In den Achtzigern erfuhren die Stofftreter ein erstes Comeback und wurden in poppigen Farben zu Karottenjeans und Batikshirts getragen. In den Neunzigern verschwanden sie von den Straßen, weil Männer plötzlich anfingen, Sandalen zu mögen, und Flipflops plötzlich nicht mehr nur am Strand, sondern auch in der Stadt gesellschaftsfähig wurden.

Der große Vorteil der spanischen Stoffschuhe ist, dass sie - im Gegensatz zu Badelatschen - den Fuß verstecken. Anna Wintour , die Chefredakteurin der amerikanischen Vogue , kommentierte ungepflegte Männerfüße mit dem einen Satz: "Cover it up!" Ganz genau, cover it up! Wer unbedingt Schlappen tragen will, klappt die Fersenteile seiner Espadrilles einfach runter.

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Der Schuh passt zu Jeans genauso wie zu Badeshorts oder geblümten Hängerkleidchen. Zur Not kann man damit auch mal im Büro auftauchen und im Gegensatz zum nervenden Flipflop-Quietschen verhalten sich die Espadrilles beim Gehen ruhig.

Wer Espadrilles in der Stadt trägt, ist zudem ein Optimist, denn er muss der festen Meinung sein, dass es nicht regnen wird. Passiert es doch, saugt sich die Bastsohle ruckzuck voll, fängt an zu schmatzen und stinkt tagelange später noch nach nassem Hundefell. Wer viel Geld für Designer-Espadrilles ausgegeben hat, ärgert sich jetzt. Alle anderen schmeißen ihr Paar in den Müll und warten auf Sonnenschein.

Antje Wewer betrachtet Modeerscheinungen auf deutschen Straßen und fragt sich jede Woche auf ZEIT ONLINE: "Trägt man das jetzt so?"