Finanzmarkt Entscheidende Stunden für Bernanke – und den Dollar

Der Dollar schwächelt, Fed-Chef Bernanke könnte der Währung Rückenwind verschaffen: Vor dem US-Kongress wirbt er um Vertrauen - und muss seine Exit-Strategie darlegen

Viel ist zuletzt über die steigenden Kurse am Aktienmarkt geschrieben worden. Um den Dollar aber war es still. Merkwürdig, denn beides hängt zusammen.

Wie eng der Zusammenhang ist, war zuletzt zu beobachten. Legten Aktien zu, verlor der Dollar an Wert. Eine Erklärung hierfür geht so: Gewinnen die Anleger das Vertrauen in Aktien zurück, verliert der Dollar seine Funktion als sicherer Hafen der Weltwirtschaft. Wenn er das denn jemals war, schließlich lag das Epizentrum der Krise nicht in Europa sondern in den USA.

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Ebenso fraglich ist, ob die Wertverluste des Dollars gerechtfertigt sind. Immerhin scheint sich die amerikanische Volkswirtschaft schneller als andere Industriestaaten zu erholen. Die Anleger scheren sich jedoch nicht um die fundamentalen Faktoren.

Da ist einerseits die Konjunktur. Diese scheint in den USA wieder besser zu laufen als in Europa. Das spräche für einen starken Dollar – nicht für einen schwachen.

Und die Zinsen? Am kurzen Ende der Zinskurve liegt derzeit Euroland vorne, am langen Ende die USA. Traditionell hat das lange Ende der Zinskurve einen größeren Einfluss auf die Wechselkurse, denn hier ist mehr Geld angelegt. Diesmal aber nicht. Der Dollar bleibt trotzdem schwach.

Selbst die Marktstimmung spricht für den Dollar. Die ist zwar momentan auf Seiten des Euro. In der Regel aber ist das ein Zeichen dafür, dass in Zukunft genau das Gegenteil geschieht – der Dollar also an Wert gewinnt.

Mitte der Woche wissen wir womöglich mehr. Dann findet die traditionelle Anhörung des Fed-Präsidenten vor dem amerikanischen Kongress statt. Für Fed-Chef Ben Bernanke geht es dort um viel. Er muss die Kongress-Mitglieder überzeigen, ihn für weitere vier Jahre als Chef der US-Notenbank zu akzeptieren.

Leser-Kommentare
    • xtc
    • 20.07.2009 um 12:04 Uhr

    Ebenso fraglich ist, ob die Wertverluste des Dollars gerechtfertigt sind. Immerhin scheint sich die amerikanische Volkswirtschaft schneller andere Industriestaaten zu erholen. Die Anleger scheren sich jedoch nicht um die fundamentalen Faktoren.

    Lese ich das richtig? Vielleicht scheren sich die Anleger gerade um die fundamentalen Faktoren. Die amerikanische Volkswirtschaft scheint sich schneller zu erholen? Hä? Wo denn? Die amerikanische Volkswirtschaft ist so marode und auf pump finanziert wie eh und je.
    Irgendwie verstehe ich diese sonnige Zustandsbeschreibung nicht. Vielleicht bin ich dafür aber auch einfach nicht "Experte" genug

  1. Der Dollar wird aus zwei Gründen langfristig (Zeitraum von 10 Jahren) an Wert verlieren: die Schulden der USA (die durch einen schwachen Dollar kleiner werden) und die Ablösung des Dollars als Leitwährung (nach Ansicht einiger Experten um 2020: http://www.zeit.de/2007/4...).

    Es hätte dem Artikel gut getan, wenn der Zeitrahmen (4 Jahre? 1 Jahr? ein halbes Jahr?) für die vorausgesehene (temporäre) Erholung des Dollarkurses angegeben worden wäre.

    Martin Kraus

  2. Bei derlei Diskussionen unserer sogenannten US-Experten vergisst man in Deutschland immer wieder den unsichtbaren Elefanten im Saal: China !!! Der chinesisch sprechende US-Finanzminister Geithner arbeitet bekanntlich eng mit seinen dortigen Kollegen zusammen. China besitzt jetzt schon die meisten Dollars und kauft laufend noch viel mehr. Es würde also zweifellos einen Wertverfall der Leitwährung zu verhindern wissen, obschon er Herrn Bernanke und seiner Fed momentan nicht ganz unwillkommen wäre.

    Die US-Schulden per BIP sind übrigens kaum größer als die deutschen. Lediglich Japan schuldet fast dreimal so viel wie die vier großen westlichen Nationen.

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    Den Kommentar verstehe ich nicht wirklich. Ist es nicht gerade die chinesische Führung, die nicht müde wird, eine Ablösung des Dollars durch einen Korb von internationalen Währungen vorzuschlagen, (weil sie längst begriffen hat, dass es vor allem darum geht, eine harte Landung des Dollars zu verhindern)?

    Den Kommentar verstehe ich nicht wirklich. Ist es nicht gerade die chinesische Führung, die nicht müde wird, eine Ablösung des Dollars durch einen Korb von internationalen Währungen vorzuschlagen, (weil sie längst begriffen hat, dass es vor allem darum geht, eine harte Landung des Dollars zu verhindern)?

  3. 4. China

    Den Kommentar verstehe ich nicht wirklich. Ist es nicht gerade die chinesische Führung, die nicht müde wird, eine Ablösung des Dollars durch einen Korb von internationalen Währungen vorzuschlagen, (weil sie längst begriffen hat, dass es vor allem darum geht, eine harte Landung des Dollars zu verhindern)?

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