Emissionshandel Die Deutsche Bahn, der ungewollte Klimakiller

Der CO2-Handel benachteilige die Schiene und schade dem Klima, besagt eine im Auftrag der Bahn erstellte Studie. Kritiker: Der Konzern lenkt von eigenen Versäumnissen ab

Als größtes staatliches Unternehmen ist die Deutsche Bahn auch der größte Stromverbraucher Deutschlands

Als größtes staatliches Unternehmen ist die Deutsche Bahn auch der größte Stromverbraucher Deutschlands

Das haben die Erfinder des EU-Emissionshandels wohl kaum gewollt: Eine Studie des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) aus Mannheim kommt zu dem Schluss, dass durch den Handel mit CO2-Zertifikaten ab 2013 der Klimawandel nicht verlangsamt, sondern eher befördert werden könnte. Dann gelten für den Emissionshandel neue Regeln. Sie könnten die Deutsche Bahn zwingen, ihre Preise zu erhöhen, argumentieren die Autoren, die Passagiere könnten daraufhin häufiger per Flugzeug oder Auto verreisen. Stimmen die Berechnungen der Wissenschaftler, wird der Verkehrssektor insgesamt durch die Neuregelung pro Jahr 767.000 Tonnen mehr Kohlendioxid ausstoßen als zuvor.

Grundlage für die Studie, welche die Deutsche Bahn Energie in Auftrag gegeben hat: Ab 2013 werden die Stromkonzerne ihre Emissionszertifikate komplett ersteigern müssen. Für die Bahn ist das besonders teuer. Sie ist eigenen Angaben zufolge in Deutschland der größte Kunde der Versorger. Jährlich verbraucht sie 16 Terawattstunden Strom, so viel wie der Großraum Berlin und mehr als doppelt so viel wie der Chemiekonzern BASF. Für die nötigen Emissionsrechte zahlte sie im vergangenen Jahr über ihre Stromrechnung mehr als 80 Millionen Euro. Im Jahr 2013, so fürchtet man im Unternehmen, könnte die Summe auf 300 Millionen Euro steigen.

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Klimapolitisch betrachtet ist das eigentlich positiv. Nur wenn schmutziger Strom teurer wird, haben die Versorger und Unternehmer einen Anreiz, Energie zu sparen oder auf alternative Quellen umzusteigen. Was die Bahn aber ärgert: Die Konkurrenz der Flugunternehmen muss ab 2013 zwar auch Zertifikate ersteigern, aber sie zahlt nur für 15 Prozent ihres Bedarfs. Die verbleibenden 85 Prozent erhalten die Fluglinien, anders als die Bahn, kostenlos.

Die Ungleichbehandlung hat Folgen. Die ZEW-Autoren schätzen, dass die erhöhten Energiekosten an die Kunden weitergegeben werden, die Preissteigerung liege im Mittel bei einem Prozent. Das klingt wenig, aber das ZEW prognostiziert, dass die Bahn durch die höheren Preise mehr als 2,5 Millionen Fahrgäste pro Jahr verlieren könnte. Die Airlines hingegen müssten wegen des geringeren Aufschlages nur einen Verlust von 130.000 Fluggäste jährlich verkraften. Gewinner wäre das Auto. "Nutznießer der Regulierungen ist (...) ausschließlich der Pkw", schreiben die Autoren, deren Szenario auf einem prognostizierten CO2-Preis von 39 Euro je Tonne basiert.

Die Wissenschaftler plädieren für eine Gleichbehandlung von Bahn, Flugverkehr und Pkw: Alle drei Sektoren sollten am Handel mit Zertifikaten teilnehmen und die Rechte dafür komplett ersteigern. "Die Ergebnisse (...) zeigen, dass die Eisenbahn als umweltfreundlichstes Verkehrsmittel nur im Falle einer symmetrischen Belastung aller Verkehrsmittel von einer ökologisch motivierten Regulierung profitiert."

