SPD-Kompetenzteam Steinmeier drängt Schmidt zum Verzicht

Die SPD zieht Konsequenzen aus der Dienstwagendebatte: Ulla Schmidt wird Steinmeiers Schattenkabinett nicht angehören. Vielleicht aber bekommt sie eine zweite Chance

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) fällt aus dem Kompetenzteam von Frank-Walter Steinmeier – allerdings nur vorläufig. Dies sagte der SPD-Kanzlerkandidat am Rande der Klausurtagung der Partei in Potsdam. "Sie ist so lange nicht Mitglied des Teams, solange die Vorwürfe gegen sie nicht vollständig aufgehoben sind."

Schmidt wird zunächst dem Bundestag und dem Bundesrechnungshof alle Unterlagen zur Nutzung ihres Dienstwagens im Spanien-Urlaub vorlegen. Sollte ihr da dann ein korrektes Verhalten bescheinigt werden, wird sie Steinmeier wieder im Wahlkampf unterstützen. Dies sei das Ergebnis einer längeren Unterredung, die Schmidt am Nachmittag mit ihm gehabt habe, berichtete Steinmeier weiter.

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Steinmeier sagte, dass er mit Schmidt seit vielen Jahren "erfahren und erfolgreich" zusammenarbeite. Sie habe sich stets gegen die unbequemen Lobbygruppen durchgesetzt, lobte er die Ministerin. Ein bisschen klang er hier schon, als trage er einen Nachruf auf Schmidt vor. Auch dass Steinmeier eigens darauf hinwies, er wolle am morgigen Donnerstag neben den "erfolgreichen Ministern" vor allem "neue Gesichter" vorstellen, klang nicht unbedingt nach einer baldigen Schmidt-Rückkehr. Aus SPD-Kreisen hieß es allerdings, auch andere Minister seien womöglich nicht im Kompetenzteam Steinmeiers. Auch Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee oder Heidemarie Wieczorek-Zeul sollen angeblich nicht dazugehören.

Zwar verknüpfte Steinmeier in seinem Statement den vorläufigen Verzicht auf Schmidt kausal mit der anhaltenden Debatte um ihren gestohlenen Dienstwagen: Erst wenn hier alles geklärt sei, dürfe Schmidt zurückkommen. Dennoch aber, so sagen SPD-Kenner, komme dieser Schritt nicht überraschend. Womöglich hätte Schmidt auch ohne der Dienstwagen-Causa dem Team nicht angehört. Immerhin ist sie über 60 Jahre alt, seit 2001 gehört sie dem Bundeskabinett an. Als ausgewiesene Leistungsträgerin unter den sozialdemokratischen Ministerin galt sie nicht.

Ulla Schmidt selbst sieht sich als "Opfer einer Kampagne. "Ich möchte, dass Frank-Walter Steinmeier Kanzler dieser Republik wird", sagte sie am Mittwoch in Berlin. Deshalb werde sie alles tun, damit "diese Kampagne auch nicht den Wahlkampf der SPD beeinträchtigt". Im Übrigen könne man ihr nicht unterstellen, dass sie die Bodenhaftung verloren habe und dass sie "irgendwie abgehoben" sei.

Dem Vorsitzenden des Haushaltsausschusses sowie dem Bundesrechnungshof habe sie bereits nähere Informationen zum Gebrauch des Autos geben lassen. "Ich bin absolut sicher, dass Prüfungen meine Auffassung auch bestätigen", fügte Schmidt hinzu. "Selbstverständlich stehe ich auch beiden Rede und Antwort." Der sparsame Umgang mit Steuergeldern sei für sie eine Selbstverständlichkeit. Die Bürger sollten sich "die sachlichen Argumente" genau ansehen.

 
Leser-Kommentare
    • ludna
    • 29.07.2009 um 17:29 Uhr

    Was für ein Loser. Entweder er will sie haben, dann ist das mit dem Dienstwagen lächerlich, der Storm geht bald vorrüber. Oder er will sie nicht haben, dann sollte er den Mumm haben, es zu sagen.

