AKW Krümmel Pannenserie ohne Ende

Vattenfall gibt weitere Details zur Trafo-Panne und den Schäden an Brennelementen im Atommeiler Krümmel bekannt. Der Konzern will nun umfassend informieren. Doch entscheidende Fragen bleiben offen

Tuomo Hatakka wehrt sich mit ganzer Kraft. "Zu keinem Zeitpunkt haben wir Informationen zurückgehalten", sagt der Vorstandsvorsitzende von Vattenfall Europe mit fester Stimme. In Berlin hat der Energiekonzern in seine Zentrale eingeladen, um einen Zwischenbericht zu der jüngsten Pannenserie in seinem Kernkraftwerk Krümmel zu geben.

Gleich auf zwei DIN A4-Seiten haben Hatakkas Presseleute einen Zeitstrahl zur Informationspolitik nach dem Störfall in Krümmel am vergangenen Samstag vorbereitet: "12:02 Uhr Reaktorschnellabschaltung. 14:27 Pressemitteilung Vattenfall, 20:01 Einladung zur Pressekonferenz." Auf keinen Fall will der schwedische Energiekonzern den Eindruck stehen lassen, Details zum Vorfall zurückzuhalten. "Im Gegensatz zu dem Vorfall 2007 hat diesmal unsere Kommunikation funktioniert", betont Hatakka.

Kerzengrade sitzt Ernst Michael Züfle, der Chef der Nuklearsparte, neben Hattaka. Gleich mehrmals versichert der schmale Mann, wie sehr er den Vorfall vom vergangenen Wochenende bedauere. Die Situation erinnert sehr an den Juli 2007, als Vattenfall einen Trafo-Brand in Krümmel und einen Vorfall im AKW Brunsbüttel erklären musste. Schon damals beteuerte der Konzern, jeden Zwischenfall in seinen Atommeilern in Deutschland künftig umgehend zu veröffentlichen.

Am kommenden Samstag will Züfle nun die Einwohner Geesthachts, dem Kraftwerksstandort an der Unterelbe in der Nähe von Hamburg, zu einer Informationsveranstaltung ins Kraftwerk einladen. "Mir ist es wichtig, den Geesthachtern in die Augen zu schauen", sagt Züfle.

Die wohl wichtigste Information, die Vattenfall an diesem Donnerstag bekannt gab, war, dass es in Krümmel neben dem neuerlichen Kurzschluss in einem Transformator, der zur Notabschaltung führte, auch Schäden an einem oder mehreren Brennstäben gibt. Dies hatte der Konzern bereits am Wochenende in einer Pressemitteilung angedeutet. Die Manager nannten nun Details. Offenbar seien "einige wenige" der rund 80.000 Brennelemente im Reaktordruckbehälter beschädigt. Dadurch sei die Radioaktivität des Reaktorwassers angestiegen.

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An diesem Freitag will Vattenfall den Druckbehälter öffnen und nach den schadhaften Brennelementen suchen. Der Schaden stehe aber in keinem Zusammenhang mit der Schnellabschaltung, und er sei auch vor dem Wiederanfahren vor zwei Wochen noch nicht bekannt gewesen. Was allerdings Zweifel daran weckt, ob Vattenfall nach dem Trafo-Brand 2007 den Reaktor in den zwei Jahren des Stillstands tatsächlich so gründlich untersucht und überholt hat, wie behauptet.

"Ein Brennelementeschaden ist kein Einzelfall", sagt dazu Stephan Kurth, AKW-Experte des Freiburger Öko-Instituts. Eine Anlage werde deswegen nicht sofort heruntergefahren, entscheidend sei die Höhe der freigesetzten Radioaktivität.

