Kreditvergabe Banken tricksen Geschäftskunden aus

Einige Institute verteuern seit kurzem ihre Kredite: Sie fordern Zinsen für Gelder, die gar nicht abgerufen werden

Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt

Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt

Für Stefan Schmidt* geht es um einige Hundert Euro pro Jahr. Vor wenigen Tagen hielt er ein Schreiben der Deutschen Bank in der Hand, in dem das Institut ihm mitteilte, es habe die Kreditkonditionen zu seinem Nachteil verändert: Ab dem 1. Juli müsse die Bank auf den Überziehungskredit des Geschäftskontos seiner Firma ein Prozent Zinsen berechnen – und zwar für den Teil, den Schmidt überhaupt nicht abruft.

Zum besseren Verständnis: Es geht nicht um Zinsen, die eine Bank deshalb erhebt, weil der Kunde sein Geschäftskonto überzieht. Solche Zinsen betragen ähnlich wie Dispo-Zinsen im Privatkundengeschäft oftmals zehn Prozent oder mehr. Schmidt soll künftig auch Zinsen für die Summe zahlen, die ihm die Bank zur Verfügung stellt – ohne dass er sie in Anspruch nimmt. Zur Begründung führt das Institut "veränderte Preiskalkulationen am Markt" an. Im Vergleich zu anderen Anbietern sei das aber noch günstig.

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Schmidt ist hierüber verärgert. "Das ist ein Unding", sagt er. Der Chef eines Handelsbetriebs, seit Jahren Kunde der Deutschen Bank, beschwerte sich bei seinem Berater. Offenbar war er nicht der einzige unzufriedene Kunde, denn in der Zentrale der Bank in Frankfurt reagiert man nervös auf Fragen nach Schmidts Fall.

Zwar rechtfertigt eine Sprecherin das Vorgehen damit, derlei Provisionen seien im Markt "nicht unüblich". Sogleich schiebt sie aber hinterher, es habe sich lediglich um eine "regional begrenzte" Aktion gehandelt. Wie viele Kunden Post von der Deutschen Bank erhalten hätten, könne man nicht sagen.

Warum die Deutsche Bank nur im Raum Hamburg ihre Konditionen verschlechterte, ist unklar. Eine Vermutung lautet, dass andere Banken in der Region die Gebühr eingeführt hatten, woraufhin die Deutsche Bank es der Konkurrenz gleichtat. Die Hamburger Sparkasse etwa räumt ein, man kassiere seit kurzem ebenfalls 0,5 Prozent Zinsen der Summe, die man den Geschäftskunden zur Überziehung einräume.

Man komme nicht umhin, "die Kostenfaktoren, die für die Bereitstellung einer Kreditlinie eine Rolle spielen, in den Konditionen zu berücksichtigen", heißt es aus der Unternehmenszentrale. Ob auch noch andere deutsche Institute ihre Kredite auf diese Weise verteuern, weiß man beim Bundesverband der Banken nicht zu sagen. Die Banken seien für die Preisgestaltung im Kreditgeschäft selbst verantwortlich, heißt es aus der Lobbyorganisation.

Die deutschen Banken stehen derzeit ohnehin in der Kritik. Die Politik wirft ihnen vor, zu zögerlich Kredite zu vergeben. Auch die Wirtschaft klagt. "Immer mehr Unternehmen fehlt es an Liquidität", sagt der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Heinrich Driftmann,  ZEIT ONLINE. Viele Firmen bekämen keinen Kredit mehr, weil die "Anforderungen der Banken an die Sicherheiten" gestiegen seien. Mehr als jedes vierte Unternehmen klage über zu hohe Anforderungen bei Zins und Sicherheiten.

Die Deutsche Bank bemüht sich angesichts der aktuellen Diskussion, die Wogen über die Vorfälle in Hamburg zu glätten. Man sei bemüht, mit "jedem Kunden eine einvernehmliche Lösung zu finden", teilte die Sprecherin des Instituts mit.

