Digitale Inhalte
Amazons Feudalismus
Der Internetbuchhändler hat ungefragt legal gekaufte und bezahlte eBooks von den Lesegeräten der Kunden entfernt. Kritiker sehen darin eine digitale Bücherverbrennung

© Emmanuel Dunand/AFP/Getty Images
Amazon-Chef Jeff Bezos mit einem Kindle - der ihm dank seiner aggressiven Firmenpolitik noch Sorgen machen könnte
Bisher dachten viele Menschen, eBooks seien ganz normale Bücher, nur eben schick elektronisch und nicht mehr auf Papier gedruckt. Doch besitzt man die virtuellen Ausgaben wirklich, die man im Internet erworben hat? Dank des Buchhändlers Amazon wird diese Frage im Netz gerade heftig diskutiert. Amazon hat auf den "Kindle"-Lesegeräten seiner Kunden Bücher gelöscht, die diese zuvor gekauft hatten. Legal. Bei Amazon.
Der Kindle lädt Bücher über eine drahtlose Verbindung von einem Server des Versandhändlers. Auf gleichem Wege kann Amazon den Geräten Befehle erteilen – zu Wartungszwecken beispielsweise, um eine Software zu aktualisieren. Oder eben, um Bücher wieder zu löschen.
Mehrere hundert Kunden hatten am vergangenen Freitag überrascht feststellen müssen, dass zuvor gekaufte Werke nicht mehr auf ihren Kindles waren. Stattdessen fanden sie auf ihren Accounts die 99 Cents wieder, die sie dafür ausgegeben hatten und in ihren Mailpostfächern eine dürre Entschuldigung des Händlers: Der veröffentlichende Verlag habe nicht die Rechte für den elektronischen Vertrieb besessen, daher habe man die Ausgaben zurückgezogen.
Es dauerte nicht lange, bis sich im Netz wütender Protest erhob. Auf den Seiten des Technikblogs Techcrunch beispielsweise wird die Frage gestellt: "Ernsthaft, warum kommt Amazon nicht auch gleich in unsere Häuser und verbrennt die gedruckten Kopien, wenn sie schon dabei sind?"
Viele Kommentatoren sehen darin eine Bestätigung von Überwachungsängsten und Verfolgungsideen. Nicht zuletzt, da Amazon wohl die Symbolik der gelöschten Werke unterschätzt hat: Wie der Technikjournalist der New York Times, David Pogue, schreibt – "Wollen Sie das Beste wissen? Die saftige, feiste, sickernde Ironie? Der Autor, der Opfer dieses Big-Brotherartigen Anschlags wurde, war niemand anders als George Orwell. Und die Bücher hießen 1984 und Farm der Tiere".
Und der FAZ-Blogger Don Alphonso alias Rainer Meyer hält die Löschaktion für den Beleg der Rückkehr der mittelalterlichen Lehen und des Entstehens eines Unterdrückungsinstruments ohne Gleichen: "Kein dreckiger Diktator, Staatsverbrecher und reaktionärer Politiker von Peking über Pjöngjang bis Rom, dem so etwas nicht gefallen würde: Gäbe es keine Bibliotheken mehr, sondern nur noch Kindles, könnte man dem Buchhändler einfach juristisch Druck machen: Ein Knopfdruck, und schon wäre jedes missliebige Werk weg. Bücherverbrennungen sind ein Witz gegen das, was Amazon zu tun in der Lage ist."
Amazon führe damit vorbürgerliche Verhältnisse wieder ein, schreibt Don Alphonso und kehre zurück zum Feudalismus. Besitzer des Lesegerätes seien nicht nur abhängig von dem Versandhändler, sie seien gar Leibeigene. Ihnen gehöre zwar der Kindle, nicht aber die Bücher darauf: "Die Inhalte, die Texte jedoch werden ihm (dem Leser) nur gegen Abgaben zur Verfügung gestellt, wie das Land den abhängigen Bauern nur geliehen wurde. Es ist das zutiefst mittelalterliche Konzept der 'Lehen', der Verleihung von Gütern für Gegenleistung und Unterwerfung, die jederzeit und ohne Angabe von Gründen widerrufen werden kann.