Andere entscheidende Fragen konnten Hatakka und Züfle nicht beantworten. Auch die verteilte, nur eine Seite lange Analyse, etwas übertrieben als Zwischenbericht tituliert, konnte wenig aufklären. Da ist etwa die unterlassene Messung an dem Transformator, in dem der Kurzschluss am Samstag auftrat. Die Messung war eine Vorgabe der Aufsichtsbehörde in Kiel, auch auf Empfehlung des TÜVs, nach dem Vorfall vor zwei Jahren. Schließlich handelt es sich bei dem Trafo um ein mehr als zwanzig Jahre altes Gerät. Den TÜV-Gutachtern war deshalb klar, dass man ihn daher beim Anfahren besonders gut beobachten sollte.

Doch ein dafür nötiges Gerät installierte Vattenfall nicht. Warum nicht? Darauf hatte Züfle keine Antwort. Die Kosten seien nicht der Grund gewesen, das Gerät koste maximal 10.000 Euro. "Die Klärung ist am Laufen", sagte er lediglich. Hätte die versäumte Messung Hinweise auf einen drohenden Kurzschluss geben können? Wäre er vermeidbar gewesen? "Das weiß ich noch nicht genau."

Die Vattenfall-Manager hoben erneut hervor, dass der Transformator nichts mit dem atomaren Bereich zu tun habe. Tatsächlich sorgt er nur dafür, dass der in dem Reaktor erzeugte Strom ins Netz eingespeist werden kann. Doch wenn es in einem Trafo ein ernsthafter Schaden auftritt, löst dies – wie am Samstag – automatisch eine Schnellabschaltung aus. Eine Belastung für den Atommeiler, zumal für einen 26 Jahre alten  wie in Krümmel.

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"Eine Schnellabschaltung ist weitaus belastender für die Anlage als das geordnete Herunterfahren über mehrere Tage", sagt der AKW-Experte Kurth. Der extreme Druckabfall beanspruche schließlich die Armaturen im Reaktordruckbehälter außergewöhnlich stark. Und macht sie somit langfristig anfälliger.

Der zweiseitige Zwischenbericht "Informationsablauf" brachte ebenfalls wenig Neues. Vattenfall steht am Pranger, weil nicht das Unternehmen, sondern die Polizei die Kieler Aufsichtsbehörde zuerst über den Vorfall informiert hatte. Warum der verantwortliche Bereitschaftsleiter zu Hause war und erst nach einer halben Stunde auf der Kraftwerkswarte eintraf, blieb unklar. Die Vorschriften sehen vor, dass der Bereitschaftsleiter die Behörden über einen Vorfall informieren muss. Er wollte sich aber offenbar erst selbst ein Bild von der Lage machen, bevor er das für die Atomaufsicht zuständige Sozialministerium in Kiel informierte. "Wir sehen sehr wohl Verbesserungsbedarf bezüglich des (...) Informationsflusses in die Vattenfall-Organisation und zu externen Stellen", räumt Vattenfall in dem Zwischenbericht ein.

Immer wieder beteuern Hatakka und Züfle, dass sie den Vorfall bedauern. Ob sie denn über das Abschalten von Krümmel als eine mögliche Konsequenz nachdenken, werden sie gefragt. Hatakka hebt die Stimme: "Wir betreiben seit Jahrzehnten Nuklearanlagen", sagt er. "Wir haben keinen Grund, unsere Kompetenz infrage zu stellen."

Das sieht das Kieler Sozialministerium offenbar anders. Es will Vattenfall erneut auf seine Zuverlässigkeit als AKW-Betreiber prüfen. Auch die schwedischen Behörden erhöhen den Druck und verlangen wegen neuer Vorfälle im AKW Ringhals einen Sonderbericht von Vattenfall. Selbst der konzerneigene Sicherheitsberater Hans Blix, ehemaliger Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, rüffelt am Donnerstag Vattenfall wegen der Pannen in Krümmel. "Natürlich ist es nicht akzeptabel, dass die Behörden nicht sofort unterrichtet wurden."

 
Leser-Kommentare
  1. Garantiert wird es NIE NIE NIE wieder zu Problemen kommen. Sollte der unwahrscheinliche Fall trotzdem eintreten, wird Vattenfall dann natürlich sofort, umfassend und transparent Berichten.

    Außerdem Atomkraft ist sicher, günstig und die Privatindustrie haftet für Schäden und entsorgt die Abfallprodukte sicher und auf eigene Kosten.

