Wahlausschuss 21 Splitterparteien zur Bundestagswahl zugelassen
Bei der Bundestagswahl kann unter anderen die Piratenpartei gewählt werden. "Die Partei" des ehemaligen Chefs der Satirezeitschrift Titanic wurde dagegen abgelehnt
Bei der Bundestagswahl am 27. September werden mindestens 29 Parteien um die Gunst der Wähler werben. Neben den bereits acht gesetzten Parteien billigte der Bundeswahlausschuss 21 weiteren politischen Vereinigungen den Status einer Partei für die Bundestagswahl zu.
Die Piratenpartei darf demnach bei der Bundestagswahl am 27. September antreten. Die im September 2006 gegründete Partei will mit der Forderung nach freiem Zugang zu Wissen und Kultur im Internet in den Bundestag einziehen. Sie hat inzwischen nach eigenen Angaben fast 4400 Mitglieder und 16 Landesverbände. Zudem hat sie durch den Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss bis zum Herbst vorübergehend den ersten Parlamentssitz. Dieser wechselte Ende Juni von der SPD zu den Piraten.
Abgelehnt wurde bei der Ausschuss-Sitzung in Berlin hingegen die Partei von Martin Sonneborn, dem ehemaligen Chefredakteurs der Satirezeitschrift Titanic. Seiner Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative, kurz Die Partei, wurde die Ernsthaftigkeit abgesprochen. Außerdem wurde die mangelnde Organisationsstruktur kritisiert. Der Vorsitzende Sonneborn will Einspruch einlegen. Nach seiner Auffassung erfülle seine Partei mit rund 8000 Mitgliedern alle Kriterien.
Durchgefallen ist auch die Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands (APPD). Zur Begründung zitierte Ausschuss-Mitglied Johannes Risse (SPD) aus dem Rechenschaftsbericht. "Unter Punkt 6 steht: "Keiner in der Partei hat mal wieder was gemacht"". Auf die Frage, warum die Pogo-Partei nur mit drei Landeslisten antreten wolle, sagte der Vorsitzende Volker Stoi: "Die anderen Landesverbände befinden sich im Untergrund."
Der APPD, die 2005 insgesamt rund 7200 Stimmen gewonnen hatte und mit Slogans wie "Euch die Arbeit, uns das Vergnügen", aufgetreten war, wurde insgesamt eine mangelnde Parteistruktur attestiert. Egeler stellte fest, dass 2008 beim Parteitag nur zwölf Mitglieder anwesend waren. Zugelassen ist die Freie Union der früheren CSU-Politikerin Gabriele Pauli.
Gesetzt sind die Bundestagsparteien CDU, CSU, SPD, FDP, Grüne und Linke sowie die in einigen ostdeutschen Landesparlamenten vertretenen rechtsextremen Parteien DVU und NPD. Insgesamt hatte der Ausschuss über die Zulassung von 51 Anmeldungen zu entscheiden. Keine Anmeldung brauchen Parteien, die bereits im Bundestag vertreten sind, und solche, die mit mindestens fünf Abgeordneten in einem Landtag sitzen. Bei der Bundestagswahl 2005 kamen die sogenannten Splitterparteien zusammen auf vier Prozent, am stärksten von den "sonstigen Parteien" schnitt die rechtsextreme NPD mit 1,6 Prozent ab.
Bei der Bundestagswahl 2005 hatten die sonstigen Parteien insgesamt vier Prozent der Stimmen erreicht.
- Datum 18.07.2009 - 08:48 Uhr
- Serie News
- Quelle ZEIT ONLINE, bm, dpa
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Ich halte die Piratenpartei für eine gute Ergänzung für unsere Parteienlandschaft.
Sie greift viele Themen auf, die im Bundestag bis jetzt noch zu schwach vertreten sind. Die anderen Parteien haben die Gelegenheit verpasst, auf Themen wie Datenschutz, Bildung, Transparenz oder Bürgerrechte einzugehen. Argumente von Fachleuten zur Unwirksamkeit des Internetfilters und eine Petition von über 130000 Bürgern wurde ignoriert.
