Gesichter aus Stein
Gerrit Engel arbeitet wie ein Porträtfotograf. Nur hat er es nicht auf das menschliche Gesicht abgesehen, sondern auf Gebäude. Moderne Wohntürme, historische Gemäuer, hässliche und formschöne Physiognomien aus Stahl und Stein fokussiert er auf seinen Erkundungsgängen durch New York und Berlin. Seine Bestandsaufnahme der urbanen Silhouetten ist nun in einer Ausstellung der Münchner Pinakothek zu besichtigen. New York – Berlin visualisiert Architekturgeschichte. Dabei löst der Fotograf die Sujets aus ihrem Gesamterscheinungsbild heraus und betrachtet sie isoliert wie ein Denkmal. Aus einem Mosaik von hundert Fotografien fügt sich so das Porträt zweier Metropolen: hier die deutsche Hauptstadt, die von den Umwälzungen des 20. Jahrhunderts geprägt ist; dort Big Apple als die Verkörperung der Moderne. Die Inszenierung erfolgt vor möglichst unauffälligem Hintergrund. Unter milchigen Himmeln posieren Engels Hauptdarsteller: das preußische Schloss auf der Pfaueninsel am Wannsee, Manhattans Waterside oder der Hearst Tower.
Bis 1. November. Geöffnet Di–So 10–18 Uhr, Do 10–20, Eintritt 10 Euro. Pinakothek der Moderne, Barer Straße 40, 80333 München, Tel. 089/238050, www.pinakothek.de
- Datum 07.09.2009 - 12:31 Uhr
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