigkeit gehalten auch noch Namensträger einer Seuche sein zu müssen - das ginge wohl zu weit. Denkt sich wohl zumindest die ZEIT, welche sich meinem Eindruck nach seuchenmässig als erstes Publikationsorgan weg von Schweinchen und Mexikanern hin zu Amerika orientiert hatte.

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