Bundeswehr in Afghanistan Kein Faible fürs Heldentum
Die Deutschen halten nicht viel vom Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr. Das liegt keineswegs nur daran, dass die Bundesregierung den Sinn der Mission nicht erklärt
Sie rollen mit Panzern durchs Gelände. Sie haben eine Offensive gestartet. Sie werden Opfer von Schusswechseln. Und sie töten selbst. Ist es nun ein Krieg, den die Bundeswehr in Afghanistan führt?
Das hängt natürlich von der Definition dessen ab, was wir unter Krieg verstehen wollen. Andere Nato-Soldaten, Amerikaner, Niederländer, Briten, Tschechen, Polen, Rumänen oder Balten, die im Süden und Osten des Landes regelmäßige Schlachten mit Taliban-Verbänden schlagen, halten den Norden des Landes, dort, wo die Deutschen stationiert sind, noch immer für vergleichsweise friedliches Gebiet. Zwar betreibt die Nato keinen Body Count. Doch im Süden des Landes haben nach inoffiziellen Angaben Isaf-Truppen allein im vergangenen Jahr etwa 20.000 Aufständische getötet – oder solche, die sie dafür hielten.
Wie der verteidigungspolitische Sprecher der Grünen, Winfried Nachtwei, kürzlich bei einem Isaf-Besuch notiert hat, konzentrieren sich die Angriffe auf die Schutztruppen auf die Provinz Helmand (durchschnittlich 10,6 Angriffe pro Tag zwischen Oktober 2008 und Mai 2009), Kandahar (4,6 Angriffe pro Tag) und Kunar (4 Angriffe pro Tag). Die Regionen, in denen die Deutschen stationiert sind, bilden statistisch noch immer die ruhigsten. In Kundus gab es 0,7, in Kabul 0,6, in Badakhschan weniger als 0,1 Angriffe pro Tag.
Doch es sind weder die Krieger anderer Nationen noch Statistiken, die definieren, was in Deutschland als Krieg gilt. Sondern die Bevölkerung. "Das Volk" hat Kurt Tucholsky einmal gesagt, "versteht das meiste falsch, aber es fühlt das meiste richtig."
Über Afghanistan denkt das Volk, die Bundeswehr sei dort, um den Einheimischen einen westlichen Lebensstil aufzuzwingen. Das ist falsch, weil die Afghanen wollen, dass die Nato-Truppen ihnen Schutz, Sicherheit und eigene Entwicklungsmöglichkeiten bieten.
Was aber fühlt das Volk, wir Deutschen, über den Afghanistan-Einsatz?
Es fühlt zunächst einmal, dass die alte Rechtfertigung, wonach Deutschlands Sicherheit am Hindukusch verteidigt werde, zumindest gründlich perforiert ist. Denn erstens hat es in Deutschland bereits Attentatsplanungen gegeben, die rein gar nichts mit Afghanistan zu tun hatten (etwa die "Kofferbomber" von Köln, die aus dem Libanon stammten und sich spontan zu ihren Taten entschlossen), sind Deutsche in Bombenexplosionen gestorben, deren Drahtzieher aus Afrika oder Asien kamen (Dscherba, Bali) und ist selbst der 11. September nicht maßgeblich in Afghanistan vorbereitet worden, sondern in Hamburg-Harburg. Sicher, al-Qaida als quasi-militärische Organisation ist zerstört. Aber das Bild vom Funktionsprinzip Internet stimmt eben doch: Wird hier ein Server lahmgelegt, übernimmt dort ein anderer das Geschäft.
Zweitens hat sich die Haupt-Trainingsdrehscheibe für Wanderdschihadisten längst nach Pakistan verlagert. Doch Bundeswehr-Truppen dorthin zu verlegen fordert kein Mensch. Deswegen breitet sich das Gefühl aus, Deutschland mache bloß noch aus altmodischer Solidarität mit in Afghanistan. Betreibe Verteidigungspolitik im Gänsemarsch, gewissermaßen.