    Ich kann ehrlich nicht nachvollziehen, wieso ein intelligenter, risikobewusster, und moderner Mensch nicht für Atomkraft auf die Straße geht! Wir brauchen mehr Endlager und Kraftwerke von verantwortungsvoll geführten Unternehmen wie Vattenfall! Am besten gleich in my own backyard!!!

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    So ein Hochspannungstrafo ist ein seit ca. 100 Jahren gebräuchliches Teil, auf jedem guten Kraftwerks- oder Industriebetrieb beheimatet und brennt statistisch schätzungsweise einmal pro Woche irgendwo in diesem unserem Lande. Löschversuche helfen da nichts, da die Geräte ölgekühlt sind, man stellt in der Regel einen Löschzug nebendran, damit kein Feuer auf benachbarte Anlagenteile übergreift, und wartet bis das Kühlöl abgebrannt ist, später ruft man dann einen ortsansässigen Altmetallverwerter, übrigens auch ein Grund, warum diese Aggregate, die zum Übergang vom Mittel- in das Hochspannungsverteilungsnetz dienen, so etwa 20 m ausserhalb von Gebäuden im Freien aufgestellt werden, also bei AKW mit Sicherheit 200 m vom Reaktorgebäude entfernt.
    Ursache und Wirkung ? Selbstverständlich wird ein privatwirtschaftliches Unternehmen in eine Anlage, die in einigen Jahren per Staatsdekret verschrottet werden muss, nach einem erfolgten Transformatorbrand kein neues Aggregat mit Millionenwert in Auftrag geben, sondern versuchen mit einem recycelten Teil die kurzfristige Zeit zu überbrücken, mit schlechtem wirtschaftlichem und öffentlichkeitswirksamen Erfolg im vorliegenden Fall, da das Auswechseln von einigen durch die brutale Notabschaltung verbogenen Brennstäben sicherlich nicht billig sein wird.
    Der Typ des Siedewasserreaktors wie in Krümmel ist bestimmt ein Auslaufmodell, eine typische 70ger Jahre Entwicklung, da man sich hier für einen etwas besseren Wirkungsgrad in Bezug auf den ausgereifteren Typ des Druckwasserreaktors Nachteile wie etwa die Kontamination von Turbinenteilen einhandelt, eine direkte Lebensbedrohung in der Umgebung einer solchen Anlage kann ich trotzdem nicht nachvollziehen.
    Soviel zum technischen Aspekt, und um es klarzustellen: Ich stehe bei keinem Energiekonzern auf der Gehaltsliste und bin im Gegenteil politisch für eine sofortige entschädigungslose Enteignung dieser wirtschaftskriminellen Vereinigungen !

    So ein Hochspannungstrafo ist ein seit ca. 100 Jahren gebräuchliches Teil, auf jedem guten Kraftwerks- oder Industriebetrieb beheimatet und brennt statistisch schätzungsweise einmal pro Woche irgendwo in diesem unserem Lande. Löschversuche helfen da nichts, da die Geräte ölgekühlt sind, man stellt in der Regel einen Löschzug nebendran, damit kein Feuer auf benachbarte Anlagenteile übergreift, und wartet bis das Kühlöl abgebrannt ist, später ruft man dann einen ortsansässigen Altmetallverwerter, übrigens auch ein Grund, warum diese Aggregate, die zum Übergang vom Mittel- in das Hochspannungsverteilungsnetz dienen, so etwa 20 m ausserhalb von Gebäuden im Freien aufgestellt werden, also bei AKW mit Sicherheit 200 m vom Reaktorgebäude entfernt.
    Ursache und Wirkung ? Selbstverständlich wird ein privatwirtschaftliches Unternehmen in eine Anlage, die in einigen Jahren per Staatsdekret verschrottet werden muss, nach einem erfolgten Transformatorbrand kein neues Aggregat mit Millionenwert in Auftrag geben, sondern versuchen mit einem recycelten Teil die kurzfristige Zeit zu überbrücken, mit schlechtem wirtschaftlichem und öffentlichkeitswirksamen Erfolg im vorliegenden Fall, da das Auswechseln von einigen durch die brutale Notabschaltung verbogenen Brennstäben sicherlich nicht billig sein wird.
    Der Typ des Siedewasserreaktors wie in Krümmel ist bestimmt ein Auslaufmodell, eine typische 70ger Jahre Entwicklung, da man sich hier für einen etwas besseren Wirkungsgrad in Bezug auf den ausgereifteren Typ des Druckwasserreaktors Nachteile wie etwa die Kontamination von Turbinenteilen einhandelt, eine direkte Lebensbedrohung in der Umgebung einer solchen Anlage kann ich trotzdem nicht nachvollziehen.
    Soviel zum technischen Aspekt, und um es klarzustellen: Ich stehe bei keinem Energiekonzern auf der Gehaltsliste und bin im Gegenteil politisch für eine sofortige entschädigungslose Enteignung dieser wirtschaftskriminellen Vereinigungen !