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    Entweder er will sie haben, dann ist das mit dem Dienstwagen lächerlich, der Storm geht bald vorrüber. Oder er will sie nicht haben, dann sollte er den Mumm haben, es zu sagen.

    Diese Frage ist aber nicht sein einziger Lebensinhalt. Er will nebenbei auch noch Kanzler werden. Dem stehen Ihre beiden Konsequenzen im Weg. Wobei ich mich auch frage, mit welcher Kompetenz Sie beurteilen können, welche Auswirkungen das im Wahlkampf hätte.

    Dass es schade ist, dass so etwas relevant ist, steht auf einem anderen Blatt. Deutschland funktioniert nun mal so. In der besten aller Welten hätte der "vorsätzlich vorbereitete Wahlbetrug" der CDU irgendwelche Konsequenzen.

    Entweder er will sie haben, dann ist das mit dem Dienstwagen lächerlich, der Storm geht bald vorrüber. Oder er will sie nicht haben, dann sollte er den Mumm haben, es zu sagen.

    Diese Frage ist aber nicht sein einziger Lebensinhalt. Er will nebenbei auch noch Kanzler werden. Dem stehen Ihre beiden Konsequenzen im Weg. Wobei ich mich auch frage, mit welcher Kompetenz Sie beurteilen können, welche Auswirkungen das im Wahlkampf hätte.

    Dass es schade ist, dass so etwas relevant ist, steht auf einem anderen Blatt. Deutschland funktioniert nun mal so. In der besten aller Welten hätte der "vorsätzlich vorbereitete Wahlbetrug" der CDU irgendwelche Konsequenzen.

  1. Irgendwie muß in der Spitze der SPD angekommen sein, dass einem großen Teil der noch vorhandenen Stammwählerschaft die Dienstwagengeschichte nicht vermittelbar ist.
    Die Salonsozialdemokraten mit Hang zum Großbürgertum werden nicht abgeschreckt. Aber die vielen Wähler, die bei Ulla Schmidt an Praxisgebühr, Zuzahlungen und die schlechte Behandlung als Kassenpatienten denken.
    Andererseits, wozu braucht Herr Steinmeier ein Schattenkabinett? Wenn die SPD die gegenwärtige Marschrichtung beibehält, muß die Parteispitze froh sein, wenn die Partei auf dem 2. Platz verbleibt.
    Die Bundesrepublik braucht eine starke SPD. Eine SPD, in der sich die Arbeitnehmer und die vielen Kleinselbständigen wiederfinden. Die heutige SPD wird schonungslos zwischen Linkspartei, Grünen und Nichtwählern zerrieben.

  2. Die Dienstwagengeschichte von Frau Schmidt ist doch albern. Und zwar im Vergleich zum Handel von Herrn Steinmeier.

    Er hat gegenüber der EU-Kommission sein o.k. abgegeben, dass künftig die Bankdaten der deutschen Bürger weiterhin an die USA übermittelt werden. All dies am deutschen und am EU-Parlament vorbei. Dies ist der eigentliche Skandal. Warum die Presse ihm dies nicht um die Ohren haut, ist mir schleierhaft. Will man ihn schützen? Es scheint so.

    Mit diesem Schritt ist für mich H. Steinmeier/SPD völlig unwählbar geworden.

    • ohopp
    • 29.07.2009 um 18:26 Uhr

    kapituliert vor der Medienmaschinerie. Dieses fehlende Rückrat ist der Sargnagel der SPD, aber wenigstens nicht der der Sozialdemokraten. Er wurde pepuscht um Beck ins Abseits zu stellen, doch wenns geht gegen Schwarz geht, hat auch ein Seeheimer in den Medien keine Chance. Die werdens nie kapieren und oder sind sich sicher, daß die Fleischtöpfe in der Wirtschaft schon gedeckt sind.