Das Volk fühlt auch, dass sich Kanzlerin, Außenminister und der (rhetorisch ohnehin abzuschreibende) Verteidigungsminister vor einer ehrlichen, aktualisierten Diskussion um den Afghanistan-Einsatz drücken. Eine klare Botschaft wäre zum Beispiel die: Deutschland stabilisiert Afghanistan, weil es will, dass aus einem Land mit einer Gesellschafts- und Herrschaftsform aus dem 12. Jahrhundert ein Staat wird, der in der globalisierten Welt wenigstens minimale moralische und markwirtschaftliche Wettbewerbschancen hat. In dem Frauen nicht gesteinigt und Mädchen nicht erschossen werden, nur weil sie zur Schule gehen möchten. In dem nicht mehr 90 Prozent des Opiums für den weltweiten Heroinhandel produziert werden. In dem keine Steinzeitislamisten mehr an die Macht kommen, die Musik verbieten und Burkas verordnen.
Das alles wäre eine Rechtfertigung, die ohne Al-Qaida-Beschwörung auskäme – ja, ehrlicher Weise auskommen müsste. Aber würde das reichen, um die Deutschen bei der Stange zu halten?
Wohl nicht. Denn wenn die Sicherheit Deutschlands nicht gefährdet ist, ja dann, so fühlt das Volk, warum sollen dann deutsche Soldaten dort sterben? Andere Völker mögen ja anders fühlen. Amerikaner zum Beispiel, die es schlicht als heldenhaft erachten, für die Durchsetzung von Menschenrechten in den Gebirgen Mittelasiens zu fallen. Wir, als postheroische Gesellschaft, tun das nicht. Die Bundeswehr kennt keine Helden, sie kennt nur Opfer. An dieser ethischen Grundierung Nachkriegsdeutschlands ändern auch Ehrenmale, Tapferkeitsorden und öffentliche Gelöbnisse nichts.
Das fehlende Faible fürs Heldentum hat aber auch damit zu tun, dass es den Deutschen im vergangenen halben Jahrhundert gelungen ist, tatsächlich eine Armee von Staatsbürgern in Uniform heranzuziehen. Deutschland verfügt über keine Kriegerkaste wie die Angelsachsen, also über keinen Berufstand, der ebenso akzeptiert und geachtet wäre dafür, dass seine Mitglieder auf Geheiß der Regierung ihr Leben opfern. Die Vorstellung, dass es Profis gibt, die genau "dafür da" sind, ist diesem Land (zum Glück) fremd geworden.
All das führt allerdings dazu, dass die Deutschen über eine niedrigere, nennen wir es einmal: Kriegstoleranz verfügen als andere Völker. Laut einer Umfrage des German Marshall Fund glauben nur 25 Prozent der Deutschen, dass es Umstände geben könnte, unter denen ein Krieg gerechtfertigt sein könnte. In Amerika sind es 74 Prozent.
Mit anderen Worten: Wir Deutschen lehnen einen Krieg viel eher ab als andere Nationen. Ob diese Sensibilität in sich selbst richtig ist, das spielt – für das politische Inertialsystem Berlin – keine Rolle. Die wahlkämpfenden Parteien werden nicht versuchen, die Kriegstoleranz der Deutschen zu verändern. Im Gegenteil. Sie werden ihre Gefühle umso ernster nehmen, je mehr wir uns dem 27. September nähern.
- Datum 04.09.2009 - 10:15 Uhr
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"Denn wenn die Sicherheit Deutschlands nicht gefährdet ist, ja dann, so fühlt das Volk, warum sollen dann deutsche Soldaten dort sterben?" Der Umstand, das ein grosser Teil des jeweiligen Jahrgangs den Kriegsdienst verweigert, weist darauf hin, dass die Deutschen ebenso unwillig wären, ihr Land zu verteidigen, wenn denn seine Sicherheit gefährdet wäre - die Mehrzahl würde einfach ins Ausland abhauen und Deutschland seinem Schicksal überlassen, oder sich mit den neuen Machthabern arrangieren und eher dem Nachbarn in den Rücken schiessen, wenn er dagegen aufmuckt.
braucht keine Verteidigung - es trägt sie alle, und am Ende begräbt es sie alle...