Angesichts der Zahlen äußern sich auch Vertreter von Umweltverbänden kritisch. "Eigentlich ist der Emissionshandel ein sinnvolles Klimaschutzinstrument", sagt Dirk Flege, Geschäftsführer des Vereins Allianz pro Schiene. "Aber wenn man ihn so unausgegoren ansetzt, entwickelt er sich zum Klimakiller." Auch die Naturfreunde Deutschlands, deren Chef Michael Müller (SPD) ist, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, kritisieren die Regelung. "Ausgerechnet mit Regelungen zum Klimaschutz wird der umweltfreundliche Verkehrsträger Eisenbahn gegenüber dem Flugverkehr weiter benachteiligt", sagt Bundesgeschäftsführer Hans-Gerd Marian. "Es wird endlich Zeit, umzusteuern, die Schiene steuerlich zu entlasten und den Flugverkehr stärker zu belasten."

Leser-Kommentare
    • DigiBe
    • 29.07.2009 um 19:12 Uhr

    Es wäre nicht nur für die Bahn sondern auch Für den Solarstandort Erfurt ein gutes Aushängeschild gewesen. Der Erfurter Bahnhof hat ein Dach das optimal nach Süden ausgerichtet und auch die Dachschräge passt. Der Bahnhof nähert sich dem Ende das Umbau. Die Solarzellenhersteller wollten die Dachfläche vollständig mit Solarzellen auf eigene Kosten bestücken, die Bahn lehnte ab. Trotz mehrfaches drängen kam es zu keiner Installation von Solarzellen.

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    Hat die Bahn denn gesagt, warum sie das Vorhaben abgelehnt hat?
    Welche Hersteller wollten das Dach bestücken?
    Was wollten die als Gegenleistung?
    -Ich glaube einfach nicht, dass die solche Ausgaben aus reiner Gutherzigkeit getätigt hätten.
    Kann ich die ganze Sache irgendwo nachlesen?
    -Ich habe bei Google gesucht aber nichts gefunden.

    Hat die Bahn denn gesagt, warum sie das Vorhaben abgelehnt hat?
    Welche Hersteller wollten das Dach bestücken?
    Was wollten die als Gegenleistung?
    -Ich glaube einfach nicht, dass die solche Ausgaben aus reiner Gutherzigkeit getätigt hätten.
    Kann ich die ganze Sache irgendwo nachlesen?
    -Ich habe bei Google gesucht aber nichts gefunden.

  1. Ein Auszug aus dem gleichlautenden Programm unserer "ökologischen Wohlfühlpartei" in Sachen Umweltschutz:

    "Wir setzen auf leistungsfähige öffentliche Verkehrsmittel als Rückgrat eines umweltverträglichen Mobilitätssystems, auf integrierte Verkehrskonzepte, die Umsetzung des nationalen Radverkehrsplans, das Leitbild der fußgänger- und fahrradfreundlichen Stadt und auf das saubere Auto der Zukunft. Wir wollen alle diese Bereiche vernetzen, fördern und in ihnen weltweit führend sein. …
    Die Bahn ist das umweltfreundlichste Massentransportmittel. Wir kämpfen dafür, dass auch zukünftig in das Schienennetz mindestens in gleicher Höhe wie in das Straßennetz investiert wird. (S.37)"

    Was für berauschende Ergebnisse, oder auch: nachhaltige Politik.

  2. Hat die Bahn denn gesagt, warum sie das Vorhaben abgelehnt hat?
    Welche Hersteller wollten das Dach bestücken?
    Was wollten die als Gegenleistung?
    -Ich glaube einfach nicht, dass die solche Ausgaben aus reiner Gutherzigkeit getätigt hätten.
    Kann ich die ganze Sache irgendwo nachlesen?
    -Ich habe bei Google gesucht aber nichts gefunden.

    • lef
    • 29.07.2009 um 21:04 Uhr

    [Teil entfernt, bitte bleiben Sie höflich/ Redaktion; svb]

    Solarstrom ist 8 - 15 mal teurer, als der jetzige "konventionelle" Strom.
    Wie will den die Bahn DA irgendwelche Kunden gewinnen oder behalten???

    Der Strom kostet die Bahn jetzt um 3 - 5 ct/KWh - der Solarstrom aus Spanien kostet um 25 ct/Kwh (und zwar nur tagsüber!! Womit fährt die Bahn nachts??)
    (PV-Strom ist noch mal weit teurer).

    Kann der Artikelschreiber mal erklären, wie die Bahn bei diesen Preisen billiger werden will??

    Und Solarstrom ist nicht ein Mal ökologisch! Die Technik dafür wird natürlich mit "schmutzigen" Strom hergestellt (Atom 30%,Kohle 50 % usw.).
    Und zwar mit reichlich mehr schmutzigem Strom, als zurückkommt - sonst wäre Solarstrom ja eben nicht so teuer!

