Mietstreit Hochhuth droht Berliner "Senatsmafia" mit Rauswurf
Dramatiker Rolf Hochhuth hat Intendanz und Senat angegriffen, weil er die Bühne des Berliner Ensembles nicht nutzen kann. Sie wird zur Zeit umgebaut
"Herr Peymann ist die Unehrlichkeit in Person", rief Hochhuth vor Journalisten von der Bühne am Schiffbauerdamm. "Ich bitte Sie, das zu drucken, damit er mich anzeigt."
Der Dramatiker ist über eine Stiftung Besitzer des Theaters. Für die Spielzeit mietet es der Berliner Senat an, doch in der Sommerpause darf Hochhuth laut Vertrag die Bühne nutzen. Jetzt will er den Mietvertrag kündigen: "Natürlich fliegt die Senatsmafia raus!"
Das Land Berlin ließ nach dem Wutausbruch des Dramatikers über eine Anwältin einen neuen Gerichtsbeschluss verteilen, dem zufolge Hochhuth seinen Anspruch auf die Theaternutzung erst einmal nicht durchsetzen kann. Hochhuths Anwalt, der CDU-Kulturpolitiker Uwe Lehmann-Brauns, appellierte in Richtung der Journalisten, die Worte des Dramatikers nicht auf die Goldwaage zu legen.
An der Bühne laufen derzeit Bauarbeiten. Darin sieht Hochhuths Anwalt eine Vertragsverletzung, das Theater müsse Hochhuth zur Verfügung gestellt werden. Eine Einstweilige Verfügung soll am 13. August verhandelt werden. Hochhuth will am Berliner Ensemble sein Stück "Sommer 14" aufführen. Derzeit probt er dafür an der Akademie der Künste im Hanseatenweg in Berlin.
- Datum 24.07.2009 - 14:17 Uhr
- Serie News
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sp
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