Deutsche Bahn Krise trifft auch den Personenverkehr

Der Umsatz der Deutschen Bahn ist im ersten Halbjahr 2009 um rund 14 Prozent gesunken. Nun soll sich die Zahl der Kurzarbeiter im Betrieb auf 10.000 erhöhen

Der Umsatzrückgang der Deutschen Bahn hat sich weiter beschleunigt. Wie aus Unternehmenskreisen berichtet wurde, nahm die Bahn mit rund 14,3 Milliarden Euro zwischen Januar und Juni mehr als zwei Milliarden Euro weniger ein als im Vorjahreszeitraum. Bis Mai sei der Gewinn vor Zinsen und Steuern bereits um über die Hälfte auf unter 500 Millionen Euro zusammengeschmolzen, sagten mit den Zahlen Vertraute.

Nachdem zunächst der Güterverkehr und die Spedition Schenker unter der Krise gelitten hatten, ist in den vergangenen Woche auch der bislang stabile Personenverkehr erfasst worden. Die steigende Zahl der Kurzarbeiter in Deutschland und der Verzicht auf Reisen in der ersten Klasse machten sich bemerkbar, hieß es. Ein Bahn-Sprecher wollte sich zu den Zahlen nicht äußern und verwies auf die Halbjahrespressekonferenz am 20. August.

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Im gesamten Bahnkonzern steigt nun die Zahl der in Kurzarbeit befindlichen Mitarbeiter auf knapp 10.000 Personen, wie die Bahn bestätigte. Hauptsächlich betroffen ist der Bereich Transport und Logistik, doch auch in den Sparten Dienstleistungen (Instandhaltung) oder Bau müssen die Angestellten krisenbedingt weniger arbeiten.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres hat der Konzern den Angaben zufolge außerdem bereits rund 3000 Stellen abgebaut, vor allem im Ausland. Bis 2010 sollen es 4000 werden, so dass die Bahn dann weniger als 236.000 Menschen beschäftigen wird.

Damit steigen die Herausforderungen für den neuen Bahnchef Rüdiger Grube, der knapp 100 Tage im Amt ist. Nach früheren Informationen aus dem Unternehmen will er den Konzern schon 2011 wieder börsenreif machen. Im Streit um die weitere Planung hatte kürzlich der Chef der von der Krise besonders getroffenen Güterbahn, Klaus Kremper, seinen Posten aufgegeben.

Die Bahn hatte eine interne Umsatzprognose von 31,8 Milliarden Euro in 2009 abgegeben. Einige Manager des Unternehmens bezweifeln diese Zahl mittlerweile. Dies hätte im Vergleich zum Vorjahr nur ein Minus von knapp zwei Prozent bedeutet. Um dieses Ziel noch zu erreichen, müsste die Bahn im zweiten Halbjahr 2009 noch besser abschneiden als im ersten Halbjahr 2008 – und damit ein besseres Ergebnis erzielen als vor Beginn der Krise.

 
Leser-Kommentare
  1. Was haben die nur mit ihren Börsengang? Die Bahn hat an der Börse nichts zu suchen. Sie muss ein Staatsunternehmen bleiben. Basta!

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