    Auch die Bundesbahn ist übrigens natürlich nicht "ökologisch".
    Der Bahnbetrieb verbraucht/kostet allein an Strom so viel, wie ein modernes Auto braucht (gleiche Auslastung/Besetzung vorausgesetzt).
    Hinzu kommen all die anderen Verbraucher:
    Die Anlagen, die Maschinen, die Gebäude, natürlich auch die 500.000 beteiligten Menschen (Angestellte der Bahn, Fremdfirmen ff). Man kann ausrechnen: Für jede Passagierstunde ist irgendwo bei der Bundesbahn eine Arbeitsstunde zusätzlich.

    Deswegen ist die Bahn ja auch so teuer (im Auto fährt man selbst).

    Und mit "Öko"-Auflagen (die beim näheren Hinsehen absolut nicht "öko" sind) kommt die Bahn dann endgültig in das finanzielle Aus - wird einfach unbezahlbar.

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    • gquell
    • 30.07.2009 um 8:33 Uhr

    Ich weiß nicht, wer immer wieder diese seltsamen Zahlen in Umlauf bringt.

    Wer heute eine Photovoltaikanlage auf seinem Dach installiert, dem kostet die kWh deutlich weniger als 0,20EUR bei einer kalkulierten Laufzeit von 20 Jahren. Ich habe gerade die Kosten für eine 230kWp-Anlage kalkuliert, da liegen die reinen Stromkosten ohne steuerliche Effekte oder Einspeisevergütungen bei 0,16EUR pro kWh!
    Die Preise hängen u.a. von den Installationskosten und dem Installationsstandort ab. Daß Strom aus Photovoltaik etwa 8-15 mal teurer als konventionell erzeugter Strom ist, ist einfach falsch.

    Und Photovoltaik ist technologisch gerade am Anfang. Ich erinnere mich noch sehr genau, daß mein erstes tragbares Telefon mehr als 3.000,-DM kostete. Es war klobig, unhandlich und die Gebühren exorbitant teuer. Heutet sind Handys klein und die Telefonkosten gering. Ein ähnliches Potential sehe ich in der Photovoltaik.
    Und wenn das Speicherproblem nur einigermaßen zufriedenstellend gelöst werden kann, läßt sich mit Solarstrom als Teil einer Verbundlösung eine konstante Versorgung sicherstellen.

    Wir und vor allem die aktuelle Politik haben immer noch das typische Denken in konzentrierten Megakraftwerken. Ein großer Teil dieser Kraftwerke ist aber im Grunde überflüssig, wenn wir es schaffen, regenerative Energien optimal zu nutzen. Deutschland erhält genug Energie aus Sonne, Wind- und Wasserkraft. Das einzige Problem besteht in der Einspeisung, Speicherung und Verteilung von vielen kleinen Kraftwerken, angefangen von der Photovoltaikanlage auf dem Hausdach, über das kleine Blockheizkraftwerk in den Häusern bis hin zu den Wind- und Wasserkraftwerken.
    Es kann funktionieren, jedoch muß der gesellschaftliche und politische Wille und geistige Paradigmenwechsel dazu da sein.

    • Lyaran
    • 30.07.2009 um 12:02 Uhr

    Eine Photovoltaik-Anlage (als energieintesivste Anlage in der Herstellung) hat nach ca. 2-4 Jahren wieder die Energie geweonnen welche für ihre Herstellung benötigt wird. Dieser Zeitraum wird sich in naher Zukunft durch erhöhten Anteil an Dünnschicht Zellen und organische PV-Zellen weiter reduzieren. Ausserdem geht es hier nicht um eine dumpfe Versteifung auf Energie aus PV Anlagen sondern um eine sinnvolle Kombination aus regenerativer Energie. Es gibt sicher sinnvolle Einwände gegen regenerative Energien aber die von ihnen verbreiteten Unwahrheiten gehören nicht dazu.

    Ein vergleich zur Kohle und Atomenergie ist sowieso nicht möglich da völlig unbekannt ist wie sich die Rohstoffpreise in den nächsten 10-20 Jahren entwickeln werden wenn sich die Rohstoffe verknappen.