Amazon bereute seinen Schritt inzwischen öffentlich, nutzen wird es dem Buchhändler nichts. Es sei eine sehr dumme Idee gewesen, zitiert die New York Times einen Sprecher des Unternehmens. Man wolle in Zukunft Sorge tragen, dass eine Löschaktion "unter diesen Umständen" nicht mehr möglich sei.
Der eigentliche Haken ist: Amazon war dazu wohl berechtigt. Nur ist das vielen Kunden gar nicht klar. In den Geschäftsbedingungen für den Kindle heißt es: Amazon garantiere das nicht-exklusive Recht, eine dauerhafte Kopie zu behalten, sie anzuschauen und zu nutzen. Zwar steht dort nicht, dass Inhalte wieder zurückgezogen werden dürfen. Doch könnte die Formulierung, "geeigneter digitaler Inhalt", die dort verwendet wird, so gedeutet werden, dass Amazon Bücher, die nicht autorisiert sind, nicht verbreitet und somit auch zurückholt, wenn dies irrtümlich geschah. Außerdem behält man sich das Recht vor, den eigenen Dienst "zu jeder Zeit zu modifizieren, auszusetzen oder zu beenden". Und unter Service wird auch die "Bereitstellung digitaler Inhalte verstanden".
Vor allem aber hat Amazon bewiesen, dass es problemlos möglich ist, gegen den Willen des Kunden auch ordentlich gekaufte und bezahlte Dinge zurückzuholen. Das Unternehmen führe sich damit selbst, schreibt Don Alphonso, "als neuer Gewaltherrscher ein", der niemandem Rechenschaft schuldig sei.
- Datum 20.7.2009 - 10:33 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 34
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nach dem mit dem argument der meinungsfreiheit verteidigten verkauf rechtsnationaler propaganda (http://www.handelsblatt.c...) nun so etwas. amazon hat ein ernstes imageproblem. das managment sollte mal ein langes wochenende mit ein paar ethikprofessoren machen. mich kriegen sie damit aber nicht mehr zurück. ich kaufe inzwischen woanders.
...ist im anrollen, wenn wir der Copy-Mafia die Rechte an Kunst und Kultur überlassen.
Da die Politik über die Lobby Bestechung vielerorten schon gekauft ist, sehe ich momentan nur die Piratenpartei als eine Macht, die den mafiösen Strukturen der Grosskonzerne etwas entgegensetzen könnte.
Die Demokratie wird schon lange von Grosskozernen untergraben (Lobby, Dominierung der Medien die durch Werbung der Konzerne abhängig sind). Wenn das so weiter geht, dann ist Iran und China vor unserer eigenen Haustüre. Im Konzern um die Ecke endet die Demokratie und Meinungsfreiheit und wenn diese Konzerne immer mächtiger werden dann gibts DEmokratie nur noch als schicke Verpackung in der Diktatur pur drin ist!
Die Berlusconis, Murdochs und Ackermänner sind dann ein Neuaufguss der Könige und Diktatoren der Vergangenheit.
Wenn wir nicht aufpassen dann gibt es eine Wiederholung einer alten gewalttätigen Geschichte...
PS: Ich hätte gerne eine Kulturflatrate, deshalb wähle ich momentan die Piratenpartei
Das Leben ist so viel leichter, wenn man am Boden bleibt und sich die Fakten ansieht, bevor man gleich ein neues dunkles Mittelalter ausruft.
Der Knackpunkt ist, dass die Bücher nicht legal gekauft wurden.
Bei geistigem Eigentum gibt es, im Gegensatz zu Sachen, keinen gutgläubigen Erwerb. Wenn Amazon den Inhalt nicht verkaufen durfte, dann konnten ihn die Kunden auch nicht legal kaufen, so ist das leider (Beschwerden bitte an den Gesetzgeber).
