Uiguren-Provinz Ausgangssperre nach neuen Unruhen

Die chinesische Polizei hat im Anschluss an das Freitagsgebet Proteste der Uiguren aufgelöst. Mehrere Menschen wurden verhaftet. Viele Bewohner verlassen die Stadt

Obwohl die Moscheen in der chinesischen Uiguren-Provinz Xinjiang geschlossen bleiben sollten, versammelten sich mehrere Hundert Menschen zum Freitagsgebet in den Moscheen der Hauptstadt Ürümqi. Nahe der Weißen Moschee nahmen schwer bewaffnete Bereitschaftspolizisten mindestens fünf Angehörige der muslimischen Minderheit im Anschluss an das Gebet fest.

Gepanzerte Fahrzeuge der Sicherheitskräfte blockierten die Straßen rund im die Moschee. Fernsehbilder der britischen BBC zeigten Polizisten, die brutal gegen Protestierer vorgingen und auf die Menschen einschlugen und eintraten.

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Ein BBC-Korrespondent berichtete, die Polizei habe die Ausrüstung von Journalisten beschlagnahmt, die Zeuge der Zusammenstöße geworden waren. Einige seien festgenommen worden. Den Angaben zufolge hatten die uigurischen Demonstranten die Freilassung Inhaftierter gefordert, die seit den Unruhen am Sonntag im Gefängnis sitzen.

Die Religionsbehörde hatte Berichte bestritten, wonach sie die Schließung der Moscheen offiziell angeordnet habe. Die Muslime seien aus "freien Stücken" zu Hause geblieben, sagte eine Sprecherin.

Die Demonstration war der erste Protest nach Tagen gespannter Ruhe. Bei Zusammenstößen in Xinjiang am Wochenende zwischen Han-Chinesen und muslimischen Uiguren waren mehr als 150 Menschen getötet und über 1000 Personen verletzt worden. Exil-Uiguren sprachen von bis zu 800 Toten.

Der chinesische Staatspräsident Hu Jintao hatte am Donnerstag angekündigt, mit harten Strafen gegen die Verantwortlichen vorzugehen und mit dem Aufmarsch tausender Soldaten militärische Stärke in Ürümqi demonstriert.

Nach den neuen Auseinandersetzungen haben die Behörden eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. In den vergangenen Tagen hatte die chinesische Führung tausende Polizisten und Paramilitärs eingesetzt, um der Gewalt in der Provinzhauptstadt Herr zu werden. Sie riegelten Uiguren und Chinesen mit harter Hand voneinander ab. Bereits am Dienstag hatten die Behörden eine nächtliche Ausgangssperre verhängt.

Ein Fotograf in Ürümqi hatte die Lage als "entspannter", aber nach wie vor explosiv beschrieben. Chinesische Taxifahrer steuerten aus Angst vor Übergriffen keine Ziele in Uiguren-Vierteln an, sagte er.

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