Afghanistan Deutschlands Selbstbetrug am Hindukusch
Krieg darf die Afghanistan-Mission nicht heißen. Die Politik regelt Details, erklärt der Bevölkerung aber nicht den Sinn des Einsatzes. Das deutsche Dilemma am Hindukusch

© Mario Vedder/Getty Images
Kameraden tragen den Sarg mit einem in Afghanistan gefallenen Soldaten
Der Journalist Stefan Kornelius spießt die zahlreichen Widersprüche der Bundeswehr-Mission auf. In seinem vor Kurzem erschienenen Buch Deutschlands Selbstbetrug in Afghanistan geht der Ressortleiter Außenpolitik der Süddeutschen Zeitung hart mit der deutschen Politik und der Bundeswehrführung ins Gericht. "Deutschland führt Krieg, aber von Krieg darf man nicht sprechen. Die Rede ist von einem Stabilisierungseinsatz, von einer Mission zur Unterstützung des Staatsaufbaus", schreibt Kornelius. "Der Streit um die richtige Terminologie ist nur eine von vielen Unehrlichkeiten, die den Einsatz der Bundeswehr am Hindukusch begleiten."
Kornelius listet die Widersprüche, Halbwahrheiten und Kuriositäten der deutschen Außenpolitik auf. Die deutsche Mission hätte ein hohes humoristisches Potential, ginge es nicht um die Leben deutscher Soldaten und afghanischer Zivilisten sowie um Deutschlands Ansehen in der Nato und der internationalen Gemeinschaft. So verlegte die Regierung mehrere Tornado-Kampfflieger nach Afghanistan zur Aufklärung. Die Luftaufnahmen können aber erst nach der Landung ausgewertet werden und dürfen nicht an Offiziere der Operation Endurung Freedom weitergeben werden, weil Deutschland sich nicht an der Terroristenjagd beteiligt. Und gegen den Drogenanbau sollen die Soldaten auch nicht vorgehen – direkt neben einem Stützpunkt sollen Mohnblumen geblüht haben, die Soldaten nahmen das Feld mit dem Grundstoff zur Heroinproduktion also einfach nicht wahr.
Im achten Jahr des Einsatzes zeige sich, sagt Kornelius, dass Politik und Öffentlichkeit mit der Dynamik in Afghanistan nicht mehr mithalten können. Er kritisiert die verbale Zweiteilung des Landes, die von deutschen Politikern fortwährend betont werde. Abgeordnete sprechen von dem verhältnismäßig sicheren Norden und dem gefährlichen Süden. Und sie unterscheiden zwischen dem defensiven Vorgehen der Bundeswehr und der vermeintlich viel zu aggressiven Strategie der Amerikaner und Briten.
Tatsächlich sind die Taliban längst im ganzen Land auf dem Vormarsch. Sie destabilisieren seit geraumer Zeit das Nachbarland Pakistan. Ehrlich wäre es, wenn die Bundespolitik zugeben würde, dass die den Soldaten vorgeschriebene Zurückhaltung die Sicherheit eher verschlechtere als verbessere, findet Kornelius. Ehrlich wäre es zudem, wenn Deutschland zugeben würde, bei der Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte gescheitert zu sein.
Kornelius hält die Soldaten für die Leidtragenden: "Sie sind die Opfer eines großen Selbstbetruges."
Die Soldaten erfahren die Widersprüche der Mission hautnah. So durften sie bislang keine flüchtenden Gegner verfolgen und erst angreifen, wenn sie selber unter Beschuss standen. Für Hubschrauber und Jets herrscht zudem ein Nachtflugverbot – längere Einsätze sind dadurch kaum möglich. Taliban, die sich in die Gebiete anderer internationaler Streitkräfte zurückzogen, sollen die Deutschen nicht nachsetzen.
- Datum 07.08.2009 - 10:15 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Weil die einzige Partei, die klar dagegen ist, DIE LINKE ist, ist schon die Thematisierung Missbrauch? Darf man "Die Angst vor dem parteipolitischen Missbrauch lähmt die Politik und lässt die militärische Führung in Furcht erstarren." so verstehen?
Und was will uns Nach der Bundestagswahl sollte der Bundestag die Auslegung des Mandats justieren und die großen offenen Fragen klären. sagen? Dann - also: nach der Wahl - ist kein Missbrauch mehr möglich?