    • gquell
    • 30.07.2009 um 8:33 Uhr

    Ich weiß nicht, wer immer wieder diese seltsamen Zahlen in Umlauf bringt.

    Wer heute eine Photovoltaikanlage auf seinem Dach installiert, dem kostet die kWh deutlich weniger als 0,20EUR bei einer kalkulierten Laufzeit von 20 Jahren. Ich habe gerade die Kosten für eine 230kWp-Anlage kalkuliert, da liegen die reinen Stromkosten ohne steuerliche Effekte oder Einspeisevergütungen bei 0,16EUR pro kWh!
    Die Preise hängen u.a. von den Installationskosten und dem Installationsstandort ab. Daß Strom aus Photovoltaik etwa 8-15 mal teurer als konventionell erzeugter Strom ist, ist einfach falsch.

    Und Photovoltaik ist technologisch gerade am Anfang. Ich erinnere mich noch sehr genau, daß mein erstes tragbares Telefon mehr als 3.000,-DM kostete. Es war klobig, unhandlich und die Gebühren exorbitant teuer. Heutet sind Handys klein und die Telefonkosten gering. Ein ähnliches Potential sehe ich in der Photovoltaik.
    Und wenn das Speicherproblem nur einigermaßen zufriedenstellend gelöst werden kann, läßt sich mit Solarstrom als Teil einer Verbundlösung eine konstante Versorgung sicherstellen.

    Wir und vor allem die aktuelle Politik haben immer noch das typische Denken in konzentrierten Megakraftwerken. Ein großer Teil dieser Kraftwerke ist aber im Grunde überflüssig, wenn wir es schaffen, regenerative Energien optimal zu nutzen. Deutschland erhält genug Energie aus Sonne, Wind- und Wasserkraft. Das einzige Problem besteht in der Einspeisung, Speicherung und Verteilung von vielen kleinen Kraftwerken, angefangen von der Photovoltaikanlage auf dem Hausdach, über das kleine Blockheizkraftwerk in den Häusern bis hin zu den Wind- und Wasserkraftwerken.
    Es kann funktionieren, jedoch muß der gesellschaftliche und politische Wille und geistige Paradigmenwechsel dazu da sein.

    • Lyaran
    • 30.07.2009 um 12:02 Uhr

    Eine Photovoltaik-Anlage (als energieintesivste Anlage in der Herstellung) hat nach ca. 2-4 Jahren wieder die Energie geweonnen welche für ihre Herstellung benötigt wird. Dieser Zeitraum wird sich in naher Zukunft durch erhöhten Anteil an Dünnschicht Zellen und organische PV-Zellen weiter reduzieren. Ausserdem geht es hier nicht um eine dumpfe Versteifung auf Energie aus PV Anlagen sondern um eine sinnvolle Kombination aus regenerativer Energie. Es gibt sicher sinnvolle Einwände gegen regenerative Energien aber die von ihnen verbreiteten Unwahrheiten gehören nicht dazu.

    Ein vergleich zur Kohle und Atomenergie ist sowieso nicht möglich da völlig unbekannt ist wie sich die Rohstoffpreise in den nächsten 10-20 Jahren entwickeln werden wenn sich die Rohstoffe verknappen.

    • gquell
    • 30.07.2009 um 8:33 Uhr

    Ich weiß nicht, wer immer wieder diese seltsamen Zahlen in Umlauf bringt.

    Wer heute eine Photovoltaikanlage auf seinem Dach installiert, dem kostet die kWh deutlich weniger als 0,20EUR bei einer kalkulierten Laufzeit von 20 Jahren. Ich habe gerade die Kosten für eine 230kWp-Anlage kalkuliert, da liegen die reinen Stromkosten ohne steuerliche Effekte oder Einspeisevergütungen bei 0,16EUR pro kWh!
    Die Preise hängen u.a. von den Installationskosten und dem Installationsstandort ab. Daß Strom aus Photovoltaik etwa 8-15 mal teurer als konventionell erzeugter Strom ist, ist einfach falsch.

    Und Photovoltaik ist technologisch gerade am Anfang. Ich erinnere mich noch sehr genau, daß mein erstes tragbares Telefon mehr als 3.000,-DM kostete. Es war klobig, unhandlich und die Gebühren exorbitant teuer. Heutet sind Handys klein und die Telefonkosten gering. Ein ähnliches Potential sehe ich in der Photovoltaik.
    Und wenn das Speicherproblem nur einigermaßen zufriedenstellend gelöst werden kann, läßt sich mit Solarstrom als Teil einer Verbundlösung eine konstante Versorgung sicherstellen.