Das Gezeter ist jedenfalls unangebracht: Ja, neue Technologie ermöglicht es Amazon, Bücher vom Kindle wieder einzuziehen. Aber neue Technologie ermöglicht es auch jedem Menschen im Internet zu publizieren. Noch nie in der Geschichte war die tatsächliche Informationsfreiheit größer.
Vor 20 Jahren wäre so eine Entwicklung noch bedenklich gewesen.
Heute erscheint der Gedanke, dass Amazon irgendetwas durch Zensur vor der Öffentlichkeit verstecken könnte, geradezu lächerlich.
Wenn Amazon etwas einzieht, dann steht es 5 Minuten später auf Twitter, eine Stunde später gibt es das Werk illegal als Download auf einschlägigen Seiten und einen Tag später berichtet dann auch die Mainstream-Presse darüber.
Ich mache mir da äußerst wenig Sorgen. Außerdem wird es gedruckte Bücher noch eine ganze Weile geben.
Wenn man ein E-Book "kauft", kauft man gar nichts - man lizenziert eine Kopie. So. Und da die meisten Leute ihr "1984" oder "Animal Farm" sicher nur privat genutzt haben, ist die Kopie auf jeden Fall zusätzlich noch eine legale Privatkopie - denn sie stammt nicht aus einer offensichtlich rechtswidrigen Vorlage oder Veröffentlichung. Ja, die Veröffentlichung war rechtswidrig, aber eben nicht offensichtlich. Als Kunde von Amazon muss der Laie davon ausgehen, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Also gibt es über §53 UrhG zumindest für den privaten Gebrauch auch so etwas wie einen gutgläubigen Erwerb.
Ansonsten: "1984" und "Animal Farm" sind in vielen Staaten der Welt gemeinfrei, weil der Autor seit über 50 Jahren tot ist. Nur in der EU und den USA halt noch nicht.
BTW: Ich glaube, dieser "Fauxpas" ist nicht ganz so unabsichtlich passiert. Dafür ist die Symbolik viel zu hoch. Da hat jemand klar gemacht, dass es zwischen dem ficdep im miniwahr und Amazon keinen großen Unterschied mehr gibt.
Frieden ist Krieg, Freiheit ist Sklaverei, Ignoranz ist Stärke.
Unsere Politiker leben schon länger nach dem Motto der Partei.
Eric Arthur Blair alias George Orwell ist bekanntlich bereits 1950 verstorben.
Insofern sind die uninformierten Leser die Dummen, die glauben, daß die Rechteverwertungsmafia weltweit Gesetze kaufen konnte und daher auch der Genuß historischer Kultur Geld kosten muß.
Tatsächlich ist Orwells Werk jedoch auf den Servern vieler Länder inzwischen frei verfügbar, da deren Gesetzgebung sich mehr am Allgemeininteresse seiner Bürger als am Profiinteresse der Konzerne und ihrer Investoren orientiert.
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Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]
Bin ganz bei Ihnen und teile Ihre Meinung voll und ganz. Eine Panne bei Amazon ist nicht das Ende der abendländischen Kultur. Neue Techniken holpern fast immer bei der Einführung, doch es gibt eine Lösung, wenn man mit kühlem Kopf an die Sache geht und nicht gleich unter jedem Stein einen Verschwörer wittert.
...wie nah "geistiges Eigentum" mit "Denkverbot" verwandt ist. Und wie dringend man derlei Regelungen nochmal überdenken sollte.
dass ich jederzeit wieder zurückziehen kann. ;-)
Es gibt dann nicht mehr den Begriff "Kauf" und "Besitz" sondern nur noch einen völlig unklaren und unsicheren Status für alle Beteiligte. Alles kann jederzeit wieder weg sein und jeder Kauf jedezeit Rückgängig gemacht werden (wenn dem Diktatur-Konzern dies so passt).
Wollen wir wirklich in so einer "Irrenhaus-Welt" leben?
Software wird immer wichtiger und Amazon hat gerade gezeigt was das bedeutet, wenn kriminelle Regeln der Konzerne und nicht soziale Regeln des Volkes an der Macht sind.