"Wenn die afghanische Regierung nach der Wahl keine Fortschritte macht, entzieht sie den internationalen Truppen das Fundament", sagt Kornelius. "Militärisch ist Afghanistan nicht zu gewinnen, die Lebensverhältnisse der Afghanen müssen sich verbessern. Sonst halte ich einen Abzug der internationalen Streitkräfte in ein oder zwei Jahren für realistisch."
Das ist eine wichtige Information:
Deutsche Soldaten kämpfen und krepieren solange, bis eine andere, nicht gewählte Regierung irgend etwas nicht näher bestimmbares geleistet hat. Na toll. Da werden sich die Jungens aber freuen.
(Die liegen mir nämlich am Herzen: Die, die den "Blutzoll" erbringen, von dem hier immer so schnodderig geredet wird, wenn es um den permantenten Platz im UN-Sicherheitsrat geht.)
Ach:
Und wenn man in Afghansitan fertig ist, können wir uns ja in Somalia engagieren. Da ist die Situation ganz ähnlich!
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"Aristoteles war kein Belgier. Die Hauptbotschaft des Buddhismus lautet nicht: 'Jeder kämpft für sich selbst'. Und die Londoner Untergrundbahn ist keine politische Bewegung."
A Fish called Wanda
Es wäre schon mal ein Gebot der Ehrlichkeit, zuzugeben, daß der Zweck des Afghanistaneinsatzes der ist, sich bei den USA beliebt zu machen. Wie man auch an der Bankdatenaffaire sieht, steht dieser Zweck über dem Willen des Souveräns und dem Grundgesetz. Und natürlich erst recht über dem Leben von irgendwelchen niederen Komparsen.
DIe Erkenntnis, daß eine "robuste" militärische Intervention in einem tribalistischen Land höchstens dadurch Frieden schafft, daß sich das gespaltene Volk gegen die Fremden eint, müßte nach 200 Jahren westlicher Afghanistanerfahrung doch sogar bei unserer Regierung angekommen sein.
Wenn man ein Patentrezept sucht, wie man einen Krieg zuerst bei der eigenen Bevölkerung und dann auf dem Schlachtfeld verliert, braucht man sich nur an die deutsche Politik zu wenden. Die bürokratischen Absurditäten der dortigen "Nichtkriegprozesseuntergelegentlichemwaffeneinsatz" wirken wie frisch aus dem Lehrbuch des Dilettantismus für Fortgeschrittene.
Mitteleuropäer neigen ja gerne dazu, sich selbst in Sachen Weltpolitik ein grösseres Mass an Durchblick zu attestieren wie etwa ihren geistig angeblich etwas robuster gestrickten amerikanischen Verwandten. Betrachtet man die Idiotien des juristisch regulierten Afghanistankriegs darf man daran aber berechtigte Zweifel anmelden, denn das bürokratische Feuerwerk der Ignoranz, das die deutsche Politik dort abbrennt, stellt selbst die Absurditäten des amerikanischen Vietnamkrieges in den Schatten.
Ich will nicht behaupten, dass Staaten aus Prinzip Katastrophen oder Niederlagen brauchen, um sich aus politischen Sackgassen zu befreien und wieder regenerieren zu können, es steht jedoch fest, dass es Länder gibt, die zu Reformen nur dann imstande sind, wenn diese als Folge einer Katastrophe unumgänglich geworden sind - und dass die deutsche Politik aktuell auch auf dem besten Weg dahin ist.
Den Afghanistankrieg hat sie bereits verloren - bei der eigenen Bevölkerung. Aktuell ist sie dabei, trotz "Nachbesserungen" ihn auch auf dem Schlachtfeld zu verlieren. In ein paar Jahren werden Leute in Seminararbeiten das Ganze analysieren, und natürlich auch zu der Frage, wie man mit geschlossenen Augen gegen die Wand laufen und sich dennoch für einen intelligenten Menschen halten kann, etwas zu sagen haben.
history at work....
Traurig...aber absolut wahr.
schaun se doch mal hierrein:
http://www.nuoviso.tv/int...
