Bei einer Großrazzia in der Praxis und dem Wohnhaus von Jacksons Privatarzt Conrad Murray in Las Vegas beschlagnahmten die Ermittler am Dienstag erneut zahlreiche Dokumente, Handys und eine Computer-Festplatte. Aus dem Durchsuchungsbefehl geht nach Angaben der Los Angeles Times hervor, dass Jackson mindestens 19 verschiedene Namen benutzte, um an Medikamente zu kommen - unter anderem Jack London, Omar Arnold, Frank Tyson und Josephine Baker. Auch den Namen seines zwölfjährigen Sohnes Prince Jackson soll der Star verwandt haben.

Schon in der vorigen Woche hatten die Ermittler einen Lagerraum und eine Praxis Murrays im texanischen Houston durchsucht. Die neue Aktion in seiner Praxis in Las Vegas dauerte acht Stunden, die in seiner Villa drei Stunden, hieß es. Nach Angaben seines Anwalts war der Kardiologe im Haus und zeigte sich kooperativ. US-Medienberichten zufolge sind auch immer mehr andere Mediziner im Verdacht, dem Sänger unter seinen verschiedenen Decknamen widerrechtlich schwere Schmerz- und Schlafmittel verschrieben zu haben.

Murray soll dem King of Pop Medienberichten zufolge wegen dessen Schlafstörungen eine Tropf-Infusion mit dem Narkosemittel Propofol gegeben haben. Die Polizei gehe davon aus, dass der Arzt sich dann nicht weiter um den Sänger gekümmert habe und vielleicht sogar selbst eingeschlafen sei, hatte der Internetdienst tmz.com berichtet. Propofol ist ein rasch wirkendes Narkosemittel, das ein angenehmes Einschlafen und Aufwachen ermöglicht. Es muss allerdings unter ärztlicher Aufsicht verabreicht und mit einem EKG überwacht werden.

Der Mediziner war seit Mai bei Jackson angestellt. Nach dem Zusammenbruch des Sängers am 25. Juni versuchte er noch, ihn wiederzubeleben, jedoch ohne Erfolg. Genaueren Aufschluss sollen die Bluttests bringen, deren Ergebnis noch in dieser Woche erwartet wird.

Laut tmz.com haben sich die Untersuchungen inzwischen auf mehr als ein Dutzend Ärzte ausgedehnt. Die Verschreibungspraxis sei so umfangreich gewesen, dass eine prominente Apotheke in Los Angeles nach einiger Zeit sogar darauf verzichtet habe, den Namen des Patienten zu vermerken, wenn bestimmte Ärzte anriefen, berichtete der Dienst unter Hinweis auf Ermittlerkreise.

Über den Verbleib von Jacksons Leichnam gibt es weiter keine Informationen. Der Sarg war nach einer Trauerfeier in Los Angeles auf einen Friedhof gebracht, aber nicht offiziell beigesetzt worden.