Crowdsourcing Alle mal mitmachenSeite 2/2
Dagmar Gebert ist freie Zeichnerin. Sie hält von diesen Experimenten nichts. Nicht nur, weil das Ergebnis in ihren Augen nicht sonderlich hochwertig anmutet. "Solche Aktionen untergraben nur die Preise und machen die Qualität des Animationsfilms generell kaputt." Das Outsourcing hat die Branche bereits schwer gebeutelt. Trickfilme werden heute überwiegend in Billigländern gezeichnet. "Nur wenn es in bestimmten Bundesländern Fördergelder gibt, lassen diese Firmen Teile dort zeichnen, zu entsprechend niedrigen Preisen." Gebert ärgert zudem, "dass sich zig Leute dafür den Hintern platt sitzen und die Herrschaften dann freie Auswahl haben, was genommen wird und was nicht."
Das Crowdsourcing kommt die Macher in der Tat recht billig. Die 51 Gewinner haben jeweils 500 Dollar für ihre Leistung bekommen, macht 25.500 Dollar sozialabgabenfreie Lohnkosten. In Relation zu den Produktionskosten von insgesamt eine Million Dollar sind das nur Peanuts. "Was ich bestimmt sagen kann ist, dass die Kohle im Trickfilm nicht die Zeichner oder Animatoren bekommen", sagt Gebert. Produzent Landau antwortet darauf lediglich, dass es eben schon immer Leute gegeben hätte, die neuen Technologien kritisch gegenüber ständen.
Doch auch auf Facebook hat sich eine Gegenbewegung gegründet. Anti-Mass-Animation Mitglied Leigh Hodgkinson aus London fragt sich dort, warum andere Branchen nicht ähnlich vorgehen. Und schlägt vor: "Hey Steuerberater, hier sind alle meine Zahlen für das Jahr. Wie wär’s, wenn ihr euch mal dransetzt? Und ich entscheide mich dann, wer den besten Job gemacht hat, und benutze das dann für meine Steuererklärung."
- Datum 23.07.2009 - 12:46 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Schön das sie mit ihren Artikel auf das Problem hinweisen.
Ich habe nur ein Problem mit den Begrifflichkeiten: Ist da Problem nicht eher das hier "Crowdsourcing" [Masse macht freiwillig und ggf. wegen win-win mit, siehe Spesenquittungen in UK/Wiki] mit "Pitch(ing)" [Wettbewerb bei dem Agenturen gegeneinander antreten] zusammengeworfen geworfen wird, d. h. Agenturen müssen nicht nur untereinander unbezahlt konkurrieren, sondern auch noch gegen Amateure, die dies quasi nur zum Spaß machen?
Besteht dieses Problem nicht auch ohne Amateure? Und ist nicht das "Pitching" oder der Versuch den "Pitch" zu gewinnen, dass größere Problem?
Nicht nur im Bereich des Animationsfilms wird mit dem sogenannten "Crowdsourcing" experimentiert. Vor allem im Design-Bereich ist das Thema bereits gang und gäbe. Statt einen Dienstleister für eine bestimmte Aufgabe, beispielsweise ein Logo-Design fest zu beauftragen stellt man als Auftraggeber eine Ausschreibung ins Netz lässt sich von einem Community Vorschläge oder Skizzen unterbreiten. Vor allem Existenzgründer und sehr kleine Unternehmen nutzen diese Plattformen.
Auch hier wird das Thema sehr kontrovers diskutiert. Eine spannende Analyse findet man im Blog von Jeremiah Owyang http://www.web-strategist...
Michael Kubens
Gründer
designenlassen.de UG
http://www.designenlassen.de
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