    Wir und vor allem die aktuelle Politik haben immer noch das typische Denken in konzentrierten Megakraftwerken. Ein großer Teil dieser Kraftwerke ist aber im Grunde überflüssig, wenn wir es schaffen, regenerative Energien optimal zu nutzen. Deutschland erhält genug Energie aus Sonne, Wind- und Wasserkraft. Das einzige Problem besteht in der Einspeisung, Speicherung und Verteilung von vielen kleinen Kraftwerken, angefangen von der Photovoltaikanlage auf dem Hausdach, über das kleine Blockheizkraftwerk in den Häusern bis hin zu den Wind- und Wasserkraftwerken.
    Es kann funktionieren, jedoch muß der gesellschaftliche und politische Wille und geistige Paradigmenwechsel dazu da sein.

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    • lef
    • 30.07.2009 um 10:43 Uhr

    Mal abgesehen davon, dass auch Ihr Traumpreis immer noch 7-mal teurer ist, als der Strom, mit dem die Bundesbahn zur Zeit kalkuliert:

    Der PV-Preis ist WESENTLICH höher, als Sie behaupten. Dabei ist die Rechnung sehr einfach:

    Kostenseite:

    Eine PV-Anlage von einem (vertrauenswürdigen deutschen) Hersteller kostet 6000 Euro/KWp, wenn sie fertig ist.
    Das sind 300€/KWp Jahr bei erhofften 20 Jahren.

    Hinzu kommen jährliche laufende Kosten von ca. 50€/KWpa und sinnvollerweise eine Rücklage für Reparaturen, sagen wir noch Mal 50 €/KWpa.
    (bei einer 5 KWp-Anlage sind das also 250 + 250 €/a)
    (In diesem Preis ist eine Reinigung der Anlage NICHT enthalten, das ist SEHR teuer!)

    Ertragsseite:

    Die Anlage liefert je KWp im Durchschnitt 850 KWh/Jahr.

    Kurz gerechnet: 400 €/KWpa für 850 KWh:
    Das sind ca. 47 ct.KWh für PV-Strom.

    Wenn Sie mit billigeren Anlagen kalkulieren , ist der Preis zwar niedriger, aber das Risiko ist eben weit höher. Was Sie sich da ausrechnen, ist Selbstbetrug.

    • lef
    • 30.07.2009 um 10:43 Uhr

    Mal abgesehen davon, dass auch Ihr Traumpreis immer noch 7-mal teurer ist, als der Strom, mit dem die Bundesbahn zur Zeit kalkuliert:

    Der PV-Preis ist WESENTLICH höher, als Sie behaupten. Dabei ist die Rechnung sehr einfach:

    Kostenseite:

    Eine PV-Anlage von einem (vertrauenswürdigen deutschen) Hersteller kostet 6000 Euro/KWp, wenn sie fertig ist.
    Das sind 300€/KWp Jahr bei erhofften 20 Jahren.

    Hinzu kommen jährliche laufende Kosten von ca. 50€/KWpa und sinnvollerweise eine Rücklage für Reparaturen, sagen wir noch Mal 50 €/KWpa.
    (bei einer 5 KWp-Anlage sind das also 250 + 250 €/a)
    (In diesem Preis ist eine Reinigung der Anlage NICHT enthalten, das ist SEHR teuer!)

    Ertragsseite:

    Die Anlage liefert je KWp im Durchschnitt 850 KWh/Jahr.

    Kurz gerechnet: 400 €/KWpa für 850 KWh:
    Das sind ca. 47 ct.KWh für PV-Strom.

    Wenn Sie mit billigeren Anlagen kalkulieren , ist der Preis zwar niedriger, aber das Risiko ist eben weit höher. Was Sie sich da ausrechnen, ist Selbstbetrug.

  3. Eine Zeitung, die das Wort "Klimakiller" benützt oder dessen Benutzung zuläßt, kann ich leider nicht mehr ernstnehmen.