  2. Eine Frage an die Mathematiker unter den Kommentatoren:

    Wie viel ist "einige wenige" von rund 80.000 Brennelementen ?

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    Antwort:

    Nicht viele - aber bei der Verschleierungstaktik von Vattenfall können es ja noch viele werden...

    Gegenfrage: Wie viel Jahre Halbwertzeit haben die Dinger denn...?

    Antwort:

    Nicht viele - aber bei der Verschleierungstaktik von Vattenfall können es ja noch viele werden...

    Gegenfrage: Wie viel Jahre Halbwertzeit haben die Dinger denn...?

  3. Antwort:

    Nicht viele - aber bei der Verschleierungstaktik von Vattenfall können es ja noch viele werden...

    Gegenfrage: Wie viel Jahre Halbwertzeit haben die Dinger denn...?

    Antwort auf ""einige wenige""
  4. So ein Hochspannungstrafo ist ein seit ca. 100 Jahren gebräuchliches Teil, auf jedem guten Kraftwerks- oder Industriebetrieb beheimatet und brennt statistisch schätzungsweise einmal pro Woche irgendwo in diesem unserem Lande. Löschversuche helfen da nichts, da die Geräte ölgekühlt sind, man stellt in der Regel einen Löschzug nebendran, damit kein Feuer auf benachbarte Anlagenteile übergreift, und wartet bis das Kühlöl abgebrannt ist, später ruft man dann einen ortsansässigen Altmetallverwerter, übrigens auch ein Grund, warum diese Aggregate, die zum Übergang vom Mittel- in das Hochspannungsverteilungsnetz dienen, so etwa 20 m ausserhalb von Gebäuden im Freien aufgestellt werden, also bei AKW mit Sicherheit 200 m vom Reaktorgebäude entfernt.
    Ursache und Wirkung ? Selbstverständlich wird ein privatwirtschaftliches Unternehmen in eine Anlage, die in einigen Jahren per Staatsdekret verschrottet werden muss, nach einem erfolgten Transformatorbrand kein neues Aggregat mit Millionenwert in Auftrag geben, sondern versuchen mit einem recycelten Teil die kurzfristige Zeit zu überbrücken, mit schlechtem wirtschaftlichem und öffentlichkeitswirksamen Erfolg im vorliegenden Fall, da das Auswechseln von einigen durch die brutale Notabschaltung verbogenen Brennstäben sicherlich nicht billig sein wird.
    Der Typ des Siedewasserreaktors wie in Krümmel ist bestimmt ein Auslaufmodell, eine typische 70ger Jahre Entwicklung, da man sich hier für einen etwas besseren Wirkungsgrad in Bezug auf den ausgereifteren Typ des Druckwasserreaktors Nachteile wie etwa die Kontamination von Turbinenteilen einhandelt, eine direkte Lebensbedrohung in der Umgebung einer solchen Anlage kann ich trotzdem nicht nachvollziehen.
    Soviel zum technischen Aspekt, und um es klarzustellen: Ich stehe bei keinem Energiekonzern auf der Gehaltsliste und bin im Gegenteil politisch für eine sofortige entschädigungslose Enteignung dieser wirtschaftskriminellen Vereinigungen !