* Name von der Redaktion geändert

 
Leser-Kommentare
    • navy
    • 17.07.2009 um 17:00 Uhr

    Die Politiche Verbindung zu den Bankern wie Ackermann und u.a. Jörg Asmussen und Co. haben die komplette Vergabe von Krediten in der Wirtschaft zerstört, was längst in ein Desaster im Deutschen Firmen Bereich führt.

    Wer stoppt diese Art von Bankern, welche nicht einmal die Goldenen Bank Regeln kennen, was ein Lehrling lernt.

    • FWP
    • 17.07.2009 um 17:27 Uhr

    Mit einer Kreditlinie gewährt die Bank dem Kunden das Recht, einseitig Kreditbeträge in Anspruch zu nehmen. Dieses Recht ist auf jeden Fall etwas wert. Warum sollte die Bank es kostenlos gewähren?

    Wir fordern zu Recht, dass die Banken uns nicht Gebühren unterschieben, die wir nicht kennen oder bemerken, weil sie sich z.B. in Kursen von Wertpapieren verstecken. Wenn die Banken dann aber Leistungen abrechnen, ist der Kunde nicht bereit sie zu bezahlen.

    Das gilt z.B. auch für Beratungsleistungen im Vermögensanlagegeschäft, die sich die Bank dann über die Transaktionskosten oder Provisionen bezahlen lässt. Wenn wir das nicht haben wollen, müssen wir wohl sachlicher mit dem Thema Finanzdienstleistungen umgehen und emotionale Reflexe unter Kontrolle halten.

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    Auch das Symptom, dass die Zinsen derzeit nur im Norden gefordert werden, heißt nur, dass die Banken auf den Markt reagieren.

    (Nix dazugelernt, aber erfolgreich ein paar BWL-Statements abgesondert und mit Finger auf Beißreflexe gegen Banken hingewiesen. Das gibt zwei Bienchen.)

    • bivi
    • 17.07.2009 um 19:22 Uhr

    Auch bisher war die Bereitstellung einer Kreditlinie sicherlich kein Geschenk der Bank an ihre Kunden. Sie war in anderen Gebühren eingepreist, etwa den hohen Überziehungszinsen. Sinnfällig wäre das Vorgehen der Banken, wenn gleichzeitig der Zinssatz für die Kontoüberziehung gesenkt würde. Ist das irgendwo geschehen? Ich wüsste nicht wo.
    Man versucht sich statt dessen dreist das vom Kunden wieder zu beschaffen, was man selbst verzockt hat und gibt z.B. die Zinssenkungen von EZB & Bundesbank nicht annähernd weiter.
    Es ist fast wie im Feudalismus: Wenn der Landesherr nicht wirtschaften konnte und über seine Verhältnisse lebte musse das gemeine Volk bluten.

    Wir bezahlen für die Zockerei, die Verursacher machen weiter, oder kassieren Boni oder Abfindungen.
    Übrigens zahlen auch die Angestellten der Geldinstitute ihren Preis, denn auf sie wurde der Verkaufsdruck deutlich erhöht.

    Ich habe durchaus nichts dagegen, wenn Leistungen dem Kunden, der sie in Anspruch nimmt, auch in Rechnung gestellt werden. Dann aber auf eine transparente und nachvollziehbare Weise. Finanzdienstleister haben sich aber diesbezüglich noch nie hervorgetan. Im Gegenteil, es gibt wohl keinen Sektor der Wirtschaft auf dem so kreativ Gebühren versteckt werden.

    Transparente, nachvollziehbare Kostenstruktur ja, Beutelschneiderei nein!

    Wenn ein Banker seinen Kunden vollquatscht, um ihm die bankeigenen "Finanzprodukte" (und nur die) aufzudrängen, für die er selbst adie meiste Provision erhält, soll das als "Beratungsleistung" deklariert werden, für die gefälligst bezahlt werden soll?
    Nichts anderes sind "Vermögensberatungen".
    btw -ich selbst bin in der Versicherungsbranche aktiv und weiß nur zu gut, wovon ich hier schreibe!

