Streit um Professorenverhaftung Obama tappt in die Rassismusfalle

Keine Jobs, schlechte Gesundheitsvorsorge – Amerika hat genug Probleme. Doch dieser Tage bestimmt die Agenda etwas anderes: der Streit um weißen und schwarzen Rassismus

Die Kritik an ihm mehrt sich: US-Präsident Barack Obama

Der erste schwarze Präsident, die erste schwarze First Lady, der erste schwarze Justizminister, so viele Schwarze im Weißen Haus und in der Regierung wie noch nie – aber die alten Probleme, die alten Sorgen, Vorbehalte und Vorurteile sind immer noch da. Auf beiden Seiten.

Anlass dafür sind ein kurioser Kriminalfall und eine ungeschickte Äußerung des Präsidenten.

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Vor einigen Wochen schon wollte der berühmte schwarze Harvardprofessor Henry Gates, gerade zurückgekehrt von einer Chinareise, in sein Haus. Doch die Tür ging nicht auf, er riss und rüttelte und stieß sie auf. Nachbarn und Polizei wurden darauf aufmerksam, worauf ein weißer Ordnungsbeamter den Professor fragte, ob er befugt sei, in das Haus zu gehen und sich als Eigentümer ausweisen könne. Der Professor war empört und fand das Begehren ungehörig.

Es entstand ein heftiges Wortgefecht, an deren Ende der Harvardprofessor wegen Beleidigung eines Beamten und Erregung öffentlichen Ärgernisses in Plastikhandschellen auf die Wache abgeführt und einige Stunden lang festgehalten wurde. Für den wütenden Gates war das ein klares Indiz für weißen Rassismus. Für seine schwarzen Freunde und Weggefährten ebenso.

Auch Barack Obama ist mit Gates befreundet und wusste von dem Vorfall, der erst jetzt, Wochen später, über den Universitätscampus hinaus publik wurde. Auf einer Pressekonferenz danach gefragt, verstieg sich der Präsident leichtfertig zu der Behauptung, die Polizeiaktion sei "dumm" gewesen. Selbst wenn er den Fall in seinen Einzelheiten nicht genau kenne: Man wisse ja aus traurige Erfahrung, dass weiße Polizisten Schwarze besonders auf dem Kieker hätten.

Zu dumm nur, dass Obama sich zuvor nicht besser informiert hatte. Nein, nicht über die Statistik, sondern über den konkreten Fall. Nach dem Motto, "was in 80 Fällen stimmt, stimmt auch in 100", nahm er leider ein falsches Beispiel zur Illustration einer an und für sich richtigen Beobachtung. Die Empörung über den Präsidenten ist groß. Sie wird oft geheuchelt und politisch bewusst geschürt, aber ebenso oft ist sie ehrlich und aufrichtig gemeint.

Der weiße Polizist agierte nämlich nicht allein. Es waren mehrere Kollegen zugegen, und unter ihnen mindestens ein schwarzer. Der sagt nun aus, sein Kollege habe absolut akkurat gehandelt und sei nicht eine Sekunde lang von rassistischen Motiven gelenkt gewesen. Im Gegenteil, er habe zunächst geduldig auf die Wutattacken und Beschimpfungen des Professors reagiert, bis er gezwungen war, energisch durchzugreifen.

Nun könnte man diesem Kollegen entgegenhalten: Ein Polizist hackt dem anderen kein Auge aus, unter Uniformierten herrscht seit jeher (farben-)blinde Kameraderie. Doch der weiße Polizist hat den allerbesten Leumund: Ein schwarzer Vorgesetzter hat ihn vor vielen Jahren eigens dazu auserkoren, jungen Polizeibeamten Toleranz zu lehren und sie für bewusste wie unbewusste Vorurteile zu sensibilisieren. Seine Schüler – ob weiß oder schwarz – waren und sind von ihrem Lehrmeister begeistert.

