"Ständig sehe ich diese Rucksäcke mit dem kleinen Fuchs-Logo und mir ist aufgefallen, dass die hübschesten Mädchen sie tragen", sagt Eike und seufzt. "Was mich umtreibt sind zwei Fragen: Was heißt 'Fjällräven Kanken'" und wo kommen diese Mädchen her?"

Eike ist Single, auf der Suche, und hat diesen Sommer einen Spleen entwickelt: Anhand der Tasche versucht er zu analysieren, ob eine Frau zu ihm passen könnte und es sich lohnen würde, sie anzusprechen. Die sogenannten It-Bags mit viel Gold schüchtern ihn ein, Jutebeutel-Trägerinnen sind ihm zu hipp und Rucksackträgerinnen waren bisher ein No-Go.

Umso mehr wundert es mich, dass er bei dem Fuchs-Modell eine Ausnahme macht. "Ich dachte, Du magst keine Menschen, die Outdoor-Kleidung in der Großstadt tragen", sage ich. "Wie bitte, Fjällräven ist eine Outdoor-Marke?", empört sich Eike. "Das kann ich gar nicht glauben! Ich finde, die Rucksäcke wirken eher wie schlichte Einkaufsbeutel mit Reißverschluss. Keine Brustgurte, keine Hüftgurte und außer dem Logo reflektiert auch nichts. Sie sehen eher nach Vintage als nach Outdoor aus."

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"Mag sein, aber "Fjällräven" ist eine schwedische Outdoor-Firma", belehre ich ihn. "Das erklärt auch, warum dir die Mädchen gefallen, die den 'Kanken' tragen. Du stehst auf Skandinavierinnen."

Besagten Rucksack hat der Schwede Akin Nordin, der Gründer der Marke "Fjällräven", vor mehr als 30 Jahren erfunden. Damals klagten immer mehr schwedische Schulkinder über Rückenschmerzen, weil sie ihre Bücher auf nur einer Schulter trugen. Der Legende nach nahm der Designer das Stockholmer Telefonbuch, zeichnete eine Stoffhülle drum herum, verpasste dem Ding einen durchlaufenen Reißverschluss und eine kleine Vordertasche. Fertig aus.