    Auch das Symptom, dass die Zinsen derzeit nur im Norden gefordert werden, heißt nur, dass die Banken auf den Markt reagieren.

    (Nix dazugelernt, aber erfolgreich ein paar BWL-Statements abgesondert und mit Finger auf Beißreflexe gegen Banken hingewiesen. Das gibt zwei Bienchen.)

    • bivi
    • 17.07.2009 um 19:22 Uhr

    Auch bisher war die Bereitstellung einer Kreditlinie sicherlich kein Geschenk der Bank an ihre Kunden. Sie war in anderen Gebühren eingepreist, etwa den hohen Überziehungszinsen. Sinnfällig wäre das Vorgehen der Banken, wenn gleichzeitig der Zinssatz für die Kontoüberziehung gesenkt würde. Ist das irgendwo geschehen? Ich wüsste nicht wo.
    Man versucht sich statt dessen dreist das vom Kunden wieder zu beschaffen, was man selbst verzockt hat und gibt z.B. die Zinssenkungen von EZB & Bundesbank nicht annähernd weiter.
    Es ist fast wie im Feudalismus: Wenn der Landesherr nicht wirtschaften konnte und über seine Verhältnisse lebte musse das gemeine Volk bluten.

    Wir bezahlen für die Zockerei, die Verursacher machen weiter, oder kassieren Boni oder Abfindungen.
    Übrigens zahlen auch die Angestellten der Geldinstitute ihren Preis, denn auf sie wurde der Verkaufsdruck deutlich erhöht.

    Ich habe durchaus nichts dagegen, wenn Leistungen dem Kunden, der sie in Anspruch nimmt, auch in Rechnung gestellt werden. Dann aber auf eine transparente und nachvollziehbare Weise. Finanzdienstleister haben sich aber diesbezüglich noch nie hervorgetan. Im Gegenteil, es gibt wohl keinen Sektor der Wirtschaft auf dem so kreativ Gebühren versteckt werden.

    Transparente, nachvollziehbare Kostenstruktur ja, Beutelschneiderei nein!

    Wenn ein Banker seinen Kunden vollquatscht, um ihm die bankeigenen "Finanzprodukte" (und nur die) aufzudrängen, für die er selbst adie meiste Provision erhält, soll das als "Beratungsleistung" deklariert werden, für die gefälligst bezahlt werden soll?
    Nichts anderes sind "Vermögensberatungen".
    btw -ich selbst bin in der Versicherungsbranche aktiv und weiß nur zu gut, wovon ich hier schreibe!

  1. Bereits in den 80er und 90er habe ich als Firmenkundenbetreuer einer Bank mit speziellen Kunden die Berechnung einer Bereitstellungsprovision zwischen 1%-3%
    auf die eingeräumte Kreditlinie vereinbart. Dies betraf in erster Linie Unternehmen, die von vorneherein Wert auf sogenannte Vorratslimite legten, weil sie im Einzelfall entscheiden wollten, bei welcher Bank Kredite aufgenommen werden. Bei Kreditinanspruchnahmen unterblieb natürlich die Berechnung.

    Die im Artikel dargestellte Methode ist natürlich eine Perfektionierung, die damls so aufgrund der Konkurrenzsituation überhaupt nicht durchholbar war.

    Die Logik ist natürlich bestechend. Der Kunde bezahlt die jeweilige Kreditinspruchnahme und trägt daneben wenigstens die Bereitstellungskosten für den nicht ausgenutzten Kreditteil. Eine absolute Optimierung.

