Suche nach AußerirdischenE-Mail ins All

Das Seti-Institut sucht nach außerirdischem Leben. Jetzt können auch Normalbürger im Netz Botschaften an Außerirdische vorschlagen. Seti-Leiter Doug Vakoch erklärt, warum

ZEIT Wissen: Sie sammeln am Institut "Search for Extraterrestrial Intelligence" (Seti) Botschaften im Internet für eine Nachricht an Außerirdische. Warum?

Doug Vakoch: Weil die Teleskope, mit denen wir da draußen Leben entdecken könnten, so leistungsfähig sind wie nie zuvor. Wissenschaftler bei Seti halten nun seit fast 50 Jahren Ausschau nach extraterrestrischer Intelligenz. Jetzt treten wir in eine neue Phase ein. Statt zwei Sterne ziemlich nah bei der Erde ins Visier zu nehmen, haben wir jetzt Millionen Sterne in der Milchstraße im Blick. Wenn es da draußen Leben gibt, sind wir also so gut wie nie zuvor in der Lage, es zu finden. Wir müssen uns jetzt ernsthaft überlegen, was wir tun sollen, wenn wir es finden. Unser Projekt Earthspeaks.seti.org soll viele Leute an dieser Diskussion beteiligen.

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ZEIT Wissen: Die Nasa hat Botschaften auf Raumsonden ins All geschickt. Auf den beiden Pioneer-Sonden flog jeweils eine Plakette mit, auf der man unter anderem ein nacktes Paar, das Sonnensystem sowie ein Wasserstoffatom eingezeichnet hatte. Was war daran falsch?

Vakoch: Der Ausgangspunkt war vernünftig: Die Außerirdischen werden weder Englisch, noch Deutsch noch Swahili sprechen. Daher wurden diese Botschaften in einer wissenschaftlichen Sprache verfasst, die jedes intelligente Wesen, das die Sonde auf dem Weg durchs Sonnensystem abfängt, verstehen sollte: der Sprache der Mathematik und der Wissenschaft. Auf der Voyager-Sonde flogen dann mehr als 100 Bilder von der Erde sowie Tonaufnahmen in unterschiedlichen Sprachen mit. Die gaben die Diversität der menschlichen Kulturen schon recht gut wieder.

Aber über die Inhalte haben damals ein paar Akademiker entschieden, und die Grüße waren alle sehr positiv. Wir bekommen dagegen auch Botschaften, die vor der Menschheit warnen. "Fliehen Sie – dieses ist ein gefährlicher und feindlicher Planet" zum Beispiel. Oder "Die Erde ist von einer hoch aggressiven parasitischen Spezies namens Homo sapiens infiziert." Auf den Voyager-Recordings war nicht die Rede von Krieg, Armut und Krankheiten. Aber das sind wichtige Teile der menschlichen Erfahrung.

ZEIT Wissen: Wollen Sie alle Vorschläge auf Earthspeaks.seti.org eines Tages ins All funken?

Vakoch: Wir haben keine unmittelbaren Pläne, die Nachrichten auszustrahlen. Diese Frage muss noch entschieden werden. Manche meinen ja, wir sollten das nicht tun, weil Außerirdische uns feindlich gesinnt sein könnten, aber das ist nicht die Position von Seti. Wir glauben, dass die große Distanz zu anderen Sternen einen natürlichen Puffer zwischen Zivilisationen bieten.

Leserkommentare
  1. Ich halte das ganze Vorhaben für falsch, denn warum sollten wir zu außerirdischem Leben Kontakt aufnehmen?
    Alle Erfahrungen, die wir mit intelligentem Leben (oder was wir dafür halten) gesammelt haben, sind äußerst deprimierend. Wenn nichtmal die Menschen in der Lage sind, sich gegenseitig zu respektieren und in Frieden miteinander zu leben, wie soll dann der friedliche Kontakt zu wirklich anderen Lebensformen funktionieren? Entweder werden wir sie als Sklaven und/oder Vieh behandeln oder sie reagieren auf den Versuch mit Unterdrückung/Vernichtung der Menschen (Krieg ist so oder so vorprogrammiert, wenn sie dazu in der Lage sind) - wenn sie nicht von vornherein feindlich sind und uns einfach überrennen.
    Die Menschheit ist zu schlecht, um auch nur potenziell von einem solchen Kontakt profitieren zu können.

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    "Wer zu sagen wagt, »außerhalb der Kirche gibt es kein Heil«, muss aus dem Staat verjagt werden." Jean-Jacques Rousseau

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    findet uns, bevor wir sie finden. Und dann brauchen wir uns auch keine Gedanken darüber gedanken zu machen, wie wir mit ihnen umgehen, weil sie uns dermaßen ueberlegen sein werden, wie wir uns es nicht einmal vorstellen können. Wir werden gegen sie nichts weiter sein als ein Haufen Einzeller. Warscheinlich nehmen sie uns nichtmal als existent war oder missachten uns. Oder sie vernichten uns, quasi in einem Gedanken. Wahrscheinlich spielen Dinge wie Zeit, Raum und Realität eine ganz andere Rolle für sie. Es ist mehr als unwahrscheinlich, dass wir uns mit ihnen unterhalten werden. Selbst die Wahrscheinlichkeit, dass die Raumstation MIR jetzt noch auf die Erde stürzt ist größer.

    findet uns, bevor wir sie finden. Und dann brauchen wir uns auch keine Gedanken darüber gedanken zu machen, wie wir mit ihnen umgehen, weil sie uns dermaßen ueberlegen sein werden, wie wir uns es nicht einmal vorstellen können. Wir werden gegen sie nichts weiter sein als ein Haufen Einzeller. Warscheinlich nehmen sie uns nichtmal als existent war oder missachten uns. Oder sie vernichten uns, quasi in einem Gedanken. Wahrscheinlich spielen Dinge wie Zeit, Raum und Realität eine ganz andere Rolle für sie. Es ist mehr als unwahrscheinlich, dass wir uns mit ihnen unterhalten werden. Selbst die Wahrscheinlichkeit, dass die Raumstation MIR jetzt noch auf die Erde stürzt ist größer.