Gleichwohl, im Prinzip hat Obama nicht Unrecht. Aber eben nur im Prinzip. Selbstverständlich lässt sich fragen, ob die Verhaftung des Professors nicht eine Überreaktion war. Aber auch Weiße werden oft für Nichtigkeiten in Handschellen auf die Wache geführt. Die Zeitungen sind voll von Berichten über kleine Verkehrssünder, beschwipste Hausfrauen oder Ladendiebe. Im Grundsatz stimmt es auch, dass Polizei und Justiz schwarze Amerikaner entschieden härter anfassen als weiße. Sie werden weitaus häufiger ins Gefängnis gesteckt und weit öfter zu langen Haftstrafen oder gar zum Tode verurteilt. Das belegen unzählige Untersuchungen.

Obama ist ausgezogen, um die Wunden des amerikanischen Rassismus zu heilen. Wegen seiner Biographie ist er wie kein Zweiter dafür geeignet und hat dies in wegweisenden Reden bereits mehrmals unter Beweis gestellt. Weißen wie Schwarzen hat er ins Gewissen geredet, nicht vorschnell Schlüsse zu ziehen, sondern genau hinzuschauen, die Fakten zu berücksichtigen und bevor man auf andere zeigt, sich erst einmal an die eigene Nase zu fassen.

Seine Entgleisung machen seine Reden und Taten nicht wertlos. Und er hat sich beim weißen Polizisten bereits entschuldigt und ihn gemeinsam mit Gates zu einem Glas Bier ins Weiße Haus eingeladen. Und trotzdem: der Versöhner und Brückenbauer ist zum ersten Mal selber in die Rassismusfalle getappt.

 
Leser-Kommentare
  1. Ich habe von Anfang an diesen Hype um Obama nicht verstanden. Letztendlich ist er auch nur ein (schwarzer) Mensch.
    Ich denke die Hoffnung begründet sich zum Teil auch auf die Hautfarbe, als erster schwarzer Präsident signalisiert er eine neue Ära. Der Rassismus gehört scheinbar der Vergangenheit an.
    Viele sagen, dass er besser als Bush ist, aber das ist nun wirklich keine Kunst.

    Naja, mal abwarten, er hat ja noch ein paar Jahre, vielleicht wird er ja wirklich alles ändern.

  2. "Gleichwohl, im Prinzip hat Obama nicht Unrecht. Aber eben nur im Prinzip."
    Mit diesem Satz steht der Autor doch mindestens mit einem Bein auch in selbiger!! Rassismus war noch nie ein "Privileg" nur von Weißen - auch nicht prinzipiell!

    • Ghess
    • 25.07.2009 um 14:01 Uhr

    Hallo Herr Klingst,
    Sie schreiben: „Im Prinzip hat Obama nicht Unrecht. Aber eben nur im Prinzip.“
    Woher wissen Sie, dass Präsident Obama im Prinzip nicht Unrecht hat. Aus eigener Erfahrung? Aus den Statistiken?
    Präsident Obama sagt: „Selbst wenn er den Fall in seinen Einzelheiten nicht genau kenne: Man wisse ja aus trauriger Erfahrung, dass weiße Polizisten Schwarze besonders auf dem Kieker hätten.“
    Aus welcher Erfahrung weiß er das denn. Mit dieser Einschätzung tappt er nicht nur in die Rassismusfalle. Er begeht zumindest verbal Rassismus, da er sehr viele Polizisten ohne genaue Kenntnis vorverurteilt.
    Stellen sie sich diese Argumentation mal mit den umgekehrten Farben vor. Ein Präsident Bush hätte gesagt, man wisse im Prinzip, dass schwarze Polizisten Weiße besonders auf dem Kieker hätten, welchen Artikel sie dann geschrieben hätten.
    Nein Herr Klingst. Verständnis für Präsident Obama ist nicht angebracht. Man muss mit Menschen immer den Einzelfall genau prüfen bevor man eine Allgemeinerung ausspricht. Ansonsten ist es schlichtweg eine Vorverurteilung. "Im Prinzip" ist nicht angebracht.
    Obama muss sich schon an den eigenen Ansprüchen messen. Man muss hier ganz klar sagen, dass Präsident Obama vielen anständigen Polizisten Unrecht getan hat. Seine Entschuldigung ist mehr als angebracht.