    Diese Handlungsweise trifft natürlich keine keine 1a Kunden, sondern nur Kunden, die sich nicht wehren können, d.h. zu einer anderen Bank zun gehen. Damit passt die Vorgehensweise genau in das so oft beklagte Schema, dass die Banken seit mehr als 10 Jahren ihre Kundschaft in allen Sparten erbarmungslos auspresst. Egal ob Privat- oder Firmenkunden.

    Hätten Kollegen und ich zu meiner aktiven Zeit - bis Ende der 90er Jahre - die Kunden so ausgepresst, so hätte man damals noch bankseitig gehandelt=nicht geeignet.

  2. 4. Genau

    Auch das Symptom, dass die Zinsen derzeit nur im Norden gefordert werden, heißt nur, dass die Banken auf den Markt reagieren.

    (Nix dazugelernt, aber erfolgreich ein paar BWL-Statements abgesondert und mit Finger auf Beißreflexe gegen Banken hingewiesen. Das gibt zwei Bienchen.)

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    • FWP
    • 19.07.2009 um 12:25 Uhr

    Nichts dazu gelernt? Na gut. Wie wäre es denn besser zu machen?

    Erste Frage. Geld ist eine schwierige Sache, weil es abstrakt Schuld und Recht bemisst. Ohne Geld wäre Schuld persönlich – ich bin z.B. jemandem etwas schuldig, weil er mir etwas gegeben hat, was ich gerne haben wollte. Durch Geld wird die persönliche Schuld übertragbar. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für persönliche Freiheit, wie sie in den letzten 500 Jahren erkämpft wurde. Sie schließt das Recht ein, Eigentum zu besitzen und persönliche auch abstrakte Schuldverhältnisse einzugehen und erlaubt es Individuen, ihre eigenen Lebensumstände zu gestalten. Geld regelt damit abstrakt Schuldverhältnisse. Ohne Geld wären wir auf persönliche Verhältnisse, die Beziehungsebene, angewiesen und davon abhängig, zur richtigen Zeit unser Fähnlein zu schwenken (wie auch immer das aussehen würde). Müssen wir hier etwas dazulernen?

    Zweite Frage. Unternehmungen brauchen Ressourcen. Sei es, dass wir ein Feld bestellen und erst einmal Einsähen müssen, oder dass wir Autos bauen und dafür Maschinen, know how und Rohmaterialien brauchen. Bevor das Endprodukt herauskommt vergeht eine Zeit, wir müssen uns die Ressourcen leihen und gehen Schuldverhältnisse ein. Da es viele Möglichkeiten gibt, Unternehmungen zu gründen, müssen sich unsere Geldgeber entscheiden, wem sie ihr Geld geben. Nach welchen Kriterien sollen sie das tun? Persönlich lassen sich viele Varianten denken, eine Bank hat aber in der Regel keine Wahl. Anleger, die ihr Geld einer Bank geben erwarten in der Regel eine hohe Verzinsung ihrer Einlage, so dass der Bank nichts anderes übrig bleibt, als ihre Erträge zu maximieren. Wie sonst sollte eine Bank ihre Anleger entlohnen?

    Dritte Frage: Es ist ja niemand gezwungen, einer Bank ihre hohen Gebühren zu bezahlen. Unser Kartellrecht schützt uns davor, auf eine einzelne Bank angewiesen zu sein. Wenn wir einen Kredit anderswo günstiger bekommen, dann gehen wir doch einfach dorthin. Das muss noch nicht einmal eine Bank sein. Auch Kreditgeschäfte unter Privatpersonen sind nicht verboten. Schwierig wird es natürlich, Geld zu bekommen, wenn wir ein Fantast sind, der einfach mal Unternehmer spielen will. Weder eine Bank noch eine Privatperson würde gerne ihren Anspruch auf Rückzahlung des Darlehensbetrages verlieren, weil der Unternehmer das Geld verloren hat. Unternehmen, die keine Geldgeber finden, scheitern so. Ist daran etwas zu ändern? Dem Staat traue ich eine bessere Kapitalallokation nicht zu – da unterschreiben Pappnasen cross-boarder-leasing Vertäge, ohne sie zu lesen. Wie also soll in einer Volkswirtschaft entschieden werden, welche Projekte finanziert werden?

