Wirtschaftspolitik Arbeitgeber wollen Aufschwung auch für Arme
Die kommende Bundesregierung soll für mehr Jobs und höhere Einkommen sorgen, fordert das Institut der Deutschen Wirtschaft - und kritisiert die vergangenen Reformen
Vom nächsten Konjunkturaufschwung sollen mehr Menschen profitieren als vom vergangenen. Dafür will die deutsche Wirtschaft sorgen und verlangt von der nächsten Bundesregierung Reformen, durch die Beschäftigung und Einkommen steigen. Um am Aufschwung teilzuhaben, sei "der Zugang zu Arbeit und Bildung von entscheidender Bedeutung", sagte Michael Hüther, Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft, am Dienstag in Berlin.
Anlass ist eine Untersuchung der vergangenen Wachstumsjahre durch das IW. "Der vergangene Aufschwung hatte aus Sicht vieler Bürger eine verteilungspolitische Schieflage", räumte Hüther ein. Die Einführung von Hartz IV habe das Sicherheitsempfinden der Menschen untergraben. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer zusammen mit der hohen Inflation hätten die Massenkaufkraft geschmälert. Zwar seien zwischen 2003 und 2008 rund 1,6 Millionen Arbeitsplätze entstanden. Zugleich sei aber für Arme der Aufstieg schwieriger geworden. Vor allem Migranten, Geringqualifizierte und Eltern "konnten seltener in höhere Einkommensbereiche aufsteigen", wie Hüther befindet.
Das IW fordert daher, die Grundsicherung für Arbeitslose umzubauen. Wer sich Geld hinzuverdient, sollte dies linear auf die staatliche Unterstützung angerechnet bekommen – das heutige System führe zu Sprüngen, weshalb sich Arbeit für viele nicht lohne. Außerdem müssten die Bürger einen besseren Zugang zu Bildung bekommen. Vor allem Kinder von Migranten oder aus bildungsschwachen Familien sollten deshalb früh gefördert werden. Und wer eine Lehre gemacht habe, solle einen leichteren Zugang zur Universität bekommen. Der Staat, verlangte Hüther, müsse zudem die Haushalte sanieren und mehr für Forschung und Bildung ausgeben.
Steuererhöhungen lehnte das Institut dagegen trotz der desolaten Haushaltslage ab. "Der beste Weg zum Schuldenabbau führt über konsequentes Sparen auf der Ausgabenseite – allerdings nicht bei den Investitionen", sagte Hüther. "Die Politik neigt dazu, in solchen Situationen mit Steuererhöhungen den einfachsten Weg zu gehen." Dadurch würde aber das Wirtschaftswachstum zerschlagen. Als "Minimalprogramm" bezeichnete es das IW, die Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen zu entlasten – durch eine Abschaffung der sogenannten kalten Progression. Darunter versteht man schleichende Steuererhöhungen – durch die Anpassung des Lohns an die Inflation steigt dabei der jeweilige Steuersatz, obwohl das Realeinkommen sich nicht verändert.
Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 29.07.2009
- Datum 29.07.2009 - 11:47 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel, 29.7.2009 - 10:44 Uhr
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Ein Mercedes 420 - wäre das jetzt eine Investition oder eine Konsumation?
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"Aristoteles war kein Belgier. Die Hauptbotschaft des Buddhismus lautet nicht: 'Jeder kämpft für sich selbst'. Und die Londoner Untergrundbahn ist keine politische Bewegung."
A Fish called Wanda
Wie soll denn ein "Aufschwung für Arme" erreicht werden, wenn gleichzeitig statt Steuererhöhungen die gewaltigen Defizite über Sparmaßnahmen abgebaut werden? Das eine schließt das andere aus. Gespart werden kann außer bei den Investitionen, die das IW ausschließt, nur bei den Renten, bei Hartz IV und bei anderen Sozialleistungen/Sozialversicherungen. Es ist zu bezweifeln, dass "die Arbeitgeber einen Aufschwung für Arme wollen". Die IW-Forderungen laufen auf das gleiche hinauf, was seit Jahren praktziziert wird: diffuse "Anreizsteigerungen", von denen nie jemand bewiesen hat, ob sie überhaupt was nützen.
Der Abbau der kalten Progression wird als Instrument zur Stärkung des Mittelstandes verkauft, während von allen Einkommensteuersenkungen Bestverdiener per definition am stärksten profitieren - selbst von der Senkung des Eingangssteuersatzes. Steuerhöhungen auzuschließen und eine Steigerung der Bildungsausgaben sind auch zwei unüberbrückbare Gegensätze. Es sei denn, man findet einen anderen Weg zur Finanzierung der Wirtschaftskrise, zum Beispiel durch kostenlose Schöpfung neuen Geldes bei der Zentralbank. Aber wie wir das IW und Herrn Hüther können, wird dabei sofort wieder die "Inflationskeule" ausgepackt.
.. einen Aufschwung für Armee gedacht? Die Armee? Unser aller Bundeswehr?