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    • hardob
    • 25.07.2009 um 14:19 Uhr

    Stellen sie sich diese Argumentation mal mit den umgekehrten Farben vor. Ein Präsident Bush hätte gesagt, man wisse im Prinzip, dass schwarze Polizisten Weiße besonders auf dem Kieker hätten, welchen Artikel sie dann geschrieben hätten.

    Ja klar, Bush hätte sich auf historisch reichhaltige Erfahrungen stützen können.
    Eswidert mich an, dass dieser mögliche Ausrutscher Obamas hergenommen wird, den Rassismus, den Schwarze in den USA und anderswo immer noch erleben, zu leugnen und mit dem Rassismus von Schwarzen gleichzusetzen.

    Obama kann seinen Fehler gut machen, in dem er mit dem betroffenen weißen Polizisten Kontakt aufnimmt und sich, sollte dies gerechtfertigt sein, bei ihm als Person entschuldigt. Trotzdem bleibt es dabei, dass er im Prinzip Recht hat.

    • eins2
    • 26.07.2009 um 11:00 Uhr

    Hallo Ghess,
    ich stimme Ihren Ausführungen dem Grunde nach zu!
    Jedoch ist dem ganzen Vorfall die Tragik der Amerikaner zu entnehmen, die im Laufe ihrer kurzen Geschichte den von den weissen Menschen als minderwertige, wenn überhaupt als Menschen akzeptierten Farbigen , der eigentlich nicht dorthin wollte und dafür dass man sie dorthin verschleppt hat, noch gräulichst behandelt hat. Auch noch, bis in die heutige Zeit (Obama im Wahlkampf) hinein diskriminiert.
    Hieran kann man feststellen, wie tief die farbigen Amerikaner, incl. Präsident Obama, traumatisiert sind.
    Daher ist meines Erachtens hier grosse Nachsicht angebracht!

    Neben vielen anständigen Polizisten gibt es auch viele unanständige Rassisten unter den Polizisten - und nicht nur unter den Polizisten - leider...8-)

    Gruss

    • hardob
    • 25.07.2009 um 14:19 Uhr

    Stellen sie sich diese Argumentation mal mit den umgekehrten Farben vor. Ein Präsident Bush hätte gesagt, man wisse im Prinzip, dass schwarze Polizisten Weiße besonders auf dem Kieker hätten, welchen Artikel sie dann geschrieben hätten.

    Ja klar, Bush hätte sich auf historisch reichhaltige Erfahrungen stützen können.
    Eswidert mich an, dass dieser mögliche Ausrutscher Obamas hergenommen wird, den Rassismus, den Schwarze in den USA und anderswo immer noch erleben, zu leugnen und mit dem Rassismus von Schwarzen gleichzusetzen.

    Obama kann seinen Fehler gut machen, in dem er mit dem betroffenen weißen Polizisten Kontakt aufnimmt und sich, sollte dies gerechtfertigt sein, bei ihm als Person entschuldigt. Trotzdem bleibt es dabei, dass er im Prinzip Recht hat.

    • eins2
    • 26.07.2009 um 11:00 Uhr

    Hallo Ghess,
    ich stimme Ihren Ausführungen dem Grunde nach zu!
    Jedoch ist dem ganzen Vorfall die Tragik der Amerikaner zu entnehmen, die im Laufe ihrer kurzen Geschichte den von den weissen Menschen als minderwertige, wenn überhaupt als Menschen akzeptierten Farbigen , der eigentlich nicht dorthin wollte und dafür dass man sie dorthin verschleppt hat, noch gräulichst behandelt hat. Auch noch, bis in die heutige Zeit (Obama im Wahlkampf) hinein diskriminiert.
    Hieran kann man feststellen, wie tief die farbigen Amerikaner, incl. Präsident Obama, traumatisiert sind.
    Daher ist meines Erachtens hier grosse Nachsicht angebracht!