    Neben den Grundsatzfragen gibt es im Detail natürlich unendlich viel zu Lernen und zu Verbessern – einverstanden. Das ändert aber nichts am Prinzip. Außerdem steht es natürlich jedem frei, eine Bank zu gründen, die das besser macht.

    Wie viele Bienchen bringt mir das?

    • FWP
    • 19.07.2009 um 12:25 Uhr

    Nichts dazu gelernt? Na gut. Wie wäre es denn besser zu machen?

    Erste Frage. Geld ist eine schwierige Sache, weil es abstrakt Schuld und Recht bemisst. Ohne Geld wäre Schuld persönlich – ich bin z.B. jemandem etwas schuldig, weil er mir etwas gegeben hat, was ich gerne haben wollte. Durch Geld wird die persönliche Schuld übertragbar. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für persönliche Freiheit, wie sie in den letzten 500 Jahren erkämpft wurde. Sie schließt das Recht ein, Eigentum zu besitzen und persönliche auch abstrakte Schuldverhältnisse einzugehen und erlaubt es Individuen, ihre eigenen Lebensumstände zu gestalten. Geld regelt damit abstrakt Schuldverhältnisse. Ohne Geld wären wir auf persönliche Verhältnisse, die Beziehungsebene, angewiesen und davon abhängig, zur richtigen Zeit unser Fähnlein zu schwenken (wie auch immer das aussehen würde). Müssen wir hier etwas dazulernen?

    Zweite Frage. Unternehmungen brauchen Ressourcen. Sei es, dass wir ein Feld bestellen und erst einmal Einsähen müssen, oder dass wir Autos bauen und dafür Maschinen, know how und Rohmaterialien brauchen. Bevor das Endprodukt herauskommt vergeht eine Zeit, wir müssen uns die Ressourcen leihen und gehen Schuldverhältnisse ein. Da es viele Möglichkeiten gibt, Unternehmungen zu gründen, müssen sich unsere Geldgeber entscheiden, wem sie ihr Geld geben. Nach welchen Kriterien sollen sie das tun? Persönlich lassen sich viele Varianten denken, eine Bank hat aber in der Regel keine Wahl. Anleger, die ihr Geld einer Bank geben erwarten in der Regel eine hohe Verzinsung ihrer Einlage, so dass der Bank nichts anderes übrig bleibt, als ihre Erträge zu maximieren. Wie sonst sollte eine Bank ihre Anleger entlohnen?

    Dritte Frage: Es ist ja niemand gezwungen, einer Bank ihre hohen Gebühren zu bezahlen. Unser Kartellrecht schützt uns davor, auf eine einzelne Bank angewiesen zu sein. Wenn wir einen Kredit anderswo günstiger bekommen, dann gehen wir doch einfach dorthin. Das muss noch nicht einmal eine Bank sein. Auch Kreditgeschäfte unter Privatpersonen sind nicht verboten. Schwierig wird es natürlich, Geld zu bekommen, wenn wir ein Fantast sind, der einfach mal Unternehmer spielen will. Weder eine Bank noch eine Privatperson würde gerne ihren Anspruch auf Rückzahlung des Darlehensbetrages verlieren, weil der Unternehmer das Geld verloren hat. Unternehmen, die keine Geldgeber finden, scheitern so. Ist daran etwas zu ändern? Dem Staat traue ich eine bessere Kapitalallokation nicht zu – da unterschreiben Pappnasen cross-boarder-leasing Vertäge, ohne sie zu lesen. Wie also soll in einer Volkswirtschaft entschieden werden, welche Projekte finanziert werden?

    Neben den Grundsatzfragen gibt es im Detail natürlich unendlich viel zu Lernen und zu Verbessern – einverstanden. Das ändert aber nichts am Prinzip. Außerdem steht es natürlich jedem frei, eine Bank zu gründen, die das besser macht.

