Beziehungen Chávez zieht Botschafter aus Kolumbien ab
Zwischen den südamerikanischen Nachbarn Venezuela und Kolumbien kriselt es erneut. Im Raum stehen Vorwürfe, Venezuela hätte der Rebellengruppe Farc zu Waffen verholfen
Venezuela legt seine diplomatischen Beziehungen zum Nachbarland auf Eis und zieht seinen Botschafter aus Kolumbien ab. Mit dem Schritt reagierte Staatschef Hugo Chávez auf Verdächtigungen der kolumbianischen Regierung. Demnach habe Venezuela die marxistische Rebellengruppe Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (Farc) mit Waffen versorgt. Die Regierung in Bogota hatte zuvor erklärt, bei Farc-Rebellen seien Waffen gefunden worden, die Venezuela in Schweden eingekauft hätte.
"Ich habe angeordnet, dass unser Botschafter aus Bogota abgezogen wird", sagte der venezolanische Präsident Hugo Chávez bei einem im Fernsehen übertragenen Treffen mit Beratern. "Wir werden die Beziehungen zu Kolumbien einfrieren." Zudem sollten die Handelsbeziehungen so weit wie möglich verringert werden. Es ist nicht das erste Mal, dass Chávez den venezolanischen Botschafter aus Kolumbien zurückbeordert.
Chávez wertete die Vorwürfe, der Farc Waffen geliefert zu haben, als Provokation und warnte Kolumbien vor weiteren Anschuldigungen. Anderenfalls würden die Beziehungen zu Kolumbien sofort abgebrochen.
Die Spannungen der beiden südamerikanischen Länder hatten vor etwa zwei Wochen wieder zugenommen, seitdem Kolumbien prüft, US-Militärs Zugang zu drei kolumbianischen Armee-Stützpunkten zu gewähren.
Chávez, der am Dienstag seinen 55. Geburtstag feierte, gab Anweisungen, die kolumbianischen Investitionen und Unternehmen in Venezuela zu überprüfen, die im Falle eines Abbruchs der Beziehungen verstaatlicht werden könnten.
- Datum 29.07.2009 - 10:27 Uhr
- Serie News
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, bm
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