Sterben ?
Für eine Idee, ein Ideal ?
Wenn jeder von Lobbyisten gefütterte Politiker mir zeigt, dass Ideale Unsinn sind ?
Wenn die Widerständler der Nazizeit in den KZs gestorben sind und die Täter und Mitläufer nach dem Krieg weiter Karriere gemacht haben ?
Wenn die Dissidenten der DDR heute um ihre kümmerliche Rente kämpfen müssen - und die Ex-Genossen aus DDR-Leitungspositionen ihre üppige Rente im Süden verfrühstücken ?
Wenn die, die in Abu-Ghuraib den Dienst quittierten, immer noch die Verräter sind - und die verantwortlichen Offiziere weiter Karriere machen ?
Das wichtigste, was wir unseren Kindern beibringen müssen : seid opportunistisch ! Nehmt, was ihr kriegen könnt ! Riskiert nichts - schon gar nicht für ein Land, eine Idee, ein Ideal.
Oder ?
braucht keine Verteidigung - es trägt sie alle, und am Ende begräbt es sie alle...
Sterben ?
Für eine Idee, ein Ideal ?
Wenn jeder von Lobbyisten gefütterte Politiker mir zeigt, dass Ideale Unsinn sind ?
Wenn die Widerständler der Nazizeit in den KZs gestorben sind und die Täter und Mitläufer nach dem Krieg weiter Karriere gemacht haben ?
Wenn die Dissidenten der DDR heute um ihre kümmerliche Rente kämpfen müssen - und die Ex-Genossen aus DDR-Leitungspositionen ihre üppige Rente im Süden verfrühstücken ?
Wenn die, die in Abu-Ghuraib den Dienst quittierten, immer noch die Verräter sind - und die verantwortlichen Offiziere weiter Karriere machen ?
Das wichtigste, was wir unseren Kindern beibringen müssen : seid opportunistisch ! Nehmt, was ihr kriegen könnt ! Riskiert nichts - schon gar nicht für ein Land, eine Idee, ein Ideal.
Oder ?
Deswegen habe ich mir damals das ZEIT-Abo geholt: In der ZEIT kann man zu einem Thema typischerweise Meinung und Gegenmeinung lesen.
So auch hier nach einer Reihe von Artikeln, die ich jetzt mal pauschal pro-Afghanistan Krieg nennen will, ein gut geschriebener Artikel von der anderen Seite.
Weiter so !
Ich fande den Artikel ziemlich schwach. Ich denke auch nicht das es ein Artikel gegen den Krieg ist. Ich halte ihn für eher Kriegsfreundlich. Nach dem Artikel sind die Deutschen nicht so Kriegsgeil wie die Amerikaner, gut zu wissen (naja eigentlich wussten wir das auch schon, oder?) aber der Krieg wird als richtig dargestellt für die armen Mädchen in Afghanistan.
Aber letzteres ist doch die entscheidende Frage. Wie sind die Erfolgschancen dieser Mission überhaupt? In der Vergangenheit gab es in Afghanistan für ausländische Mächte keinen Blumentopf zu gewinnen. Wird es den Mädchen in Afghanistan in 30 Jahren wirklich besser gehen? Wieviele Opfer nehmen wir dafür in Kauf? Wo nehmen wir eine afghanische Regierung her, die nicht korrupt ist und bei den Leuten ankommt d.h. demokratisch gewählt wird und sich durchsetzen kann?
Ich finde es ja richtig sich für Menschenrechte einzusetzen, aber die Frage muss doch zunächst lauten, ob wir mit dem Krieg in Afghanistan die Menschenrechtssituation insgesamt und nachhaltig tatsächlich verbessern. Das halte ich wegen der aus meiner Sicht geringen Erfolgschance und dem Problem, dass sich Zivilisten und "Feinde" kaum unterscheiden lassen für höchst fragwürdig.