    Wie viele Bienchen bringt mir das?

    • bivi
    • 17.07.2009 um 19:22 Uhr

    Auch bisher war die Bereitstellung einer Kreditlinie sicherlich kein Geschenk der Bank an ihre Kunden. Sie war in anderen Gebühren eingepreist, etwa den hohen Überziehungszinsen. Sinnfällig wäre das Vorgehen der Banken, wenn gleichzeitig der Zinssatz für die Kontoüberziehung gesenkt würde. Ist das irgendwo geschehen? Ich wüsste nicht wo.
    Man versucht sich statt dessen dreist das vom Kunden wieder zu beschaffen, was man selbst verzockt hat und gibt z.B. die Zinssenkungen von EZB & Bundesbank nicht annähernd weiter.
    Es ist fast wie im Feudalismus: Wenn der Landesherr nicht wirtschaften konnte und über seine Verhältnisse lebte musse das gemeine Volk bluten.

    Wir bezahlen für die Zockerei, die Verursacher machen weiter, oder kassieren Boni oder Abfindungen.
    Übrigens zahlen auch die Angestellten der Geldinstitute ihren Preis, denn auf sie wurde der Verkaufsdruck deutlich erhöht.

    Ich habe durchaus nichts dagegen, wenn Leistungen dem Kunden, der sie in Anspruch nimmt, auch in Rechnung gestellt werden. Dann aber auf eine transparente und nachvollziehbare Weise. Finanzdienstleister haben sich aber diesbezüglich noch nie hervorgetan. Im Gegenteil, es gibt wohl keinen Sektor der Wirtschaft auf dem so kreativ Gebühren versteckt werden.

    Transparente, nachvollziehbare Kostenstruktur ja, Beutelschneiderei nein!

    • RalphS
    • 18.07.2009 um 19:58 Uhr

    ist selber eine Bank zu gründen und außerdem legal !
    .
    Die Gier der Bankster kennt keine Grenzen. Ihre Methoden sind an der Grenze der Legalität.
    Die Menschen in diesem Lande haben mittlerweile die Fäuste in der Tasche geballt, aber unsere Regierungsjunta sieht nur weiter gelassen zu, wiegelt ab und lässt die Bankster nach dem Motto : legal, egal, schei.. egal, weiter gewähren.
    Nebenbei lassen sich Merkel und Steinbrück im Falle der fast 500 Milliarden "gedruckten" Gelder der EZB (davon ein großer Anteil BRD-Gelder), welche zu fast geschenkten 1% Zinsen an die Geschäftsbanken weitergegeben wurden, von den Banken auch noch übers Ohr hauen, in dem unsere Regierung ihr eigenes Geld zu wesentlich höheren Zinssätzen als 1% wieder von den Geschäftsbanken (im Gegensatz zur US-Regierung, die bekam ihr Geld direkt von der FED da Barack Obama im Gegensatz zu unseren Politikern in der Profiliga spielt) zurückleiht. Im Falle des Eine Milliarde Kredits an Opel spielte Guttenberg, unser George Clooney der Bundesregierung, den Sparkommissar. Hier aber werden den Bankern die Milliarden regelrecht hinterhergeschmissen und in Berlin juckst keinen. Liegt das an den gutdotierten Nebenjobs ?
    Welches System war noch das Unrechtssystem ?
    Denn so langsam bekomme ich Probleme, die Vorteile des Systems BRD gegenüber dem System DDR wahrzunehmen.
    .
    We gave the friends of Milton Friedman billion of dollars, and now we have only debts.
    Don't trust them.
    Destroyed the MATRIX.
    (RalphS)

  3. 7. Absurd

    Wenn ein Banker seinen Kunden vollquatscht, um ihm die bankeigenen "Finanzprodukte" (und nur die) aufzudrängen, für die er selbst adie meiste Provision erhält, soll das als "Beratungsleistung" deklariert werden, für die gefälligst bezahlt werden soll?
    Nichts anderes sind "Vermögensberatungen".
    btw -ich selbst bin in der Versicherungsbranche aktiv und weiß nur zu gut, wovon ich hier schreibe!

