Twitter Twitter will künftig mit Unternehmen Geld verdienen
Der Blogdienst hat fast 40 Millionen Nutzer. Noch in diesem Jahr soll mit bezahlten Firmenaccounts Geld verdient werden. Experten halten das für ein erfolgreiches Modell

© Screenshot: twitter.com
101 heißt der Leitfaden, der Firmen zeigen soll, wie sie von Twitter profitieren können
Twitter wächst mit atemberaubender Geschwindigkeit – und immer mehr Unternehmen versuchen sich in der Kundenkommunikation auf SMS-Länge. Noch ist der Dienst kostenlos für alle. Doch ein neuer Erklärdienst deutet daraufhin, dass Firmen bald zahlen müssen. Experten glauben, dass viele Unternehmen dazu bereit sind.
Die Lufthansa tut´s. Otto auch. Der Lebensmittelhersteller Juchem und der Tierfutterhändler Fressnapf ebenfalls. Sie alle twittern. Die einen weisen auf neue Produkte hin, andere suchen den Dialog mit Verbrauchern oder bieten Exklusivangebote an über den Kurznachrichtendienst, der öffentliche Nachrichten bis zu 140 Zeichen Länge erlaubt.
Twitter wächst mit atemberaubender Geschwindigkeit – und mit ihm die mediale Begleitung. Das weckt Begehrlichkeiten bei der werbenden Wirtschaft: Viele Unternehmen versuchen sich in der Kundenkommunikation auf SMS-Länge. Bisher kostet sie die Benutzung der Plattform nichts – doch das könnte sich bald ändern. In der Nacht zu Freitag startete Twitter eine Informationsplattform namens "Twitter 101 for Business". Sie dürfte der erste Schritt sein, um Unternehmen für die Benutzung zahlen zu lassen. "Der nächste logische Schritt sind Unternehmens-Accounts gegen Geld", meint auch Nicole Simon, Autorin eines Twitter-Buchs und Web-Beraterin.
Derzeit erzielt der Dienst keinen Cent Einnahme. Es gebe viele Möglichkeiten, Geld zu verdienen, erklärte Mit-Gründer Biz Stone vergangene Woche auf der Konferenz Brainstorm in Pasadena. Noch in diesem Jahr soll der erste Dollar rollen. Wie sich Stone und sein Mitstreiter Evan Williams die Zukunft vorstellen, verrieten jüngst interne Dokumente, die ein Hacker dem Branchendienst Techcrunch zuspielte. Danach will Twitter bis zum Jahr 2013 der erste Online-Dienst mit über einer Milliarde Nutzer sein. Pro Mitglied könne ein Dollar Umsatz erzielt werden.
Bis Ende 2010 müssten es aber auf jeden Fall Einnahmen von 68 Millionen Dollar werden. Derzeit gibt es mindestens 37 Millionen Menschen, die weltweit jeden Monat Twitter mitlesen. In Deutschland sind es ein bis zwei Millionen. "Das Management hat im vergangenen Jahr erheblich an der Stabilität des Dienstes gearbeitet. Weil die Zahl der Ausfälle drastisch gesunken ist, stieg auch die Zahl der Nutzer erheblich", sagt Beraterin Simon und folgert: "Somit ist Twitter nun auch reif für den Einsatz bei Unternehmen."
"Twitter 101" geht eines der beiden großen Probleme des Dienstes an: Es ist ein Leitfaden, der leicht verständlich erklären soll, wie Twitter funktioniert und was mit der Plattform für Unternehmen anzufangen ist. Firmen werden künftig wohl eine eigene Kennung bekommen, die beginnt mit http://business.twitter.com. Vermutlich werden die Profi-Mitglieder auch auf der Startseite des Dienstes beworben. Den Einstieg erleichtern soll darüber hinaus die optische Überarbeitung der Homepage, die in dieser Woche zu sehen sein soll.
"Für junge Menschen ist Twitter heute schon alltäglich", meint Roland Frimmersdorf, Leiter Politik und Unternehmenskommunikation der Schwenninger BKK. Die Krankenkasse will stärker mit ihren Kunden ins Gespräch kommen. Twitter sei Teil der Strategie, denn der Dienst ist "schnell und vor allem unkompliziert". Zahlen würde die BKK durchaus, sagt Frimmersdorf, 70 Euro im Jahr seien denkbar.
"Wenn Twitter Profi-Anwendern Zusatzdienste anbietet, zum Beispiel ausführliche Statistiken oder ein Vorab-Programmieren der Nachrichten, werden sie durchaus bereit sein zu zahlen", sagt Beraterin Simon: "Zum ersten Mal sehe ich bei Firmen Begeisterung, wenn es um einen solchen Dienst geht." Diese Begeisterung aber mache manchmal auch blind: "Twitter sollte nur ein Teil einer kompletten Strategie in Sachen Social Media sein."
Das Original des Textes erschien bei handelsblatt.com
- Datum 28.07.2009 - 15:25 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, handelsblatt.com
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Geld verdienen im Netz. Es gibt ja schon einige Möglichkeiten für wenig bekannte Autoren. Auch Pons und andere Nachschlagewerke stehen mittlerweile kostenlos im Netz.
Ich denke, die Möglichkeiten von Twitter sind so phantastisch, dass es legitim ist, damit Geld zu verdienen. Ich habe das bei www.spock.com/Klaus-Metzger erlebt. Mein konstruktiver Beitrag für diese homepage war nicht unerheblich - und nun muss man dafür bezahlen, um diese homepage nutzen zu dürfen. Mit der deutschen Version www.yasni.de (die ich ebenfalls von Anfang an nutzte) dürfte das nicht ähnlich verlaufen.
Herzliche Grüsse
Klaus Metzger
HILDESHEIM
www.twitter.com/klmmetzger
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