Die Hispano-Juristin Sonia Sotomayor hat eine große Hürde auf dem Weg zur Richterin am US-Supreme Court genommen. Am Montag fand vor dem Justizausschuss die Anhörung der von  Präsident Barack Obama nominierten Richterin statt. Alle zwölf demokratischen Mitglieder sowie ein Republikaner stimmten im Anschluss mit einem "Ay" für Sotomayor, die sechs übrigen republikanischen Ausschussmitglieder votierten mit "No".

Nun steht noch das entscheidende Votum des gesamten Senats in der kommenden Woche aus. Sotomayor wäre die erste Richterin am Obersten Gerichtshof mit lateinamerikanischem Hintergrund. Das Amt wird auf Lebenszeit vergeben.

Kritik an umstrittener Äußerung

Republikanische Politiker hatten die Berufung Sotomayors im Vorweg aufgrund angeblich rassistischer Äußerungen der Richterin kritisiert. Vor zwei Jahren hatte Sotomayor betont, sie hoffe, "dass eine kluge Latina mit ihren reichen Erfahrungen häufiger zu besseren Urteilen gelangt als ein weißer Mann, der nicht ein solches Leben geführt hat".

Erzkonservative Republikaner warfen ihr deshalb offen "Rassismus" vor. Sie sei eine "Gerichtsaktivistin", die ihre linken politischen Ambitionen über das Gesetz stelle. Zudem werfen ihr Konservative vor, mitunter politisch motivierte Entscheidungen zu fällen.

Trotz allen Unmutes bestehen aber kaum Zweifel daran, dass Sotomayor als erste Hispano-Richterin in den Supreme Court aufrückt. 

Große Bewunderung für Sotomayors Lebensgeschichte

Abgesehen von der Kritik aus den erzkonservativen, republikanischen Reihen genießt Sotomayor breite Unterstützung im US-Senat. Der demokratische Vorsitzende des Justizausschusses, Patrick Leahy, bezeichnete den Werdegang Sotomayors zum Auftakt der Anhörung als "echte amerikanische Story". "Ihre Geschichte ist eine Erfolgsgeschichte, auf die wir alle stolz sein können".

Sotomayor wuchs in der Bronx in New York auf. Der Vater starb, als sie neun Jahre alt war. Die Mutter arbeitete als Krankenschwester. Obama hatte die Tochter von Einwanderern aus Puerto Rico bei ihrer Nominierung Ende Mai als "eine inspirierende Frau" bezeichnet, die "eine großartige (oberste) Richterin" werden wird.

Sie erfülle die Anforderung an einen Kandidaten, der intellektuell und juristisch herausragen müsse. Sie habe in ihren vielen Funktionen als Staatsanwältin und Richterin mehr Erfahrung als jedes andere Mitglied im Obersten Gericht zu Beginn seiner Tätigkeit, sagte Obama.

Die Besetzung eines der neun Sitze im Supreme Court gilt als eine der wichtigsten Befugnisse jedes Präsidenten. Das Gericht entscheidet über alle juristisch strittigen Grundsatzfragen, ähnlich dem deutschen Verfassungsgericht.