Leichtathletik Nils Schumann beendet seine Karriere
Olympiasieger Nils Schumann hat seine aktive Laufbahn beendet. Damit zieht der Leichtathlet einen Schlussstrich, nachdem er die WM-Qualifikation für Berlin verpasste
"Irgendwann muss man Realist sein und sich neue Ziele stellen", sagte der 31-Jährige der Zeitung Thüringer Allgemeine. Anfang Juli, nach fast 15 Jahren aktiver Zeit in der Leichtathletik, musste Schumann einen seiner schlimmsten Tiefschläge seiner Laufbahn wegstecken. Bei den Deutschen Meisterschaften in Ulm verpasste er als Dritter in einer mäßigen Zeit die Norm für die Heim-WM im August in Berlin. Es sollte der letzte Auftritt in seiner wechselhaften Karriere sein.
Schumann hatte oft und lange zu kämpfen mit Verletzungen, musste sich unter anderem drei Operationen an der Achillessehne unterziehen. "Nur 90 Prozent Fitness reichen eben nicht. Ich gestehe, dass es mir von Mal zu Mal schwerer fiel, solche gesundheitlichen Rückschläge wegzustecken", sagte Schumann, dem zuletzt eine Stirnhöhlenvereiterung zu schaffen machte. In Zukunft will er sich verstärkt um seine Agentur kümmern, die Motivationstraining und Ernährungsberatung anbietet.
Seinen größten Erfolg feierte Schumann im Jahr 2000 bei den Olympischen Spielen in Sydney, wo er unerwartet triumphierte. 1998 hatte er zwar auch schon einmal überraschend einen EM-Titel erreicht. Die weltweite Elite aber zu besiegen, vor allem die starken Afrikaner, war dann doch noch etwas anderes.
Mit 22 Jahren war der gebürtige Bad Frankenhäuser fast auf dem Gipfel seiner Laufbahn angekommen. Der Mann mit den weiß-blond gefärbten Haaren und den vielen Tätowierungen galt prompt als neuer deutscher Vorzeige-Leichtathlet. Er hatte plötzlich Fans, trat in Fernsehshows auf und wurde zum "Sportler des Jahres" gekürt.
Danach ging es fast über eine Dekade lang bergab. Im Jahr 2002 holte er bei der EM in München noch einmal Bronze, nach der Junioren-Europameisterschaft (1997), der Hallen- und Freiluft-Europameisterschaft (1998) und dem Olympiasieg der letzte nennenswerte Erfolg.
- Datum 29.07.2009 - 15:09 Uhr
- Serie News
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sp
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