    • FWP
    • 19.07.2009 um 12:25 Uhr

    Nichts dazu gelernt? Na gut. Wie wäre es denn besser zu machen?

    Erste Frage. Geld ist eine schwierige Sache, weil es abstrakt Schuld und Recht bemisst. Ohne Geld wäre Schuld persönlich – ich bin z.B. jemandem etwas schuldig, weil er mir etwas gegeben hat, was ich gerne haben wollte. Durch Geld wird die persönliche Schuld übertragbar. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für persönliche Freiheit, wie sie in den letzten 500 Jahren erkämpft wurde. Sie schließt das Recht ein, Eigentum zu besitzen und persönliche auch abstrakte Schuldverhältnisse einzugehen und erlaubt es Individuen, ihre eigenen Lebensumstände zu gestalten. Geld regelt damit abstrakt Schuldverhältnisse. Ohne Geld wären wir auf persönliche Verhältnisse, die Beziehungsebene, angewiesen und davon abhängig, zur richtigen Zeit unser Fähnlein zu schwenken (wie auch immer das aussehen würde). Müssen wir hier etwas dazulernen?

    Zweite Frage. Unternehmungen brauchen Ressourcen. Sei es, dass wir ein Feld bestellen und erst einmal Einsähen müssen, oder dass wir Autos bauen und dafür Maschinen, know how und Rohmaterialien brauchen. Bevor das Endprodukt herauskommt vergeht eine Zeit, wir müssen uns die Ressourcen leihen und gehen Schuldverhältnisse ein. Da es viele Möglichkeiten gibt, Unternehmungen zu gründen, müssen sich unsere Geldgeber entscheiden, wem sie ihr Geld geben. Nach welchen Kriterien sollen sie das tun? Persönlich lassen sich viele Varianten denken, eine Bank hat aber in der Regel keine Wahl. Anleger, die ihr Geld einer Bank geben erwarten in der Regel eine hohe Verzinsung ihrer Einlage, so dass der Bank nichts anderes übrig bleibt, als ihre Erträge zu maximieren. Wie sonst sollte eine Bank ihre Anleger entlohnen?

    Dritte Frage: Es ist ja niemand gezwungen, einer Bank ihre hohen Gebühren zu bezahlen. Unser Kartellrecht schützt uns davor, auf eine einzelne Bank angewiesen zu sein. Wenn wir einen Kredit anderswo günstiger bekommen, dann gehen wir doch einfach dorthin. Das muss noch nicht einmal eine Bank sein. Auch Kreditgeschäfte unter Privatpersonen sind nicht verboten. Schwierig wird es natürlich, Geld zu bekommen, wenn wir ein Fantast sind, der einfach mal Unternehmer spielen will. Weder eine Bank noch eine Privatperson würde gerne ihren Anspruch auf Rückzahlung des Darlehensbetrages verlieren, weil der Unternehmer das Geld verloren hat. Unternehmen, die keine Geldgeber finden, scheitern so. Ist daran etwas zu ändern? Dem Staat traue ich eine bessere Kapitalallokation nicht zu – da unterschreiben Pappnasen cross-boarder-leasing Vertäge, ohne sie zu lesen. Wie also soll in einer Volkswirtschaft entschieden werden, welche Projekte finanziert werden?

    Neben den Grundsatzfragen gibt es im Detail natürlich unendlich viel zu Lernen und zu Verbessern – einverstanden. Das ändert aber nichts am Prinzip. Außerdem steht es natürlich jedem frei, eine Bank zu gründen, die das besser macht.

    Wie viele Bienchen bringt mir das?

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