    So kann in D. ein der fahrlässigen Tötung verurteilter MP wieder kandidieren, solange er zu den Schwarzen gehört. Aber man darf keinesfalls die Regelungen im Dientwagenrecht grenznah ausloten, wenn man zu den Sozis gehört.

  3. -Gesundheitsreform
    -Gesundheitsfonds
    -Neue Versichertenkarte

    Das einzige was diese [...] (Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Vielen Dank, die Redaktion /ft) geleistet hat waren und werden alles Fehlschläge. Unnötig teuer und bringen absolut keine Vorteile und im Falle der neuen Versichertenkarte, die voraussichtlich 10 mal so teuer wird wie geplant, 14 Millarden statt 1,4 Millarden, führt es sogar zu einer Behinderung und Einschränkung von Arzt und Patienten. Das Ding funktioniert schlicht nicht. Soll aber noch im Herbst eingeführt werden.
    Mag ja sein, dass sie sich erfolgreich gegen die Autolobby, Energielobby und die Bankenlobby gewehrt hat, aber die liegen ja nicht unbedingt im Bereich ihres Ministeriums. Im Gesundheitswesen hat sie sich einzig gegen die Patientenlobby erfolgreich zur Wehr gesetzt.
    Als Dank bekommt sie nach dem Ausscheiden im September noch eine fette Pension. Diese Person widert mich einfach nur an.
    Das es eine Dienstwagenaffäre braucht, um aus dem Kompetenzteam von Steinmeier zu fliegen, untermauert Steinmeiers Kompetenz, bzw. deren Nichtvorhandensein.

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    • ohopp
    • 29.07.2009 um 18:28 Uhr

    auch Angela an, denn diese wollte sich ja an der Gesundheitsreform messen lassen.

    • ohopp
    • 29.07.2009 um 18:28 Uhr

    auch Angela an, denn diese wollte sich ja an der Gesundheitsreform messen lassen.

    • ohopp
    • 29.07.2009 um 18:28 Uhr

    auch Angela an, denn diese wollte sich ja an der Gesundheitsreform messen lassen.

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    Nur geht es ja hier um die Schmidt'n und nicht um die wandelnde Sprechblase im bunten Blazer. Das Änschie wollte sich an vielem messen lassen. Da passt es gut, dass sie Quantenphysikerin ist, denn Quanten sind der treffende Größenvergleich. Wobei die Leistung von das Änschie so oft in einen Quanten passt, wie die Erde in die Sonne.
    Um es kurz zu machen, diese gesamte Regierung widert mich an. Ich habe keinen von denen gewählt.

    Nur geht es ja hier um die Schmidt'n und nicht um die wandelnde Sprechblase im bunten Blazer. Das Änschie wollte sich an vielem messen lassen. Da passt es gut, dass sie Quantenphysikerin ist, denn Quanten sind der treffende Größenvergleich. Wobei die Leistung von das Änschie so oft in einen Quanten passt, wie die Erde in die Sonne.
    Um es kurz zu machen, diese gesamte Regierung widert mich an. Ich habe keinen von denen gewählt.

  4. diese leute haben nicht mal die eier, um öffentlich zu sagen, dass angela merkel zur gleichen zeit zu einer privaten bücherunterzeichnung auf sylt unterwegs war - sowie zum abenddiner mit friede springer.

    mit der flugbereitschaft, versteht sich.

    wer sich so 'rumschubsen lässt wie die spd, der soll gefälligst in die opposition, und zwar schnell. dort kann man dann in ruhe in der zweiten reihe abgammeln und sich von der linkspartei abgucken, wie vernünftige politische arbeit aussieht.

  5. dieser Partei versucht, diese anzugreifen, zu schwächen, zu demontieren.

    Vergebene Liebesmüh.
    Niemand kann das besser als diese Partei selbst.

    Kein Charisma, kein Profil, keine (Partei) Menschen mit Visionen.

    Keine soziale Politik mehr für die Menschen dieser Republik, die viele so dringend benötigen.

    Wer in diese Partei vertraut, kann auch Lotto spielen.

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