    Neben vielen anständigen Polizisten gibt es auch viele unanständige Rassisten unter den Polizisten - und nicht nur unter den Polizisten - leider...8-)

    Gruss

  3. Auch ein Barack Obama ist nicht ganz unvoreingenommen. Es zeigt, dass er Rassismus auch persoenlich schon haeufiger begegnet ist. Umso bewundernswerter ist seine bisherige Disziplin, sich aus einer objektiven Perspektive zu aeussern.
    Es waere daher auch ein Wunder gewesen, wenn er nie einen Fehltritt waehrend seiner ganzen Praesidentschaft machen wuerde.
    Jetzt ist es soweit, aber sein Angebot, mit den betreffenden Personen ins Gespraech zu kommen, zeigt schon seine Einsicht. Die Frage ist, ob es einen bleibenden Schaden an seinem Image in der (weissen) Oeffentlichkeit hinterlassen wird.

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    Die (weisse) Öffentlichkeit ist in ihrer Mehrheit dermassen rassistisch, dass sie auf jeden Fehltritt Obamas lauert um ihm einen Schaden an seinem Image zu verpassen.

    Freuen Sie sich. Sie haben ihn erwischt - auf dem linken Fuss...8-)

    Die (weisse) Öffentlichkeit ist in ihrer Mehrheit dermassen rassistisch, dass sie auf jeden Fehltritt Obamas lauert um ihm einen Schaden an seinem Image zu verpassen.

    Freuen Sie sich. Sie haben ihn erwischt - auf dem linken Fuss...8-)

  4. ,dass Obama da eindeutig ein Fehler unterlaufen ist. Er hat schlicht aufs falsche Pferd gesetzt. Abwarten wäre sicher besser gewesen aber hinterher ist man immer schlauer. Soll er sich doch bei dem Polizisten entschuldigen. Er hat die Situation schlicht falsch eingeschätzt. Ging denk ich am Anfang vielen so die davon gehört haben. Für mich klang das am Anfang auch so. Roch halt nach Rassismus und da kommen dann ganz natürliche Reflexe zusatnde. Keiner hat von Obama erwartet keinen Fehler zu machen. Entscheidend ist doch wie er damit umgeht. Und verglichen mit der Verbalentgleisungen eines Bush ist das doch ein Lapallie aus dem Sommerloch.

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    Sin Sie froh dass Sie schlauer sind als Obama. Bei dem Polizisten würde ich mich nicht entschuldigen - Gott weiss was der für Dreck am Stecken hat.

    Ich bin froh dass Obama Bush jr. abgelöst hat...8-)

    Sin Sie froh dass Sie schlauer sind als Obama. Bei dem Polizisten würde ich mich nicht entschuldigen - Gott weiss was der für Dreck am Stecken hat.

    Ich bin froh dass Obama Bush jr. abgelöst hat...8-)

  5. "Sie (Schwarze) werden weitaus häufiger ins Gefängnis gesteckt und weit öfter zu langen Haftstrafen oder gar zum Tode verurteilt. Das belegen unzählige Untersuchungen."

    Ich hoffe für diesen Unsinn gibt es bald eine Richtigstellung
    Anders als von Herrn Klingst behauptet, belegt KEINE Statistik das.

    Das Argument derer, die Amerika lustvoll Rassismus in der Justiz unterstellen: 34 Prozent der Hingerichteten sind Schwarze, obwohl sie nur zwölf Prozent der US-Bevölkerung ausmachen.
    Nur wird ein wichtiger Punkt unterschlagen: Obwohl es nur 12 % Schwarze in den USA gibt, wurden von 1976 bis 2004 etwa 59 Prozent aller Morde (felony murders) in den USA von Schwarzen begangen.
    http://www.ojp.usdoj.gov/...