Auch die Art, wie sich die Piratenpartei öffentlich darstellt unterscheidet sich deutlich von den großen Parteien. Sie werben mit Inhalten statt mit Köpfen. Das hab ich seit Jahren im Wahlkampf nicht mehr gesehen. Damit könnte die Piratenpartei enttäuschte Nichtwähler für sich gewinnen.
Es gibt auch einige Kritikpunkte. Dadurch dass die Partei sehr transparent diskutiert, wird es solche Kritikpunkte auch immer geben. Aber mit ist das lieber als eine Partei, die alles hinter verschlossenen Türen berät, Kritik als Nestbeschmutzung wertet und nach draussen nur mit weichgespülten Presseerkärungen auftritt.
Ich wünsche den Piraten alles Gute!
> Piraten = Die im September 2006 gegründete Partei will mit der Forderung nach freiem Zugang zu Wissen und Kultur im Internet in den Bundestag einziehen. <
Also liebe ZEIT, dass ist ja wohl voll daneben. Der Autor dieses Aritkels sollte sich informieren.
Die Programm-Punkte der Piraten ...
Informationelle Selbstbestimmung
Patentrecht
Urheberrecht
Transparenz
Open Access
Bildung
Nur ein Satz aus dem Programmpunkt "Transparenz"
Der Einblick in die Arbeit von Verwaltung und Politik auf allen Ebenen der staatlichen Ordnung ist daher ein fundamentales Bürgerrecht und muss
zum Wohle der freiheitlichen Ordnung entsprechend garantiert, geschützt
und durchgesetzt werden.
Alles weitere unter
http://www.piratenpartei....
Gruß, Bernd
*** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***
Die CSU kann keine "Splitterpartei" sein.
Man stelle sich nur einmal vor, welches Unheil Granat - "Splitter" anrichten können.
Nun sitzen in der CSU ja alles "Granaten", aber und das ist gut so, sind das ja alles entweder "Blindgänger" oder "Rohrkrepierer", die auf dem politischen Parkett in Deutschland bisher noch keinen großen Schaden anrichten konnten.
Warum wohl, gibt es die CSU denn nur in Bayern?
Die würden in ganz Deutschland nicht einmal über eine 3%-Hürde kommen.
Ohne die symbiotische Allianz dieser "Christen-Truppen" würde die politische Landschaft in Deutschland seit Jahrzehnten ganz anders aussehen.
Diese für Deutschland unheilvolle Allianz der sogenannten "christlichen Nächstenliebe" ist auch eine Art von Betrug am gesamtdeutschen Wähler.
Die Nachfolger der SED-Bonzen trauen sich zumindest mehr zu, als diese bajuwarische "Trachten-Truppe".
Vielleicht ist es auch der Mut der Verzweifelten, sich ein neues Profil zu geben.
Solange aber unsere "Volksparteien" nicht für das Volk, sondern über dem Volk regieren, solange wird auch eine vereinte LINKE nicht wieder zu einer Splitterpartei mutieren.
Na, mal sehen, was bei der nächsten Wahl wieder herauskommen wird:
Alle die heute meckern, die wählen wieder "richtig" - nur wenn hinterher und wie immer das falsche Wahlergebnis herauskommen wird, dann will es wieder keiner gewesen sein.
Eine Partei wie die CSU mit über 5% Stimmenanteil (bei der letzten Europawahl waren es 7,2%, also fast 2 Mio Wähler) ist keine Splitterpartei. Ansonsten wären auch Grüne, FDP und Linkspartei in normalen Zeiten (in denen keine große Koalition regiert) Splitterparteien.
Und wer deswegen Merkel als lächerliche Kanzlerin siehst, weil die CSU bestimmt, wer in ihren Ressorts Minister wird, dann hatten wir ja nur lächerliche Kanzler. Denn dass die Koalitionsparteien selbstständig ihre Minister für die ihr zugeteilten Ressorts wählt, war bisher immer so...
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