  4. Warum befasst man sich nicht damit z.B. Wälder zu erhalten? Nach wie vor werden aus ziemlich kleinlichen Gründen, biserl mehr Rendite/bisl niedrigere Rohstoffpreise, die Wälder des Planeten ausgebeutet und allein dadurch wird CO2 in die Atmosphäre freigesetzt und gleichzeitig Kapazität CO2 zu binden für lange Zeit (immer?) aus der Atmosphäre entfernt. Das entspricht in der Summe dem Ausstoß aller westlichen Industriestaaten. Und gleichzeitig geht der Raubbau an Regenwald und Co. in solch einem Tempo weiter, dass wir mit dem "Einsparen" durch irrwitzige Auflagen etc. gar nicht nachkommen können.
    Das Problem unserer Biosphäre ist doch nicht das CO2 an sich, im Gegenteil, die gesamte Pflanzenwelt braucht es und auf lange Sicht - erdgeschichtlich, zugegeben daher für "uns" unerheblich - gibt es einen CO2 mangel da wir in einer reduzierenden Atmosphäre leben. Unser Planet neigt dazu mehr CO2 zu speichern und dann für immer von der Biosphäre abzukapseln als wieder freizusetzen, so sind ja erst die ganzen fossilen Lagerstätten an Öl und Gas entstanden. Das dort gebundene CO2 war ja alles schonmal in der Atmosphäre. Diese "natürliche" Fähigkeit unserer Umwelt muss man Stärken. Wälder nicht mehr abholzen sondern aufforsten eben z.B., ein altes Ziel der Umweltbewegung und heute so richtig wie schon immer.

    Und dann ist Technologie der Schlüssel, nicht eine Deindustrialisierung. Erneuerbare Energien können unseren Primärenergieverbrauch komplett decken, sind aber HiTech Infrastrukturen. Das gleiche gilt für einen Rohstoffkreislauf der alles zu 100% recyclet. Dazu braucht's viel Know-How, was schon bei Konstruktion aller Waren beginnt damit diese überhaupt später zu 100% recyclebar bzw. biologisch abbaubar sind.

    Wir müssen uns immer vor Augen halten, es geht nicht um Umweltschutz. Die Erde hat viel schlimmeres überstanden. Solch eine Zerstörungskraft wie "Killer-Asteroiden" die alle Äonen hier eingeschlagen sind oder Eiszeiten die den gesamten Globus einfrieren und fast alles Leben töten haben wir gar nicht, zum Glück. Es geht um "Menschenschutz"! WIR sind die Leidtragenden von einem Klimawandel, von Kämpfen um die letzten Rohstoffe (seien es Erze oder Erdöl) und Überbevölkerung wenn wir die Probleme nicht in den Griff kriegen. Der Planet würde sich sogar ziemlich schnell erholen wenn wir uns selbst ausrotten, schon nach 100 Jahren wäre vom Menschengeschlecht sogut wie nichts mehr sichtbar. Städte und Straßen wären längst überwuchert und verwittert.
    Wenn einer schon kein "Öko" ist, dann muss er dennoch schon aus reinstem Egoismus zum Umweltschützer werden! Das ist gar nicht mehr die "Luxusfrage" als welche sie noch in den 1970/80ern erschienen haben mag als ja die heutigen "Eliten" in Wirtschaft und Politik ihre Sozialisierung erhalten haben. Weil, damals hatte man noch Zeit für Debatten & Zweifel. Es ist zu spät für Zweifel, und zu spät um Pessimist zu sein! Und da macht man sich Sorgen um Zahlungen für "Emissionsrechte" im Jahre 2013? Nein, es ist offensichtlich noch nicht angekommen um was es geht. Solche kleinkarierten Debatten können wir uns nicht mehr erlauben.

    • Guido3
    • 30.07.2009 um 10:40 Uhr

    Die Bahn jammert herum und gibt irgendwelche Studien in Auftrag, die belegen sollen, wie sehr die Bahn gegenüber anderen Verkehrsmitteln doch benachteiligt wird. Mal ist es die Mineralölsteuer, mal die Mehrwertsteuer, mal sind es CO2-Zertifikate.