Die Copy-Mafia hat nicht nur vielerorts die Politik, sondern auch die Justiz gekauft, wie der Pirate-Bay Prozess vor kurzem deutlich gezeigt hat.
Die wesentliche Tatsache ist, daß das "Kindle" nicht mein Eigentum ist, wenn es sich meiner Kontrolle entzieht, daß jemand Anderes darauf einen Löschbefehl gibt!
Man gibt also 300 Dollar aus, um eingeschränkte Rechte an einer Sache zu erwerben. Gleiches gilt übrigens auch z.B. für Handys, PCs mit Microsoft Windows oder Apples OSX. Der Hersteller, der Netzbetreiber im Verbund mit dem Hersteller oder der Staat im Verbund mit Beiden, kann das Gerät, das Sie zu ihrem eigenen Nutzen gekauft haben, gegen Sie benutzen.
Nur mit Software aus Allgemeingut auf Industrieprodukten - Open Source - wie z.B. Ubuntu oder Fedora Linux kann der Konsument Eigentümer bleiben.
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Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]
Wenn man ein E-Book "kauft", kauft man gar nichts - man lizenziert eine Kopie. So. Und da die meisten Leute ihr "1984" oder "Animal Farm" sicher nur privat genutzt haben, ist die Kopie auf jeden Fall zusätzlich noch eine legale Privatkopie - denn sie stammt nicht aus einer offensichtlich rechtswidrigen Vorlage oder Veröffentlichung. Ja, die Veröffentlichung war rechtswidrig, aber eben nicht offensichtlich. Als Kunde von Amazon muss der Laie davon ausgehen, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Also gibt es über §53 UrhG zumindest für den privaten Gebrauch auch so etwas wie einen gutgläubigen Erwerb.
Ansonsten: "1984" und "Animal Farm" sind in vielen Staaten der Welt gemeinfrei, weil der Autor seit über 50 Jahren tot ist. Nur in der EU und den USA halt noch nicht.
BTW: Ich glaube, dieser "Fauxpas" ist nicht ganz so unabsichtlich passiert. Dafür ist die Symbolik viel zu hoch. Da hat jemand klar gemacht, dass es zwischen dem ficdep im miniwahr und Amazon keinen großen Unterschied mehr gibt.
Frieden ist Krieg, Freiheit ist Sklaverei, Ignoranz ist Stärke.
Unsere Politiker leben schon länger nach dem Motto der Partei.
Eric Arthur Blair alias George Orwell ist bekanntlich bereits 1950 verstorben.
Insofern sind die uninformierten Leser die Dummen, die glauben, daß die Rechteverwertungsmafia weltweit Gesetze kaufen konnte und daher auch der Genuß historischer Kultur Geld kosten muß.
Tatsächlich ist Orwells Werk jedoch auf den Servern vieler Länder inzwischen frei verfügbar, da deren Gesetzgebung sich mehr am Allgemeininteresse seiner Bürger als am Profiinteresse der Konzerne und ihrer Investoren orientiert.
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Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]
Das löschen der E-Books ist nichts das Problem! Wie schon von Anderen erwähnt, Amazon hatte nicht das Recht die Bücher zu verkaufen, daher, weil möglich, wurde der Kauf rückgängig gemacht.
Was Amazon hatte machen sollten ist:
1. Info vorab, nicht löschen, dann Info
2. Nicht nur Kauf gutschreiben, sondern eine Kopie des gelöschten Buches umsonst als Geschenk.
oder 100%ige Lösung: Download stoppen und für die bereits verkauften Bücher eine Lizenz kaufen. Aber das wäre wohl teuer geworden...
Ein PR Desaster, mehr nicht.