    Antwort auf "Ich glaube Vattenfall"
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    zwischen Ihrer und meiner Aussage.

    Es wird Sie überraschen - ich bin nicht grundsätzlich gegen Kernkraft. Das Problem ist schlicht die Risikoabwägung:

    http://www.freitag.de/200...
    http://forum.tagesschau.d...
    http://www.contratom.de/n...

    Das betrifft zwar einen militärischen Reaktor, aber das Verhaltensmuster der Behörden und der Medien! dürfte einem doch zu denken geben! Die Kernkraft ist einfach nicht sicher genug - auch nicht auf dem heutigen Stand der Technik, denn menschliches Versagen kann man nicht ausschließen, wie auch nicht vollkommenes Versagen der menschlichen Leitung. Selbst wenn die Maschinen hervorragend konstruiert sind, wer schließt aus, dass ein BWL zur Senkung der Betriebskosten nicht an einigen Stellen spart, die in einem unwahrscheinlichen Extremfall nur benötigt werden? Falls dann doch etwas passieren sollte - shit happens und bezahlen muss es dann die Allgemeinheit.

    Außerdem - oftmals kehren die Behörden alles unter den Teppich, denn die sind pro Atom.

    Atompolitik ist eine rein kruzfristig orientierte Politik, deren Kosten späteren Generationen aufgebrummt werden.

    Ob der aktuelle Vorfall nun wirklich "lebensbedrohlich" war oder nicht vermag ich nicht zu entscheiden. Ich kenne weder die genauen Details noch habe ich ausreichend Kenntnis der Materie.

    • BERGEN
    • 10.07.2009 um 10:27 Uhr

    ein sachlicher Beitrag. Ohne Transformatoren dürfte es wohl bei keiner Art von Kraft-
    werk gehen....und all die begeisterten Anhänger von Solarenergienutzung sind sich
    offenbar nicht darüber im Klaren, daß das im Moment nur dadurch funktioniert, daß
    sie von ebensolchen Huckepack genommen werden.
    Was ernsthaft zu diskutieren wäre, ist die Beherrschbarkeit von Großtechnologie -
    da macht es fast keinen Unterschied, ob ein Chemiewerk in die Luft fliegt oder ein
    Flugzeug mit 1000 Passagieren vom Himmel fällt. Aber das ist natürlich kein Thema,
    mit dem man im Wahlkampf punkten kann.

    zwischen Ihrer und meiner Aussage.

    Es wird Sie überraschen - ich bin nicht grundsätzlich gegen Kernkraft. Das Problem ist schlicht die Risikoabwägung:

    http://www.freitag.de/200...
    http://forum.tagesschau.d...
    http://www.contratom.de/n...

    Das betrifft zwar einen militärischen Reaktor, aber das Verhaltensmuster der Behörden und der Medien! dürfte einem doch zu denken geben! Die Kernkraft ist einfach nicht sicher genug - auch nicht auf dem heutigen Stand der Technik, denn menschliches Versagen kann man nicht ausschließen, wie auch nicht vollkommenes Versagen der menschlichen Leitung. Selbst wenn die Maschinen hervorragend konstruiert sind, wer schließt aus, dass ein BWL zur Senkung der Betriebskosten nicht an einigen Stellen spart, die in einem unwahrscheinlichen Extremfall nur benötigt werden? Falls dann doch etwas passieren sollte - shit happens und bezahlen muss es dann die Allgemeinheit.

    Außerdem - oftmals kehren die Behörden alles unter den Teppich, denn die sind pro Atom.

    Atompolitik ist eine rein kruzfristig orientierte Politik, deren Kosten späteren Generationen aufgebrummt werden.

    Ob der aktuelle Vorfall nun wirklich "lebensbedrohlich" war oder nicht vermag ich nicht zu entscheiden. Ich kenne weder die genauen Details noch habe ich ausreichend Kenntnis der Materie.

