Microsoft hat soeben verkündet, dass sein Betriebssystem Windows 7 nun den Status "Release To Manufacturing" erreicht habe, also fertig zur Produktion und zur Auslieferung sei. So stolz ist man darauf, dass die Sitzung aller Teamleiter, in der der Status erklärt wurde, im Netz zu sehen ist. Damit gilt das Betriebssystem offiziell als fertig entwickelt und soll ab dem 22. Oktober verkauft werden. In den drei Monaten bis dahin wird es bereits an Computerhersteller und Großkunden geliefert. Wer wann welche Version erhält, hat Microsoft-Manger Brandon LeBlanc in einem Beitrag für das Firmenblog geschrieben.

Wie üblich will Microsoft eine verwirrende Reihe verschiedener Versionen zu verschiedenen Preisen verkaufen, von einer abgerüsteten Anfänger-Ausgabe bis hin zur Komplett-Version für Unternehmen. Außerdem kündigte LeBlanc an, dass es die "Home-Premium-Version" auch als Familienpackung geben soll. Mit einer Lizenz darf das Programm dann auf drei Rechnern installiert werden. So etwas gab es auch für Vista, allerdings war der Preis des Pakets nicht wirklich attraktiv. Zum neuen Familienpreis gibt es noch keine Aussage.

Ursprünglich sollte das System erst ab Anfang 2010 für Endkunden erhältlich sein. Allerdings gilt das aktuelle Vista als ziemlich schlecht und so beschleunigte Microsoft die Entwicklung des Nachfolgers.

Zwar basiert die neue Version auf dem gleichen technischen Konzept wie das kritisierte Vista, doch soll es stabiler laufen und leichter zu bedienen sein. So wurde die gern als "Bill-Gates-Gedenkminute" belächelte Startphase stark verkürzt – Windows 7 startet sehr viel schneller und auch das Herunterfahren kostet nicht mehr so viel Zeit. Auch erwartet Microsoft, dass es nicht zu den Kompatibilitätsproblemen kommt, mit denen Vista-Nutzer kämpfen mussten. Damals stellten viele Besitzer frustriert fest, dass Vista ihre Drucker, Kameras oder Scanner nicht erkannte.

Solche Probleme soll es nun nicht geben. Wenn eine Komponente mit Vista klarkommt, werde sie es auch mit W7, so Microsoft. Kommentatoren meinen daher, das neue Windows ist so, wie alle gehofft haben, dass Vista wäre und enttäuscht wurden. Trotzdem könnte es hart werden für den Konzern, wirkt sich die Wirtschaftskrise doch auch auf den Computerabsatz und damit auf die Software aus. Gleichzeitig hat Hauptkonkurrent Apple angekündigt, sein neues System Schneeleopard im September auf den Markt bringen zu wollen.

Windows immerhin ist für Microsoft ein wichtiges Produkt. Im Geschäftsjahr 2008 sorgte es für rund ein Drittel des Gesamtumsatzes von 60 Milliarden Dollar. Derzeit gibt man sich zuversichtlich. Doch hatte man im Juni bereits einen verbilligten Vorverkauf der neuen Version 7 gestartet. Wer sie vorbestellte, konnte sich eine Edition zum Sonderpreis von nur 49,99 Euro sichern, was auch in Deutschland großen Anklang fand, obwohl es dafür nur die Home-Premium-Variante gab, nicht die Professional-Ausgabe. Immerhin soll die Home-Version später 120 Euro kosten, wie Marktbeobachter berichten.