Ich persönlich glaube auch nicht, dass die USA dort wegen der Menschenrechtssituation sind, sondern eher aus strategischem Interesse. Das man es so darstellen kann, als würden Menschenrechte verteidigt ist natürlich willkommen, aber ist wohl eher ein Nebenziel. Man erinnere sich in dem Zusammenhang daran, dass Menschenrechte ursprünglich nicht der Grund waren, warum man nach Afghanistan ging.
Ich fande den Artikel ziemlich schwach. Ich denke auch nicht das es ein Artikel gegen den Krieg ist. Ich halte ihn für eher Kriegsfreundlich. Nach dem Artikel sind die Deutschen nicht so Kriegsgeil wie die Amerikaner, gut zu wissen (naja eigentlich wussten wir das auch schon, oder?) aber der Krieg wird als richtig dargestellt für die armen Mädchen in Afghanistan.
Aber letzteres ist doch die entscheidende Frage. Wie sind die Erfolgschancen dieser Mission überhaupt? In der Vergangenheit gab es in Afghanistan für ausländische Mächte keinen Blumentopf zu gewinnen. Wird es den Mädchen in Afghanistan in 30 Jahren wirklich besser gehen? Wieviele Opfer nehmen wir dafür in Kauf? Wo nehmen wir eine afghanische Regierung her, die nicht korrupt ist und bei den Leuten ankommt d.h. demokratisch gewählt wird und sich durchsetzen kann?
Ich finde es ja richtig sich für Menschenrechte einzusetzen, aber die Frage muss doch zunächst lauten, ob wir mit dem Krieg in Afghanistan die Menschenrechtssituation insgesamt und nachhaltig tatsächlich verbessern. Das halte ich wegen der aus meiner Sicht geringen Erfolgschance und dem Problem, dass sich Zivilisten und "Feinde" kaum unterscheiden lassen für höchst fragwürdig.
Ich persönlich glaube auch nicht, dass die USA dort wegen der Menschenrechtssituation sind, sondern eher aus strategischem Interesse. Das man es so darstellen kann, als würden Menschenrechte verteidigt ist natürlich willkommen, aber ist wohl eher ein Nebenziel. Man erinnere sich in dem Zusammenhang daran, dass Menschenrechte ursprünglich nicht der Grund waren, warum man nach Afghanistan ging.
Kosmopoliten und Transatlantiker, das ist und bleibt allein Euer Feldzug!
Wie Jochen Bittner richtig erkennt, wird sich die deutsche Bevölkerungsmehrheit durch Propaganda nicht umstimmen lassen, und sie wird schon gar nicht bereit sein, sich die politische Verantwortung aufbürden zu lassen.
Der Mangel und Unwille zur Verantwortung ist aber bedauerlicherweise genau das Problem. Ich stimme dem Artikel prinzipiell zu, aber die Realitäten der Deutschen gehen an den Realitäten globaler Politik vorbei. Und wenn jetzt schon wieder in dem Artikel erwähnt wird, die Definition wird in Deutschland geschaffen, dann gehen wieder alle Alarmsirenen hoch, aka "deutscher Sonderweg".
Nun können wir uns natürlich verhalten wie die Schweiz und würden damit auch gar nicht schlecht fahren. Aber wie man auch an der Schweiz sieht, jede Möglichkeit an Einflußnahme in internationaler Plitik wäre damit flöten. Damit müßte die Grundsatzfrage gestellt werden, soll und will Deutschland international agieren oder nicht?
Dabei muß berücksichtigt werden, das Deutschland ein auf Export angewiesener Staat ist, der politische Einflußfähigkeiten eigentlich zwingend erforderlich macht, so zum Beispiel bei der Neuordung der Finanzmärkte. Ein Deutschland, das sich aus allem Anderen heraushält, kann in dieser Form kaum Forderungen stellen.
Der Mangel und Unwille zur Verantwortung ist aber bedauerlicherweise genau das Problem. Ich stimme dem Artikel prinzipiell zu, aber die Realitäten der Deutschen gehen an den Realitäten globaler Politik vorbei. Und wenn jetzt schon wieder in dem Artikel erwähnt wird, die Definition wird in Deutschland geschaffen, dann gehen wieder alle Alarmsirenen hoch, aka "deutscher Sonderweg".