    • BERGEN
    • 10.07.2009 um 10:27 Uhr

    ein sachlicher Beitrag. Ohne Transformatoren dürfte es wohl bei keiner Art von Kraft-
    werk gehen....und all die begeisterten Anhänger von Solarenergienutzung sind sich
    offenbar nicht darüber im Klaren, daß das im Moment nur dadurch funktioniert, daß
    sie von ebensolchen Huckepack genommen werden.
    Was ernsthaft zu diskutieren wäre, ist die Beherrschbarkeit von Großtechnologie -
    da macht es fast keinen Unterschied, ob ein Chemiewerk in die Luft fliegt oder ein
    Flugzeug mit 1000 Passagieren vom Himmel fällt. Aber das ist natürlich kein Thema,
    mit dem man im Wahlkampf punkten kann.

  5. zwischen Ihrer und meiner Aussage.

    Es wird Sie überraschen - ich bin nicht grundsätzlich gegen Kernkraft. Das Problem ist schlicht die Risikoabwägung:

    http://www.freitag.de/200...
    http://forum.tagesschau.d...
    http://www.contratom.de/n...

    Das betrifft zwar einen militärischen Reaktor, aber das Verhaltensmuster der Behörden und der Medien! dürfte einem doch zu denken geben! Die Kernkraft ist einfach nicht sicher genug - auch nicht auf dem heutigen Stand der Technik, denn menschliches Versagen kann man nicht ausschließen, wie auch nicht vollkommenes Versagen der menschlichen Leitung. Selbst wenn die Maschinen hervorragend konstruiert sind, wer schließt aus, dass ein BWL zur Senkung der Betriebskosten nicht an einigen Stellen spart, die in einem unwahrscheinlichen Extremfall nur benötigt werden? Falls dann doch etwas passieren sollte - shit happens und bezahlen muss es dann die Allgemeinheit.

    Außerdem - oftmals kehren die Behörden alles unter den Teppich, denn die sind pro Atom.

    Atompolitik ist eine rein kruzfristig orientierte Politik, deren Kosten späteren Generationen aufgebrummt werden.

    Ob der aktuelle Vorfall nun wirklich "lebensbedrohlich" war oder nicht vermag ich nicht zu entscheiden. Ich kenne weder die genauen Details noch habe ich ausreichend Kenntnis der Materie.

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    es gibt doch das Prinzip: "Cui Bono", also wem nützt es ? Wem nützen diese sog. "Emissions-Zertifikate", die seit Jahr und Tag an die Energiekonzerne kostenlos verteilt werden, aber kostenpflichtig an die Verbraucher weitergegeben werden ? Wem nützen diese 500 Prozent Aufschlag auf Solarenergie, wem nützen die 5 Miliarden an Überschüssen der Energiekonzerne, die sie angeblich in "regenerative Energien" investieren, anstatt sie an die Spekulanten auszuschütten ? Wer glaubt denn diesen Mist noch ?
    Also ich hätte lieber einen soliden Druckwasserreaktor vor meinem Fenster als die kW/h für 1 EUR, und wenn Sie sich heute in ihr Auto setzen und den Zündschlüssel umdrehen, haben Sie ein Risiko von ca. 1:1,5 Millionen, bei einem Verkerhsunfall zu sterben, bei einem Reaktorunglück 1: mehrere Milliarden.
    Falls Sie bischen rechnen können.

    es gibt doch das Prinzip: "Cui Bono", also wem nützt es ? Wem nützen diese sog. "Emissions-Zertifikate", die seit Jahr und Tag an die Energiekonzerne kostenlos verteilt werden, aber kostenpflichtig an die Verbraucher weitergegeben werden ? Wem nützen diese 500 Prozent Aufschlag auf Solarenergie, wem nützen die 5 Miliarden an Überschüssen der Energiekonzerne, die sie angeblich in "regenerative Energien" investieren, anstatt sie an die Spekulanten auszuschütten ? Wer glaubt denn diesen Mist noch ?
    Also ich hätte lieber einen soliden Druckwasserreaktor vor meinem Fenster als die kW/h für 1 EUR, und wenn Sie sich heute in ihr Auto setzen und den Zündschlüssel umdrehen, haben Sie ein Risiko von ca. 1:1,5 Millionen, bei einem Verkerhsunfall zu sterben, bei einem Reaktorunglück 1: mehrere Milliarden.
    Falls Sie bischen rechnen können.