    Das heißt die Statistik sagt genau das Gegenteil von dem Unsinn, den Herr Klingst von sich gibt.
    Nach den Zahlen müsste er feststellen, dass - obwohl die Weißen weniger Morde begehen - MEHR hingerichtet werden.

    Eine Korrektur des Artikels wäre eigentlich eine Selbstverständlichkeit - nur rechne ich damit eher nicht ...

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    ihre statistik hinkt fuerchterlich: wenn eine bevoelkerungsgruppe benachteiligt wird und daher oefters wegen mord VERURTEILT wird, dann heisst das nicht, dass sie auch mehr morde begeht!

    • Colón
    • 25.07.2009 um 20:24 Uhr

    wenigstens sauber die Statistik lesen würden und die Begriffe nicht wild durcheinander wirbelten. Aber, bei manchen Lesern gibt es auch für Unsinn massig Sterne.

    Sie wissen doch, dass "Felony murder" in der amerikanischen Rechtsprechung nur eine Unterkategorie aller Mordtaten ist, dass unter diese Kategorie alle Täter fallen, die während eines schweren Verbrechens bei denen ein Mord passierte beteiligt waren, so angeklagt werden können.

    Das Problem sind aber die klaren Hinweise, dass sowohl Strafmaße, als auch Anklagen wegen "homicide" (Mord) in Amerika deutlich häufiger Schwarze treffen.

    Weiße und darunter wiederum Leute die gute Anwälte bezahlen können, werden häufig nicht wegen "homicide" angeklagt, erhalten mildere Strafen und, häufig auch früher Bewährung. So werden Tötungen im familiären Rahmen häufig als "Unfälle" oder "Zufälle" getarnt, "psychische Ausnahmezustände" gutachterlich attestiert und so vor allem junge weiße Männer häufig vor dem "fatal and final verdict" bewahrt. Vor Beginn des Prozesses können Anklagen und mögliche Strafen ausgehandelt werden, was auch bezüglich der Entschädigungen und Abfindungen und hinsichtlich der Honorare der Anwälte eine Rolle spielt. Bei den Gerichten werden die Strafmaße nach dem Verdict der Jury, die ja die Umstände der Tat mit berücksichtigt, für Schwarze von Richtern eindeutig höher festgelegt. Der Gerichte des Staates Texas mussten in diesem Zusammenhang mehrfach vom obersten Bundesgericht gestoppt werden, weil sie die Jurys ausschließlich oder weitgehend mit Weißen besetzten und z.B. auch nicht Schuldfähige töten wollten. Um aber erst einmal in den Instanzen so weit zu kommen, brauchen Sie in den Staaten Geld, eine Bürgerinitiative im Hintergrund oder einen spektakulären Fall mit dem ein Anwalt vorwärts kommt. Derzeit gelten mindestens 300 vollstreckte Todesstrafen als an Unschuldigen vollzogen.

    Die Todesstrafe ist ein ganz eigenes Thema. Fest steht, es sitzen erheblich mehr Schwarze in den Todeszellen, als es dem Bevölkerungsanteil entspricht, aber auch als es dem Anteil an der Gesamtzahl der Mordtaten, bzw. Tötungsdelikten entspricht. Vor allem in den Staaten, in denen die Todestrafe gilt. In Ohio, Alabama, Oklahoma und besonders in Texas wird nicht nur munter hingerichtet, sondern auch besonders häufig langjährig eingesperrt. Das hat diese Staaten nicht sicherer aber ungerechter gemacht und eine Gefängnisindustrie entstehen lassen, die sehr teuer ist.