Bin ganz bei Ihnen und teile Ihre Meinung voll und ganz. Eine Panne bei Amazon ist nicht das Ende der abendländischen Kultur. Neue Techniken holpern fast immer bei der Einführung, doch es gibt eine Lösung, wenn man mit kühlem Kopf an die Sache geht und nicht gleich unter jedem Stein einen Verschwörer wittert.
weshalb ich vor gar nicht so langer Zeit sehr gut daran tat, mir diesen hippen elektronischen Schnickschnack gar nicht erst zuzulegen, sondern mir meine Literatur weiterhin aus dem guten, alten und vor allem nicht nachträglich einziehbaren Regal hole.
Ist's Zensur, Bücherverbrennung, gar Feudalismus? Diese Worte fallen ja mittlerweile täglich, sinder aber deshalb nicht schon richtig, man täte nämlich der Sache viel zu viel Ehre an, sie mit solchen Vokabeln zu bedenken. Es geht nicht darum, Gedanken zu unterdrücken, es geht um etwas viel Banaleres: Es geht schlicht und ergreifend um Geld. Nicht mehr, nicht weniger.
Der wahre Skandal trifft nicht Amazon (denn wer lesen kann, insbesondere Verträge, dem war von vornherein klar, daß man ihn über den Tisch zieht; es trifft hier also nicht die Falschen, denn Dummheit rentiert sich nie), sondern Houghton Mifflin Harcourt, einen etwas verschlafenen Verlag mit nichtsdestotrotz knallharten Verwertungsinteressen, dem kein anderer als der Staat das Recht zum Besitz an etwas verliehen hat, was ihm gar nicht gehört.
Darüber würde ich gerne nachdenken. Nicht über Amazon und seine 'kindle'igen Ruderbewegungen.
Leider denken viele Verlage, dass Computer die Durchsetzung von Schutzrechten leichter machen. Leider ist das Gegenteil der Fall. Hier liegt glaube ich einer der Knackpunkte in der Debatte.
Wer seinen Kunden jenseits des Bezahlvorgangs nicht mehr traut, hat seinen Kunden schon verloren. Wenn hierzu noch "knallharten Verwertungsinteressen" kommen, ist das Problem perfekt.
Ein weiterer Punkt liegt in den verschiedenen Schutzdauern der Werke. Diese sind gelinde gesagt "unterschiedlich" - je nach Land (Oh, Kanada; AFAIK: Leben + 50). Hierdurch kommen öfter legal-gemeinfreie Werke durch das Internet auf Reader in anderen Ländern - hier wäre ein sinnvolle Lösung wohl der kleinste gemeinsame Nenner. Dies würde auch die Digitalisierung vieler älterer Werke (archive.org) erleichtern.
Bei einem Vergleich (von mir) zwischen echten Bücher und E-Books, schnitten die herkömmlich Bücher übrigens extrem gut ab. Für mich ist die Quintessenz klar: Weiter Bücher kaufen/leihen(!) und bei Bedarf (statt Lesebrille und 15kg Nachschlagewerke) gibt es einen DRM-freien E-book-Reader dazu. Möglichst mit freier Software und freien Formaten um DRM-Spätfolgen zu verhindern.
Zum Punkt: Krieg der Wörter und Orwell: Ob man nun "geistiges Eigentum" oder Patent-, Marken- und Urheberrecht sagt und diese getrennt betrachtet macht einen Riesenunterschied aus. Das immer "alles in einen Topf werfen" macht viele Debatten so hart und ist meist Absicht. Ich mag den Begriff "Internetsperren" - er ist relativ frei von Polemik, sagt aber grob was hiermit erreichen werden soll(te). Im Fall des Kindles würde ich von "ferngesteuerter Löschung (von Inhalten)" sprechen - dies hat hier (inkl. der Nutzerkommentare) stattgefunden, unabhängig davon, ob die Inhalte nun legal oder illegal waren. Der Name des Gerätes ist übrigens schon blöd genug.
.... Vizegräflein in allen Punkten hemmungslos zuzustimmen. In allen Punkten? Nein, in einem nicht: Er spricht vom nichteinziehbaren Bücherregel, und dabei habe ich erst letzte Woche in meiner Bibliothek ein neues Bücherregel eingezogen ;-))
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