Für die Dreharbeiten zu unserem neuen Film "Kriegsversprechen" führte NuoViso im April 2009 ein Interview mit einem der besten deutschen Kenner der Region Afghanistan und Pakistan, Christoph Hörstel, der für verschiedene deutsche Medien und Behörden seit Anfang der 80er Jahre und bis in die Gegenwart hinein immer wieder Afghanistan und Pakistan bereist hat. Seine journalistische Tätigkeit führte ihn auch in den Irak, Iran, Jordanien und Syrien. Aufgrund dieser Auslandserfahrungen war er ab 1985 beim ARD-Fernsehen als Sonderkorrespondent, später auch als Nachrichtenmoderator mit 2.500 live-Sendungen sowie als leitender Redakteur tätig. Bis heute zeichnet ihn aus, dass er sich für niemanden einspannen läßt, er berichtet und schreibt, was er wirklich erfahren hat. So blieb es nicht aus, dass er wegen andauernder Fehlberichterstattung die ARD verlies und in die Industrie wechselte, wo er jedoch die Korruption nicht lange aushielt. Er war als Coach für ausgewählte Führungskräfte der Bundeswehr und Gastdozent am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH) in Hamburg tätig.
Im Interview für NuoViso berichtet er über die gegenwärtige Situation in Afghanistan und Pakistan. Seine wohlbedachten Worten sind dennoch deutlich und unmissverständlich: Den USA geht es weder um die Bekämpfung des internationalen Terrorismus, noch um einen Wiederaufbau Afghanistans, sondern vielmehr um den strategischen Ausbau ihrer Vormachtstellung in dieser Region. Inszenierte Terroranschläge, wie der am 11. September 2001, gehören dabei ebenso zu den völkerrechtswidrigen Methoden wie der Einsatz von Uran-Waffen, die ganze Landstriche entvölkern können.
quelle: nuoviso.tv
http://www.nuoviso.tv/int...
http://www.nuoviso.tv/tod...
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Traurig...aber absolut wahr.
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Für die Dreharbeiten zu unserem neuen Film "Kriegsversprechen" führte NuoViso im April 2009 ein Interview mit einem der besten deutschen Kenner der Region Afghanistan und Pakistan, Christoph Hörstel, der für verschiedene deutsche Medien und Behörden seit Anfang der 80er Jahre und bis in die Gegenwart hinein immer wieder Afghanistan und Pakistan bereist hat. Seine journalistische Tätigkeit führte ihn auch in den Irak, Iran, Jordanien und Syrien. Aufgrund dieser Auslandserfahrungen war er ab 1985 beim ARD-Fernsehen als Sonderkorrespondent, später auch als Nachrichtenmoderator mit 2.500 live-Sendungen sowie als leitender Redakteur tätig. Bis heute zeichnet ihn aus, dass er sich für niemanden einspannen läßt, er berichtet und schreibt, was er wirklich erfahren hat. So blieb es nicht aus, dass er wegen andauernder Fehlberichterstattung die ARD verlies und in die Industrie wechselte, wo er jedoch die Korruption nicht lange aushielt. Er war als Coach für ausgewählte Führungskräfte der Bundeswehr und Gastdozent am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH) in Hamburg tätig.
Im Interview für NuoViso berichtet er über die gegenwärtige Situation in Afghanistan und Pakistan. Seine wohlbedachten Worten sind dennoch deutlich und unmissverständlich: Den USA geht es weder um die Bekämpfung des internationalen Terrorismus, noch um einen Wiederaufbau Afghanistans, sondern vielmehr um den strategischen Ausbau ihrer Vormachtstellung in dieser Region. Inszenierte Terroranschläge, wie der am 11. September 2001, gehören dabei ebenso zu den völkerrechtswidrigen Methoden wie der Einsatz von Uran-Waffen, die ganze Landstriche entvölkern können.
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http://www.nuoviso.tv/int...
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Die einzigen Menschen die "am Hindukusch" im Dilemma stecken sind die AFGHANEN!
In der afghanischen Polizei anheuern, kämpfen, und womöglich sterben oder bei den Taliban anheuern, kämpfen und womöglich sterben.
Mann dieses wehleidige Gejammer in Deutschland immer, mit Verlaub aber manchmal ist es einfach nicht auszuhalten.
Die UNO hat friedensstiftende Maßnahmen für Afghanistan beschlossen. Die Bundesregierung bekämpft in diesem Zusammenhang Verbrecher und hilft beim Aufbau ( Taliban und Al Kaida) in Afghanistan durch den Einsatz von Soldaten. Dabei läge die Verbrechensbekämpfung -ähnlich wie bei der Seeräuberei- in den Händen der Bundespolizei. In Wirklichkeit ist also Schäuble zuständig. Das Problem ist, dass dieses Dilemma von unserem Verteidigungsminister ( er ist kein Angriffsminister) nicht "rüberzubringen" ist.
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Die Aufklärung darf kein leerer Wahn werden in einer Zeit der Anmaßungen.