Nun können wir uns natürlich verhalten wie die Schweiz und würden damit auch gar nicht schlecht fahren. Aber wie man auch an der Schweiz sieht, jede Möglichkeit an Einflußnahme in internationaler Plitik wäre damit flöten. Damit müßte die Grundsatzfrage gestellt werden, soll und will Deutschland international agieren oder nicht?
Dabei muß berücksichtigt werden, das Deutschland ein auf Export angewiesener Staat ist, der politische Einflußfähigkeiten eigentlich zwingend erforderlich macht, so zum Beispiel bei der Neuordung der Finanzmärkte. Ein Deutschland, das sich aus allem Anderen heraushält, kann in dieser Form kaum Forderungen stellen.
Der Mangel und Unwille zur Verantwortung ist aber bedauerlicherweise genau das Problem. Ich stimme dem Artikel prinzipiell zu, aber die Realitäten der Deutschen gehen an den Realitäten globaler Politik vorbei. Und wenn jetzt schon wieder in dem Artikel erwähnt wird, die Definition wird in Deutschland geschaffen, dann gehen wieder alle Alarmsirenen hoch, aka "deutscher Sonderweg".
Nun können wir uns natürlich verhalten wie die Schweiz und würden damit auch gar nicht schlecht fahren. Aber wie man auch an der Schweiz sieht, jede Möglichkeit an Einflußnahme in internationaler Plitik wäre damit flöten. Damit müßte die Grundsatzfrage gestellt werden, soll und will Deutschland international agieren oder nicht?
Dabei muß berücksichtigt werden, das Deutschland ein auf Export angewiesener Staat ist, der politische Einflußfähigkeiten eigentlich zwingend erforderlich macht, so zum Beispiel bei der Neuordung der Finanzmärkte. Ein Deutschland, das sich aus allem Anderen heraushält, kann in dieser Form kaum Forderungen stellen.
Um eine Großmacht zu sein, genügt es offenbar nicht, die längsten Ferien der Welt zu haben. Gelegentlich wird man auch mal zur Kasse gebeten. Man kann nicht einerseits bei allen internationalen Konferenzen mitmischen wollen, sich aber jedesmal der Verantwortung entziehen, wenn kollektive Leistungen gebracht werden müssen.
Also wenn ich Sie richtig verstehe, ist es gerechtfertigt, deutsche Soldaten in einem sinnlosen Krieg töten und sterben zu lassen, damit wir auf irgendwelchen Konferenzen auch mal was sagen dürfen?!?
Zu Beispiel zur Neuordnung der Finanzmärkte?!? Habe nichts davon gehört, dass die Bundesregierung dort tatsächlich etwas ändern will. Da ist sie selbst im nationalen Rahmen völlig untätig. (Außer ein paar windigen Absichtserklärungen) Was für Einfluß meinen Sie ansonsten? Wem gegenüber?
Vor Allem ist das ein wenig weit entfernt von den Aufgaben der Bundeswehr, die im Grundgesetz klar umrissen sind, finden Sie nicht?
Um eine Großmacht zu sein, genügt es offenbar nicht, die längsten Ferien der Welt zu haben. Gelegentlich wird man auch mal zur Kasse gebeten. Man kann nicht einerseits bei allen internationalen Konferenzen mitmischen wollen, sich aber jedesmal der Verantwortung entziehen, wenn kollektive Leistungen gebracht werden müssen.
Also wenn ich Sie richtig verstehe, ist es gerechtfertigt, deutsche Soldaten in einem sinnlosen Krieg töten und sterben zu lassen, damit wir auf irgendwelchen Konferenzen auch mal was sagen dürfen?!?
Zu Beispiel zur Neuordnung der Finanzmärkte?!? Habe nichts davon gehört, dass die Bundesregierung dort tatsächlich etwas ändern will. Da ist sie selbst im nationalen Rahmen völlig untätig. (Außer ein paar windigen Absichtserklärungen) Was für Einfluß meinen Sie ansonsten? Wem gegenüber?
