Autos im Film "Es muss eine Karre sein"
Seit Kurzem ist der Film "Mitte Ende August" im Kino. Regisseur Sebastian Schipper gab schon immer gern lässigen Autos tragende Rollen. Ein Gespräch über bewegtes Blech
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Als wenn man fliegt. Zum Cruisen diente in "Absolute Giganten" ein Ford Granada aus den Siebzigern, der mit einem Achtzylinder-Motor versehen wurde
ZEIT ONLINE: Herr Schipper, wie sind Sie eigentlich zum Ort dieses Interviews gekommen?
Sebastian Schipper: Mit dem Roller, einer Vespa 50er Special. Sie hat einen größeren Zylinderkopf, damit man ein bisschen schneller fahren kann; sie verbraucht wenig, und man hat keine Stau- oder Parkplatzprobleme. Für Berlin ist die total top.
ZEIT ONLINE: Nicht im Auto? Immerhin spielen Autos doch in Ihrem Filmen oft eine wichtige Rolle.
Schipper: Ja, aber ich weiß nicht mehr, von welchem Auto ich träumen soll. Wenn ich mir vorstelle, dass morgen jemand sagen würde: "Innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings dürfen keine Autos mehr fahren", dann würde ich denken: "super!" Mein letztes großes Auto war auch das tollste Auto, das ich je besessen habe. Das war ein Maserati Biturbo aus den Achtzigern, den ich für 3500 Euro gekauft hatte. Außen Understatement, innen Hysterie aus Missoni-Bezügen, Kunstleder, echtem Leder, Holz und Plastik.
ZEIT ONLINE: Guter Zustand?
Schipper: Ich mag Autos gerne, die den originalen Lack haben, auch wenn der nicht mehr ganz so gut in Schuss ist. Das war auch bei dem Maserati so. Wenn da eine Schramme drin war, dann war mir das egal. So ein Auto muss einfach eine Karre sein. Aber der Wagen ist vor zwei Jahren gestorben. Er ist im Tunnel stehen geblieben, und das war's. Aber das war auch richtig so. Ich will heute nicht mehr mit einem Auto fahren, das 28 Liter verbraucht.
ZEIT ONLINE: Trotzdem, ein netter Wagen ...
Schipper: Ja, auf jeden Fall. Autos sind ja auch Symbole, eine Mischung aus Zweck und Style und Lässigkeit. Aber der Zweck wird eben immer fragwürdiger. Wahrscheinlich sind wir die letzte Generation, die noch ein richtig cooles Auto fahren konnte. So wie in diesem Traum, eine Karre zu haben und einfach abzuhauen. Ich meine gar nicht, dass deshalb heute alles schlecht ist. Es ist halt anders. Aber ich glaube, dass das Thema Auto noch in unserer Zeit zu einem Ende kommen wird.
- Datum 06.09.2009 - 14:58 Uhr
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