Sorry aber die Uni ist eine MArionette int. Banken und Konzerne und hat nichts mit Demokratie zu tun...und stiftet schon gar keinen frieden hoechstens es ist im Interesse der Strippenzieher...welche aber in der Regel am Kireg verdienen und nicht am Frieden
[...]
siehe auch EU-Vetrag Einfuehrung der Todesstrafe bei Aufruhr
[Gekürzt, s.o. Für polemische Pamphlete dieser Art ist dies nicht die geeignete Plattform. /Die Redaktion pt.]
Sorry aber die Uni ist eine MArionette int. Banken und Konzerne und hat nichts mit Demokratie zu tun...und stiftet schon gar keinen frieden hoechstens es ist im Interesse der Strippenzieher...welche aber in der Regel am Kireg verdienen und nicht am Frieden
[...]
siehe auch EU-Vetrag Einfuehrung der Todesstrafe bei Aufruhr
[Gekürzt, s.o. Für polemische Pamphlete dieser Art ist dies nicht die geeignete Plattform. /Die Redaktion pt.]
Krieg geht ist dies meiner Meinung nach immer mehr ein Widerspruch in sich. Die Toten auf beiden Seiten sind namen- und gesichtslos in den Augen derer, die sie für ihre Interessen sterben ließen. So war es und wird es vermutlich immer bleiben.
Für die Mischung aus politisch-religiös-wirtschaftlich-militärischen Interessen ganz unterschiedlicher Staaten gibt es keine einfache Lösung. Ich habe auch keine aber ich denke in Afghanistan, wie in vielen anderen Teilen der Welt, vollzieht sich auch ein sehr schmerzhafter Entwicklungsprozess von Staaten und Gesellschaften. Der Selbstbetrug der ach so entwickelten Staaten zeigt, wie wenig sie aus der eigenen, immer auch leidvollen Geschichte gelernt haben.
"So fühlen sich die Soldaten nicht ernst genommen, sie erwarten Anerkennung für ihr Engagement, fordern Truppenfahnen für die Standorte in Afghanistan und Auszeichnungen."
Wofür denn bitte?
Diese Soldaten sind Teil eines unehrenhaften Hilfsdienstes, den Deutschland im Rahmen der NATO für die USA leistet. Sie töten und sterben dort für eine verlorene, aussichtslose Sache.
Wer etwas für sie tun will, sollte sie nach Hause holen und einer sinnvollen Beschäftigung zuführen. Das Verteilen von Blech für Tapferkeit im Feld sollten wir dort lassen, wo es hingehört - in der Vergangenheit.
Die Afghanen führen seit 30 Jahren Krieg, davon die meiste Zeit gegeneinander. Zeigt sich aber ein äußerer Feind, so wird er unerbittlich bekämpft, bis er entnervt abzieht. Die Taliban, die Drogenbosse, konkurrierende Stammeskrieger, Straßenräuber und wer auch noch alles dort die NATO bekämpft - sie alle leben dort und haben demzufolge endlos Zeit. Die haben kein Problem damit, den bisherigen 30 Kriegsjahren nochmal 30 weitere folgen zu lassen - zumal die allermeisten von ihnen ohnehin nur Krieg als Daseinsform kennen.
Glaubt tatsächlich irgendjemand in der deutschen Politik, dass die westlichen Streitkräfte auch nur annähernd einen so langen Atem haben?
Am Ende wird die NATO ohnehin geschlagen abziehen und vielleicht sogar daran zerbrechen.
Wäre es dann nicht sinnvoller, das Ende mit Schrecken dem Schrecken ohne Ende vorzuziehen?
Im Übrigen verstehe ich die Linke nicht. Sie können von sich mit Stolz behaupten, als einzige Partei konsequent gegen den BW-Krieg in Afghanistan zu sein. Sie sind mit dieser Haltung im Einklang mit der überwiegenden Mehrheit der Bundesbürger.
Warum wird das nicht viel offensiver kommuniziert, warum werden die Schuldigen in der deutschen Politik nicht härter attackiert? Und zwar vor der Bundestagswahl.
Vermutlich reichen 35 tote Soldaten nicht, um einen Bewusstseinswandel zu erzwingen. Wer nicht lernen will, muss bluten.
Kriege dienen immer der Machterweiterung und der materiellen Bereicherung, auch wenn weltanschauliche Gründe zur Rechtfertigung herangezogen werden. Deshalb ist ein Krieg aus Humanitätstümelei durch den Einsatz journalistischer Panzerabwehrkanonen gegen die Wirklichkeit nicht zu vermitteln.
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