Zum Tod von Dash Snow
Das Auge für unverstellte Körperlichkeit
Der Fotograf und Collagist Dash Snow lebte ungewöhnlich kompromisslos. Seine Arbeiten waren oft Dokumente dieses Lebens und machten ihn zum Star des Untergrunds. In der Nacht zum Dienstag starb er mit nur 27 Jahren

© Courtesy: Contemporary Fine Arts, Berlin; Photo: Jan Bauer
Dash Snow mit einem der Schädel, die er gerne in seinen Arbeiten verwendete
Für eine seiner letzten Arbeiten filmte Dash Snow seine Freundin Jade und ihre gemeinsame Tochter Secret dabei, wie sie zusammen nackt durch eine Waldlandschaft im Staat New York gehen. Unschuldig und leicht mutet das Video an, das derzeit in der Peres Projects Galerie in Berlin gezeigt wird. Unscharf liegt der Blick der Kamera auf der paradiesischen Szene der nackten Mutter mit ihrem Kind, als wohne man einer Epiphanie bei.
Es ist eine Szene unverstellter Körperlichkeit. Sie ist typisch für den Fotografen, Collagisten und Installationskünstler Dash Snow, der Montagnacht in New York starb. Immer ging es in seinen Arbeiten um das ebenso flüchtige wie unzeitgemäße Moment der Authentizität.
Auf der Suche nach einer größeren Direktheit testete Snow auch seine körperlichen Grenzen und die seines Umfelds. Keine Überraschung also, dass der Tod des nur 27-Jährigen wohl auf eine Überdosis Drogen zurückzuführen ist, wenn auch die Todesursache offiziell noch nicht bestätigt ist.
Zumindest Galerist Javier Peres sieht die Sache differenzierter: "Bei seinem Tod waren wohl Drogen involviert, aber Dash hatte auch ein sehr schwieriges Leben zu bewältigen. Die Drogen stellten für ihn normalerweise eine Art da, mit seinem Leben fertig zu werden." Der Sprössling des eben so renommierten wie wohlhabenden New Yorker De Menil-Clans verbrachte schon als Kind zwei Jahre in einer Strafanstalt.
Nachdem er mit 15 Jahren entlassen wurde, trieb er sich auf den Straßen herum, sprayte, feierte und schoss davon Polaroids. Der äußere Anlass dieser Aufnahmen soll zunächst darin bestanden haben, die vielen durchfeierten Nächte festzuhalten, an welche er sich am nächsten Morgen nicht mehr erinnern konnte. Tatsächlich zeigen die an Authentizität kaum zu überbietenden Schnappschüsse Aufnahmen von Teenagern beim Sex, bei der lustvollen Zerstörung öffentlichen Eigentums und beim intravenösen Konsum von Drogen.
Als Snow um das Jahr 2005 herum damit begann, die Fotografien zu verkaufen, war er bereits zu einer Persönlichkeit im New Yorker Untergrund avanciert. Er galt als eine Leitfigur der sogenannten Bowery School aus der New Yorker Lower East Side. Dieser gehören neben Snow die Künstler Dan Colen und Ryan McGinley an, der jüngste Künstler, der jemals im Whitney Museum eine Soloausstellung bestritt. 2006 war auch Snow auf der Whitney Biennale vertreten.
- Datum 17.7.2009 - 10:14 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 5
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Wirklich sehr schade das lesen zu müssen, seine Polaroids waren sensationell !
...warum trauert man ihm jetzt nach? Ist es die Erbärmlichkeit verlebten Lebens, die ihn so besonders macht, oder eher die Diverstität in der Darstellung von Zerstörung und Ohnmacht? Geht mit seinem Wirken ein rigoroser Abklatsch der traurigen Wirklichkeit in "der Szene" verloren oder spiegelt diese darüber hinaus unserer aller Realität wieder?
Vollkommenheit der Körperlichkeit by Dash Snow?
Derzeit weiß man nicht wie dieser Junge Mann gestorben ist aber die Gerüchte sind ähnlich umfangreich wie bei einem Heath Ledger..
Somit war es durchaus in Ordnung den Nachruf etwas später zu veröffentlichen.
Wird Dash Snow zur Ikone der 2000er-Jahre werden?
http://www.synecstasy.com...
Es ist doch immer wieder interessant, wie die Presse in den vergangen Wochen immer wieder auf schlechte "Künstler", wie Dash Snow, Ottmar Hörl, Jonathan Messe und deren Galeristen-PR reinfällt!
Das sagt etwas über die deutschen Medien aus.
Sind diese Künstler nicht unwichtig - und werden bald vergessen sein?
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