  2. ..., 'miteinander klar zu kommen', bevor wir 'den Lauten' machen. Wer schon mal Spore gespielt hat, weiß was ich meine.

    Michel Katzentisch

  3. findet uns, bevor wir sie finden. Und dann brauchen wir uns auch keine Gedanken darüber gedanken zu machen, wie wir mit ihnen umgehen, weil sie uns dermaßen ueberlegen sein werden, wie wir uns es nicht einmal vorstellen können. Wir werden gegen sie nichts weiter sein als ein Haufen Einzeller. Warscheinlich nehmen sie uns nichtmal als existent war oder missachten uns. Oder sie vernichten uns, quasi in einem Gedanken. Wahrscheinlich spielen Dinge wie Zeit, Raum und Realität eine ganz andere Rolle für sie. Es ist mehr als unwahrscheinlich, dass wir uns mit ihnen unterhalten werden. Selbst die Wahrscheinlichkeit, dass die Raumstation MIR jetzt noch auf die Erde stürzt ist größer.

  4. Ganz zustimmen würde ich ihnen nicht. Ich denke, man kann sehr wohl davon ausgehen, dass sich Zeit, Raum und Realität für sie völlig anders konstituieren, weshalb sie die angeblich universale Sprache von Mathematik und Wissenschaft vielleicht nicht verstehen, auch werden sie uns wohl entdecken und wir nicht sie.
    Andererseits setzt die Fähigkeit zum interstellaren Flug nicht unbedingt eine höhere Entwicklung und Intelligenz vorraus. Man stelle sich nur eine insektoide Lebensform vor, mit stabilem Exoskelett, an minimale Atmosphäre angepasst, dass es so schafft, riesige Distanzen zu überwinden (man nehme Vögel, die monatelang in der Luft bleiben), die es schaffen ihren Sauerstoff, oder was sie atmen im Körper abzulagern, wie Beispiel Robben, die von Planet zu Planet fliegt, diesen wie ein Virus, Heuschrecken oder Menschen ausbeutet und dann weiterzieht. Dazu braucht es nur minimale Intelligenz. Für die werden wir auch Rohstoffe, wie wir Tiere nur als Rohstoffe behandeln.

    Jedenfalls gibt es keinen vernünftigen Grund, Kontak zu außerirdischem Leben zu suchen, wenn es nicht gerade von der Erde kommt.

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    "Wer zu sagen wagt, »außerhalb der Kirche gibt es kein Heil«, muss aus dem Staat verjagt werden." Jean-Jacques Rousseau

  5. im Interview wurde ein Aspekt vergessen:

    es geht nicht nur um E-Mails ins All, sondern auch um "E-Mails aus dem All". Ein faszinierendes Projekt, dessen Umfang und Resultate man hier

    http://www.astronomie.de/...

    und hier (Ausgangsseite für das, was schon "gefunden" wurde)

    http://www.astronomie.de/...

    einsehen kann. Ist was für den ambitionierten Hobbyforscher in diesem Bereich ... und spannend ist es zudem auch noch.

    Frdl. Gruß
    Pf.

  6. die Eitelkeit, sofort zu zeigen, dass wir hier ein urdemokratischer und egalitärer Planet sind, wo jeder Daherredende die gleiche Würdigung erfährt wie unsere klügsten Köpfe.

  7. Wem Facebook und Twitter nicht reichen...http://www.synecstasy.com/2009/08/08/fur-uberirdische-quasselstrippen/

    www.synecstasy.com

  8. kommt ein Faktor vor der etwas mit dem Überleben zu tun hat. Zum Zeitpunkt der Erstellung der Formel bezog sich dieser Faktor auf eine Selbstauslöschung durch einen möglichen Krieg.

    Eigentlich müsste das überdacht werden. Zum einen sollten mögliche Naturkatastrophen einfließen die eine gesamte Zivilisation in die Steinzeit zurückwerfen oder völlig ausradieren können. Als Beispiel ein brauner Zwerg als Irrläufer durch das Sonnensystem.

    Zum anderen sollte beim Faktor Selbstauslöschung folgendes Hinzukommen.

    A) schafft die Zivilisation es ihre Ressourcen so zu verwenden, dass diese anwachsen anstatt zu schrumpfen, bevor ein Punkt erreicht ist an dem die Ressourcen nicht mehr ausreichen den zivilisatorischen Stand zu halten aber auch noch nicht die Möglichkeiten gegeben sind sich aus dem All zu versorgen; Beispiel Erde: Öl, seltene Erze

    B) wird innerhalb der technologischen Anfangsphase ein Übergang zu einer Symbiose zwischen technologischer Zivilisation und Natur/Umwelt erreicht, sodass technischer Fortschritt und Produktion die Lebensbasis nicht schmälern sondern ebenfalls zu Wachstum in den natürlichen Systemen führt; Beispiel Erde: Luftverschmutzung, Umweltzerstörung, Aussterben von Arten

    Nur wenn diese zwei Punkte ebenfalls gemeistert sind kann eine Zivilisation überhaupt in das All hinaus wachsen - Zivilisation der Stufe 2. Schafft sie es nicht einmal, ein sich ohnehin selbst stabilisierendes System zu erhalten, hat sie keine Chance solche selbst zu schaffen. No Future

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