TierschutzProtest gegen Kastration von Ferkeln zeigt Wirkung

Der Tierschutzbund will erreichen, dass Ferkel nicht länger ohne Betäubung kastriert werden. Zwei Fast-Food-Ketten wollen ihre Einkaufspolitik ändern – ab 2011 von bm

In Deutschland werden jährlich etwa 22 Millionen männliche Ferkel ohne Betäubung kastriert. Dagegen protestierten Tierschützer jetzt mit Erfolg. Unterstützung erhalten sie ausgerechnet von den Fast-Food-Ketten McDonald's und Burger King. Beide teilten mit, spätestens ab 2011 kein Fleisch mehr von kastrierten Schweinen verwenden zu wollen.

Das deutsche Tierschutzgesetz erlaubt die Kastration von Ferkeln ohne Betäubung, um eine durch Hormone verursachte Geschmacksbeeinträchtigung des Fleisches bei Ebern zu verhindern. In Landwirtschaft und Schweinezucht ist das derzeit gängige Praxis.

"Wir gehen davon aus, dass die deutsche Landwirtschaft bis 2011 in der Lage sein wird, uns die benötigte Menge an Schweinefleisch von unkastrierten Tieren zur Verfügung zu stellen. Je früher, desto besser. Sollte dies nicht der Fall sein, werden wir die Produkte im Ausland einkaufen", erklärte Rudolf Ringhofer, verantwortlich für den Einkauf bei McDonald's Deutschland. Bis zur Umstellung verwende die Fast-Food-Kette ausschließlich Schweinefleisch, das den Standards des QS-Prüfsystems entspricht. Es sieht unter anderem seit April 2009 verbindlich vor, bei der Ferkelkastration geeignete Schmerzmittel einzusetzen.

Die Qualität und Sicherheit GmbH (QS) habe zwar gehandelt, doch eine akzeptable Lösung sei es nicht, erklärte der Tierschutzbund. Die Ferkel, deren Fleisch unter dem QS-Siegel verkauft werden, erhielten ein Schmerzmittel gegen den Wundschmerz, dessen Wirkung sei jedoch zu schwach. Außerdem erfolge die Kastration weiterhin betäubungslos.

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Der Deutsche Tierschutzbund begrüßte den Schritt der Kette. "Das wird eine Initialzündung für den Markt haben", sagte Tierschutz-Präsident Wolfgang Apel. "Alle anderen Anbieter von Produkten mit Schweinefleisch sollten diesem Beispiel folgen, denn sie stehen jetzt unter Druck."

Der Tierschutzbund verwies darauf, dass bereits Alternativen wie die EU-weit zugelassene Impfung gegen den Ebergeruch und die Betäubung mit dem Narkosegas Isofluran vorhanden seien. Sie könnte sofort eingesetzt werden.

 

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, bm
  • Schlagworte Fleisch | Landwirtschaft | Qualität | Schmerzmittel | Tier
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