Vor Allem ist das ein wenig weit entfernt von den Aufgaben der Bundeswehr, die im Grundgesetz klar umrissen sind, finden Sie nicht?
Die Bundeswehr kennt keine Helden, sie kennt nur Opfer
Dieser Satz verdient es jeden Tag aufs neue gelesen zu werden.
Sean Connery alias Kapitän Ramius in "Jagd auf Roter Oktober": "Ein Krieg ohne Schlachten, ohne Denkmäler - nur Verluste." Ein Volk, das einen solchen Krieg durchlebt hat, kennt kein militärisches Heldentum mehr.
Sean Connery alias Kapitän Ramius in "Jagd auf Roter Oktober": "Ein Krieg ohne Schlachten, ohne Denkmäler - nur Verluste." Ein Volk, das einen solchen Krieg durchlebt hat, kennt kein militärisches Heldentum mehr.
Eine klare Botschaft wäre zum Beispiel die: Deutschland stabilisiert Afghanistan, weil es will, dass aus einem Land mit einer Gesellschafts- und Herrschaftsform aus dem 12. Jahrhundert ein Staat wird, der in der globalisierten Welt wenigstens minimale moralische und markwirtschaftliche Wettbewerbschancen hat.
Wäre ein Argument, allerdings auch nur wenn die Bevölkerung uns darum bittet zu helfen. Hat sie aber nicht! Es gibt so unglaublich viele Länder, in denen wir etwas für die Bevölkerung tun können ohne Militär. Fangen wir mal an unsere Lebensmittelexporte nach Afrika einzustellen...minimaler Aufwand...maximale Wirkung für die Bevölkerung.
Aber nein...ohne Militär ist langweilig und unsere aufgeblähte Rüstungsindustrie muss ja auch einen Abnehmer finden...eine der letzten Industrien in Deutschland, die nocht richtig brummt...was ist mit der Abwrackprämie...ähhh pardon...Umweltprämie für Panzer? U-Boote?
Diese ganzen machtpolitischen Spielchen hängen mir so zum Hals raus...tut doch bitte nicht immer so, als würden uns die Schicksale der Afghanen irgentwie interessiern. Frag mal Joschka Fischer warum wir da sind...
Deutschland stabilisiert jede beliebige Gesellschaft, die ein Staat wird, der in der globalisierten Welt wenigstens minimale moralische und markwirtschaftliche Wettbewerbschancen hat.
Sobald die Bundeswehr mit Pakistan fertig ist, marschiert sie in Nord-Korea ein? In Simbabwe? Oder wo sonst immer eine Pipeline gebaut werden soll?
Oder sind die Afghanen irgendwie ... priviligiert?
Ach übrigens:
Woher wissen wir, dass die Afghanen nicht einer Gesellschafts- und Herrschaftsform aus dem 12. Jahrhundert haben möchten? Sich voll drin wohl fühlen? Oder spielt nur Deutschlands Wille eine Rolle?
- - - - - - - - -
"Aristoteles war kein Belgier. Die Hauptbotschaft des Buddhismus lautet nicht: 'Jeder kämpft für sich selbst'. Und die Londoner Untergrundbahn ist keine politische Bewegung."
A Fish called Wanda
aus dem Sie zitieren, liest man Folgendes:
"Über Afghanistan denkt das Volk, die Bundeswehr sei dort, um den Einheimischen einen westlichen Lebensstil aufzuzwingen. Das ist falsch, weil die Afghanen wollen, dass die Nato-Truppen ihnen Schutz, Sicherheit und eigene Entwicklungsmöglichkeiten bieten."
Wie verträgt sich das mit Ihrer Aussage:
"Wäre ein Argument, allerdings auch nur wenn die Bevölkerung uns darum bittet zu helfen. Hat sie aber nicht!"
Frdl. Gruß
Pf.