    Die Bahn bekommt aus öffentlichen Haushalten - also Steuergeldern - pro Jahr rund 10 Milliarden EUR. Die Luftfahrt nicht. Wenn die Bahn dann mal 50 Millionen EUR Mineralölsteuer oder 300 Millionen für CO2-Zertifikate zahlen muss, dann wird sie gegenüber der Luftfahrt immer noch extrem bevorteilt. Leider listet die Bahn immer nur Belastungen auf und lässt die gigantischen Transfers von Steuergeldern Richtung Bahn immer elegant unter den Tisch fallen. Die Bahn hat ein massives Kostenproblem. Das zu lösen ist primär die Aufgabe der bahn und nicht die Aufgabe des Staates.

    Die Bahn ist im Übrigen ökologischen vorteilhafter als das Flugzeug, aber der Unterschied ist nicht so groß, als das man die Bahn so sehr bevorteilen müsste. Beispiel Hamburg München. Entfernung mit der Bahn 800km. Ein ICE verbraucht laut Umweltbericht der Bahn bei der realen Auslastung umgerechnet 2,8 Liter pro 100km und Passagier. Ergibt einen Verbrauch von 22.4 Litern. Ein modernes Flugzeug verbraucht bei realer Auslastung ca. 3,5 Liter pro 100km und Passgier. Entfernung Hamburg-München 470km. Rechnen wir noch 100km für eine Extraschleife hinzu, so ergeben sich 20 Liter Verbrauch. Huch?

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    • lef
    • 30.07.2009 um 10:52 Uhr

    wenn die BB nicht so irre hoch subventioniert würde.

    Dann wäre ein Preisvergleich zu anderen Verkehrsmitteln möglich und dann wäre auch der Irrglaube, dass die BB "ökologischer" ist, in Frage gestellt.

    In den USA ist es deutlicher zu sehen, da gibt es Privatbahnen und die kalkulieren mit dem richtigen Preis.
    Z. B. (von mir selbst er"fahren") die Privatbahn von Washington D.C. zu Vororten:

    Die ist SEHR viel teurer, als Selbstfahren mit dem Auto,
    aber wird trotzdem gefahren (allerdings nur morgens und abends).

    Der Grund ist einfach: PKWs in der Hauptstadt finden keinen Parkplatz, die sind (richtig gerechnet!!) dort sehr teuer.

    Insgesamt ergibt sich beiderseits ein realistisches Bild:

    Bahn ist viel teurer und verbraucht mehr Energie als Selbstfahren mit PKW.
    Aber Parkplatz in der Stadt ist auch sehr teuer und braucht auch Energie.
    ergo: Bahn ist bequemer und insgesamt nur wenig teurer.

    Entfernung Hamburg-München 470km (bzw. mit "Ihrer" Schleife 570km) -
    wußte gar nicht, daß es speziell für Flugreisen eine alternative km-Einheit gibt...
    (Wundern würde es mich allerdings nicht in einem Land, in dem die Politik die Wahl der Verkehrsmittel derart penetrant zu beeinflussen versucht).

    • lef
    • 30.07.2009 um 10:52 Uhr

    wenn die BB nicht so irre hoch subventioniert würde.

    Dann wäre ein Preisvergleich zu anderen Verkehrsmitteln möglich und dann wäre auch der Irrglaube, dass die BB "ökologischer" ist, in Frage gestellt.

    In den USA ist es deutlicher zu sehen, da gibt es Privatbahnen und die kalkulieren mit dem richtigen Preis.
    Z. B. (von mir selbst er"fahren") die Privatbahn von Washington D.C. zu Vororten:

    Die ist SEHR viel teurer, als Selbstfahren mit dem Auto,
    aber wird trotzdem gefahren (allerdings nur morgens und abends).

    Der Grund ist einfach: PKWs in der Hauptstadt finden keinen Parkplatz, die sind (richtig gerechnet!!) dort sehr teuer.

    Insgesamt ergibt sich beiderseits ein realistisches Bild:

    Bahn ist viel teurer und verbraucht mehr Energie als Selbstfahren mit PKW.
    Aber Parkplatz in der Stadt ist auch sehr teuer und braucht auch Energie.
    ergo: Bahn ist bequemer und insgesamt nur wenig teurer.

    Entfernung Hamburg-München 470km (bzw. mit "Ihrer" Schleife 570km) -
    wußte gar nicht, daß es speziell für Flugreisen eine alternative km-Einheit gibt...
    (Wundern würde es mich allerdings nicht in einem Land, in dem die Politik die Wahl der Verkehrsmittel derart penetrant zu beeinflussen versucht).

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