    Ihre Statistiken aus dem Justizministerium der USA sind trotzdem interessant, obwohl sie nur "Opfer" und "Beschuldigte" ausweist und nicht die Verurteilungen einbezieht. - Das wäre die eigentlich spannende Statistik im Vergleich.
    Immerhin kann man dort nachlesen, dass "Mord" dort ein viel höher wahrscheinliches Lebensrisiko ist als in jedem Land Europas. Dass die meisten Mordtaten im persönlichen Umfeld und in der eigenen Etnnie stattfinden, also Schwarze-Schwarze töten und Weiße-Weiße und dass das Risiko Opfer oder Täter zu werden stark von den sozialen Bedingungen abhängt.
    Noch etwas ist auffällig. Die Rate der Kapitalverbrechen ist immer noch schwindelerregend hoch, jedoch gegenüber den 80er- frühen 90er Jahren des letzten Jahrhunderts deutlich gesunken.

    Grüße

    Christoph Leusch

    Der Skandal ist nicht dass in den USA mehr Schwarze als Weisse hingerichtet werden sondern dass die USA immer noch die Todesstrafe haben. Die gehört schon längst abgeschafft.

    Dass als Folge des amerikanischen Rassismus die Schwarzen aggressiver sind ist nur logisch. Denen fehlt eine anständige Integration in die Gesellschaft.

    ihre statistik hinkt fuerchterlich: wenn eine bevoelkerungsgruppe benachteiligt wird und daher oefters wegen mord VERURTEILT wird, dann heisst das nicht, dass sie auch mehr morde begeht!

    • Colón
    • 25.07.2009 um 20:24 Uhr

    wenigstens sauber die Statistik lesen würden und die Begriffe nicht wild durcheinander wirbelten. Aber, bei manchen Lesern gibt es auch für Unsinn massig Sterne.

    Sie wissen doch, dass "Felony murder" in der amerikanischen Rechtsprechung nur eine Unterkategorie aller Mordtaten ist, dass unter diese Kategorie alle Täter fallen, die während eines schweren Verbrechens bei denen ein Mord passierte beteiligt waren, so angeklagt werden können.

    Das Problem sind aber die klaren Hinweise, dass sowohl Strafmaße, als auch Anklagen wegen "homicide" (Mord) in Amerika deutlich häufiger Schwarze treffen.

    Weiße und darunter wiederum Leute die gute Anwälte bezahlen können, werden häufig nicht wegen "homicide" angeklagt, erhalten mildere Strafen und, häufig auch früher Bewährung. So werden Tötungen im familiären Rahmen häufig als "Unfälle" oder "Zufälle" getarnt, "psychische Ausnahmezustände" gutachterlich attestiert und so vor allem junge weiße Männer häufig vor dem "fatal and final verdict" bewahrt. Vor Beginn des Prozesses können Anklagen und mögliche Strafen ausgehandelt werden, was auch bezüglich der Entschädigungen und Abfindungen und hinsichtlich der Honorare der Anwälte eine Rolle spielt. Bei den Gerichten werden die Strafmaße nach dem Verdict der Jury, die ja die Umstände der Tat mit berücksichtigt, für Schwarze von Richtern eindeutig höher festgelegt. Der Gerichte des Staates Texas mussten in diesem Zusammenhang mehrfach vom obersten Bundesgericht gestoppt werden, weil sie die Jurys ausschließlich oder weitgehend mit Weißen besetzten und z.B. auch nicht Schuldfähige töten wollten. Um aber erst einmal in den Instanzen so weit zu kommen, brauchen Sie in den Staaten Geld, eine Bürgerinitiative im Hintergrund oder einen spektakulären Fall mit dem ein Anwalt vorwärts kommt. Derzeit gelten mindestens 300 vollstreckte Todesstrafen als an Unschuldigen vollzogen.

    Die Todesstrafe ist ein ganz eigenes Thema. Fest steht, es sitzen erheblich mehr Schwarze in den Todeszellen, als es dem Bevölkerungsanteil entspricht, aber auch als es dem Anteil an der Gesamtzahl der Mordtaten, bzw. Tötungsdelikten entspricht. Vor allem in den Staaten, in denen die Todestrafe gilt. In Ohio, Alabama, Oklahoma und besonders in Texas wird nicht nur munter hingerichtet, sondern auch besonders häufig langjährig eingesperrt. Das hat diese Staaten nicht sicherer aber ungerechter gemacht und eine Gefängnisindustrie entstehen lassen, die sehr teuer ist.