Rückzug aus Afghanistan, dem Kosovo, Dschibuti, Usbekistan oder wo sonst auch immer die Armee in Abenteuer-Urlaub verbringt, hoch bezahlt und hoch dekoriert?
Und dann - investieren in Maschinenkanonen von Rheinmetall und Gewehre von HK ...
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"Aristoteles war kein Belgier. Die Hauptbotschaft des Buddhismus lautet nicht: 'Jeder kämpft für sich selbst'. Und die Londoner Untergrundbahn ist keine politische Bewegung."
A Fish called Wanda
.. einen Aufschwung für Armee gedacht? Die Armee? Unser aller Bundeswehr?
Rückzug aus Afghanistan, dem Kosovo, Dschibuti, Usbekistan oder wo sonst auch immer die Armee in Abenteuer-Urlaub verbringt, hoch bezahlt und hoch dekoriert?
Und dann - investieren in Maschinenkanonen von Rheinmetall und Gewehre von HK ...
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"Aristoteles war kein Belgier. Die Hauptbotschaft des Buddhismus lautet nicht: 'Jeder kämpft für sich selbst'. Und die Londoner Untergrundbahn ist keine politische Bewegung."
A Fish called Wanda
Die Zeiten in denen eine Regierung für Jobs und höhere Gehälter sorgt sind lange vorbei.
.. einen Aufschwung für Armee gedacht? Die Armee? Unser aller Bundeswehr?
Rückzug aus Afghanistan, dem Kosovo, Dschibuti, Usbekistan oder wo sonst auch immer die Armee in Abenteuer-Urlaub verbringt, hoch bezahlt und hoch dekoriert?
Und dann - investieren in Maschinenkanonen von Rheinmetall und Gewehre von HK ...
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"Aristoteles war kein Belgier. Die Hauptbotschaft des Buddhismus lautet nicht: 'Jeder kämpft für sich selbst'. Und die Londoner Untergrundbahn ist keine politische Bewegung."
A Fish called Wanda
Wie groß muss denn die Angst sein, dass das IW solche Statements "raus haut"?
Da war bis vor kurzem noch sozial, was Arbeit (auch zu Hungerlöhnen) schafft und mit einem mal wollen diejenigen, die von der Stagnation der Gehälter am meisten profitiert haben, dass die Politik die Armen fördert?
Sorry - aber das kann doch nur damit zusammen hängen, dass sich die Wirtschaft vor dem heißen Herbst fürchtet. Es geht darum, schon mal den Schuldigen benennen zu können (die unfähige Politik), wenn im Herbst/Winter 2010 etliche Betriebe zugrunde gehen, die Arbeiter/Arbeitnehmer auf die Straße gesetzt werden und eben diese dann sehen, DASS SIE FÜR IHREN ANTEIL an der Wohlfahrt der Betriebe und deren Besitzer (Kooperation, Lohn- und Lohnsteigerungs-Verzicht) gerade noch einen Tritt in den Allerwertesten bekommen, während Manager-Gehälter natürlich an dem Wachstum der Unternehmen ausgerichtet wurden, was längst konsumiert wurde oder in einer Steueroase gelandet ist.
Wenn nun also das IW fordert, dass die Politik es doch bitte richten möge, was die Wirtschaft an Ungerechtigkeiten in den vergangenen Jahren aufgetürmt haben, dann ist das die pure Angst davor, dass Arbeitnehmer wie in Frankreich damit drohen, die Produktionsstätten in die Luft zu jagen und die verantwortlichen Mitarbeiter in Beugehaft zu nehmen (um an ein Stück des Kuchens heran zu kommen, den sie geschaffen, den aber andere der schon lange verdaut haben).
IMO ziemlich billig, was das IW da probiert ..
F. Mayer
Was ist die ZeOn jetzt? Ein virtuelles Märchenbuch?
Zumindest stimmt die Analyse des IW: Die gute konjunkturelle Lage von 2006 - 08 ist kaum in den mittleren / unteren Einkommensschichten angekommen - darauf weisen diverse volkswirtschaftliche Kennziffern hin. Dass die hiesige Volkwirtschaft sukzessiv nach einem "Trickle-Down Prinzip" organisiert wurde, (welches in dem krankhaft exportfixierten und wachstumsschwachen Deutschland jedoch nicht funktioniert) ist allerdings auch den realisierten (Reform-)Vorschlägen des IW geschuldet.
Nennt sich das nicht auf Deutsch Pferde-Sperling-Prinzip?
Wenn man den Pferden nur genügend Hafer füttert, haben - am Ende - auch die Sperlinge etwas davon?
Oder verwechsele ich das mit Nicht-Milch-sondern-anderen-Segen-spenden?
"Das Volk steht immer da, wo die Kuh nicht Milch, sondern anderen Segen spendet"?
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"Aristoteles war kein Belgier. Die Hauptbotschaft des Buddhismus lautet nicht: 'Jeder kämpft für sich selbst'. Und die Londoner Untergrundbahn ist keine politische Bewegung."
A Fish called Wanda
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