Sinnliche Weltbilder

Bild: © Gotthard Schuh
Als Reporter tourte Gotthard Schuh um die Welt und schuf mit seiner Kamera Zeugnisse von großer Ausdruckskraft. Eine Auswahl seiner Bilder
Er zählt zu den Pionieren des modernen Fotojournalismus und ist doch ein Unbekannter geblieben. Vierzig Jahre nach seinem Tod erfährt Gotthard Schuh (1897 bis 1969) nun die längst fällige Würdigung. Der Band Eine Art Verliebtheit enthält den ganzen Bilderschatz des geborenen Berliners, dessen Karriere in der Schweiz der dreißiger Jahre begann. Als Reporter der Zürcher Illustrierten tourte er durch die Welt, von Palermo nach Paris, von Singapur nach Java. Exotische Kulissen beeindruckten ihn nicht. Mit seiner Kamera suchte er nach der Stimmung, die sich in den Gesichtern der Frauen von Algier, der balinesischen Tänzerin Sarna oder der Kuli–Kinder auf Sumatra ausdrückte. Eine Sehnsucht nach Glück und Zärtlichkeit prägt Schuhs Kunst. Sinnliche Weltbilder der condition humaine hat er hinterlassen, Zeugnisse von stiller Ausdruckskraft, die ihn zum Wegbereiter des poetischen Realismus machten.
Sarna, Bali, 1938
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