Deutschland stabilisiert jede beliebige Gesellschaft, die ein Staat wird, der in der globalisierten Welt wenigstens minimale moralische und markwirtschaftliche Wettbewerbschancen hat.
Sobald die Bundeswehr mit Pakistan fertig ist, marschiert sie in Nord-Korea ein? In Simbabwe? Oder wo sonst immer eine Pipeline gebaut werden soll?
Oder sind die Afghanen irgendwie ... priviligiert?
Ach übrigens:
Woher wissen wir, dass die Afghanen nicht einer Gesellschafts- und Herrschaftsform aus dem 12. Jahrhundert haben möchten? Sich voll drin wohl fühlen? Oder spielt nur Deutschlands Wille eine Rolle?
- - - - - - - - -
"Aristoteles war kein Belgier. Die Hauptbotschaft des Buddhismus lautet nicht: 'Jeder kämpft für sich selbst'. Und die Londoner Untergrundbahn ist keine politische Bewegung."
A Fish called Wanda
aus dem Sie zitieren, liest man Folgendes:
"Über Afghanistan denkt das Volk, die Bundeswehr sei dort, um den Einheimischen einen westlichen Lebensstil aufzuzwingen. Das ist falsch, weil die Afghanen wollen, dass die Nato-Truppen ihnen Schutz, Sicherheit und eigene Entwicklungsmöglichkeiten bieten."
Wie verträgt sich das mit Ihrer Aussage:
"Wäre ein Argument, allerdings auch nur wenn die Bevölkerung uns darum bittet zu helfen. Hat sie aber nicht!"
Frdl. Gruß
Pf.
braucht keine Verteidigung - es trägt sie alle, und am Ende begräbt es sie alle...
ich war eigentlich immer stolz in einem land ohne diese soldaten kaste zu leben. in deutschland gibt es keine großen militärparaden zu besonderen anlässen und wir haben keine heldenverehrung. zumindest habe ich das in der "bonner republik" so war genommen (es gab ja auch RAF usw. also ganz gewalltlos ist es hier nicht). natürlich ist das ein resultat aus den schlechten erfahrungen der vergangenheit. kriege haben deutschland nicht weitergebracht und darum haben wir uns nach 45 aus diesen auch raus gehalten (oder die anderen vorgeschickt).
in den letzten ca. 10 jahren hat sich das aber geändert, deutsche soldaten nehmen wieder an kampfhandlungen teil (berechtigt?). ich bin der meinuing, dass jemand der sich freiwillig zur bundeswehr meldet damit auch den kampfeinsatz im ausland generell akzepiert und das risiko eingeht. ich würde es als soldat aber verbieten z.b. meine beerdigung mit bundesfahne usw. im fernsehen instrumentalisieren zu lassen.
in den letzten jahren wurde versucht das volk an eine kämpfende bundeswehr zu gewöhnen (z.b. mit entsprechenden nachrichten, ordensverleihung). den soldaten muss dann aber auch die entsprechende entschädigung zukommen (von der politik) und die entsprechende achtung (von der gesellschaft), wie gesagt achtung nicht verehrung.
ich glaube die meisten deutschen verweigern den wehrdienst weil man bei der bundeswehr nur rumsitzt als wehrdienstleistender (nach aussage vieler wehrdienstleistender) oder weil die leute mit dem klische des macho-soldaten nichts anfangen können. ob die deutschen ihr land verteidigen? ich hoffe das wird nie geprüft. einerseits ja, weil man heimat verteidigt (sueddeutschland wäre mir egal;). andererseits nein, weil auch andere werte zählen. viele völker haben ihr überleben durch umsiedlung gesichert. die deutschen hatte fast nie eine nationale identität und brauchen sie heute wahrscheinlich auch nicht.
die gefahr die von terroristen, "islamisten" o.ä. ausgeht ist wohl bei weitem nicht so groß wie oft behaubtet (vorallem ist es keine gefahr für deutschland als nation). ob wir die freiheit oder die demokratie irgendwo auf der welt verteidigen müssen? nur wenn man uns bittet. und meistens haben wir doch andere interessen!
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