Schaeffler und Continental Rolf Koerfer soll Conti-Chef Neumann ablösen

Als Anwalt des fränkischen Autozulieferers Schaeffler trieb Rolf Koerfer die Übernahme des Konkurrenten Continental voran. Jetzt soll er der neue Chef von Conti werden

Die IG Metall kritisierte, die laut der Deutschen Presseagentur geplante Ablösung des derzeitigen Vorstandsvorsitzenden Karl-Thomas Neumann. "Es ist ein grober Fehler, dass die Familie Schaeffler und die Kapitalseite versuchen, Herrn Neumann als Vorstandsvorsitzenden abzusetzen", sagte IG Metall-Bezirkschef Hartmut Meine. "Neumann ist einer der besten Automobilmanager in Deutschland. Die Arbeitnehmervertreter haben vollstes Vertrauen zu Neumann."

In einer dramatischen Nachtsitzung am gestrigen Donnerstag hatte der Conti-Aufsichtsrat bereits über die Aufhebung des Vertrages von Neumann abgestimmt, wegen Widerstands der Arbeitnehmervertreter wurde die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit aber nicht erreicht. Der Aufsichtsrat hat ein Vermittlungsverfahren einberufen. Die Ablösung Neumanns wird nun in der nächsten Sitzung am 12. August erwartet.

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Neumann sagte nach der Sitzung am frühen Morgen, es habe "ungewöhnliche und sehr enttäuschende Entwicklungen gegeben". Diese machten es ihm "sehr schwer", auf Dauer vertrauensvoll mit Schaeffler zusammenzuarbeiten.

Neumann konnte sich aber mit seinem Plan einer Kapitalerhöhung durchsetzen, um dem klammen Autozulieferer Luft zu verschaffen. Der Aufsichtsrat gab grünes Licht für eine Kapitalerhöhung von bis zu 1,5 Milliarden Euro.

Der vermeintliche Nachfolger Neumanns, Rolf Koerfer, gilt als einer der führenden deutschen Akquisitionsexperten. Als juristischer Berater des fränkischen Autozulieferers Schaeffler half er im vergangenen Jahr bei der spektakulären Übernahme des damaligen Dax-Konzerns Continental. Nachdem Schaeffler Hauptaktionär war, wurde der 51-Jährige Aufsichtsratschef des Hannoverschen Traditionsunternehmens.

Koerfer machte sich in der Vergangenheit auch als Restrukturierer einen Namen. Er sanierte etwa den Wälzlagerhersteller FAG Kugelfischer, den Schaeffler zuvor gekauft hatte.

 
Leser-Kommentare
  1. ..."Koerfer machte sich in der Vergangenheit auch als Restrukturierer einen Namen. Er sanierte etwa den Wälzlagerhersteller FAG Kugelfischer, den Schaeffler zuvor verkauft hatte"...

    Schäffler hatte die FAG Kugelfischer gekauft und dann mit Hilfe Rolf Koerfers saniert.

    (Anmerkung: Vielen Dank für Ihren Hinweis, wir haben den Fehler korrigiert. Die Redaktion/jk)

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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