  6. Ob der Vorfall nun wirklich lebensbedrohlich war oder nicht, vermag ich nicht zu entscheiden.


    Diesen Schluß hätte meine kleine Tochter auch ziehen können: Es werden viele Worte gemacht ohne den Kern der Angelegenheit erfasst zu haben.

    Die Fakten liegen auf der Hand und mit der simplen Anwendung der angewandten Physik, kann jeder, der die Regeln der formalen Logik beherrscht, zu einer Entscheidung kommen.

    1. Nach Plan ist bei Ausfall eines Trafos eine Schnellabschaltung erforderlich.

    2. Diese Schnellabschaltung ist ohne Zwischenfälle erfolgt; somit ist ein Störfall bestimmungsgemäß gehändelt worden.
    Es gab bei diesem Herunterfahren auch keine lebensbedrohlichen Zustände, da der Reaktor für derartige Fälle ausgelegt ist.

    Daß mit Angstmache und Politik - auch wenn die Atomaufsicht in diesem Fall SPD gesteuert ist - nur tote Fische, die ja bekanntlich mit dem Strom schwimmen, aus der Elbe gezogen werden können, wird sich in Kürze zeigen.

    D.R.

  7. es gibt doch das Prinzip: "Cui Bono", also wem nützt es ? Wem nützen diese sog. "Emissions-Zertifikate", die seit Jahr und Tag an die Energiekonzerne kostenlos verteilt werden, aber kostenpflichtig an die Verbraucher weitergegeben werden ? Wem nützen diese 500 Prozent Aufschlag auf Solarenergie, wem nützen die 5 Miliarden an Überschüssen der Energiekonzerne, die sie angeblich in "regenerative Energien" investieren, anstatt sie an die Spekulanten auszuschütten ? Wer glaubt denn diesen Mist noch ?
    Also ich hätte lieber einen soliden Druckwasserreaktor vor meinem Fenster als die kW/h für 1 EUR, und wenn Sie sich heute in ihr Auto setzen und den Zündschlüssel umdrehen, haben Sie ein Risiko von ca. 1:1,5 Millionen, bei einem Verkerhsunfall zu sterben, bei einem Reaktorunglück 1: mehrere Milliarden.
    Falls Sie bischen rechnen können.

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    Wie hoch stehen denn die Chancen, dass die Versorgung des Atommülls noch mehr kosten wird, als alle bisherigen Subventionen für Solar-, Wind-, Kohle- und Atomenergie zusammen?

    Wie hoch stehen denn die Chancen, dass die Versorgung des Atommülls noch mehr kosten wird, als alle bisherigen Subventionen für Solar-, Wind-, Kohle- und Atomenergie zusammen?

  8. Warum eigentlich habe ich als Befürworter der Kernkraft bei Diskussionen mit Kernkraftgegnern immer wieder das Gefühl, ich stünde als Ketzer vor einem mittelalterlichen Inquisitionsgericht?

    Es muß irgendwie an den verbalen Folterwerkzeugen liegen, die eigentlich nur aus Glauben, Vermuten und Verschwörungstheorien bestehen.

    Und an einer über viele Generationen hinweg vererbten Immunität gegen Fakten; die roten Roben haben sich genetisch offenbar äußerlich als auch geistig fest verankert. Oder trugen die auch noch grüne Klamotten?

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    Mit Ihrer faktenreichen rationalen Argumentation haben Sie sicher schon viele Atomkraftgegner überzeugen können?

    Mit Ihrer faktenreichen rationalen Argumentation haben Sie sicher schon viele Atomkraftgegner überzeugen können?

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