    Ihre Statistiken aus dem Justizministerium der USA sind trotzdem interessant, obwohl sie nur "Opfer" und "Beschuldigte" ausweist und nicht die Verurteilungen einbezieht. - Das wäre die eigentlich spannende Statistik im Vergleich.
    Immerhin kann man dort nachlesen, dass "Mord" dort ein viel höher wahrscheinliches Lebensrisiko ist als in jedem Land Europas. Dass die meisten Mordtaten im persönlichen Umfeld und in der eigenen Etnnie stattfinden, also Schwarze-Schwarze töten und Weiße-Weiße und dass das Risiko Opfer oder Täter zu werden stark von den sozialen Bedingungen abhängt.
    Noch etwas ist auffällig. Die Rate der Kapitalverbrechen ist immer noch schwindelerregend hoch, jedoch gegenüber den 80er- frühen 90er Jahren des letzten Jahrhunderts deutlich gesunken.

    Grüße

    Christoph Leusch

    Der Skandal ist nicht dass in den USA mehr Schwarze als Weisse hingerichtet werden sondern dass die USA immer noch die Todesstrafe haben. Die gehört schon längst abgeschafft.

    Dass als Folge des amerikanischen Rassismus die Schwarzen aggressiver sind ist nur logisch. Denen fehlt eine anständige Integration in die Gesellschaft.

    • hardob
    • 25.07.2009 um 14:19 Uhr

    Stellen sie sich diese Argumentation mal mit den umgekehrten Farben vor. Ein Präsident Bush hätte gesagt, man wisse im Prinzip, dass schwarze Polizisten Weiße besonders auf dem Kieker hätten, welchen Artikel sie dann geschrieben hätten.

    Ja klar, Bush hätte sich auf historisch reichhaltige Erfahrungen stützen können.
    Eswidert mich an, dass dieser mögliche Ausrutscher Obamas hergenommen wird, den Rassismus, den Schwarze in den USA und anderswo immer noch erleben, zu leugnen und mit dem Rassismus von Schwarzen gleichzusetzen.

    Obama kann seinen Fehler gut machen, in dem er mit dem betroffenen weißen Polizisten Kontakt aufnimmt und sich, sollte dies gerechtfertigt sein, bei ihm als Person entschuldigt. Trotzdem bleibt es dabei, dass er im Prinzip Recht hat.

    Antwort auf "Im Prinzip?"
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    ...hat sich bereits am gleichen Tag persönlich bei dem betroffenen Polizisten gemeldet und sich entschuldigt.
    Auch das ist ein Zeichen von Größe: einen Fehler einzugestehen und entsprechend zu handeln.

    Entweder hat Obama im Prinzip recht oder er hat einen Fehler gemacht - beides zusammen passt nicht. Er hat sicher keinen Fehler gemacht und muss sich deshalb nicht entschuldigen - schon gar nicht bei einem Polizisten.

    ...hat sich bereits am gleichen Tag persönlich bei dem betroffenen Polizisten gemeldet und sich entschuldigt.
    Auch das ist ein Zeichen von Größe: einen Fehler einzugestehen und entsprechend zu handeln.

    Entweder hat Obama im Prinzip recht oder er hat einen Fehler gemacht - beides zusammen passt nicht. Er hat sicher keinen Fehler gemacht und muss sich deshalb nicht entschuldigen - schon gar nicht bei einem Polizisten.

  6. Wieder mal ein ach so subtiler Beitrag aus der Reihe "wie werden wir Obama möglichst schnell wieder los, damit alles weiter gehen kann wie bisher".

    Die Neocons wetzen bereits die Messer.

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